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Schmerzmittel in der Stillzeit

Einleitung

Über die Muttermilch erhalten Kinder in der Regel alle wichtigen Nährstoffe, die sie vorallem in den ersten Monaten ihres Lebens benötigen.
Über das Stillen können aber auch Substanzen, wie z.B. Medikamentenbestandteile übertragen werden, welche sich negativ auf den kindlichen Organismus auswirken können.
Die potenziell schädliche Wirkung von Medikamenten, die durch den Stillvorgang übertragen werden können, ist auf das teils noch unvollständig ausgebildete Stoffwechselsystem des Kindes zurückzuführen.

Bei der Einnahme von Medikamenten sollten stillende Mütter daher vorsichtig sein. Vor der Einnahme von Schmerzmitteln solle man stets überprüfen, ob diese während der Stillzeit zugelassen sind.
Als Faustregel bei stillenden Müttern gilt, die Dosis der zugelassenen Schmerzmedikamente so niedrig wie möglich zu halten.
Eine längere Einnahme von Schmerzmitteln sollte nur nach ärztlicher Absprache erfolgen.

Weitere Informationen zu allgemeinen Medikamenten in der Stillzeit finden Sie auf unserer Seite Medikamente während der Stillzeit.

Mexalen

Mexalen® ist ein Schmerzmittel, welches aus dem Wirkstoff Paracetamol besteht. Die Wirkung umfasst die Schmerzreduktion und die Fiebersenkung. 

Paracetamol beispielsweise in Form von Mexalen® ist das Schmerzmittel der ersten Wahl in der Schwangerschaft und der Stillzeit. Zur Anwendung kann dieses Medikament bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, wie beispielsweise Kopfschmerzen oder Zahnschmerzen, bei Fieber und/ oder Schmerzen während Erkältungen oder Grippe kommen.
Für die Anwendung von Paracetamol in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es zahlreiche Untersuchungen. Diese Studien kamen zu dem Ergebnis, dass eine Anwendung von Paracetamol innerhalb des empfohlenen Dosierungsumfangs als unbedenklich für das Kind anzusehen ist. Es konnten keine nennenswerten Hinweise auf Unverträglichkeiten seitens des Säuglings gefunden werden.
Die Einnahme von Paracetamol sollte von der Stillenden allerdings nur über einen kurzen Zeitraum erfolgen. Zudem ist es wichtig die Dosierung nach der Herstellerangabe zu befolgen und die Maximaldosis nicht zu überschreiten.
Bei einer längeren oder höher dosierten Einnahme von Paracetamol oder Mexalen® können keine Aussagen über die Verträglichkeit oder potentielle Schäden bei dem Säugling gemacht werden.
Paracetamol, beziehungsweise Mexalen®, sollte nicht eingenommen werden, wenn vorbekannte Allergien auf den Wirkstoff oder eine Leberschädigung bestehen. In diesen Fällen kann auf Ibuprofen zurückgegriffen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Paracetamol in der Stillzeit

Ibuprofen

Ibuprofen hat neben seiner schmerzstillenden und fiebersenkenden Wirkung auch antientzündliche Eigenschaften.
Angewendet werden kann Ibuprofen bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, wie z.B. Kopfschmerzen, Migräne, Gicht-Anfällen oder ähnlichem.
Im Gegensatz zu Paracetamol kann Ibuprofen nicht während der gesamten Schwangerschaft unbedenklich angewendet werden. Im letzten Trimenon darf Ibuprofen aufgrund von möglichen Schäden für Mutter und Kind nicht eingenommen werden.
Nach der Geburt und während der Stillzeit ergeben sich keine Kontraindikationen für die Einnahme. Zur Anwendung von Ibuprofen in der Stillzeit gibt es ebenfalls zahlreiche Erfahrungsberichte. Der Wirkstoff Ibuprofen und dessen Abbauprodukte gehen aus dem mütterlichen Kreislauf nur in geringen Mengen in die Muttermilch (und damit in geringen Mengen auf das Kind) über. Aus den zahlreichen Untersuchungen konnten keine nachteiligen Folgen für den Säugling festgestellt werden.
Ibuprofen ist auch als Schmerzmittel bei Säuglingen zugelassen. Daraus erklärt sich, dass sich bei kurzer und gering dosierter Anwendung keine Gefahren für den Säugling ergeben, durch welche das Stillen unterbrochen werden müsste. Die genaue Einnahmedosis für stillende Mütter sollte mit einem Gynäkologen oder Kinderarzt abgesprochen werden.

Weitere Informationen finden Sie hier: Ibuprofen in der Stillzeit

Aspirin

Aspirin® ist einer der ältesten Wirkstoffe in der Klasse der Schmerzmittel. Sein Wirkspektrum gleicht dem von Ibuprofen. Es wirkt entzündungshemmend, fiebersenkend und schmerzstillend.
Zusätzlich hemmt Aspirin noch die Aggregation von den Blutplättchen und hat so einen blutverdünnenden Effekt.
Über die Einnahme von Aspirin® in der Stillzeit gibt es zahlreiche Untersuchungen. Bis auf einen Säugling, der schädlich hohe Konzentrationen der Salicylate im Blutplasma hatte, nachdem seine Mutter mit 4g Aspirin® täglich behandelt wurde gibt es keine Berichte über Symptome bei gestillten Kindern. Aufgrund der Datenlage spricht der gelegentliche Einnahme von Aspirin®, wie sie in der Packungsbeilage empfohlen wird nichts entgegen. Von einer regelmäßigen Einnahme sollte aber abgesehen werden. Insgesamt sind die Wirkstoffe Paracetamol oder Ibuprofen dem Aspirin® als Schmerzmittel vorzuziehen.

Welche Schmerzmittel sollte man bei Kopfschmerzen einnehmen?

Sollte es zu Kopfschmerzen in der Stillzeit kommen können stillende Mütter versuchen diesen mit Hausmitteln entgegen zu wirken.
Eine ausreichende Trinkmenge ist sehr wichtig, um Kopfschmerzen vorzubeugen. Im Akutfall sollten zunächst zwei große Gläser Wasser getrunken werden. Ebenfalls heilsam kann der Geruch von Pfefferminze sein. Pfefferminzöl, welches in kreisenden Bewegungen auf die Schläfen aufgetragen wird, kann helfen Spannungskopfschmerzen zu lindern.

Sollten diese Tipps nicht die gewünschte Linderung bringen, kann auf Schmerzmitteln zurückgegriffen werden. Eine kurzzeitige und niedrig dosierte Anwendung von Paracetamol, Ibuprofen oder Aspirin® ist nicht schädlich für den Säugling. Allerdings sollten die empfohlenen Maximaldosierungen nicht überschritten werden.

Paracetamol oder Ibuprofen sollten in der Anwendung Aspirin® vorgezogen werden.

Eine dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln in der Stillzeit ist nicht empfohlen, da die Auswirkungen auf den Säugling bei Dauermedikation nicht ausreichend geklärt sind. Bei anhaltenden Beschwerden sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. In Absprache mit dem Arzt kann die Dosierung der Schmerzmittel angepasst werden oder ein Abstillen notwendig werden.

Welche Schmerzmittel sollte man bei Zahnschmerzen einnehmen?

Als Mittel der Wahl gilt bei Zahnschmerzen in der Stillzeit das Medikament Ibuprofen. Aufgrund seiner zusätzlich entzündungshemmenden Wirkung wird es auch besonders gerne verwendet. Die in der Packungsbeilage angegebene tägliche Höchstdosis sollte nicht überschritten werden. Unter dieser Dosierung konnten keine nennenswerten Konzentrationen des Wirkstoffs oder seiner Abbauprodukte in der Muttermilch nachgewiesen werden. Folglich ergibt sich auch kein besonderes Risiko für den Säugling.
Die zahnärztlichen Medikamente zur örtlichen Betäubung, die als Spritze verabreicht werden, gelangen nur in sehr niedrigen Mengen in die Muttermilch und gelten bis auf die Prilocain als nicht schädlich für Kinder, die gestillt werden.

Stärkere Schmerzmittel, wie Opiate, dürfen in der Stillzeit nicht verwendet werden, da sie eine atem- und kreislaufdepressive Wirkung haben und bei dem Säugling durch die Muttermilch zum Atem- und Kreislaufstillstand führen könnten.

Welche Schmerzmittel empfiehlt man in den Nachwehen?

Die Nachwehen entstehen durch die Rückbildung der Gebärmutter auf ihre ursprüngliche Größe.
Besonders während des Stillens kann es zu starken Nachwehen kommen. Die Ursache dafür ist das Hormon Oxytocin, welches beim Anlegen des Säuglings an die Brust, ausgeschüttet wird. Oxytocin sorgt zum Einen dafür, dass der Milchfluss in Gang kommt und das Kind ausreichend mit Muttermilch versorgt werden kann. Zum Anderen löst das Hormon auch Kontraktionen der Gebärmutter aus, welche zur Rückbildung der Gebärmutter führen.
Die Nachwehen schwächen mit der Zeit ab. Bei besonders lang andauernden Nachwehen sollte ein Frauenarzt hinzugezogen werden, da hier eine Rückbildungsstörungen der Gebärmutter vorliegen könnte.

Um die Schmerzen der Nachwehen zu mindern empfehlen sich zunächst spezielle Atemübungen während des Stillens. Die Applikation von Wärme auf den Bauch durch Kirschkernkissen oder warme Kompressen kann helfen die Krämpfe zu lösen und die Schmerzen lindern. Von Hebammen wird das homöopathische Mittel Spascupreel bei starken Nachwehenschmerzen empfohlen.
Zur Behandlung der Schmerzen kann natürlich auch auf Ibuprofen zurückgegriffen werden. Es sollte allerdings nicht täglich in der Stillzeit angewendet werden. Bei starken anhaltenden Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Welche Schmerzmittel empfiehlt man nach dem Kaiserschnitt?

Schmerzen nach dem Kaiserschnitt sind in der Regel normal. Es handelt sich immerhin um einen operativen Eingriff am Unterbauch bei dem Muskeln und andere Gewebe durchtrennt wurden.
Vorallem direkt nach dem Kaiserschnitt können bereits kleinste Bewegungen zu Schmerzen führen, die in der Regel einige Tage anhalten.

Um die Schmerzen zu lindern bekommen die Mütter daher in der Regel Schmerzmittel wie z.B Ibuprofen verabreicht. Sollten die Schmerzen unter Ibuprofengabe nicht besser werden, kann der Arzt auch auf andere stärkere Medikamente oder einen Tropf ausweichen. Für die Therapie zu Hause sollte dann im besten Fall Ibuprofen oder Paracetamol verwendet werden.

Weitere Informationen

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Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 19.12.2018
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