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Rippenbruch oder Rippenprellung

Synonyme

Rippenfraktur oder Rippenkontusion, Thoraxprellung

Definition

Rippenbruch

Bei einem Rippenbruch handelt es sich um eine Durchtrennung der knöchernen Rippen. Im Zuge einer externen Gewalteinwirkung können eine oder mehrere Rippen brechen (Rippenserienfraktur).

Rippenprellung

Der Begriff „Rippenprellung“ beschreibt eine Prellung (Fachwort: Kontusion) im Bereich des knöchernen Brustkorbes. In der Regel entsteht eine Rippenprellung im Zuge eines stumpfen Traumas.


Einleitung

Verletzungen im Bereich der Rippen sind unabhängig davon, ob es sich um einen Rippenbruch oder eine Rippenprellung handelt, typischerweise sehr schmerzhaft. Alleine anhand der durch die Beeinträchtigung des Brustkorbes auftretenden Beschwerden kann nur schwer zwischen Rippenbruch und Rippenprellung unterschieden werden. Bei beiden Verletzungen kommt es bereits im Ruhezustand zu ausgeprägten Schmerzen. Diese Beschwerden nehmen in der Regel während des Atmens deutlich an Intensität zu.

Darüber hinaus kann auch der Unfallhergang nur begrenzt Aufschluss darüber geben, ob ein Rippenbruch oder eine Rippenprellung vorliegt.
In beiden Fällen wird die Verletzung durch von außen auf den Brustkorb einwirkende Gewalt hervorgerufen. In der Regel ist davon auszugehen, dass die Entstehung eines Rippenbruchs mit deutlich stärkeren Gewalteinwirkungen im Zusammenhang steht.
Dennoch können bereits geringe Kräfte in Einzelfällen zu Frakturen der Rippen führen.
Im Allgemeinen kann zudem davon ausgegangen werden, dass stumpfe Gewalteinwirkungen auf den Brustkorb bei älteren Menschen schneller zu einem Rippenbruch führen als bei jüngeren Personen und Kindern. Grund dafür ist vor allem die mit dem Alter abnehmende Elastizität des Brustkorbes.

Aufschluss darüber, ob die Schmerzen im Bereich des Brustkorbes durch einen Rippenbruch oder eine Rippenprellung verursacht werden, kann letztendlich nur eine umfangreiche ärztliche Untersuchung geben. Personen, die im Anschluss an eine äußere Gewalteinwirkung auf den Brustkorb starke Schmerzen entwickeln, sollten aus diesem Grund zeitnah einen Arzt aufsuchen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Rippenbruch Schmerzen

Ursachen

Für die Entstehung einer Verletzung des Brustkorbes, beispielsweise eines Rippenbruchs oder einer Rippenprellung, kann es eine Vielzahl von Ursachen geben.
In der Regel wird die Verletzung durch ein sogenanntes „stumpfes Trauma“, also eine starke Gewalteinwirkung auf den Brustkorb, hervorgerufen.

Ob diese Gewalteinwirkungen beim Betroffenen lediglich zu einer Rippenprellung oder bereits zu einem Rippenbruch führen, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Vor allem die Fragen, ob die einwirkenden Kräfte den Elastizitätsbereich der Rippe überschreiten und/oder ob eine Grunderkrankung, die zur Beeinträchtigung der Knochenstabilität führt, vorliegt, spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Im Allgemeinen kann bei gesunden Erwachsenen davon ausgegangen werden, dass bei der Entstehung von einem Rippenbruch deutlich stärkere Kräfte auf den Brustkorb einwirken müssen.

Mögliche Ursachen, die zur Entstehung eines Rippenbruchs oder einer Rippenprellung führen sind:

  • Unfälle (beispielsweise Autounfall)
  • Stürze auf den Brustkorb
  • Kontakt- oder Kampfsportarten (beispielsweise Fußball oder Boxen)

Darüber hinaus kann auch ausgeprägter, lang andauernder Husten den knöcherne Brustkorb stark beeinträchtigen und auf diese Weise zu Rippenprellungen oder Rippenbrüchen führen.
Diese Gefahr besteht vor allem für Personen, die unter einer Schwächung der Knochenstruktur leiden (beispielsweise bei Osteoporose oder Tumorerkrankungen).

Symptome

Allein anhand der Symptome ist es oftmals schwer zu entscheiden, ob ein Rippenbruch oder eine Rippenprellung vorliegt.
Um eine Fraktur des knöchernen Brustkorbes sicher ausschließen zu können, sollte im Zweifelsfall stets eine Röntgenaufnahme angefertigt werden. Doch auch mit Hilfe der Röntgendiagnostik des knöchernen Brustkorbes kann eine Abgrenzung zwischen Rippenbruch und Rippenprellung schwierig sein.

Rippenprellung Symptome

Eine Rippenprellung verursacht in der Regel lokale Schmerzen im Bereich des Brustkorbs. Diese Schmerzen können bereits im Ruhezustand sehr ausgeprägt sein. Unter Belastung, also selbst beim Husten oder tiefen Atmen, nimmt die Intensität der Beschwerden typischerweise deutlich zu.

Einige der betroffenen Patienten erleben auf Grund dieser Symptome ein Gefühl der Atemnot (Dyspnoe).

Darüber hinaus lassen sich während der körperlichen Untersuchung eines Patienten mit Rippenprellung lokale Druck- und Kompressionsschmerzen im Bereich des betroffenen Thoraxsegments provozieren.

Weitere Symptome, die für das Vorliegen einer Rippenprellung sprechen, sind dunkle Hauterscheinungen, sogenannte Hämatome, an der Stelle der Gewalteinwirkung.

Nur in seltenen Fällen strahlen die für eine Rippenprellung typischen Schmerzen bis in den gesamten Brustkorb aus.

Rippenbruch Symptome

Sowohl beim Rippenbruch, als auch bei einer einfachen Rippenprellung kann die Intensität der auftretenden Symptome sehr unterschiedlich sein.

Personen, die an einem Rippenbruch leiden, beschreiben häufig Schmerzen im Bereich des gesamten Brustkorbes, die beim Einatmen deutlich an Intensität zunehmen. Darüber hinaus kann starkes Husten die durch den Rippenbruch verursachten Schmerzen verstärken.
Zudem nehmen die vom betroffenen Patienten verspürten Symptome bei externem Druck auf den beeinträchtigten Rippenbereich deutlich zu. Auch im Falle der Fraktur des knöchernen Brustkorbes lassen sich, ebenso wie bei einer einfachen Rippenprellung, häufig Blutergüsse (Hämatome) über der betroffenen Rippe finden.
Durch die deutliche Zunahme der Schmerzen beim tiefen Atmen nehmen Personen, die an einer Rippenprellung leiden, häufig ein Gefühl der Atemnot war.

Lesen Sie mehr zum Thema: Rippenbruch Symptome

Die Unterscheidung, ob es sich um einen Rippenbruch oder eine Rippenprellung handelt, ist anhand der Symptome demnach sehr schwer.
Nur bei Personen, die trotz Trauma und ersichtlicher Beeinträchtigung des knöchernen Brustkorbes keine Schmerzen aufweisen, liegt die Annahme nah, dass keine Rippenprellung, sondern ein Rippenbruch vorliegt. Dieses Phänomen kann jedoch nur bei bestimmten Lokalisationen des Rippenbruchs beobachtet werden.

Eine exakte Differenzierung dahingehend, ob ein Rippenbruch oder eine Rippenprellung vorliegt, kann nur durch eine umfangreiche körperliche Untersuchung und anschließende bildgebende Maßnahmen erfolgen.

Diagnostik

Um differenzieren zu können, ob Schmerzen im Brustkorb durch einen Rippenbruch oder eine Rippenprellung hervorgerufen werden, stehen verschiedene diagnostische Maßnahmen zur Verfügung.
Betroffene Personen sollten unbedingt zeitnah einen Arzt aufsuchen.

Zu Beginn erfolgt in der Regel ein Arzt-Patienten-Gespräch, bei dem der mögliche Unfallhergang so detailliert wie möglich geschildert werden sollte.
Auch die nach dem Trauma aufgetretenen Beschwerden, beispielsweise Schmerzen und/oder Atemnot, können bei der weiteren Diagnostik hilfreich sein.
Im Anschluss erfolgt eine orientierende körperliche Untersuchung des betroffenen Rippensegments. Unter Umständen kann diese Untersuchung einen ausschlaggebenden Hinweis darauf liefern, ob es sich lediglich um eine Rippenprellung oder bereits um einen Rippenbruch handelt. Im Falle des Rippenbruchs lassen sich oftmals Bruchkanten an der frakturierten Rippe ertasten. Dies bedeutet, dass die gewöhnliche Kontinuität der knöchernen Rippe durch eine auffällige Stufe oder eine Vorwölbung unterbrochen wird.
Bei Vorliegen einer gewöhnlichen Rippenprellung wäre dies nicht der Fall.

Zudem kann ein möglicherweise vorhandener Bluterguss dabei helfen, das beeinträchtigte Rippensegment zu identifizieren. In den meisten Fällen zeigt sich jedoch, dass die Frage, ob ein Rippenbruch oder lediglich eine Rippenprellung vorliegt, nur mit Hilfe von bildgebenden Verfahren beantwortet werden kann. Selbst bei Betrachtung einer einfachen Röntgenaufnahme kann die Unterscheidung beider Krankheitsbilder schwierig sein. Genauere Aussagen lassen sich oftmals nur nach Anfertigung einer Computertomographie oder Magnetresonanztomographie treffen.

Therapie

Für die eigentliche Behandlung macht es zumeist keinen Unterschied, ob der betroffene Patient unter einem Rippenbruch oder einer Rippenprellung leidet.
Dies ist vor allem dann der Fall, wenn nicht mehr als zwei Rippen, die auf einer Brustkorbhälfte (sogenannte Rippenserienfraktur) liegen betroffen sind. Unabhängig davon, ob ein Rippenbruch oder eine Rippenprellung die Beschwerden hervorruft, erfolgt die Behandlung zumeist rein konservativ (nicht-operativ).

Da es bei beiden Erkrankungen vor allem während des Atmens, des Hustens und unter Belastung zu starken Schmerzen kommen kann, steht die adäquate Schmerzlinderung im Vordergrund. Aus diesem Grund erhalten betroffene Patienten normalerweise schmerzlindernde Medikamente.
Besonders gut geeignet sind Arzneimittel, die über den Wirkstoff Ibuprofen, Naproxen, Paracetamol, Diclofenac oder Metamizol verfügen, eignen sich besonders zur Behandlung der Schmerzen bei Rippenbruch oder Rippenprellung.
In besonders ausgeprägten Fällen kann vom behandelnden Arzt auch das schwach wirksame Opioid Tramadol verschrieben werden. Leidet der betroffene Patient zusätzlich unter Reizhusten, so kann die Gabe eines hustenstillenden Arzneimittels (beispielsweise Dihydrocodein oder Dextromethorphan) sinnvoll sein.

Darüber hinaus wird die äußere Anwendung von NSAR-haltigen Salben, Cremes oder Gels empfohlen. Die tatsächliche Wirksamkeit dieser Mittel ist jedoch bis heute umstritten.

Bei sehr ausgeprägten Schmerzen, die die normale Atmung beeinträchtigen, kann zudem eine sogenannte Nervenblockade durchgeführt werden. Bei dieser Behandlungsmethode erhält der Patient eine Spritze mit einem örtlichen Betäubungsmittel. Die Injektion wird unmittelbar im Bereich des Nervs, der die beeinträchtigte Rippe versorgt, gesetzt.
Des Weiteren kann die umsichtige Kühlung des betroffenen Rippensegments dabei helfen, Schwellungen zu vermeiden und Schmerzen zu lindern.

Eine adäquate Schmerzstillung ist unabhängig davon, ob ein Rippenbruch oder eine Rippenprellung vorliegt, notwendig, damit der betroffene Patient trotz Verletzung normal tief einatmen kann und nicht in eine zu flache Schonatmung verfällt. Auf diese Weise kann der Entstehung von entzündlichen Prozessen im Bereich der Lunge (Lungenentzündung) vorgebeugt werden.
Im Falle des Rippenbruchs kann mitunter zusätzlich ein spezielles Atemtraining notwendig werden. Jede Einschränkung des normalen Atemvermögens muss bei Personen mit Verletzungen der Rippen dringend verhindert werden. Aus diesem Grund sollte selbst ein Rippenbruch heutzutage nicht mehr mit einer Bandage versorgt werden.

Operative Behandlungsmaßnahmen sind bei einer Rippenprellung nicht notwendig. Auch bei Vorliegen eines Rippenbruchs kommt eine chirurgische Behandlung heutzutage eher selten zum Einsatz. Ausnahme bilden Rippenserienfrakturen, bei denen die Brustwand instabil wird, verschobene Bruchenden und Verletzungen von Gefäßen oder inneren Organen im Bereich der frakturierten Rippe. Das wohl wichtigste Therapieelement bei einem Patienten, der einen Rippenbruch oder eine Rippenprellung aufweist, ist jedoch die körperliche Schonung. Dies bedeutet vor allem, dass jedwede sportliche Aktivität bis zur vollständigen Heilung der Rippe zu unterlassen ist.

Prognose

Die Prognose ist unabhängig davon, ob ein Rippenbruch oder eine Rippenprellung vorliegt, sehr gut.

In den meisten Fällen heilt die Verletzung des knöchernen Brustkorbes innerhalb eines Zeitraumes von drei bis vier Wochen vollständig ab. Doch auch Heilungszeiten von bis zu sechs Wochen sind bei Personen, die an einem Rippenbruch oder einer Rippenprellung leiden, keine Seltenheit.

Nach dem vollständigen Abheilen der Erkrankung bleiben für den betroffenen Patienten in der Regel keine Folgeschäden zurück. Lediglich bei stark verschobenen Rippenbrüchen, kann es zur Verletzung wichtiger Nervenfasern kommen. In Folge dessen kann unter Umständen eine sogenannte „Intercostalneuralgie“ oder "Zwischenrippenneuralgie" entstehen.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.10.2018
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