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Schmerzen am Rippenbogen durch Husten

Definition

Der Schmerz am Rippenbogen durch Husten ist ein Beschwerdebild, welches viele verschiedene Auslöser haben kann. Die Tatsache, dass die Schmerzen bevorzugt durch Husten auftreten, macht muskuloskelettale Ursachen wie Zerrungen, Prellungen oder sogar kleine Rippenbrüche wahrscheinlich, da diese durch Bewegung und Anspannung beim Husten forciert Schmerzen auslösen. 
Nichtsdestotrotz dürfen andere Ursachen nicht außer Acht gelassen werden. Schmerzen am Rippenbogen, die sich beim Husten äußern, können auch Hinweise auf Verletzungen oder Erkrankungen innerer Organe im Brust- oder Bauchraumbereich sein. Eine genaue Diagnostik ist daher also sehr wichtig, um den Auslöser der Schmerzen zu finden und eine dementsprechende Therapie einzuleiten.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen am Rippenbogen - Wie gefährlich ist das?


Ursachen

Die Ursachen für Schmerzen am Rippenbogen durch Husten sind sehr vielfältig. Es kann sich um harmlose Gründe handeln, aber auch schwerwiegende Grunderkrankungen als Auslöser geben. Naheliegende Ursachen können muskuloskelettale Verletzungen bzw. Erkrankungen sein.
Beim Husten spannt sich die Muskulatur des Rumpfes an, sodass sich vorliegende Zerrungen oder Verstauchungen mit starken Schmerzen im Rippenbogenbereich äußern können. Neben dem Weichteilgewebe können aber auch knöcherne Strukturen, in diesem Fall also die Rippen, verletzt sein. Kleinere Rippenbrüche würden ebenfalls verstärkt bei mechanischer Belastung wie dem Husten auftreten.

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Ist ein Bruch ursächlich für die Schmerzen, so muss unbedingt sichergestellt werden, dass die Lunge nicht beschädigt ist. Kleine Knochensplitter können die Lunge nämlich punktieren oder durchbohren, was mit der Gefahr von Blutungen oder einem Kollabieren, also einem Zusammenfallen, des jeweiligen Lungenflügels (Pneumothorax) einhergeht.
Ist der Husten das primäre Problem der Betroffenen, so können sich die Schmerzen sekundär auch ganz banal in Form von Muskelkater durch die starke Beanspruchung der Rumpfmuskeln beim Husten äußern. Ein Charakteristikum wäre hier, dass die Schmerzen symmetrisch auftreten, also auf beiden Seiten des Rippenbogens. Eine chronische Form von Schmerzen am Rippenbogen durch Husten kann auch durch extreme Fehlbelastung und Fehlhaltung, was mit Verspannungen und Blockaden einhergeht, bedingt sein.
Typisch für die Schmerzen am Rippenbogen aufgrund von muskuloskelettalen Ursachen ist neben dem Auftreten beim Husten auch die Atemabhängigkeit.
Des Weiteren können die Schmerzen am Rippenbogen durch Husten durch eine Entzündung des Rippenfells (lat. Pleuritis) bedingt sein. Hier leiden Betroffenen klassischerweise an atemabhängigen Thoraxschmerzen, also auch an Schmerzen im Bereich des Rippenbogens, in Kombination mit trockenem Husten und zum Teil fieberhaften Zuständen.
Ebenfalls können Erkrankungen an der Lunge wie eine Lungenentzündung (lat. Pneumonie) oder eine Lungenembolie Auslöser für die Schmerzen sein, welche beim Husten verstärkt auftreten.
Letztendlich können aber auch innere Organe des Bauchraums Schmerzen am Rippenbogen durch Husten auslösen. Dazu zählt auf der rechten Seite die Leber, die Galle und der Dickdarm und auf der linken Seite die Milz. Jeweilige Organe können grob gesagt vergrößert oder entzündet sein, sodass es zu Druck- oder Spannungsschmerzen kommt.
Generell ist es wichtig, dass unabhängig von der letztendlichen Ursache bei länger bestehenden Schmerzen am Rippenbogen durch Husten ein Arzt aufgesucht werden sollte, um die Beschwerden abzuklären.

Weitere begleitende Symptome

Das Auftreten weiterer Symptome zusätzlich zu den Schmerzen am Rippenbogen durch Husten erfolgt in Abhängigkeit davon, was letztendlich den Schmerz auslöst.
Wird der Schmerz durch Beschwerden im Dickdarm provoziert, so leiden Betroffene gleichzeitig häufig an einer schlechten Verdauung und haben das Gefühl einen extrem aufgeblähten Bauch zu haben. Manchmal wird auch von einer Appetitlosigkeit berichtet.
Liegt der Fokus nicht auf Darmbeschwerden, sondern ist der Schmerz beim Husten unter dem rechten Rippenbogen auf Beschwerden mit der Gallenblase zurückzuführen, klagen Betroffene vielmehr über Übelkeit und müssen sich zum Teil sogar übergeben. Zusätzlich kann es zu fieberhaften Zuständen mit einhergehendem Schüttelfrost kommen. Bei einer vergrößerten Leber wird auch ein Völlegefühl angegeben.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen der Gallenblase

Liegt eine Lungenentzündung (lat. Pneumonie) vor, ist der Schmerz beim Husten ebenfalls nicht das einzige Symptom. Oft fühlen sich Betroffen schlapp, ausgelaugt und weniger belastungsfähig als sonst. Bei einer Pneumonie kann der Husten zudem produktiv aber auch trocken sein.
Ein ähnliches Beschwerdebild zeigen Patienten mit einer Entzündung des Rippenfells (lat. Pleuritis). Sie haben ebenfalls Fieber und Schmerzen beim Husten, welcher trocken ist. Eine Lungenembolie führt hingegen neben den Schmerzen im Brustkorbbereich und einem trockenen Husten zu einer Luftnot und einem Engegefühl in der Brust.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Symptome ener Lungenentzündung

Diagnose

Die Diagnosestellung orientiert sich an einer ersten Verdachtsdiagnose des behandelnden Arztes. In jedem Fall stehen eine ausführliche Anamnese und eine körperliche Untersuchung an erster Stelle. Hier kann der behandelnde Arzt schon einige essenzielle Informationen erhalten, die richtungsweisend für die weitere Diagnostik sind. Allein bei der Auskultation und Perkussion der Lunge, also dem Abhören und Abklopfen, kann unterschieden werden, um welche Erkrankung es sich handeln mag, die beim Husten vermehrte Schmerzen am Rippenbogen auslöst.
Hat man den Verdacht, dass Bauchorgane der Auslöser für den Schmerz sein können, so können beispielsweise eine vergrößerte Leber auf der linken oder eine vergrößerte Milz auf der rechten Seite ertastet werden. Anschließend können weittere diagnostische Mittel ergriffen werden. Um bestimmte Organe erstmals näher zu beurteilen, eignet sich die Ultraschalluntersuchung.
Des Weiteren kann bei Verdacht auf knöcherne Läsionen eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Thorax) zielführend sein. Eine MRT- oder CT-Aufnahme ist nur in seltenen, schwierig zu diagnostizierenden Fällen notwendig. Eine ausführliche Diagnostik ist generell aber sehr wichtig, um alle weiteren Begleiterkrankungen oder Differentialdiagnosen zu erkennen oder auszuschließen und dementsprechend zu behandeln.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung richtet sich wie auch die Diagnostik nach der Ursache. Bei rein muskulären Gründe, die beispielsweise auf eine Zerrung oder Muskelkater zurückzuführen sind, reichen häufig Schmerz- und Hausmittel aus, um die Beschwerden zu lindern.
Unmittelbar nach einer Zerrung oder einer Verstauchung kann man als erste Maßnahme die betroffene Stelle mithilfe von Eisspray oder Eispacks kühlen. Im weiteren Verlauf macht eine Wärmetherapie Sinn, um die betroffene Muskulatur zu entspannen und zu lockern. Generell gilt, dass sich Betroffenen schonen sollten, vor allem wenn neben den Schmerzen Begleitsymptome wie Fieber und Abgeschlagenheit auftreten.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Therapie einer Muskelzerrung

Ist allerdings eine Fehlhaltung oder Fehlbeanspruchung Grund für die Schmerzen am Rippenbogen, so sollte keinesfalls eine Schonhaltung, welche häufig die Schmerzen lindert, eingenommen werden, sondern vielmehr mithilfe von Physiotherapie oder Krankengymnastik behandelt werden. Im Rahmen der Physiotherapie kommt häufig eine Atemtherapie zum Einsatz, aber auch Entspannungsübungen.
Neben den allgemeinen Maßnahmen, müssen die auslösende Grunderkrankungen bzw. Probleme selbstverständlich speziell therapiert werden. Je nachdem ob der Husten durch Bakterien oder Viren ausgelöst wird und welche weiteren Symptome auftreten, können vom Arzt entsprechende Medikamente verschrieben werden. Gleiches gilt auch für Lungen- oder Rippenfellentzündungen, die häufig mit Antibiotika behandelt werden.
Bei Beschwerden mit dem Darm können beispielsweise krampflösende oder abführende Arzneimittel hilfreich sein, um Reizzustände oder Verstopfungen zu lösen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Hausmittel gegen Verstopfung

Dauer

Die Dauer der Schmerzen am Rippenbogen beim Husten hängt ganz maßgeblich von der zugrundeliegenden Ursache ab. Ein harmloser Muskelkater, bedingt durch einen extremen und langanhaltenden Husten, kann nach wenigen Tagen, sobald auch der Husten aufgehört hat, verschwunden sein.
Wie lange Betroffene unter Schmerzen leiden hängt auch davon ab, wie schnell der auslösende Faktor gefunden und dementsprechend behandelt wird. Je schwerwiegender die Ursache der Schmerzen beim Husten im Bereich des Rippenbogens ist, desto länger dauert häufig der Heilungsprozess. Daher ist eine genaue Festlegung auf einen bestimmten Zeitraum der Heilung ohne spezielle Diagnose nicht möglich.
Der Schmerz kann in unkomplizierten Fällen nur wenige Tage anhalten, sich bei komplexeren Angelegenheiten jedoch über Wochen bis Monate ausdehnen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen am Rippenbogen - Wie gefährlich ist das?

Schmerzen am Rippenbogen durch Husten in der Schwangerschaft

Schmerzen am Rippenbogen durch Husten treten meistens in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auf. Grund dafür ist, dass das Kind immer größer wird und die Bauchmuskulatur, die ihren Ursprung häufig am Rippenbogen hat, extrem gedehnt wird. Daher resultieren Schmerzen aufgrund muskuloskelettaler Beschwerden in Form von Spannungs- und Dehnungsschmerzen im Bereich des Rippenbogens. Außerdem können innere Organe einen Spannungs- und Druckschmerz auslösen, da zum einen generell weniger Platz im Bauchraum ist und zum anderen der wenige Raum durch starkes Husten und damit einhergehender Kontraktion noch enger wird.
Gerade in der Schwangerschaft sollte man vorsichtig sein und auf Signale des Körpers, wie Schmerzen am Rippenbogen, achten. Bleiben die Schmerzen bestehen oder werden sie während dem Husten stärker, so muss unbedingt der Gynäkologe aufgesucht werden.
Zum einen spricht ein Husten häufig für einen bakteriellen oder viralen Infekt, welcher in der Schwangerschaft entsprechend behandelt werden sollte und zum anderen müssen mögliche Komplikationen in der Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Dazu zählt zum Beispiel das sogenannte „HELLP-Syndrom“. Typisch ist hierbei eine vergrößerte Leber, weshalb es zu einem Spannungsschmerz unter dem rechten Rippenbogen kommt. Weitere Charakteristika des HELLP-Syndroms sind erhöhte Leberwerte und erniedrigte Werte der Blutplättchen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen am Rippenbogen in der Schwangerschaft

Schmerzen am Rippenbogen durch Husten und Niesen

Ob die Schmerzen nun beim Husten oder Niesen auftreten, hat wenig Aussagekraft darüber, unterscheiden zu können, was letztendlich der Grund für den Schmerz ist. Husten und Niesen haben beide den Effekt, dass die Rumpfmuskulatur reflektorisch kontrahiert (zusammengezogen) wird. Dabei wird das Weichteilgewebe zusammengepresst, sodass es bei Entzündungen, Verletzungen oder Vergrößerungen bestimmter Organe zu Schmerzen kommt.
Auch Brüche, die in Ruhe weniger wehtun, können bei Kontraktion der Muskeln umliegende Nerven reizen und daraufhin starke Schmerzen auslösen. In beiden Fällen ist ein Hinweis dafür gegeben, dass muskuloskelettale Ursachen als Auslöser der Schmerzen am Rippenbogen gelten.

Schmerzen am Rippenbogen durch Husten auf der rechte Seite

Ist der Schmerz explizit auf der rechten Seite des Rippenbogens lokalisiert, so kann dies ein Hinweis auf eine Erkrankung bzw. Verletzung der Organe auf entsprechender Seite sein. Im Bauchraum wären dies der Darm, die Galle oder die Leber und im Brustraum die rechte Lunge.
Falls Betroffene eine nähere Angabe darüber machen können, ob sich die Schmerzen am Rippenbogen eher ober- oder unterhalb des Zwerchfells befinden, kann man mögliche Diagnosen bereits eingrenzen. Die Lunge kann in Form einer Lungenentzündung (lat. Pneumonie) oder einer Rippenfellentzündung (lat. Pleuritis) Schmerzen auslösen. Der Darm verursacht häufig im Rahmen von Verdauungsstörungen Schmerzen im Rippenbogenbereich.
Wenn die Leber für die Schmerzen verantwortlich ist, so liegt dies meist an einer Vergrößerung dieses Organs, sodass es zu einem Spannungsschmerz kommt. Bei Problemen mit der Galle, beispielsweise bei Gallensteinen, tritt der Schmerz am Rippenbogen zwar verstärkt beim Husten auf, hat jedoch die Eigenschaft kolikartig zu sein.
Selbstverständlich kann es sich aber auch um eine einseitige Prellung nach einem Sturz oder ähnliches auf den Rippenbogen handeln. Ebenfalls wären ein Bruch, eine Blockade oder Verstauchungen denkbar.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen am rechten Rippenbogen - Das steckt dahinter

Schmerzen am Rippenbogen durch Husten auf der linke Seite

Ist der Schmerz auf die linke Seite des Rippenbogens begrenzt, so kommt zwar auch die linke Lunge als Organ im Brustbereich in Frage, im Bauchraum jedoch nur die Milz. Wie auch auf der rechten Seite, kann die Höhenangabe der Schmerzen am Rippenbogen, also ober- oder unterhalb des Zwerchfells, hinweisführend sein.
Gilt die linke Lunge im Rahmen einer Lungen- oder Rippenfellentzündung als Auslöser, äußern sich die Schmerzen wie auch auf der anderen Seite. Auch muskuloskelettale Ursachen unterscheiden sich auf der linken Seite nur an der Lokalisation und nicht an den Symptomen.
Wenn die Beschwerden von der Milz ausgehen, liegt dies meist daran, dass das Organ vergrößert ist. Der entstehende Kapselspannungsschmerz ist häufig unter dem Rippenbogenbereich spürbar und verstärkt sich durch das Husten. Eine nähere Abklärung der Milz sollte bei linksseitigen Schmerzen im Rippenbogenbereich auf jeden Fall erfolgen, da einige Ursachen in lebensbedrohlichen Komplikationen enden können.
Ein weiteres Organ, welches Schmerzen unter dem Rippenbogen verursachen kann, ist das Herz. Allerdings sind alle genannten Gründe für den Schmerz nicht unbedingt durch den Husten getriggert, sondern treten teilweise auch in Ruhe auf.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen am linken Ripenbogen - Ursachen und Therapie

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter:

Eine Übersicht über alle Themen aus dem Bereich der Orthopädie finden Sie unter Orthopädie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.10.2018
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