MRT - Untersuchung

Synonyme

  • MagnetResonanzTomographie
  • Kernspintomographie
  • Kernspinuntersuchung

Englisch

  • NMR (nuclear magnetic resonance)
  • MRI (magnetic resonance imaging)

Strahlenbelastung bei einer MRT Untersuchung

Der Vorteil einer Magnetresonanztomographie im Gegensatz zur Computertomographie und zum Röntgen ist, dass keine Strahlenbelastung für den Patienten besteht.

Die MRT-Aufnahmen entstehen dadurch, dass ein starkes Magnetfeld erzeugt wird, welches die Wasserstoffatome im menschlichen Körper beeinflusst. Diese senden daraufhin in unterschiedlichen Maßen Radiowellen aus, abhängig davon, um was für eine Art von Gewebe es sich handelt. Diese Wellen werden von einem Computer detektiert und zu Schnittbildern verarbeitet.

Da keine Strahlenbelastung besteht, sind auch keine Nebenwirkungen bei einer MRT-Untersuchung bekannt. Besonders für junge Patienten ist eine MRT also eine gute Methode um die Weichteile darzustellen ohne dem Risiko einer Strahlenbelastung ausgesetzt zu sein.

Muss man bei einer MRT Untersuchung nüchtern sein?

In der Regel muss der Patient zu einer Magnetresonanztomographie nicht nüchtern erscheinen. Sowohl essen als auch trinken ist im Vorfeld erlaubt.

Eine Ausnahme stellt die Untersuchung bestimmter Organe im Bauchraum dar (MRT Bauch). Vor einer MRT-Untersuchung des Darms, der Galle oder des Magens (siehe: MRT des Magens) beispielsweise sollte der Patient nüchtern sein, damit die Bilder sich gut beurteilen lassen. Bei diesen Untersuchungen ist es darüber hinaus oft notwendig, vor der Untersuchung ein Kontrastmittel zu trinken.

Ob der Patient nüchtern zur Untersuchung kommen muss oder nicht, wird diesem vorher mitgeteilt.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Muss man bei einem MRT nüchtern sein?


Dauer einer MRT Untersuchung

Die Dauer einer Magnetresonanztomographie-Untersuchung ist variabel. Je nachdem, welcher Bereich abgebildet werden soll und wie viele Bilder aufgenommen werden sollen, dauert sie kürze oder länger.

In der Regel dauert die Untersuchung selbst jedoch etwa 15 bis 30 Minuten. Hinzu kommen die Vorbereitungszeit und die Wartezeit.

Zur Vorbereitung gehört es, alle Metallteile, die sich am Körper oder an der Kleidung befinden, abzulegen. Außerdem muss der Patient auf der Untersuchungsliege gelagert werden und eventuell müssen spezielle Kissen verwendet werden um das untersuchte Körperteil zu fixieren.

Ist die Gabe von Kontrastmittel nötig, so dauert die Untersuchung länger, da dieses meist nach dem ersten Durchgang in die Armvene gespritzt wird, bevor ein zweiter Durchgang startet.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Dauer verschiedener MRT-Untersuchungen.

Grundlagen und Technik

Die Kernspintomographie, auch als Magnetresonanztomographie (MRT) bezeichnet, ist ein modernes Schnittbildverfahren, das sich die Prinzipien der so genannten kernmagnetischen Resonanz zunutze macht. Anders als beispielsweise bei der Computertomographie werden zur Erzeugung der Bilder keine Röntgenstrahlen (siehe Röntgen) eingesetzt, sondern starke Magnetfelder und Radiowellen.
Mit Hilfe dieser MRT Untersuchung lassen sich auf nicht-invasive (ohne Eingriff in den Körper) Weise in relativ kurzer Zeit Schichtaufnahmen nahezu jeden Körperteiles in beliebigem Winkel und Richtung erzeugen.
Diese Informationen liegen in digitaler Form vor, was dem Radiologen ermöglicht, nach der Untersuchung mit Hilfe leistungsstarker Computer verschiedenste Ansichten des untersuchten Körperteiles zu erzeugen.

Technische und physikalische Grundlagen

Der zentrale Kern einer MRT - Anlage (Magnetresonanztomographie) ist ein tonnenschwerer, zumeist mit flüssigem Helium gekühlter, supraleitender Elektromagnet. In seiner Innenwand sind Sende- und Empfangsantennen eingebaut.
Bei Bedarf werden weitere Antennenspulen je nach zu untersuchender Körperregion der Magnetresonanztomographie zugeschaltet. Für spezielle Untersuchungen gibt es speziell geformte Spulen, z. B. für die Untersuchung des Kopfes, des Kniegelenkes, der Wirbelsäule oder der (weiblichen) Brust (MR-Mammographie). Damit die Untersuchung nicht durch andere Radiowellen gestört wird, ist der MR-Untersuchungsraum durch einen Faradayschen Käfig abgeschirmt.
Der menschliche Körper besteht aufgrund des reichlichen Vorhandenseins von Wasserstoffprotonen aus zahllosen winzigen biologischen Magneten. Dies macht man sich bei der Magnetresonanztomographie zunutze. Aufgrund ihrer Drehung (Kernspin) dieser Wasserstoffprotonen entwickelt sich ein magnetisches Moment und die Protonen verhalten sich wie kleine Magnetkreisel, die sich in einem extern angelegten starken Magnetfeld anhand der Feldlinien des Magnetfeldes ausrichten.
Die Magnetresonanztomographie (MRT Untersuchung) läuft im Wesentlichen in drei Schritten ab:
Zunächst wird um den Körper ein starkes, stabiles, homogenes Magnetfeld von 1 - 3 Tesla erzeugt (10.000 - 30.000 mal stärker als das Magnetfeld der Erde) und damit eine stabile Ausrichtung der Protonen erreicht.

Als zweiter Schritt der MRT Untersuchung wird diese stabile Ausrichtung verändert, indem man elektromagnetisch Hochfrequenzenergie in Form eines Radiosignals in einem bestimmten Winkel zur Ausrichtung der Wasserstoffprotonen einstrahlt. Durch das Radiosignal des MRT werden die Wasserstoffprotonen in Schwingung versetzt. Nachdem der Radioimpuls wieder abgeschaltet worden ist, kehren die Wasserstoffprotonen wieder in ihre Ausgangsstellung zurück und geben dabei die Energie, die sie durch den eingestrahlten Radioimpuls aufgenommen haben, wieder ab. Die abgegebene Energie ist im dritten Schritt durch Empfangsspulen (Prinzip von Antennen) messbar. Durch eine ausgefeilte Anordnung dieser Empfangsspulen kann man in einem dreidimensionalen Koordinatensystem genau messen, wo wann welche Energie abgegeben worden ist. Die gemessenen Informationen werden durch leistungsfähige Computer dann in Bildinformationen umgerechnet.
Oben ein Beispiel für eine offenes MRT (Magnetresonanztomografie).

MRT der verschiedenen Körperregionen

MRT des Kopfes

Bei der MRT Aufnahme des Kopfes erhält man ein Bild aller im Kopf vorhandenen Strukturen. Es lässt Aussagen zu über den Schädel, die Struktur des Hirns, die arteriellen und venösen Blutleiter des Kopfes, sowie weitere Hohlräume und Weichteilgewebe des Kopfes. Durch das Aufzeichnen eines Magnetfeldes bei dem MRT im Gegensatz zur CT oder Röntgen Untersuchung, erfährt der Patient keine Strahlenbelastung.

Wie bei den meisten MRT Untersuchungen, fährt der Patient auf einer Liege in den röhrenförmigen Tomographen. Bei Einer Kopfuntersuchung liegen dementsprechend der Kopf und der Oberkörper in dem Gerät. Während der Aufnahme muss der Patient still liegen bleiben, da sonst die Bilder verwackeln können.
Die Aufnahme dauert zwischen 20-30 Minuten. In der Zeit kann das Gerät mitunter laute, klopfende Geräusche von sich geben, von denen der Patient sich nicht abschrecken lassen darf. Die Untersuchung ist nicht schädlich für schädlich und wird zur Diagnose vieler Krankheiten angewandt. Vor allem werden die Strukturen des Hirns, zum Beispiel auf Tumore, Infarkte oder entzündliche Veränderungen hin untersucht.

Lesen Sie mehr zum Thema: MRT des Kopfes

MRT vom Knie

Auch im Knie ist die Magnetresonanztomographie das beste Mittel, um die Weichteilgewebe abzubilden.
Verwendet wird ebenfalls das röhrenförmige Gerät, welches an zwei Seiten eine runde Öffnung besitzt. Der Unterschied zu einigen anderen MRT Untersuchungen liegt darin, dass der Patient nicht mit dem Oberkörper in das Innere der Röhre hinein muss. Ein häufiges Problem stellt eine Platzangst beim MRT dar. In MRT Untersuchung des Knies muss der Patient nur etwa bis zur Hüfte in den Tomographen. Der Patient sollte vorbereitet sein, zum Beispiel durch einen Toilettengang, da die Untersuchung ca. 30 Minuten dauert.

Auch für das Knie ist die MRT Untersuchung zwar die teurere, aber die weniger schädliche Alternative zum CT. Es lassen sich besonders detailgetreu die Band- und Knorpelstrukturen des Knies sichtbar machen. Daher ist es nützlich bei der Diagnostik von Schäden der Meniski, der Kreuzbänder, der Kollateralbänder und der Knorpel.
Ein MRT empfiehlt sich ebenfalls bei unklaren Knieschmerzen, die durch keine andere diagnostische Methode eine Ursache gefunden haben.

Lesen Sie mehr zum Thema: MRT vom Knie

MRT vom Herzen

Als Ergänzung zur üblichen Herzdiagnostik, beispielsweise dem Ultraschall des Herzens, kann eine Magnetresonanztomographie des Herzens als nicht-invasives Verfahren durchgeführt werden. Es bildet mit großem Detail die Weichteilstrukturen im Brustkorb ab. So etwa lassen sich sehr genau die Kammergröße der Herzen, die Struktur des Herzmuskels und vor allem die Herzkranzgefäße darstellen.

Die MRT Untersuchung des Herzens hat vor allem im letzten Jahrzehnt an Bedeutung gewonnen. Dadurch, dass eine MRT Aufzeichnung lange Zeit benötigt, sind Herz Untersuchungen durch die dauerhafte Bewegung des Muskels oft unscharf. Durch neue Geräte und Methoden können die Bilder schneller aufgezeichnet und die Herzbewegungen im Bild ausgeglichen werden. Es können keine Patienten mit Herzschrittmachern oder anderen Implantaten im Körper untersucht werden. Der Patient muss dann mit dem gesamten Oberkörper in den Tomographen.

Die MRT Untersuchung ist besonders geeignet um Infarkte oder Verschlüsse der Herzkranzgefäße zu erkennen. Es wird auch eingesetzt bei Verdacht auf Herzmuskelentzündungen und zur Untersuchung nach Herzoperationen.

Lesen Sie mehr zum Thema: MRT vom Herz

MRT der Halswirbelsäule

Die MRT Untersuchung der Halswirbelsäule wird immer häufiger eingesetzt bei einer großen Bandbreite an Erkrankungen. Sie bildet alle Strukturen der Wirbelsäule, inklusive Bandscheiben und Nerven detailgetreu ab. Der hohe Kontrast der Aufnahme erlaubt es, schon geringe Veränderungen der Wirbelsäule oder Nervenkompressionen zu diagnostizieren. Auch Entzündungen und Tumore stellt das MRT gut dar, weshalb es besonders dafür zur Diagnostik eingesetzt wird.

Der Patient muss bei der MRT Untersuchung des Halses mit dem Kopf zuerst in den Tomographen. Er liegt hier ebenfalls still auf einer Liege, die von sich aus in das Innere der Röhre fährt. Die Aufnahme dauert, wie die meisten MRT Untersuchungen zwischen 20 und 30 Minuten. Der Patient kann zur schärferen Diagnostik ein Kontrastmittel erhalten. Auch darf er, wie bei allen Untersuchungen, die wie das MRT mit einem Magnetfeld arbeiten, keine metallischen Gegenstände am oder im Körper tragen. Jegliche Arten von Prothesen oder Herzschrittmacher fallen darunter.

Lesen Sie mehr zum Thema: MRT der Halswirbelsäule

MRT der Prostata

Die MRT Untersuchung der Prostata stellt oft eine Notwendigkeit in der Diagnostik dar, da die Prostata durch ihre Lage im Becken mit herkömmlichen Methoden oftmals schwer zu untersuchen ist.
Sie wird mitunter auch zur Vorsorgeuntersuchung der Prostata durchgeführt, da das Prostatakarzinom der häufigste männliche Krebs ist. Das Risiko an einem Prostatakarzinom zu erkranken, steigt mit dem Alter stetig an.
Durch alleiniges Abtasten und Blutuntersuchungen lässt sich keine genaue Diagnose fällen.

Die MRT Untersuchung stellt durch das Fehlen der Strahlen eine gesundheitsschonende alternative zur Computertomographie dar. Eine MRT Aufnahme ist zusätzlich wesentlich genauer, dafür dauert sie etwa 20-30 Minuten und kostet in der Regel mehr. Zur genaueren Untersuchung wird dem Patienten im Vorhinein über einen venösen Zugang ein Kontrastmittel gespritzt.

Angewandt wird die MRT Untersuchung der Prostata vor allem zu Vorsorge bei Risikopatienten, beim Verdacht auf bereits vorliegende Karzinome und für Eingriffe wie Biopsien oder Operationen. Trägt der Patient metallische Implantate oder Prothesen im Körper, kommt er leider für eine MRT Untersuchung nicht in Frage.

Lesen Sie mehr zum Thema: MRT der Prostata

Weitere Informationen zu diesem Thema

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Für folgende orthopädische Erkrankungen ist die MRT von grosser Bedeutung:

Eine Übersicht aller Untersuchungsmethoden, die wir bereits veröffentlicht haben finden Sie unter: Diagnostik A - Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2017
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