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Rippen

Synonyme

Medizinisch: Costa vertebralis, Costae vertebrales

Englisch: costal, ribs

Anatomie

Die Rippen als Ganzes bilden den Brustkorb (Thorax).

Die meisten Menschen besitzen 12 Rippenpaare (die Anzahl der Rippen kann schwanken), die alle mit unserer Brustwirbelsäule verbunden sind und die Form des Brustkorbs bestimmen. Die oberen 10 Rippen (wahre und falsche Rippen, s.u.) sind zusätzlich mit dem Brustbein gelenkig verbunden, die unteren beiden Rippen (rudimentäre Rippen, s.u.) stehen frei.

Diese 12 Rippen (Costae) werden in drei Gruppen unterteilt:

  • Wahre Rippen (1. - 7. Rippe = Costae verae)
  • Falsche Rippen (8. - 10. Rippe = Costae spuriae)
  • Rudimentäre Rippen (11. und 12. Rippe = Costae fluctuantes)

Alle Rippen bestehen aus einem knöchernen und einem knorpeligen Anteil. Die Rippen entspringen an der Wirbelsäule knöchern und werden zu ihrem Ende am Brustbein knorpelig.

Die erste Rippe ist kurz und breit und schützt so den Brustkorb von oben. Sie wird in weiten Teilen vom Schlüsselbein (Clavicula) überdeckt.

Die 8. - 10. Rippe werden als falsche Rippen bezeichnet, da sie nicht das Brustbein (Sternum) direkt erreichen, sondern knorpelig mit der 7. Rippe verschmelzen. Die zum Brustbein hin verschmolzenen Rippen werden auch als Rippenbogen bezeichnet.

Die 11. und 12. Rippe sind nur stummelig angelegt und enden nicht am Rippenbogen (rudimentäre Rippen).

Bei ca. 0,5 % aller Menschen kommt es zu einer meist bedeutungslosen Fehlanlage des 5., 6. und 7. Halswirbels mit einer sogenannten Halsrippe, die häufig nur zufällig entdeckt wird. In seltenen Fällen kann auch am ersten Lendenwirbelkörper eine Lendenrippe ausgebildet sein, häufig jedoch nur als stummeliger Fortsatz des Querfortsatzes des Wirbelkörpers.

Abbildung Rippen

I-XII Rippen 1-12 -
Costa I-XII
(I-VII) Wahre Rippen -
Costae verae
(VIII-X) falsche Rippen -
Costae spuriae
(XI-XII) rudimentäre Rippen -
Cost. fluctuantes

  1. Rippenkopf - Caput costae
  2. Rippenhals - Collun costae
  3. Rippenhöckerchen -
    Tuberculum costae
  4. Rippenkörper - Corpus costae
  5. Rippenkopfgelenk -
    Articulatio capitis costae
  6. Brustbein - Sternum
  7. Wirbelkörper -
    Corpus vertebrae
  8. Rippenknorpel -
    Cartilago costalis
  9. Rippen-Brustbein-Gelenk -
    (Sternocostalgelenk)
  10. Rippen-Wirbelkörper-Gelenk -
    (= Pkt. 5.)

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Welche Rippengelenke gibt es?

Damit sich die Rippen bei den Atembewegungen mitbewegen können, gibt es am Brustbein und an der Wirbelsäule Rippengelenke:

  1. Rippen-Wirbel-Gelenke
  2. Rippen-Brustbein-Gelenke

Mit den Wirbelkörpern der Wirbelsäule bildet das knöcherne Rippenende die Rippenwirbelgelenke (Costovertebralgelenke), sogenannte Kugelgelenke. Der runde Rippenkopf liegt dabei in einer Mulde des Wirbelkörpers. Die Gelenke zwischen Brustbein und Rippe werden als Rippen-Brustbein-Gelenke (Sternocostalgelenke) bezeichnet. Dabei setzt das erste Rippenpaar am Brustbeinhandgriff (Manubrium sterni) und die 2.-7. Rippe am Brustbeinkörper an.

Der Raum zwischen zwei Rippen wird als Zwischenrippenraum bezeichnet. Hier liegt die Zwischenrippenmuskulatur (Intercostalmuskulatur). Außerdem verlaufen hier an der inneren Unterseite der Rippen außerdem Nerven und Gefäße.

Abbildung Brustkorb (Thorax)

  1. Schlüsselbein (Clavicula)
  2. Brustbein (Sternum)
  3. Rippen (Costae)

Was ist der Rippenknorpel?

Der Rippenknorpel ist physiologisch und ein Bestandteil unseres Brustkorbs. Anatomisch verbindet der Rippenknorpel unsere knöchernen Rippenkörper (Corpus costae) mit dem Brustbein (Sternum). Folglich befindet sich der Rippenknorpel vorne seitlich des Brustbeins. Insgesamt haben wir zwölf Rippenpaare. Davon sind die ersten sieben Rippenpaare direkt über den Rippenknorpel mit dem Brustbein verbunden. Aus diesem Grund werden sie auch als „wahre Rippen“ (Costae verae) bezeichnet.

Die nächsten drei Rippenpaare (8. bis 10. Rippenpaar) sind nicht wie die „wahren Rippen“ einzeln mit dem Brustbein verbunden, sondern schließen sich dem jeweils höher gelegenem Rippenpaar knorpelig an. So erklärt sich auch die Bezeichnung „falsche Rippen“ (Costae spuriae).

Die letzten beiden Rippenpaare haben keine Verbindung zum Brustbein, sodass man sie auch als rudimentäre Rippen bezeichnet (Costae fluctuantes). Der Rippenknorpel hat eine besondere Bedeutung für die Elastizität des Brustkorbs, was bei der Atmung sehr wichtig ist. Durch die knorpelige Verbindung zwischen Rippen und Brustbein kann sich der Brustraum während der Einatmung weiten, aber auch bei der Ausatmung wieder verkleinern.

Welche Rippenmuskeln gibt es?

Es gibt mehrere Rippenmuskeln, die besonders bei der Atmung eine wichtige Rolle spielen.

Eine große Muskelgruppe stellt die Interkostalmuskulatur dar, welche sich aus mehreren Muskeln zusammensetzt. Zum einen gibt es die äußeren, inneren und innersten Interkostalmuskeln (Musculi intercostales externi, interni und intimi), welche sich fischgrätenähnlich zwischen den einzelnen Rippen aufspannen. Ihre Aufgabe ist es, den Brustkorb während der Einatmung (Inspiration) zu weiten, beziehungsweise während der Ausatmung (Exspiration) zu verkleinern. Zum anderen liegen unter den Rippen die Subkostalmuskeln (Musculi subcostales). Diese gehören auch zu der Interkostalmuskulatur und sind eine Abspaltung der Musculi intercostales interni. Folglich senken auch sie die Rippen ab und helfen so bei der Ausatmung. Ein weiterer Muskel, der zu der Gruppe der Interkostalmuskeln gehört, ist der Musculus transversus thoracis. Dieser verspannt den knorpligen Rippenbogen und erhöht so den Widerstand während der Einatmung.

Außerdem gibt es Atemhilfsmuskulatur, die bei Bedarf die Interkostalmuskulatur unterstützt. Dazu gehören eine Reihe von Muskeln, wie zum Beispiel der Musculus pectoralis major und minor, der Musculus serratus anterior und posterior superior. Diese unterstützen insgesamt die Einatmung. Bei der Ausatmung kommen vermehrt die unterschiedlichen Bauchmuskeln zum Einsatz.

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Funktion der Rippen

Die Rippen bestimmen die Form des Brustkorbs (Thorax) und schützen die Lunge und das Herz.
Außerdem sind die Rippen vor allem bei unserer Atmung sehr wichtig, da sie den Brustkorb hierbei heben und senken. Dies geschieht im Zusammenspiel mit den beiden Rippengelenken (Rippenbrustbeingelenke und Rippenwirbelgelenke) über verschiedene Muskelgruppen, die als Musculi intercostali zusammengefasst werden können. Diese sind zwischen den Rippen aufgespannt. Die Atembewegung zwischen maximaler Ein- und Ausatmung beträgt in der Regel mehr als 2 cm.

Halsrippe

Eine Halsrippe ist eine akzessorische Rippe, die an einem Halswirbel ansetzt.

Eigentlich hat der Mensch 12 Rippen beidseits, die nur von den Brustwirbeln entspringen. Kommt es zur Bildung einer Halsrippe, hat diese meist keinen Krankheitswert. Die meisten Halsrippen entspringen vom siebten Halswirbel und sind nur schwach ausgeprägt. Sie sind meist stumpfförmig und nur knorpelig oder mit Bindegewebe an das Brustbein gebunden. Das Vorkommen von Halswirbeln liegt bei ungefähr einem Prozent.

Halsrippen können aber auch, je nach Größe, Symptome hervorrufen. In der Nähe des siebten Halswirbel verlaufen Nerven und Gefäße durch die sogenannte Skalenuslücke . Wird die Halsrippe so groß, dass sie auf diese Skalenuslücke Druck ausübt, kann es zum Halsrippensyndrom kommen: Durch Druck auf die Nerven kann es zum Taubheitsgefühl oder zu Schmerzen im Arm kommen. Wird die Arterie durch die Halsrippe teilweise oder ganz abgedrückt, kann es zur Minderdurchblutung des Armes oder auch zum Subclavia-Steal-Syndrom kommen.

Die Therapie einer Halsrippe besteht in der operativen Entfernung.

Welche Rippen kann man aus kosmetischen Gründen entfernen?

Aus kosmetischen Gründen ist es möglich, sich einige Rippen entfernen zu lassen. Dabei werden die rudimentär angelegten Rippenpaare (11. und 12. Rippenpaar) operativ entfernt. Diese haben keine Verbindung zum Brustbein (Sternum) und sind auch nicht am Aufbau des Rippenbogens beteiligt. Ziel der Patienten ist es, eine Wespentaille zu haben, welche einen möglichst geringen Umfang haben soll (bis zu 47cm). In Deutschland wird diese Operation offiziell nicht durchgeführt, da sie ein großes Risiko darstellt und auch das Leben mit einer Wespentaille gefährlich ist.

Zum einen ist der Eingriff an sich riskant, da während der Operation zum Beispiel das Zwerchfell und auch die Lungen verletzt werden können. Zum anderen ist das Leben mit weniger als 12 Rippenpaaren gefährlich und bringt einige Nachteile mit sich. Den Organen, wie zum Beispiel der Milz und Leber fehlt ein wichtiger Schutz. Damit sind sie ungeschützt und werden beispielsweise bei Stürzen schneller und schlimmer verletzt. Außerdem ist es schwierig, mit fehlenden Rippen Sport zu treiben, da es dem Oberkörper insgesamt an Stabilität fehlt.

Eine Übersicht zur Schönheitschirurgie finden Sie hier.

Erkrankungen der Rippen

Rippenschmerzen

Schmerzen am Rippenbogen sind ein unspezifisches Symptom und können unterschiedliche Ursachen haben. Zunächst sollte man sich die Schmerzen genauer vom Patienten charakterisieren lassen. Handelt es sich beispielsweise um einen Druckschmerz oder eher einen stechenden Schmerzreiz? Wird der Schmerz bei Belastung oder auch beim Einatmen stärker? Anhand dieser Informationen kann der behandelnde Arzt die Symptomatik und die mögliche Ursache besser abschätzen.

Als mögliche Ursache kommt zum Beispiel eine Rippenprellung in Frage. Hinweisend dafür sind ein vorangegangener Sturz und auch blaue Flecken in diesem Bereich. Dann kommt es meist nicht nur zu Schmerzen in den Rippen, sondern es treten zusätzlich Verspannungen und Blutergüsse (Hämatome) im Bereich der Rippen auf. Vor allem bei älteren Patienten oder auch bei besonders schlimmen Stürzen sollte daran gedacht werden, dass die Rippen auch brechen können. In diesem Fall ist schleunigst ein Arzt aufzusuchen, da die Rippen sich oberhalb von Herz und Lunge befinden und diese daher auf keinen Fall verletzt werden sollten!  

Ein weiterer Grund für Schmerzen am Rippenbogen kann eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) sein. Hier handelt es sich um eine Entzündung des Rippenfells, welche bakteriell oder auch viral bedingt sein kann. Kennzeichnend für dieser Erkrankung ist die Schmerzzunahme während des Einatmens.

Zusätzlich sollte immer bedacht werden, ob die Schmerzen am Rippenbogen nicht auch organische Ursachen haben können. In Frage kommen beispielsweise die Leber, Gallenblase und auch der Magen. Diese Organe befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Rippenbogen, sodass sich die Symptomatik bis zum Rippenbogen bemerkbar machen kann.

Desweiteren können auch muskuläre Probleme, wie zum Beispiel Muskelzerrungen oder auch Muskelfaserrisse zu Schmerzen führen. Kommt es zu einer Verspannung oder zu einem Muskelkater im Bereich dieser Rippen (beispielsweise Musculi intercostali oder Musculus serratus), kann der Patient das subjektive Empfinden haben, dass die Schmerzen von den Rippen selber kommen.

Stammen die Schmerzen von den Rippen-umgebenden Muskeln, reicht es aus, zwei Tage abzuwarten, da die Schmerzen dann von alleine verschwinden.

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Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, dass es sich bei den Schmerzen in den Rippen um projizierte Schmerzen aus den einzelnen Organen handelt. Schmerzen im Bereich des linken Rippenbogens können assoziiert sein mit Beschwerden des Magens, der sich direkt unterhalb des unteren linken Rippenbogens befindet. Da auch die Milz im Bereich der unteren linken Rippen liegt, können auch Milzbeschwerden zu Schmerzen im Bereich der linken Rippen führen, was jedoch eher selten ist.

Wichtig ist es aber, den Schmerz genau zu charakterisieren. Tritt der Schmerz plötzlich und heftig auf und kommt es neben den Schmerzen in den (linken) Rippen auch zu Schmerzen und Kribbeln im linken Arm, sollte immer an einen Herzinfarkt gedacht werden! Der Notarzt ist sofort zu verständigen.

Bei Schmerzen in den rechten Rippen kann es sich um Probleme mit der Leber oder der Gallenblase handeln. In diesem Fall gehen die Rippenschmerzen einher mit Übelkeit oder einem Blähbauch.

Treten die Rippenschmerzen beim Husten auf, kann eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) Ursache dafür sein. Die Dauer einer Rippenfellentzündung kann hierbei stark unterschiedlich sein. Vor allem Patienten mit einer bereits bestehenden Lungenerkrankung können hiervon betroffen sein.

Weitere seltene Ursachen für Schmerzen an den Rippen sind:

Bei der Intercostalneuralgie, auch Zwischenrippenneuralgie genannt, handelt es sich um messerscharfe Schmerzen, vor allem zwischen den Rippen, die häufig durch die Einklemmung der „Rippen-Nerven“ im Bereich der Brustwirbelsäule entstehen.
Das Tietze Syndrom ist vor allem durch Schmerzen im Bereich zwischen Rippen und Brustbein gekennzeichnet. Hierbei kommt es zu einer Entzündung der knorpeligen Gelenke, die die Rippen mit dem Brustbein verbinden (Sternocostalgelenke).
Beim Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans) handelt es sich um eine rheumatische Erkrankung, die mit Entzündungen, Verknöcherungen und somit Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule und der Rippen einhergeht.

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Rippenbruch

Die Rippen (Costae) bilden die äußere Form des Thorax und sind äußerlich meist gut tastbar und sichtbar. Aufgrund dieser ungeschützten Lage direkt unter der Haut (beziehungsweise dem Fettgewebe), sind gebrochene Rippen (Rippenfraktur) keine Seltenheit.

Wenn die Rippen gebrochen sind, kann man dies meist auch äußerlich gut erkennen. Vor allem bei Stürzen oder starken Schlägen im Bereich des Brustkorbes kann es dazu kommen, dass Rippen gebrochen werden. Bevor es zu einem Rippenbruch kommt, springen die Rippen meist aus den Gelenken heraus, die Rippen und Brustbein (Sternum) miteinander verbinden (Articulationes sternocostales). Je nach Verletzung ist nicht nur eine Rippe gebrochen, sondern gleich mehrere Rippen.

Zusätzlich kann eine Rippe einfach brechen, also nur einmal, oder sie kann mehrfach gebrochen sein. In diesem Fall spricht man von einer Rippenreihenfraktur. Allgemein bedarf es einer starken Gewalteinwirkung von außen, damit eine Rippe gebrochen wird. Kommt es spontan zu einem Rippenbruch, sollte man sofort an Knochenerkrankungen, wie beispielsweise Osteoporose, denken. Der Nachweis einer gebrochenen Rippe kann meist bereits anhand der Inspektion erfolgen, bei der der Arzt den Patienten nur betrachtet und somit bereits die abstehende Rippe erkennen kann. Zusätzlich kann der Arzt die Rippe abtasten (Palpation), um die Bruchstelle genauer zu lokalisieren. Bei unklaren Befunden kann zusätzlich ein Röntgenbild gemacht werden.

Wichtig ist es immer, bei einer gebrochenen Rippe an die umliegenden Strukturen zu denken. Ein Rippenbruch an sich ist meist nicht problematisch. Fatal ist es jedoch, wenn beispielsweise bei einem Verkehrsunfall die gebrochene Rippe die Lungenfellblätter (Pleurablätter) beschädigt und es somit zu einem Lufteintritt in den Pleuraspalt kommt. Dieses Phänomen wird als Pneumothorax bezeichnet und geht mit einem Kollaps des betroffenen Lungenflügels einher. Dadurch entstehen Brustschmerzen und Atemnot. Ebenfalls gefürchtet bei einer gebrochenen Rippe ist eine Schädigung der Milz oder des Herzbeutels.

Meist verläuft ein Rippenbruch jedoch unproblematisch und die gebrochene Rippe muss weder gegipst werden noch muss eine Platte oder eine Schraube als Stabilisator dienen. Vielmehr reicht eine konservative Behandlung mit dreiwöchiger Schonzeit aus.

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Rippenprellung

Bei äußeren traumatischen Einflüssen (beispielsweise bei einem starken Schlag auf den Brustkorb oder bei einem Sturz), kann es durch die oberflächliche Lage der Rippen leicht zu einer Rippenprellung (Rippenkontusion) kommen.

Wichtig ist, dass eine Prellung die Elastizität des Rippenknochens nicht übersteigt. Sobald die Elastizität überschritten wird, kommt es statt zu einer Rippenprellung zu einem Rippenbruch (Fraktur). Da direkt unterhalb der Rippen Blutgefäße sowie die Rippennerven (Intercostalnerven) verlaufen, kann es neben der Rippenprellung auch dazu kommen, dass die kleinen Gefäße aufplatzen. Dies führt dann zu einem Blutausstrom, welchen man oberflächlich als Rötung erkennen kann.

Zusätzlich kann es im Bereich der Rippenprellung zu einer Gefühlsstörung auf der Haut kommen (Sensibilitätsausfall). Diese Gefühlsstörungen kommen dadurch zustande, dass oberflächliche Nerven verletzt oder beschädigt wurden und nun ihre Information über Berührungen auf der Haut nicht mehr adäquat an das Gehirn weiterleiten können. Wie die Rippenprellung und das Hämatom auch ist diese Gefühlsstörung zwar unangenehm, verschwindet aber wieder.

Die Folgen einer Rippenprellung können sich jedoch auch in Form von Husten, Atemnot (Dyspnoe) oder stärkeren Schmerzen im Bereich der Rippen oder auch im kompletten Bereich des Oberbauchs bemerkbar machen. Vor allem, wenn im Bereich der Prellung ein stärkerer Druck aufliegt (beispielsweise der Anschnallgurt im Auto), kann es zu vermehrten Schmerzen kommen.

Werden die Schmerzen zu stark, kann der Patient Schmerzmedikamente einnehmen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn der Patient das Gefühl hat, dass seine Atmung aufgrund der Schmerzen verändert wird oder dass er Schonhaltungen einnimmt, die auf Dauer eine Belastung für den Rücken darstellen. Wichtig ist jedoch auch, eine Rippenfraktur immer von einem Arzt abklären zu lassen. Vor allem ältere Patienten verwechseln einen Rippenbruch leicht mit einer Rippenprellung.

Weitere Maßnahmen, um die Schmerzen bei einer Rippenfraktur zu mildern, sind zum einen eine ausreichende Schonhaltung, zum anderen kann der Patient zu kühlenden Umschlägen greifen. Diese haben den positiven Begleiteffekt, dass sie dafür sorgen, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen (Vasokonstriktion). Dadurch wird der Austritt von Blut vermindert und es entsteht kein zu großes Hämatom im Bereich der Rippenfraktur. Dieser Effekt tritt selbstverständlich nur dann auf, wenn die kühlenden Umschläge direkt nach der Rippenprellung auf den entsprechenden Bereich aufgelegt werden. Bei einer schweren Rippenprellung empfiehlt sich zusätzlich eine Röntgenuntersuchung.

Sollte sich der Arzt unsicher sein, ob Weichteile verletzt wurden, kann er zusätzlich eine Sonographie beantragen.

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Was ist eine Rippenfellentzündung?

Eine Rippenfellentzündung, auch Pleuritis genannt, ist eine Entzündung des Rippenfells (Pleura). Die Pleura überzieht sowohl die beiden Lungenflügel als auch den Brustraum von innen. So entsteht der sogenannte Pleuraraum, im dem sich circa 5 ml Pleuraflüssigkeit befindet. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Atmung mit möglichst wenig Reibung stattfinden kann.

Bei einer Rippenfellentzündung kommt es zu einer entzündlichen Reaktion, die verschiedene Ursachen haben kann. Zum einen können Viren, Bakterien oder auch Pilze eine Pleuritis bedingen. Diese Erreger werden meist über den Atemweg aufgenommen und gelangen über die Lungen bis zum Rippenfell. Zum anderen ist eine Rippenfellentzündung eine Begleiterkrankung (Komorbidität) bei verschiedenen Krankheitsbildern. Nennenswert sind hier vor allem eine Lungenentzündung (Pneumonie), Lungenembolie oder auch Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse).

Charakteristisch für eine Rippenfellentzündung sind atemabhängige Schmerzen im Bereich der Rippen. Zudem kann man zwischen einer trockenen und feuchten Pleuritis unterscheiden. Bei einer trockenen Pleuritis ist ausschließlich das Rippenfell entzündet, sodass der Patient sehr starke Schmerzen bei der Einatmung verspürt. Im Gegensatz dazu, hat der Patient bei einer feuchten Rippenfellentzündung zusätzlich Atemprobleme. Diese sind dadurch bedingt, dass vermehrt Pleuraflüssigkeit produziert wird, die sich im Pleuraspalt ansammelt. Dadurch wird die Lunge komprimiert und der Patient bekommt schwieriger Luft.

Mehr Informationen finden Sie hier:

Was ist eine Rippenquetschung?

Eine Rippenquetschung oder auch Rippenprellung kann eine Folge eines Traumas, wie zum Beispiel eines Zusammenpralls oder eines Verkehrsunfalls sein. Dabei wird durch einen starken Aufprall oder einen heftigen Sturz das Weichteilgewebe zerquetscht. Unter das Weichteilgewebe fallen beispielsweise die Muskeln, die die Rippen umhüllen als auch die Lungen selbst. Durch die Quetschung werden kleine Blutgefäße verletzt, sodass es zu kleinen Einblutungen ins Gewebe kommt.

Ähnlich wie bei einem blauen Fleck (Hämatom) ist diese Verletzung harmlos, auch wenn sie sehr schmerzhaft sein kann. Oft äußert sich eine Rippenquetschung durch eine bläuliche Verfärbung im Bereich der Schmerzen. Durch eine Röntgenaufnahme kann der behandelnde Arzt einen Rippenbruch ausschließen. Meist verheilt der Rippenquetsch nach einigen Tagen von alleine. Der Patient sollte sich einige Wochen körperlich schonen und besonders körperbetonte Sportarten, wie zum Beispiel Fußball oder auch Kampfsport für einige Wochen unterlassen. Bei besonders starken Rippenquetschungen kann unterstützend eine Physiotherapie durchgeführt werden.

Rippengelenksentzündung

Die Rippen (Costae) bilden die äußere Form des Thorax und sind wichtige Knochen zur Unterstützung der Atmung. Eine Entzündung der Rippen selber gibt es nicht. Dennoch kann sich das Gelenk, welches die Rippen mit dem Brustbein (Sternum) verbindet, entzünden. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Tietze-Syndrom, bei welchem der Rippenknorpel, der am Brustbein ansetzt, entzündet ist. Es kommt zu starken Schmerzen im Bereich des Brustkorbes.

Ursachen für das Tietze-Syndrom und die damit einhergehende Entzündung der Rippen sind noch nicht genau bekannt. Da jedoch nur die ersten 7 Rippen „echte“ Rippen sind (Costae verae) und über Knorpel an dem Brustbein verbunden sind, treten die Entzündungen auch nur in den ersten 7 Rippengelenken (Sternocostalgelenke) auf. Am häufigsten kommen jedoch Entzündungen im Bereich der 2.-5. Rippe vor.

Neben der Entzündung des Rippenknorpels kann es auch nach einer Entzündung durch einen Herpes zoster (Gürtelrose) zu Schmerzen im Bereich der Rippen kommen. Grund hierfür ist eine Nervenreizung (Neuralgie) im Bereich der Rippen, die durch die Entzündung zustande kommt. In diesem Fall sind die Rippen jedoch nicht direkt von der Entzündung betroffen, vielmehr handelt es sich um eine Reizung der Rippennerven (= Interkostalnerven, also Interkostalneuralgie) durch die Entzündung mit dem Virus.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Tietze Syndrom

Rippen einrenken

Die Rippen bilden zusammen mit der Wirbelsäule und dem Brustbein die knöcherne Sicherheit für unseren Oberkörper (Thorax) und umhüllen Herz, beide Lungenflügel, Milz und die Nieren. Vor allem Sportler haben immer wieder das Problem, dass sie sich bei einer falschen Bewegung die Rippen „ausrenken“. Dabei handelt es sich um Verschiebungen im Bereich der Rippenwirbelgelenke, welche dann zu starken Schmerzen und gegebenenfalls sogar Luftnot führen können.

Wichtig ist es nun, nicht selber zu versuchen, sich die Rippen wieder einzurenken. Zum einen kann man unwissend die Lage nur verschlimmern, zum anderen ist eine ausgerenkte Rippe schon schmerzhaft genug. Sich die Rippe ohne fachmännisches Wissen selber einzurenken ist deshalb nicht erstrebenswert. Zu empfehlen sind Osteopathen, Physiotherapeuten oder in manchen milden Fällen auch der Hausarzt. Um einem erneuten Ausrenken der Rippen entgegenzuwirken, sollte man zusätzlich vermehrt auf sportliche Aktivität (vor allem Rückenmuskeltraining) achten. Massagen sind hingegen nicht förderlich. Da vor allem Sportler häufig unter Verschiebungen im Bereich der Rippenwirbelgelenke leiden, können sie sich von ihrem Osteopathen oder vom Physiotherapeut zeigen lassen, wie sie sich selber die Rippen wieder einrenken können.

Eine Übung, die vorher aber unbedingt mit dem jeweiligen Physiotherapeuten abzusprechen ist, besteht darin, dass der Patient sich auf die nicht schmerzende Seite legt, auf Höhe der schmerzenden Rippe ein Handtuch unter die liegende Seite klemmt und langsam gegen den Schmerz immer tiefer atmet. Bei dieser Übung sollen die Rippen wieder mehr mobilisiert werden. Sollten sich die Schmerzen jedoch verschlimmern, sollte man die Übung nicht weiter fortführen und erneut einen Physiotherapeuten aufsuchen, damit dieser die Rippe professionell einrenken kann.

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Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.07.2018
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