Morbus Baastrup

Einleitung/ Definition

Morbus Baastrup (Baastrup- Syndrom, Baastrup- Zeichen) ist ein nach Christian Ingerslev Baastrup beschriebenes Schmerzsyndrom im Bereich der Lendenwirbelsäule.

Dieses wird durch sich berührende Dornfortsätze (Processus spinosus) und die Irritation der umgebenden Bänder und Muskeln hervorgerufen. Im englischen Sprachraum wird der Morbus Baastrup auch „kissing spine disease“ genannt.

Ursache

Im Falle von groß ausgebildeten Dornforsätzen und einer zu starken konvexen Verbiegung der Lendenwirbelsäule (Hyperlordose) kann es zur Berührung der Dornfortsätze kommen.

Dies erklärt auch, weshalb sehr schwer arbeitende Männer gehäuft von einem Baastrup-Syndrom betroffen sind. Besonders prädisponierend scheint eine langjährige schaufelnde Tätigkeit, beispielsweise im Straßenbau, zu sein.
In Kombination mit degenerative Veränderungen der Wirbelsäule mit Höhenminderungen der Bewegungssegmente, besonders des nach vorne (ventral) liegenden Wirbelsäulenpfeilers, kann ein Morbus Baastrup entstehen.


Klinik

Der Morbus Baastrup ist eine der Ursachen für das chronische Lumbalsyndrom. Dabei sind vor allem die Dornfortsätze stark

  • druck- und
  • klopfempfindlich.

Die Streckung (Extension) der Wirbelsäule führt zu einer weiteren Verstärkung der Lordose und ist damit besonders schmerzhaft.

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Wer bin ich?
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Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Die Wirbelsäule ist kompliziert zu behandeln. Auf der einen Seite ist sie hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt, anderseits hat sie große Beweglichkeit.

Daher erfordert die Behandlung der Wirbelsäule (z.B. Bandscheibenvorfall, Facettensyndrom, Foramenstenosen, etc.) viel Erfahrung.

Ich behandele die unterschiedlichsten Erkrankungen der Wirbelsäule im Schwerpunkt.

Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

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Diagnostik

Die sich berührenden Dornfortsätze werden als sog. „kissing spine“ bezeichnet und sind auf dem Röntgenbild von der Seite gut zu sehen. Oft zu sehen sind außerdem:

  • knöcherne Neubildungen (Osteophyten),
  • Verkalkungen und
  • bindegewebige Verhärtungen (Sklerose) im Ansatzbereich der längs der Wirbelsäule verlaufenden Muskulatur (paravertebrale Muskulatur).

Zudem können die vermehrte konvexe Biegung der Lendenwirbelsäule (Hyperlordose) und die degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule im Röntgenbild sichtbar sein.

In der körperlichen Untersuchung fallen eine Druck- und Klopfempfindlichkeit über der Lendenwirbelsäule, sowie eine verstärkte Hohlkreuzbildung auf. Zur weiteren Diagnosestellung kann ein Lokalanästhetikum in den betreffenden Bereich injiziert werden. Kommt es daraufhin zur Schmerzfreiheit, ist dies ein weiterer Hinweis für die Diagnose. Weitere bildgebende Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) sind in der Regel nicht notwendig.

Therapie Morbus Baastrup

Die Therapie des Morbus Baastrup erfolgt in erster Linie konservativ. Die physiotherapeutische Behandlung soll vor allem die Krümmung der Wirbelsäule verbessern und damit die Berührung der Dornfortsätze verhindern.
Die Therapie des Morbus Baastrup dient vor allem der

  • Minderung des Hohlkreuzes durch Muskelkräftigende Übungen und der
  • Schmerzreduktion durch Muskelentspannende Maßnahmen.

Zudem kann durch Wärmeapllikation und Elektrotherapie, eine symptomatische Verbesserung der Beschwerden bei einem Morbus Baastrup erreicht werden und ist damit für viele Patienten sehr angenehm. Bei sehr akuten Beschwerden kann ein

Diese betäuben die Schmerzen und wirken zudem antientzündlich. Nur in Ausnahmefällen, beispielsweise massiven, therapierefraktären Schmerzen, wird der Morbus Baastrup operativ behandelt. Dabei werden die Dornfortsätze keilförmig verkleinert, wodurch die Berührung der Dornfortsätze zunächst aufgehoben wird. Dennoch handelt es sich dabei nicht um eine kausale Therapie, da insbesondere die degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule nicht operativ behoben werden können. So bleiben in den meisten Fällen Restbeschwerden zurück.

Zusammenfassung

Der Morbus Baastrup ist ein Schmerzsyndrom der Lendenwirbelsäule, hervorgerufen durch die Kombination

  • körperlich stark belastender Tätigkeiten,
  • großer Dornfortsätze,
  • einem stark ausgeprägten Hohlkreuz und einer
  • degenerativen Höhenminderung der Wirbelkörper.

Diese Ursachen können zur Berührung der Dornfortsätze und damit verbundenen Schmerzen vor allem bei Streckung der Wirbelsäule führen. Zudem ist der betroffene Bereich druck- und klopfempfindlich.

Die Diagnose kann anhand der

  • Beschwerdesymptomatik,
  • der klinischen Untersuchung und einer
  • Röntgenaufnahme gestellt werden.

Da der Morbus Baastrup auch durch degenerative Veränderungen hervorgerufen wird, kann eine Operation keine Heilung erzielen. Aus diesem Grund steht die konservative Therapie mit Krankengymnastischer Verbesserung der Wirbelsäulenkrümmung und symptomorientierter Physiotherapie im Vordergrund.

Qualitätssicherung durch: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.03.2018
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