Rippenprellung - Was ist zu tun?

Synonyme

  • Rippenkontusion
  • Brustkorbprellung

Einleitung

Unter einer Rippenprellung, auch Rippenkontusion genannt, versteht man eine Verletzung der Rippen im Oberkörper, des knöchernen Brustkorbes durch ein stumpfes Trauma. Innere Organe, wie Herz, Lunge und Gefäße werden bei einer Rippenprellung nicht geschädigt. Die Rippen sind bei einer Rippenprellung nicht gebrochen, aber das Gewebe über den Rippen ist gequetscht. Dadurch werden Nervenendigungen in der Knochenhaut (Periost) geschädigt und kleine Blutgefäße verletzt. Typische Ursachen einer Rippenprellung ist ein Sturz, ein Aufprall oder heftiger Schlag gegen den Brustkorb.


Diagnostik

Am Anfang jeder Diagnose einer Rippenprellung steht die Anamnese, danach folgt die körperliche Untersuchung. Der Arzt tastet die Rippen ab um eine Prellung oder einen Bruch zu finden. Meist gibt es einen sehr starken Druckschmerz dort wo die Rippen verletzt sind. Bei dem Verdacht einer Rippenprellung ist es auch wichtig, Verletzungen von anderen Organen und einen eventuellen Rippenbruch auszuschließen.

Bildgebende Verfahren

Um eine Rippenprellung diagnostisch auch nachzuweisen, kann je nach Schweregrad der Verletzung ein Röntgenbild ausreichend sein, oder auch eine Computertomographie (CT) veranlasst werden.

  • Im CT kann nicht nur die knöchernen Strukturen beurteilt werden, sondern auch die inneren Organe, was mit einem Röntgenbild nicht möglich ist.
  • Im Röntgenbild sind nur die Knochen beurteilbar. Einen Rippenbruch auszuschließen ist deshalb wichtig, da die Lunge durch die gebrochenen Rippen verletzt werden und so ein Pneumothorax enstehen kann. Ein Pneumothorax bezeichnet eine Luftansammlung außerhalb der Lunge im Brustkorb. Tritt Luft zwischen Lunge und Brustkorb, kann diese Luft die Lunge beim Atmen behindern und starke Luftnot auslösen. In manchen Fällen ist dann das Einführen einer Thoraxdrainage erforderlich.

    Lesen Sie mehr zum Thema: Röntgen des Brustkorbs (Röntgen Thorax)
     
  • Außerdem kann noch ein EKG geschrieben werden, um bei einer Rippenprellung eine Verletzung des Herzens auszuschließen und die Lunge mit einem Stethoskop abgehört werden.

Abbildung Ursachen einer Rippenprellung

Rippenprellung (Rippenkontusion)

  1. Schlüsselbein -
    Clavicula
  2. Rechte Lunge -
    Pulmo dexter
  3. Brustbein -
    Sternum
  4. Rippenknorpel -
    Cartilago costalis
  5. Rippen -
    Costa
  6. Rippenbogen -
    Arcus costalis
  7. Rötungen, Schwellungen,
    Blutergüsse (Hämatome)
    Ursachen:
    A - Stürze
    B - Starkes Husten
    (bei Keuchhusten, Lungenentzündung, Bronchitis)
    Therapie:
    C - Kühlung (nasse Handtücher, Kühlpackungen, Eisspray) ca. 20-30 Minuten
    D - Schmerzlindernde Salben (auch mit mit Heparin), Medikamente (Ibuprofen, Diclofenac)
    E - Stützverband, Kinesio-Tape-Verband (Arzt oder Physiotherapeut fragen)
    F - Physiotherapie (Atemübungen, manuelle Therapie, Kapseldehnung)
    G - Wärme (erst 2-3 Tagen nach der Rippenprellung) - Warme Wickeln, Wärmekissen
    H - Homöopathische Wirkstoffkombination (Arnika, Eisenhut, Ringelblume, Tollkirsche)

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Differentialdiagnose

Die Diagnose Rippenprellung ist jedoch eine Ausschlussdiagnose. Das bedeutet, dass erst einmal überprüft wird, ob nicht eine andere Diagnose passender ist. Am wichtigsten ist es einen Rippenbruch auszuschließen. Ein Rippenbruch ist manchmal schon beim Tasten erkennbar, allerdings muss das nicht jedes Mal der Fall sein. Daher ist der Ausschluss per Röntgenbild oder Computertomographie wichtig. Sind alle anderen Erkrankungen ausgeschlossen, kann die Diagnose Rippenprellung gestellt werden.

Symptome der Rippenprellung

Bei ca. 80% gibt es anfangs keine äußeren Verletzungszeichen, die für eine Rippenprellung sprechen. Oft zeigen sich Rötungen und Schwellungen erst später. Auch bilden sich Blutergüsse (Hämatome) oft erst nach einigen Stunden.

Die Schmerzen bei einer Rippenprellung sind oft so stark wie bei einem Rippenbruch.

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Die betroffene Stelle kann schon bei leichter Berührung schmerzhaft sein. Außerdem können Schmerzen auch beim Atmen, Husten, Niesen und bei bestimmten Bewegungen auftreten. Dadurch kann es zu einer Schonhaltung und zu einer Schonatmung kommen. Die Schmerzen können wochenlang bestehen, manchmal sogar einige Monate behandlungsbedürftig sein.

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Ursachen

Meist entsteht eine Rippenprellung durch ein stumpfes Trauma, beispielsweise durch Stürze bei Sportaktivitäten wie Skifahren oder Snowboarden.

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Rippenprellung durch Husten

Eine andere mögliche Ursache für das Auftreten einer Rippenprellung kann jedoch auch vermehrtes, starkes Husten sein. Durch starken Husten kommt es vor allem im Bereich der Pars sternalis (Brustbein-Rippen-Anteil) des Brustkorbes zu einer enormen Druckbelastung.
Darüber hinaus wird auch der Knorpel zwischen den inneren Rippen und dem Brustbein (kostochondrale Kreuzung) im Übermaß beansprucht. Gerade Patienten die an Keuchhusten, einer Lungenentzündung oder einer Bronchitis leiden sind auf Grund des langanhaltenden, häufigen Hustens besonders gefährdet sich eine Rippenprellung zuzuziehen.

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Die durch Husten ausgelöste Rippenprellung kann sehr problematisch sein. Zum Einen gehen Patienten, die im Zuge eines Atemwegsinfektes Schmerzen im Bereich des Brustkorbes verspüren meist erst spät zu einem Arzt (Nach einem Trauma geschieht dies viel eher).
Zum Anderen gehen viele Ärzte bei Vorhandensein einer Schmerzsymptomatik im Zuge eines Atemwegsinfektes in den meisten Fällen zuerst von einer Überlastung der Muskulatur und des Zwerchfells aus. Aus diesem Grund wird die Diagnose „Rippenprellung häufig sehr spät oder sogar gar nicht gestellt.
Darüber hinaus stellt sich auch die Behandlung einer durch Huste ausgelösten Rippenprellung als sehr schwierig dar. Eine wirkliche Ruhigstellung kann in solchen Fällen, bei anhaltendem Husten, nämlich nicht gewährleistet werden.

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Dauer einer Rippenprellung

Die Dauer einer Rippenprellung kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Neben Patienten-spezifischen anatomischen Eigenschaften, spielt auch der Zeitpunkt der Diagnose und die Art und Intensivität der eingeleiteten Behandlung eine entscheidende Rolle bei der Dauer der Rippenprellung.
Im Idealfall, also bei schneller Diagnose und ausreichender Ruhigstellung des Brustkorbes heilt eine Rippenprellung in der Regel innerhalb eines Zeitraumes von drei bis vier Wochen vollständig ab.

Gerade bei durch Husten ausgelöster Rippenprellung kann die Dauer bis zur vollständigen Heilung verlängert sein. Diese Tatsache ist darin zu begründen, dass solange der Husten anhält keine Ruhigstellung des Brustkorbes gewährleistet werden kann. Der durch das Husten verursachte Druck sorgt demnach weiterhin für eine Überbeanspruchung des Knochen-Knorpel-Apparates. In manchen Fällen kann die Einnahme von Hustenstillern die Dauer der Heilung bei Husten-bedingter Rippenprellung etwas verkürzen. Allerdings erhöhen diese Hustenstiller das Risiko der Entstehung einer Lungenentzündung, da der Auswurf des Bronchialsekretes unterdrückt wird.

Darüber hinaus kann auch eine Rippenprellung die mehrere Rippen umfasst und/oder besonders ausgeprägt ist eine deutlich Verlängerte Heilungszeit in Anspruch nehmen. Bei schwerwiegenden Fällen kann die Dauer bis zur vollständigen Abheilung sogar bis zu zehn oder mehr Wochen andauern.

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Therapie der Rippenprellung - Was tun?

Eine Rippenprellung wird konservativ behandelt, das heißt eine chirurgische Maßnahme ist bei einer Rippenprellung nicht erforderlich. Gegen die Schwellung und Schmerzen kann Kühlung(Kryotherapie) Abhilfe schaffen. Zur Kühlung eignen sich nasse Handtücher, Kühlpackungen und Eisspray. Dabei sollte man das Kühlelement in ein dünnes Handtuch wickeln, da durch den direkten Kontakt mit der Kälte die Haut geschädigt werden kann.

Es ist ratsam, sich einige Wochen zu schonen und keinen Sport zu betreiben. Gegen die Schmerzen können außerdem schmerzlindernde Salben und Medikamente, wie beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac, eingenommen werden. Ibuprofen ist rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich, wobei die empfohlene Tagesdosis von 1200 mg nicht überschritten werden soll. Wenn die Einnahme über einen längeren Zeitraum erfolgt (mehr als vier Tage) muss das mit dem Arzt abgesprochen werden, da bei falscher Selbstmedikamentation zum Teil schwere Nebenwirkungen auftreten können. Die Schmerzen halten bei einer Rippenprellung im Schnitt 3-5 Wochen an, können aber auch je nach Grad der Verletzung länger andauern beziehungsweise schon nach kurzer Zeit verschwinden.

Sind die Schmerzen bei einer Rippenprellung besonders beim Ein- und Ausatmen stark kann das Anlegen eines Stützverbandes Linderung verschaffen. In manchen Fällen kann auch eine Physiotherapie sinnvoll sein. Auch Massagen und Wärmeanwendungen können gegen die Schmerzen helfen.

Ist die Rippenprellung so schmerzhaft, dass das Atmen stark behindert wird, kann eine Prophylaxe gegen eine Lungenentzündung ratsam sein. Durch die geringe Belüftung der Lunge und das fehlende Abhusten von Schleim können sich sehr schnell Bakterien vermehren und so zu einer Lungenentzündung führen. Eine Verlaufskontrolle mit Ultraschall und/oder Röntgen kann nötig sein, wenn die Schmerzen auch nach Wochen nicht abklingen und es zu einer Atemnot kommt.

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Das wichtigste Mittel gegen die Schmerzen sind absolute Schonung und Ruhigstellung des Oberkörpers bis die Prellung abgeheilt ist. Schmerzhafte Bewegungen und Husten, Lachen sowie Niesen sollen - wenn möglich - vermieden werden. Durch die starken Schmerzen vor allem beim tiefen Einatmen kann es zur Atemnot kommen; Mediziner nennen das eine Dyspnoe. In solchen Fällen muss der Patient Ruhe bewahren und langsam normal ein- und ausatmen, zu tiefe Atemzüge sollten vermieden werden. Hustenanfälle sind bei einer Rippenprellung äußert schmerzhaft und unangenehm, daher kann der Patient schleimlösende und hustenlindernde Tropfen einnehmen.

 

Medikamente

Bei einer Rippenprellung werden Medikamente eingenommen, die schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS) und Diclofenac (Wirkstoff im Voltaren) gehören zur Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Diese Medikamente wirken schmerzstillend und haben zusätzlich einen entzündungshemmenden Effekt. Durch verletzte Blutgefäße kann sich über den geprellten Rippen ein Bluterguss (Hämatom) bilden und zusätzliche Schmerzen verursachen. Eine Heparinsalbe kann lokal auf den Bluterguss aufgetragen werden und wirkt abschwellend. Bei sehr starken Schmerzen kann der Arzt zusätzlich nicht-opioidale Schmerzmittel, z.B. Procain, verabreichen, welche die Nerven zwischen den Rippen betäuben.

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Salben

Salben eignen sich sehr gut, um die Beschwerden einer Rippenprellung zu verbessern und die meisten davon bekommt man rezeptfrei in jeder Apotheke. Gängige Salben zur Schmerzlinderung sind unter anderem Voltaren Gel (Wirkstoff Diclofenac), Traumeel Salbe (eine homöopathische Salbe mit verschiedenen Wirkstoffen aus Kräutern und Pflanzen), Dolobene Ibu Gel (Wirkstoff Ibuprofen) oder Dolobene Cool Salbe (eine kühlende Creme mit Isopropylalkohol und Kräuterextrakten).

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Voltaren Emulgel

Zur Behandlung einer Rippenprellung kann die betroffene Stelle mit Voltaren Emulgel eingecremt werden. Dabei handelt es sich um ein kühlendes Gel, das den Wirkstoff Diclofenac enthält. Diclofenac ist ein schmerzstillendes und entzündungshemmendes Mittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Analgetika (NSAR), das zur Behandlung von akuten Prellungen und Verletzungen, die durch stumpfe Trauma entstehen, geeignet ist. Das Gel wird zweimal täglich auf die geprellten Rippen aufgetragen.

Homöopathie

Eine Rippenprellung kann zusätzlich auch homöopathisch behandelt werden. In der Apotheke gibt es rezeptfrei Traumeel-Salbe mit Wirkstoffen aus Tollkirsche, Eisenhut, Ringelblume, Arnika und anderen Pflanzen. Diese Salbe wird mehrmals täglich auf die Prellung aufgetragen. Kügelchen mit dem Wirkstoff des Gänseblümchens (Bellis perennis) ist ein häufiges Mittel, das zur homöopathischen Behandlung stumpfer Verletzungen eingesetzt wird. Auf die Einnahme von schmerzlindernden Medikamenten darf aber keinesfalls verzichtet werden, da eine Rippenprellung sonst ernsthafte Komplikationen, z.B. eine Lungenentzündung, nach sich ziehen kann.

Tapen bei einer Rippenprellung

Um die Symptome einer Rippenprellung etwas mindern zu können wird neben einer medikamentösen Therapie häufig auch ein Kinesio-Tape-Verband angewandt. Dieser kann die Heilung der geprellten Rippe(n) zwar nicht beschleunigen, die Heilungsphase jedoch teilweise angenehmer gestalten.
Besonders die atemabhängigen Schmerzen, welche bei einer Rippenprellung meist im Vordergrund stehen können durch das Anlegen eines Tape Verbands gemindert werden.

In der Regel werden mehrere Streifen des elastischen Tapes aus Baumwolle für die Versorgung einer Rippenprellung benötigt. Hierbei werden ein oder mehrere Streifen im Verlauf der Rippen angebracht. Teilweise wird zusätzlich Tape von oben nach unten angebracht. Das Tape sollte während des normalen Alltags nicht stören und eine Besserung der durch die Rippenprellung entstandenen Symptome hervorrufen. Es wirkt wie eine zweite Haut  und  die abgeklebte Stelle wird fixiert, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Durch das Tape werden Muskeln festgeklebt, massiert und der Blutfluss angeregt. Sollte dies nicht der Fall sein, kann das Tape abgenommen und neu aufgetragen werden. Die Tapes können entweder durch einen Physiotherapeuten, Ergotherapeuten oder selbst angebracht werden.

Das Tapen einer Rippenprellung ist als zusätzliche therapeutische Maßnahme zu verstehen und sollte, besonders dann, wenn starke Beschwerden bestehen (siehe: Schmerzen bei einer Rippenprellung), nicht als alleinige Therapie angewandt werden. Dieser Verband bleibt für eine Woche angelegt und sollte die Hauptwirkung in den ersten drei Tagen zeigen. Normalerweise hält und wirkt so ein Verband sehr gut, sollte jedoch keine Besserung auftreten oder die Tapes sich ablösen, kann das Tape abgenommen und neu aufgeklebt werden.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Eine Rippenprellung kann äußerst schmerzhaft sein. Gerade durch Husten ausgelöste Prellungen der Rippe führen durch das Anhalten des Hustens in der Regel zu sehr starken Schmerzen.
Aus diesem Grund ist die Einnahme von Schmerzmitteln (Analgetika) bei der Behandlung der Rippenprellung sehr wichtig. Je nach Bedarf kann ungefähr alle 6 Stunden eine Tablette verabreicht werden.
Darüber hinaus lässt sich eine Rippenprellung vor allem durch Schonung des Brustkorbes behandeln. Der betroffene Patient sollte sich währen der Heilungszeit absolute Ruhe gönnen. Jede weitere übermäßige Belastung des Brustkorbes kann die Rippenprellung gegebenenfalls verschlimmern.
Bei starken Schmerzen kann die Anwendung von Eisbeuteln oder kalten Umschlägen, die auf der betroffenen Stelle positioniert werden, hilfreich sein. In diesem Zusammenhang sollte jedoch darauf geachtet werden, dass es durch Auflage eines Eisbeutels zu starken Hautreaktionen kommen kann. Aus diesem Grund sollte die Kühlung nicht direkt auf der Hautoberfläche erfolgen. Der Eisbeutel sollte wenn möglich in ein Handtuch eingewickelt und erst anschließend auf den Brustkorb gelegt werden.

Bei lang anhaltendem Beschwerdebild kann man die Rippenprellung umfangreicher behandeln. Vor allem spezielle Atemtherapien und/oder Atemübungen können dabei helfen die Heilungszeit der Rippenprellung zu verkürzen. Periodische, tiefe Atemzüge sollen dabei Helfen die Zwischenrippenmuskulatur (Intercostalmuskulatur) zu dehnen und die Rippenprellung effektiv zu behandeln.
Einige Fachbücher empfehlen bei Vorliegen einer Rippenprellung die Anwendung von Rippengurten und/oder Kompressionsverbänden. Mittlerweile geht man jedoch davon aus, dass es durch diese Hilfsmittel in vielen Fällen zur Entstehung einer Lungenentzündung kommt.
Patienten die regelmäßig Kontaktsportarten ausüben sollten auch nach dem Abheilen der Rippenprellung über einen längeren Zeitraum spezielle Schutzkleidung tragen. Nur auf diese Weise können Rippen und Brustkorb vor massiven Gewalteinwirkungen geschützt und einer erneuten Rippenprellung vorgebeugt werden.

Rippenprellung und Kälte

Als Sofortmaßnahme bei einer Rippenprellung ist eine Kühlung des Brustkorbes sinnvoll, da durch die Kälte die Schmerzleitung in den Nervenbahnen vermindert ist und weniger Schmerzen empfunden werden. Außerdem sorgt die Kühlung für ein Zusammenziehen der Blutgefäße, sodass die Schwellung nach der Verletzung geringer ausfällt.
Es ist wichtig die Kühlung für etwa 20 Minuten durchzuführen, damit die Wirkung auch in der Tiefe des Gewebes ankommt und nicht nur die Oberfläche gekühlt wird.
Zur Kühlung stehen verschiedene Möglichkeit je nach Verfügbarkeit zur Auswahl. Die Kühlung kann, wenn keine andere Option verfügbar ist, mit nassen Tüchern erfolgen. Ansonsten kann auf Kühlpads, kühlenden Salben oder Eis zurückgegriffen werden.
Die Anwendung eines Eissprays ist zwar möglich, hilft bei einer Rippenprellung allerdings nicht zufriedenstellend. Das Eisspray kühlt nur solange es aufgesprüht wird und vorzugsweise an der Körperoberfläche.

Bei allen Arten der Kühlung sollte nach etwa 20-30 Minuten eine Pause eingelegt werden, um einen Hautschaden durch die dauerhafte Kühlung zu vermeiden. Außerdem sollte bei Kühlpads und Eis ein Handtuch zwischen Haut und dem Kühlmittel liegen, damit es zu keinen Erfrierungen an dieser Stelle kommt. Die Kühlung reicht dennoch vollkommen aus.
Nach der Akutphase ist es unterschiedlich, ob eine weitere Kühlung oder die Behandlung mit Wärme angenehmer empfunden wird.

Rippenprellung und Wärme

Die Behandlung mit Wärme ist in den ersten 48h nach der Rippenprellung nicht sinnvoll, da es dadurch zu einer Erweiterung der Blutgefäße kommt und die Schwellung nach der Verletzung damit gefördert wird.

Ist die Rippenprellung nicht beim Sport sondern durch einen ausgeprägten Husten verursacht worden, empfinden es viele als angenehm mit warmen Wickeln oder Wärmekissen zu behandeln.
Die Wärme kann hierbei den Hustenreiz abschwächen und unterstützt zum Beispiel die Heilung einer Lungenentzündung.

Nach der Akutphase kann eine Wärmebehandlung zur Entspannung der durch die Schmerzen verkrampften Muskeln führen und damit eine Erleichterung schaffen. Außerdem hilft die Wärmetherapie durch eine Erhöhung der Durchblutung, da eine höhere Durchblutung einen höheren Stoffwechsel sorgt. Ein verstärkter Stoffwechsel bedeutet eine bessere Versorgung des Gewebes mit Nährstoffen und Sauerstoff, was sich positiv auf den Heilungsprozess der Rippenprellung auswirkt.
Ob eine Wärmetherapie allerdings als angenehm empfunden wird oder eben auch nicht, ist sehr individuell.

Wärme oder Kälte - Was ist besser?

Viele betroffene stellen sich die Frage, was bei einer Rippenprellung besser wirkt - Wärme oder Kälte? Generell lässt sich sagen, dass beide Maßnahmen bei einer Prellung helfen, allerdings zu unterschiedlichen Zeitpunkten.

Als Sofortmaßnahme unmittelbar nach der Verletzung muss die Prellung gekühlt werden. Die Kälte sorgt dafür, dass sich die Gefäße zusammenziehen und kein großer Bluterguss entstehen kann. Außerdem vermindert die Kälte die Übertragungsgeschwindigkeit der Nerven, wodurch Schmerzreize weniger stark an das zentrale Nervensystem weitergeleitet und verarbeitet werden. Zum Kühlen kann alles verwendet werden, das kalt ist, am besten Kühlpads, Eis oder spezielle Salben mit kühlendem Effekt.

An den ersten beiden Tagen sollen die geprellten Rippen drei- bis fünfmal für mindestens 15 Minuten mit Kälte behandelt werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Kühlpads oder das Eis nicht direkt mit der Haut in Berührung kommen, da sonst Hautschäden durch Erfrierungen entstehen können. Am besten wird das Kühlelement in ein Geschirrtuch oder einen dünnen Lappen gewickelt.

Am dritten Tag nach dem Unfall beginnt die Wärmebehandlung der Rippenprellung. Zu diesem Zeitpunkt ist die erste Heilungsphase abgeschlossen und die Entzündung bereits reduziert. Wärme führt dazu, dass das Gewebe um die Prellung besser durchblutet und mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Die Durchblutung beschleunigt die Abheilung und die Wärme entspannt zusätzlich die durch die starken Schmerzen verkrampften Muskeln. Für eine Wärmetherapie können warme Wickel, eine Wärmeflasche oder ein heißes Kirschkernkissen verwendet werden. Es gibt auch spezielle Präparate, die den natürlichen Wirkstoff Capsaicin (der scharfe Stoff aus Cayennepfeffer) enthalten, und in Form einer Creme auf die Prellung aufgetragen werden.

Sporttreiben bei Rippenprellung

Bei einer Rippenprellung sollte auf Sporttreiben jeglicher Art komplett verzichtet werden, da es zu einer weiteren Verschlechterung der Beschwerden kommen kann und die Heilung der Rippenprellung deutlich verzögert werden kann.

Den meisten Patienten ist jede Art von Sport allein durch Ihre Schmerzen nicht möglich und bereits der Alltag ist durch die Schmerzen deutlich eingeschränkt.
Doch auch bei den Patienten mit weniger Schmerzen empfiehlt es sich eine Pause einzulegen, um die Heilung nicht zu behindern. Gerade beim Sport ist eine schnelle Bewegung oder ein Sturz möglich, der sowohl die Rippenprellung auslösen kann als auch eine bereits bestehende Rippenprellung verschlechtern kann.

Anders sieht es hingegen mit Physiotherapie aus, die in vielen Fällen positiv für den Heilungsverlauf sein kann. Hierbei können insbesondere bei schweren Fällen Atemübungen helfen den Heilungsverlauf der Rippenprellung durch eine Änderung des Bewegungsmusters positiv zu beeinflussen.
Außerdem dienen Atemübungen der Vorbeugung einer Lungenentzündung, die entstehen kann, wenn ein Abhusten von Sekreten durch die Schmerzen nicht mehr möglich ist.
Zudem kann im Rahmen der Physiotherapie eine manuelle Therapie durchgeführt werden, die einer dauerhaften Bewegungseinschränkung - eine Folge der veränderten Körperbewegung und Körperhaltung durch die Schmerzen - vorbeugt. Hierbei wird sich vor allem auf die Gelenke des Brustkorbes konzentriert, um durch eine Kapseldehnung der Gelenke den vollen Bewegungsumfang beizubehalten.

Ist die Rippenprellung vollständig abgeklungen, kann langsam wieder mit Sport angefangen werden. Zum Wiedereinstieg eignen sich Sportarten wie Fahrrad fahren, Schwimmen und gymnastische Übungen. Hierbei ist deutlich unter dem gewohnten Leistungsanspruch zu bleiben, um nach der Phase der Pause den Körper wieder an die Belastung heranzuführen.
Daher ist vor dem Wiedereinstieg in eine Mannschaftssportart der selbstständige Leistungsaufbau zu empfehlen, um eine Überbelastung zu vermeiden. Bei Ballsportarten, Kampfsportarten und Wintersport ist es ratsam einen Brustschutz zu tragen, da hierbei gehäuft Rippenprellungen auftreten, die durch diese einfache Maßnahme verhindert werden können. Nach einer Rippenprellung ist es möglich, dass die Schmerzen im Alltag bereits abgeklungen sind, allerdings beim Sport wieder auftreten.
Für diesen Fall sollte mit dem Sportbeginn noch gewartet werden und der Leistungsaufbau erst dann gestartet werden, wenn bei leichter Belastung kein Schmerz mehr zu bemerken ist.

Was kann ich für eine kurze Heilungsdauer tun?

Rippenprellung kann mehrere Wochen andauern, bis sie völlig verheilt ist und die Schmerzen verschwunden sind. Um den Heilungsprozess zu unterstützen, sollen die geprellten Rippen gekühlt werden, das lindert die Schmerzen und wirkt abschwellend.

Danach ist es sehr wichtig, Schmerzmittel einzunehmen, damit die Entzündung abklingen kann und die teils extrem starken Beschwerden nachlassen. Nehmen die Patienten keine Schmerzmittel, atmen sie weniger tief, um die Schmerzen beim tiefen Einatmen zu vermeiden. Die daraus resultierende Schonatmung kann aber schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Durch die flache Atmung kann weniger Atemzugvolumen aufgenommen werden und in der Folge wird die Lunge schlechter belüftet. Dadurch ist der Gasaustausch in den Lungenbläschen, bei dem Sauerstoff gegen Kohlendioxid ausgetauscht wird, reduziert und dem Körper steht nicht mehr genug Sauerstoff zur Verfügung. Durch die verminderte Atmung können Krankheitserreger, z.B. Pneumokokken, leichter in die Lunge eindringen und dort eine Lungenentzündung (Pneumonie) auslösen.

Körperliche Schonung und Ruhigstellung des Rumpfes vermindern die Schmerzen und ermöglichen zusätzlich eine schnelle Heilung der Rippenprellung. Außerdem soll bei einer Rippenprellung kein Sport betrieben werden, da durch die verstärkte Muskelarbeit das verletzte Gewebe besser durchblutet wird und so die Schmerzen zunehmen.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.11.2017
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