MRT der Hüfte

Allgemein

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem besonders Weichteile gut dargestellt werden können. Anders als beim Röntgen oder bei der Computertomographie ist der Patient hierbei aber keiner Strahlenbelastung ausgesetzt. Die Bilder entstehen mittels Magnetfeldern und Radiowellen, die bestimmte Teilchen des Körpers in eine Richtung ausrichten. Bei Abschalten des Magnetfeldes orientieren die Teilchen sich wieder in ihrer ursprünglichen Ausrichtung und die Zeit bis sie diese erreicht haben wird gemessen. Auf diesen gemessenen Werten basieren dann die entstandenen Bilder.

Auf MRT-Aufnahmen lassen sich vor allem Weichteile, wie Bänder, Sehnen, Muskeln und Blutgefäße gut erkennen. Auch Knorpel ist sehr gut sichtbar. Genauso, wie Wasser oder andere Flüssigkeiten, die sich im Gelenk befinden.

Becken

Das Becken beziehungsweise das Hüftgelenk nimmt eine zentrale Stellung im Körper des Menschen ein, da es durch ständiges Stehen und Gehen einer hohen Belastung ausgesetzt ist. Bei vielen Bewegungen muss es ein Vielfaches des Körpergewichts tragen und muss zudem eine hohe Beweglichkeit gewährleisten.
Aufgrund dieser hohen Belastung ist das Hüftgelenk oft von Verletzungen betroffen oder weist Verschleißerscheinungen auf, die mithilfe der MRT nachgewiesen werden können.
Ein MRT vom Becken und ein MRT der Hüfte ist also ein MRT der gleichen Region. Je nach Fragestellung wird eine besondere Fokussierung auf das Becken oder die rechte, bzw. linke Hüfte genommen.

Mehr Informationen finden Sie auch unter unserem Thema: MRT vom Becken


Anwendungsgebiete

Da die MRT-Untersuchung wesentlich detailliertere Aufnahmen liefert als ein einfaches Röntgen, dient es nicht nur der Aufklärung von Knochenbrüchen, sondern auch dem Nachweis beziehungsweise dem Ausschluss von Erkrankungen der Weichteile des Gelenks.

Neben Knochenbrüchen, zum Beispiel ein Bruch des Oberschenkelhalses, lassen sich auch eine ausgekugelte Hüfte (Hüftgelenkluxation) auf den MRT der Hüfte erkennen.
Auch Verletzungen der Gelenkkapsel, wie ein Abriss der Kapsel von der sogenannten Gelenklippe (Labrumabriss) werden auf den MRT-Bildern oft gut dargestellt. Entzündungen von Muskeln, Bändern oder Schleimbeutel lassen sich ebenso erkennen, wie Risse von Strukturen. Die Magnetresonanztomographie (MRT) der Hüfte gibt zudem Aufschluss über das Fortschreiten von degenerativen Knochenerkrankungen, wie Hüftarthrose oder aber Hüftkopfnekrosen. Diese lassen sich aufgrund der genauen Darstellung bereits im Frühstadium diagnostizieren.
Im Gegensatz zum Röntgen können bei einer MRT-Untersuchung auch Wassereinlagerungen im Gelenk (Ödeme) dargestellt werden.
Ein MRT der Hüfte hat einen sehr hohen Stellenwert im Bereich der Tumordiagnostik, im Bereich der Hüfte vor allem bei der Darstellung von Tumoren im Schenkelhals.

Vorbereitung

Eine MRT-Untersuchung der Hüfte bedarf in der Regel keiner besonderen Vorbereitung. Es wird ein Aufklärungsgespräch mit dem Arzt geführt, in dem alle möglichen Fragen beantwortet werden können. Außerdem sollte der Arzt über eventuelle Unverträglichkeiten gegenüber Kontrastmitteln informiert werden. Auch eventuell bestehende Platzangst sollte dem Arzt mitgeteilt werden, um in solchen Fällen zu überlegen, ob ein Beruhigungsmittel gegeben werde soll.
Bei ausgeprägter Platzangst können Sie sich auch unter unserem Thema MRT bei Platzangst über die Möglichkeiten, die bei Platzangst bestehen trotzdem ein MRT der Hüfte durchzuführen.
Bevor die Untersuchung begonnen wird, müssen alle metallhaltigen Gegenstände vom Körper entfernt werden. Dies gilt für Schmuck, Piercings und Metall, das sich an der Kleidung befindet, wie Bügel-BHs, Hosenknöpfe, etc. auch Chipkarten, wie EC-Karten, Geldbörsen und Schlüssel dürfen nicht mit in den Untersuchungsraum genommen werden, da diese vom starken Magnetfeld angezogen werden und somit den Patienten und das MRT-Gerät beschädigen können. Gleiches gilt auch für alle elektronischen Geräte, wie Handys oder MP3-Player.

Gegenanzeigen

Bei Patienten, die einen eingebauten Herzschrittmacher oder einen implantierbaren Defibrillator (ICD) haben, darf in der Regel keine Magnetresonanztomographie durchgeführt werden, da sowohl der Patient, als auch das Gerät Schaden davontragen können.
Es gibt seit einiger Zeit auch Herzschrittmacher, die der Untersuchung standhalten, dies sollte im Voraus mit dem Arzt abgeklärt werden. Auch eingesetzte Metallteile, wie beispielsweise Drähte in Knochen oder künstliche mechanische Herzklappen, sollten dem Arzt gemeldet werden. Dieser muss dann entscheiden, ob die Untersuchung durchgeführt werden kann.
Auch ein künstliches Innenohr (Cochleaimplantat) stellt eine Gegenanzeige für eine MRT-Untersuchung der Hüfte dar.

Hier finden Sie mehr zum Thema: MRT und Implantate

Bei einer bekannten Funktionseinschränkung der Niere kann zwar eine Magnetresonanztomographie durchgeführt werden, jedoch sollte auf die Gabe von Kontrastmitteln verzichtet werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Ist ein MRT schädlich?

Ablauf einer MRT der Hüfte

Wenn alle Metallteile abgelegt worden sind, kann die MRT-Untersuchung begonnen werden. Der Patient legt sich hierfür auf eine Liege, die in die MRT-Röhre hineingefahren werden kann.
Bei einer MRT der Hüfte wird der Patient mit dem Kopf voran in die Röhre gefahren, so weit, bis sich auch die Hüfte in der Röhre befindet. Menschen, die unter Platzangst leiden, sollten dies vorher dem Arzt berichten, damit dieser unter Umständen ein Beruhigungsmittel verordnen kann.
Bevor der Patient in die Röhre gefahren wird, bekommt er Schallschutzkopfhörer oder Ohrstöpsel mit Musik auf die Ohren.
Diese sollen die lauten Klopfgeräusche dämpfen, die bei der Untersuchung durch das Gerät entstehen. Außerdem bekommt der Patient einen Schalter in die Hand, den er drücken kann, wenn er aus bestimmten Gründen herausgefahren werden möchte oder es ihm nicht gut geht.

Die Radiologieassistenten befinden sich in einem Nebenraum, können die Untersuchung aber durch eine Glasscheibe verfolgen und sehen, wenn der Knopf vom Patienten gedrückt wird. Über eine Gegensprechanlage stehen beide Räume miteinander in Verbindung.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: MRT Ablauf

Die MRT Untersuchung der Hüfte ist nach etwa 15 bis 20 Minuten abgeschlossen.

Werden zusätzlich Aufnahmen mit einem Kontrastmittel gemacht, so wird dieses nach Beenden der ersten Reihe gespritzt und es folgt ein zweiter Aufnahmedurchgang.
Im Anschluss an die eigentliche MRT-Untersuchung findet ein abschließendes Gespräch mit einem Radiologen statt, der die Bilder auswertet.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Dauer verschiedener MRT-Untersuchungen.

Ausziehen

In der Regel muss man sich für eine MRT-Untersuchung der Hüfte nicht ausziehen, da die MRT-Aufnahmen auch durch die Kleidung gemacht werden können. Lediglich die Schuhe sollten ausgezogen werden.
Es ist jedoch notwendig, alle Kleidungsstücke, die Metall enthalten, auszuziehen.
Dies können Hosen oder Oberteile mit Metallknöpfen sein, oder Bügel-BHs. Wenn man sich nicht ausziehen möchte, sollte man im Voraus darauf achten, nur Kleidung ohne Metall zu tragen, wie etwa Leggins und ein Baumwollshirt.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Kleidung im MRT - Was muss ich anziehen?

Komplikationen

Da bei der Magnetresonanztomographie der Hüfte keine Strahlenbelastung für den Patienten besteht, ist nicht mit Komplikationen oder Nebenwirkungen zu rechnen, wenn alle vorbereitenden Sicherheitsmaßnahmen (Ablegen von Metallteilen) eingehalten werden.

Tätowierungen oder Make-up auf der Haut können aber die Haut an dieser Stelle durch die Magnetstrahlen erhitzen und es kann hier zu Hautreizungen kommen.

Nebenwirkungen können eventuell bei der Gabe von Kontrastmittel auftreten, wenn dieses vom Patienten nicht vertragen wird. Dann kann es zu einer allergischen Reaktion kommen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: MRT mit Kontrastmittel

Bei schwangeren Frauen kann es während der ersten drei Schwangerschaftsmonate zu Komplikationen kommen. Deshalb sollte in diesem Fall möglichst auf eine MRT verzichtet werden, wenn kein Notfall vorliegt.

Lesen Sie hierzu auch unser Thema MRT in der Schwangerschaft.

Mit Kontrastmittel

Durch die Gabe eines Kontrastmittel wird bewirkt, dass sich unterschiedliche Strukturen, die in einer normalen MRT-Aufnahme recht ähnliche Grauabstufungen aufweisen, besser gegeneinander abgrenzen lassen. Das Kontrastmittel wird in die Vene gespritzt und verteilt sich in der Blutbahn. Gefäße lassen sich also deutlich besser erkennen, genauso wie Tumore und Metastasen, die stark durchblutet werden. Eine MRT mit Kontrastmittel ist also in der Regel detaillierter und aufschlussreicher als eine Aufnahme ohne Kontrastmittel.

Bei einer speziellen Form einer Hüft-MRT, der sogenannten Arthro-MRT der Hüfte, wird das Kontrastmittel direkt in das Gelenk gespritzt. Hier können kleinste Veränderungen noch genauer beurteilt werde als bei Kontrastmittelgabe in die Vene.

Als Kontrastmittel wird meistens Gadolinium-GPDA verwendet. Es handelt sich hierbei um ein Metall in Verbindung mit einer Säure. MRT-Kontrastmittel sind grundsätzlich gut verträglich und können trotz bestehender Allergie gegen Röntgen-Kontrastmittel eingesetzt werden, da die bei der MRT verwendeten Mittel kein Jod enthalten. Das Kontrastmittel wird innerhalb von 24 Stunden über den Urin ausgeschieden. Deshalb sollte bei einer starken Funktionseinschränkung der Niere auf die Kontrastmittelgabe verzichtet werden.

In sehr seltenen Fällen kann es durch das Kontrastmittel zu einer sogenannten nephrogenen systemischen Fibrose kommen. Dies ist ein bindegewebiger Umbau, der neben der Haut auch die inneren Organe betreffen kann.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter MRT mit Kontrastmittel.

Ohne Kontrastmittel

MRT-Aufnahmen ohne Kontrastmittel können zwar grobe Veränderungen erkennen lassen, wenn jedoch eine Erkrankung im Anfangsstadium oder kleinste Veränderungen beziehungsweise eventuelle Metastasen erkannt werden sollen, eignen sie sich nicht.

Ihr Vorteil eines MRT´s ohne Kontrastmittel besteht darin, dass sie nahezu keinerlei Nebenwirkungen aufweisen, da weder Strahlenbelastung, noch allergische Reaktionen aufgrund des Kontrastmittels entstehen.

Diagnose

Die MRT der Hüfte ist mittlerweile ein sehr gutes bildgebendes Verfahren, um strukturelle Veränderungen der Hüfte und anderer Gelenke frühzeitig zu erkennen. Besser als beim Röntgen und bei einer Computertomographie können bereits kleinste Veränderungen von Knochen und Weichteilen erkannt werden. So kann zum Beispiel eine Hüftgelenksarthrose bereits im Anfangsstadium durch den geschädigten Knorpel erkannt werden. Auch kleine Tumore oder deren Metastasen können durch die Gabe eines Kontrastmittels frühzeitig erkannt werden.

Bei sehr weit fortgeschrittener Hüftarthrose kann die MRT-Diagnostik Aufschluss darüber liefern, ob die Hüfte erhalten werden kann oder ob eine künstliche Hüfte eingesetzt werden muss.

Darstellung

Auf den Bildern einer Magnetresonanztomographie sieht man vor allem die Weichteile des Gelenks, also die Gelenkkapsel, Bänder, Sehnen, Muskeln und Blutgefäße. Auch Knorpel ist gut erkennbar. Wasser oder Blutergüsse im Gelenk lassen sich auch deutlich erkennen. Vor allem durch die Gabe von Kontrastmittel werden die verschiedenen Strukturen sehr deutlich hervorgehoben und auch Tumore und Metastasen von geringer Größe können gesehen werden. Diese zeichnen sich entweder hell oder dunkel ab. Das hängt davon ab, auf welche Art die Bilder aufgenommen wurden

Kosten

Die Kosten der MRT-Aufnahmen werden in der Regel von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen, da sie eine notwendige Diagnostik darstellen. Je nach Untersuchungsort und Aufwand (mit oder ohne Kontrastmittel) belaufen sich die Kosten auf etwa 400 bis 1000 Euro.

Genauere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Kosten einer MRT Untersuchung

Dauer einer MRT Untersuchung der Hüfte

Die MRT-Untersuchung an sich, also das Durchführen der Aufnahmen ist mit etwa 15 bis 20 Minuten nicht sehr zeitaufwendig.
Länger dauert es, wenn zusätzlich Aufnahmen mit Kontrastmittel gemacht werden. Außerdem nehmen die Vorbereitungen und das Warten eine gewisse Zeit in Anspruch.
Nach den Aufnahmen muss auf den Arzt gewartet werden, der das Abschlussgespräch mit den Auswertungen der Bilder durchführt. Die Dauer der Untersuchung lässt sich schwer vorhersage und ist abhängig von Organisation der Durchführung.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.11.2017
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