ThermaCare® Wärmepflaster

Einleitung

ThermaCare® Wärmepflaster sind frei verkäufliche Arzneimittel die zur äußerlichen Behandlung von Schmerzen zum Beispiel im Rücken eingesetzt werden können. Im Handel gibt es zum einen Wärmeumschläge und zum anderen Wärmeauflagen, die in der Regel direkt auf die Haut aufgeklebt werden und unter der Kleidung getragen werden können. Durch eine chemische Reaktion der verschiedenen Inhaltsstoffe mit dem Sauerstoff in der Luft wird eine kontinuierliche Wärmeabgabe erzeugt. Diese soll muskuläre Verspannungen lösen und Schmerzen auf diese Weise lindern.


Wann sollte man ThermaCare® Wärmepflaster benutzen?

Die wesentlichen Indikationen für ThermaCare® Wärmeauflagen sind Muskel- und Gelenkschmerzen, zum Beispiel infolge von Muskelverspannungen oder Gelenkverschleiß (Arthrose). Geeignet ist das Produkt unter anderem bei Schmerzen im Bereich des unteren Rückens (Ischiasbeschwerden oder “Hexenschuss") sowie bei schmerzhaften Verspannungen im Nacken oder den Schultern. Sollte jedoch auch durch den EInsatz von Therma Care Wärmepflastern keine Besserung einsetzen, die Schmerzen sehr stark sein oder es zusätzlich zu Missempfindungen oder gar einer gelähmten Muskulatur in den Armen oder Beinen kommen, ist unbedingt eine zeitnahe Vorstellung beim Hausarzt anzuraten.

Auch wenn sie großes Leid verursachen können, haben Schmerzen am Bewegungsapparat (Muskulatur und Gelenke) in den meisten Fällen eine harmlose Ursache. In seltenen Fälle kann es sich aber auch um eine ernste Verletzung wie zum Beispiel einen Bandscheibenvorfall handeln.

Weitere Indikationen für die Anwendung können chronische Gelenkentzündungen zum Beispiel aus dem Kreis der rheumatischen Erkrankungen (wie die rheumatoide Arthritis). Hierbei sollte gegebenenfalls der behandelnde Arzt gefragt werden, ob er die Anwendung der ThermaCare® Wärmepflaster für angebracht hält.

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Wie wirkt das Wärmepflaster?

ThermaCare® Wärmepflaster enthalten ein Gemisch aus verschiedenen Inhaltsstoffen, die mit dem Sauerstoff in der Luft reagieren. Diese chemische Reaktion setzt Wärme frei. Bei den Inhaltsstoffen handelt es sich in erster Linie um Eisenpulver sowie Aktivkohle, Salz und etwas Wasser. Sobald die ThermaCare Wärmepflaster aus der luftdichten Verpackung genommen werden, kommt es zu einer Reaktion der Stoffe mit dem Luftsauerstoff. Es handelts sich dabei um eine Art kontrollierte Verbrennung oder auch Oxidation genannt. Die dabei entstehende Reaktionswärme wird dann kontinuierlich an den Körper abgegeben. Dadurch soll es zu einer Entspannung der Muskulatur und damit einer Linderung von Schmerzen kommen.

Das Prinzip dieser Wärmepflaster auf Eisenpulverbasis unterscheidet sich von vielen anderen Produkten, bei denen gar keine Wärme erzeugt wird, sondern es durch spezielle Wirkstoffe zu einer Reaktion in der Haut kommt, die lediglich das Gefühl von Wärme vermittelt. DIe Wirkung von ThermaCare® und vergleichbaren Produkten anderer Hersteller dagegen wird nicht über eine direkte Beeinflussung der Haut durch Wirkstoffe vermittelt, sondern rein physikalisch über tatsächliche entstehende Wärme (vergleichbar mit einer Wärmflasche oder einem Körnerkissen).

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Nebenwirkungen

Da die Wirkung der ThermaCare® Wärmepflaster lediglich durch die lokale Erzeugung von Wärme entsteht, sind Nebenwirkungen eher nicht zu erwarten. Es kommt zu keiner Aufnahme von Wirkstoffen über Haut. Am ehesten möglich sind Nebenwirkungen durch eine übermäßige Wärmezufuhr zum Beispiel bei vorgeschädigter oder empfindlicher Haut kommen. Diese äußern sich dann als leichte Verbrennung die zu einer Rötung und Schmerzen der Haut führen kann.

Sollte das Wärmepflaster als zu heiß empfunden werden, muss es daher sofort entfernt werden. Von einer Anwendung in Körperbereichen mit reduzierter Wärmewahrnehmung ist daher abzuraten. Bei Einhaltung dieser Empfehlungen ist das Auftreten von Nebenwirkungen bei der Anwendung vom ThermaCare® Wärmepflastern nicht zu erwarten. Bei Wärmepflastern von anderen Herstellern konnten bei Tests zum Teil allergische Hautreaktionen als Nebenwirkungen festgestellt werden. Da ThermaCare® Wärmepflaster keine Zusatzstoffe mit allergischem Potential beinhalten, ist die Nebenwirkungen nicht zu erwarten.

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Wechselwirkung

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind bei der Verwendung von ThermaCare® Wärmepflastern nicht zu erwarten. Es kommt zu keiner direkten Beeinflussung des Körpers durch die Wirkstoffe sondern lediglich zu einer indirekten Wirkung durch die freigesetzte Wärme. Es wird allerdings davon abgeraten ThermaCare® Wärmepflaster zusammen mit anderen Arten von Wärmezufuhr (Körnerkissen, Wärmflasche) sowie medizinischen Salben einzusetzen. Es kann ansonsten zu einer Reizung oder Schädigung der Haut kommen.

Wann sollten ThermaCare® Wärmepflaster nicht angewendet werden?

ThermaCare® Wärmepflaster sollten nicht verwendet werden, wenn die luftdichte Verpackung der einzelnen Pflaster beschädigt oder undicht ist oder das Wärmepflaster selbst offensichtlich eine Beschädigung aufweist. Außerdem sollte das Produkt nicht auf erkrankter, verletzter oder geschädigter Haut verwendet werden. Gegen die Anwendung von ThermaCare® Wärmepflastern (sowie auch anderen Formen der Wärmezufuhr) sprechen zudem Schmerzen, die erst seit kurzem aufgetreten sind (etwa innerhalb der vergangenen 48 Stunden) wie zum Beispiel Prellungen. Anstelle von Wärmezufuhr sollten solchen Verletzungen besser gekühlt und gegebenenfalls hochgelagert werden, um eine Abschwellung zu fördern.

Weitere Gegenanzeigen sind Schmerzen am Kopf, in der Leiste, an den Füßen oder Zehen sowie in der Kniekehle. Hierfür sind ThermaCare® Wärmepflaster ebenfalls nicht geeignet. Bei bestimmten Erkrankungen wie Diabetes (Zuckerkrankheit), Durchblutungsstörungen, Herzerkrankungen sowie rheumatischen Gelenkerkrankungen sollte vor der Verwendung von ThermaCare Wärmepflastern Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Gleiches gilt für den EInsatz in der Schwangerschaft.

Anwendung am Nacken

Für die Anwendung am Nacken gibt es von ThermaCare® spezielle Nacken-Wärmeauflagen. Diese eignen sich aufgrund ihrer Passform zum Kleben im Bereich von Nacken und Schultern. Auch bei in den Arm ausstrahlenden Schmerzen können diese Pflaster Linderung verschaffen. Vom Wirkprinzip unterscheiden sie sich nicht von den üblichen ThermaCare® Wärmepflastern. Allerdings enthalten sie eine größere Menge des, für die Wärmeerzeugung notwendigen, Eisenpulvers. Dadurch wird ermöglicht, dass die Wirkung etwa zwölf Stunden anhält (anstatt der sonst zu erwartenden Wirkzeit von acht Stunden).

Die Pflaster für den Nacken haben kleinere Klebeflächen, damit die im Nacken meist etwas empfindliche Haut weniger irritiert wird. Dennoch können die normalen ThermaCare Wärmepflaster auch für den Nacken verwendet werden. In jedem Fall ist es wichtig, dass man auf dem Pflaster nicht liegen sollte und es daher am besten am morgen nach dem Aufstehen klebt. Bei hochgeschlossener Kleidung (zum Beispiel Hemd oder Bluse) kann das Pflaster unter der Kleidung getragen werden, ohne im Alltag aufzufallen. Die ThermaCare® Wärmeauflagen für den Nacken kann aufgrund seiner Passform ebenfalls bei Beschwerden am Handgelenk eingesetzt werden.

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Anwendung am Rücken

Das vermutlich häufigste Einsatzgebiet von ThermaCare® Wärmepflastern ist der Rücken. Gerade der untere Rücken im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) bereitet vielen Menschen Schmerzen. Fehlbelastungen, Bewegungsmangel und Verspannungen sind hierfür am häufigsten die Ursache. Oft kann eine lokale Wärmeanwendung zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Eine von vielen möglichen Mitteln hierfür sind die ThermaCare® Wärmepflaster. Diese klebt man direkt auf den Bereich am Rücken, von dem die Schmerzen ausgehen. Dabei sollte das Pflaster möglichst mittig geklebt werden und nicht nur auf die linke oder rechte Seite.

Am besten wird das Pflaster am Morgen oder Mittag angebracht und abends wieder entfernt, da man nicht auf diesem Liegen sollte. Manche Menschen erfahren durch die Wärme eine Linderung, andere merken keinen Unterschied und bei einigen kann es sogar zu einer Verschlechterung kommen. Daher sollte der Anwender selbst darauf achten, ob er von den ThermaCare® Wärmepflastern bezüglich der Rückenschmerzen profitiert. Bei andauernden und sehr heftigen Schmerzen, die sich nicht lindern lassen, kann es auch sinnvoll sein, den Hausarzt aufzusuchen.

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Anwendung an der Schulter

ThermaCare® Wärmepflaster kann auch zur Behandlung von Verspannungen und Schmerzen im Bereich der Schultern angewendet werden. Hierfür eignen sich zum Beispiel die speziellen Nacken-Wärmeauflagen, die einfach auf die betroffene Schulter aufgeklebt werden. Hierbei gilt genau wie bei Anwendung am Nacken, dass das Pflaster nicht beim Liegen getragen werden sollte.

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Dosierung

EIne Dosierung der ThermaCare® Wärmepflaster erfolgt vor allem über die Anwendungsdauer, das heißt wie lange das Produkt am Körper getragen wird. Nachdem die Pflaster aufgeklebt auf die betroffene Körperstelle aufgeklebt wurde, dauert es etwa 30 Minuten, bis sie sich auf bis zu 40 Grad Celsius erwärmen und dadurch die Wirkungen entfaltet werden kann. Dieser Effekt hält dann bis zu acht Stunden an. Um eine Erwärmung auch tieferer Gewebe- und Muskelschichten zu erreichen, die zur gewünschten Schmerzlinderung führen soll, ist eine Anwendung von mindestens drei Stunden zu empfehlen. Wenn das Pflaster jedoch als zu heiß oder anderweitig als unangenehm empfunden wird, sollte es frühzeitig wieder entfernt werden. Zudem sollte es spätestens dann entfernt werden, wenn keine Wärme mehr freigesetzt wird.

Preis

Der Preis für ThermaCare® Wärmepflaster variiert sehr und hängt zum einen von der Packungsgröße und zum anderen von der Art der Pflaster ab (zum Beispiel für den Nacken oder den Rücken). Zudem können sich die Preise in der örtlichen Apotheke oder Drogerie von denen der Internetanbieter unterscheiden. Vier ThermaCare® Rücḱenumschläge kosten beispielsweise etwa 20 Euro. Der Preise für eine Packung mit zwei Thermacare® Wärmeauflagen für größere Schmerzbereiche liegt bei etwa elf Euro. Zwei Wärmeauflagen für den Nacken sind für etwa acht Euro erhältlich. Es lohnt sich durchaus, die Preise zu vergleichen, da das Produkt sowohl in Apotheken als auch im Internet manchmal zu reduzierten Preisen erhältlich ist. Wer nicht so viel Geld für die Wärmepflaster ausgeben kann oder möchte, kann eine Behandlung mit “klassichen” Wärmespendern wie Wärmflaschen, Körnerkissen oder einer Rotlichtlampe ausprobieren.

Anwendung während der Stillzeit

Grundsätzlich ist eine Anwendung von ThermaCare® Wärmepflastern in der Stillzeit unbedenklich. Von dem Produkt gehen keine Wirkstoffe in den Körper der Mutter über, sodass auch beim Stillen keine Gefahr für den Säugling besteht. Man sollte lediglich darauf achten, dass das Kind selbst nicht der Wärmefreisetzung durch das Pflaster ausgesetzt wird und es darf auch keinesfalls direkt beim Kind verwendet werden.

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ThermaCare® Salbe

Neben der ThermaCare® Wärmepflastern bietet der Hersteller dieses Produkts auch eine Salbe zur Behandlung von Muskelverspannungen und Gelenkschmerzen an. Dieses sogenannte ThermaCare® Schmerzgel enthält den Wirkstoff Felbinac und ist im Gegensatz zu den ThermaCare Wärmepflastern nur in der Apotheke zu erwerben (apothekenpflichtig). Ein Rezept braucht man allerdings ebenfalls nicht. Es handelt sich um ein durchsichtiges Gel, welches bei Zerrungen oder Prellungen direkt auf die betroffene Stelle aufgetragen werden kann.

Die Salbe entfaltet ihre Wirkung vor allem über den Wirkstoff Felbinac aus der Gruppe der sogenannten NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika). Diese haben eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung. Es kommt also anders als bei den ThermaCare® Wärmepflastern zu einer direkten Beeinflussung des Körpers durch einen Wirkstoff. Zudem hat die Salbe einen kühlenden Effekt, was bei neu aufgetretenen Verletzungen erwünscht ist. Von einer Kombination der Salbe mit den ThermaCare Wärmepflastern ist daher abzuraten. Außerdem sollte die Salbe bei bestimmten Erkrankungen gemieden oder nur nach ärztlicher Rücksprache verwendet werden. Dazu zählen insbesondere Erkrankungen der Nieren, welche mit einer eingeschränkten Nierenfunktion einhergehen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 04.01.2018
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