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Hausmittel gegen Verstopfung

Synonyme

Darmträgheit, träge Verdauung, Konstipation

Medizinisch: Obstipation

Englisch = obstipation, constipation

Therapie und Hausmittel bei Verstopfung

Chronische Verstopfung: Ist die Verstopfung Folge eines falschen Lebensstils, versucht man in der Regel zunächst, die Verstopfung mit einer Änderung der Lebensführung, „Hausmitteln“ und ohne Arztbesuch in den Griff zu bekommen. Diese Therapie durch Hausmittel umfasst entsprechende Ernährung mit vielen Ballaststoffen sowie Flüssigkeit und ohne verstopfende Lebensmittel, ausreichende Bewegung und Zeit für den Toilettengang.

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Hausmittel mit ausreichend Ballaststoffe regen die Darmtätigkeit an, indem sie im Darm Wasser binden, aufquellen und damit den Entleerungsreiz auslösen. Jeden Tag sollten zwei bis drei Liter Flüssigkeit getrunken werden. Vor allem ältere Menschen sollten auf ihre Trinkmenge achten, da mit zunehmendem Alter das Durstgefühl nachlässt und dadurch automatisch weniger getrunken wird. Eine optimale Ernährung bei Verstopfung besteht aus vielen Ballaststoffen und Fasern (in Verbindung mit viel Flüssigkeit). Viele Ballaststoffe und Fasern sind in Obst, Salat, Gemüse, Getreide, Vollkornprodukten, Naturreis, Kartoffeln, getrocknetem Obst wie Feigen, Pflaumen oder Datteln enthalten. Bei Verstopfung empfohlene Hausmittel sind vor allem Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pflaumen, Feigen und Melonen. Auch Müsli und Nüsse stellen geeignete Nahrungsmittel dar. Vermieden werden sollten Weißmehlprodukte (Weißbrot, Toastbrot, Zwieback) und weißer Reis.
Auch Bananen, Kuchen und Schokolade sollten bei Bestehen einer Verstopfung nur in Maßen genossen werden. Das Gleiche gilt für Milch beziehungsweise Milchprodukte. Kalorien- und zuckerhaltige Getränke (Cola, Limonade, Eistee, Säfte) sollten ebenfalls nur selten auf dem Ernährungsplan stehen, um eine Verstopfung mit Hausmittel zu beenden.

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Hilft diese Lebensführung nicht, können weitere Hausmittel angewendet werden. Um die Verdauung anzuregen, kann man zusätzliche Füll- oder Quellstoffe (Leinsamen, Weizenkleie, Flohsamen) essen, Sauerkrautsaft trinken oder den Bauch kreisförmig massieren (vor allem morgens vor dem Aufstehen), um die Darmtätigkeit zu stimulieren. Weiterhin kann es hilfreich sein, morgens auf nüchternem Magen ein Glas Wasser zu trinken. Die Füll- und Quellstoffe wirken auf die Verdauung, indem sie Wasser binden und damit das Stuhlvolumen vergrößern, wodurch die Darmwand gedehnt wird. Diese Dehnung löst den Defäkationsreiz, den Reiz zur Darmentleerung, aus. Ein Arzt behandelt eine chronische Verstopfung nach folgenden Prinzipien:

Ist die verursachende Erkrankung bekannt, wird diese behandelt, mit Verstopfung einhergehende Medikamente werden abgesetzt, ebenso wie obstipationsfördernde Nahrungsmittel. Bei anorektaler Verstopfung mit Störung der Schließmuskelkoordination erhält der Betroffene ein sogenanntes Biofeedback-Training, wobei der unbewusste Vorgang der Schließmuskelanspannung mittels technischer Geräte sichtbar und damit dem Betroffenen bewusst gemacht wird. Auf dieser Grundlage kann erlernt werden, die Muskulatur zu entspannen und Stuhl abzusetzen.
Ist die Behandlung der Grundkrankheit nicht möglich, wird eine Verstopfung symptomatisch anhand eines Stufenplans therapiert:

  1. Aufklärung und allgemeine Maßnahmen
  2. Ballaststoffe über einen Monat (Leinsamen, Flohsamen)
  3. osmotisch wirkende Abführmittel (Laxantien), lokale Entleerungshilfen (Einlauf / Klysma)
  4. stimulierende Abführmittel (Laxantien)

Die Aufklärung beinhaltet das Vermitteln von Wissen über normalen Stuhl und normale Stuhlgewohnheiten. Zu den allgemeinen Maßnahmen gehören richtige Ernährung, Bewegung, Gang zur Toilette bei Stuhldrang (Defäkationsreiz) ohne zeitliches Verschieben, zehnminütige Massage des Dickdarms vor dem Aufstehen sowie Bahnung des Stuhlentleerungsreflexes, indem man morgens ein Glas kaltes Wasser auf nüchternem Magen trinkt.
Die richtige Ernährung ist bereits oben beschrieben.
Helfen diese Maßnahmen nicht bei der Behandlung der Verstopfung und bleibt auch der Therapieversuch mit Aufnahme von Ballaststoffen/ Hausmitteln wie Leinsamen oder Flohsamen sowie ausreichend Flüssigkeit für einen Monat erfolglos (siehe oben), kommen Abführmittel (Laxantien) zum Einsatz.
Wichtig ist, dass diese Mittel nur kurzfristig und nicht dauerhaft eingenommen werden sollen. Man unterscheidet anhand des Wirkmechanismus osmotisch wirkende von stimulierenden Abführmitteln (Hausmittel). Zu den osmotischen gehören Milchzucker (Lactulose) und Macrogol, welche im Darmlumen gewissermaßen „Wasser ziehen“. Durch einen osmotischen Gradienten (Gefälle) strömt Wasser aus den Darmzellen in das Innere des Darms (Darmlumen), um den Gradienten auszugleichen. Stimulierende Laxantien wie zum Beispiel Natriumpicosulfat hingegen steigern im Dickdarm die Abgabe von Wasser und Elektrolyten (Salzen) in das Darmlumen und verstärken außerdem die Darmbewegungen, was einer Verstopfung entgegenwirkt.

Arten der Hausmittel

Olivenöl gegen Vertstopfung

Olivenöl oder auch andere Öle wie Leinöl oder Keimöl können bei Verstopfungen hilfreich sein. Hierzu sollten Erwachsene einen Tee- bis Esslöffel Olivenöl pur oder mit etwas Zitrone verdünnt zu sich nehmen. Bestehen die Verstopfungen dauerhaft, so kann die Einnahme von Öl regelmäßig morgens auf nüchternen Magen erfolgen.

Ein wichtiges Charakteristikum des nativen Olivenöls ist seine gute Emulgierbarkeit, sodass die Darmenzyme die zugeführten Fette leicht spalten und fast vollständig verwerten können. Außerdem hat das Olivenöl eine positiven Wirkung auf den Gallenfluss, was Patienten mit Magenbeschwerden deshalb sehr empfohlen wird. 

Tee gegen Verstopfung

Tees helfen bei Verstopfungen, vor allem deshalb, weil eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr essentiell für eine ausreichende Stuhlproduktion ist. Die Flüssigkeit kann hierbei in Form von Tees aber auch von anderen Getränken aufgenommen werden. Es gibt bestimmte Tees, denen bei Verstopfung eine besondere Wirksamkeit zugesprochen wird, hierzu zählt zum Beispiel der Sennesblättertee.

Apfelessig gegen Verstopfung

Generell gilt, dass die regelmäßige Aufnahme von Obst Verstopfungen entgegenwirken soll. Eine Ausnahme hiervon stellen vor allem Bananen dar, da diese eher verstopfend wirken. Apfelessig wird eine verdauungsanregende Wirkung nachgesagt, man sollte hierzu ein wenig Apfelessig auf ein Glas Wasser geben und es langsam trinken.

Pflaume gegen Verstopfung

Getrocknete Pflaumen gelten als eines der beliebtesten Hausmittel bei Verstopfung. Sie sollten einige Stunden in Wasser eingeweicht werden und können dann entweder pur oder zum Beispiel in Kombination mit etwas Joghurt eingenommen werden. Auch Pflaumensaft kann eine Förderung der Darmtätigkeit bewirken.

Flohsamen gegen Verstopfung

Flohsamen enthält viele Ballaststoffe und ist somit ein Quellmittel. Das heißt, dass es im Darm Wasser bindet und so den Stuhl weicher macht und die Darmtätigkeit anregt. Zur Anwendung sollte auf 100 ml Wasser etwa 1 Teelöffel Flohsamen gegeben werden. Dies kann nach kurzer Einweichphase aufgenommen werden. Flohsamen kann jedoch auch uneingeweicht aufgenommen werden, zum Beispiel indem es zu Müsli oder Joghurt hinzugemischt wird. Sehr wichtig ist bei Quellstoffen wie Flohsamen, dass danach ausreichend getrunken werden muss, da sich die Verstopfung sonst noch verstärken kann.

Ingwer gegen Verstopfung

Ingwer soll den Stoffwechsel anregen. Es kann dem Essen zugegeben oder als Tee aufgebrüht werden. Hierzu einen Teil der Knolle schälen und in Streifen schneiden, diese dann mit heißem aber nicht kochenden Wasser aufgießen und genießen.

Kaffee gegen Verstopfung

Kaffee wird nicht umsonst gerne nach einem opulenten Essen genossen. Es regt die Verdauung an. Somit kann ein regelmäßiger maßvoller Kaffeekonsum für eine gute Stuhlgangsregulierung sorgen.

Leinsamen gegen Verstopfung

Bei Leinsamen gilt ähnliches wie bei Flohsamen. Es gilt als Quellmittel, weil es im Darm Wasser bindet und so die Stuhltätigkeit fördert. Es sollten 1-2 Teelöffel mit viel Wasser eingenommen werden. Die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme nach der Anwendung von Leinsamen ist sehr wichtig, da sonst die Verstopfungssymptome noch zunehmen können.

Milchzucker gegen Verstopfung

Milchzucker ist ein natürliches Mittel, dass zu einer vermehrten Wassersekretion im Darm führt und somit den Stuhl weicher macht und die Darmtätigkeit anregt. Man kann hierzu 1 Teelöffel in Wasser auflösen und das Gemisch langsam trinken. Man kann den Milchzucker aber zum Beispiel auch zum Joghurt geben und so genießen.

Salzwasser gegen Verstopfung

Salzwasser hilft aufgrund zweierlei Gründen bei Verstopfungen. Zum einen ist die Flüssigkeitszufuhr wichtig, um regelmäßigen Stuhlgang zu gewährleisten, zum anderen zieht das enthaltene Salz im Darm weiteres Wasser. Somit wird der Stuhl weicher und die Stuhlentleerung wird einfacher. Es hat jedoch auch mehrere Nachteile: Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig und die Dosierung sollte vorsichtig erfolgen, da zu viel Salz eine Gefahr für den Körper darstellen kann. Auch sollte die Einnahme von Salzwasser bei Patienten mit bekanntem Bluthochdruck nicht erfolgen.

Weizenkleie gegen Verstopfung

Auch Weizenkleie ist ein Mittel das bei Verstopfungen erfolgreich eingesetzt werden kann. Es enthält zahlreiche Ballaststoffe. Man kann sie auf verschiedenste Weise zu sich nehmen. In Flüssigkeit gerührt, zum Müsli gegeben oder als Zutat beim selbst gebackenen Brot verwendet. Wichtig bei der Anwendung von Weizenkleie ist es eine ausreichend Flüssigkeit über den Tag verteilt aufzunehmen.

Warmes Wasser gegen Verstopfung

Wie bereits erwähnt, ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zur Anregung der Darmtätigkeit äußerst wichtig. Viele Betroffene berichten, dass diese Anregung mit warmem Wasser besser funktioniert als mit kaltem. Gerade wenn also der Darm etwas träge ist, kann das Trinken von 1-2 Gläsern warmen Wassers bei Verstopfungen Abhilfe schaffen.

Kirschen gegen Verstopfung

Kirschen gelten, wie auch zahlreiche andere Obstsorten, als gutes Mittel um Verstopfungen vorzubeugen. Hierzu muss allerdings die regelmäßige Aufnahme erfolgen. Um bei Verstopfungen akut Abhilfe zu schaffen eignen sich Kirschen eher nicht.

Auch Trauben wie zum Beispiel Weintrauben regen die Darmtätigkeit an und beugen so bei regelmäßiger Einnahme Verstopfungen vor. Dies gilt auch für viele andere Obst- und Gemüsesorten.

Welche Hausmittel entfalten eine schnelle Wirkung?

Zu den Hausmitteln, die eine relativ schnelle Wirkung bei Verstopfungen entfalten sollen, zählen Olivenöl (als Tee- oder Esslöffel pur aufgenommen) und eingeweichte getrocknete Pflaumen oder Pflaumensaft. Am wichtigsten bei der Behandlung von Verstopfungen sind jedoch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme von 2-3 Litern am Tag (sofern keine Erkrankungen von Herz oder Niere vorliegen, die dies verbieten) und ausreichende tägliche Bewegung sowie eine ausgewogene ballaststoffreiche Ernährung.

Bewegung gegen Verstopfung

Bewegung ist ein sehr wichtiger Bestandteil einer gut funktionierenden Verdauung. Hiermit ist nicht der tägliche Leistungssport gemeint. Schon regelmäßige Spaziergänge oder Treppensteigen führt zu einer Anregung der Darmtätigkeit.

Akute Verstopfung: Eine akute Verstopfung wird in Abhängigkeit des Auslösers behandelt. Ist sie Folge kurzfristiger Umstellungen (Lebensumstände, Ernährung, Infektion), genügt es, die alten Gewohnheiten wiederaufzunehmen bzw. das Ende einer Infektion abzuwarten.

Verstopfung verursachende Medikamente werden abgesetzt. Genügt dies nicht, um die Verstopfung zu beenden, kommen Maßnahmen wie Einläufe (Klysma, Klistier) zum Einsatz. Hierbei wird Flüssigkeit über den Anus in den Darm gespritzt, so dass es zur Stuhlaufweichung und zur schnellen Darmentleerung kommt.
Liegen ernstere Erkrankungen vor, welche sich als akute Verstopfung manifestieren, müssen diese behandelt werden. Ein Darmverschluss (Ileus) wird je nach Form entweder medikamentös oder operativ therapiert. Wichtig ist eine schnelle Behandlung, da es sich beim Darmverschluss als Ursache der Verstopfung um ein lebensbedrohliches Krankheitsbild handelt.
Schlaganfälle als Verursacher einer akuten Verstopfung können mit einer sogenannten Lysetherapie behandelt werden. Darunter versteht man die Auflösung von Blutgerinnseln, welche Gefäße verstopfen und auf diese Weise den Durchblutungsstopp und damit den Schlaganfall ausgelöst haben. Eine Lysetherapie wird jedoch nur eingeleitet, wenn ein bestimmtes Zeitfenster zwischen Schlaganfallbeginn und Therapiestart noch nicht überschritten ist (3 bzw. 4,5 Stunden). Ansonsten sind eine Sicherung der Vitalfunktionen und eine anschließende Rehabilitation (unter anderem Physiotherapie) entscheidend.
Bandscheibenvorfälle, die ebenfalls mit akuter Verstopfung einhergehen können, werden je nach Ausprägungsgrad entweder konservativ mit Schmerzmitteln sowie Physiotherapie zum Muskelaufbau oder aber operativ behandelt.

Hausmittel gegen Verstopfung für Kinder

Bei Kindern, die unter Verstopfungen leiden, steht die Optimierung der Ernährung im Vordergrund. Hier ist insbesondere auf eine ballaststoffreiche Kost zu achten. Ballaststoffe binden im Darm Wasser und quellen auf. Das fördert ein Weichmachen des Stuhls. Ballaststoffreich sind zum Beispiel Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Außerdem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Besteht hierunter weiterhin eine Verstopfung, so können Hausmittel helfen. Es sollte jedoch beachtet werden, dass eine Verstopfung nicht zwangsläufig vorliegt, wenn das Kind nicht jeden Tag Stuhlgang hat, da die Stuhlfrequenz (wie oft das Kind Stuhlgang hat) individuell sehr unterschiedlich sein kann.

Bei einer Stuhlfrequenz von weniger als dreimal pro Woche kann von einer Verstopfung gesprochen werden. Hier können dann Hausmittel wie zum Beispiel das Zumischen von etwas Leinsamen oder Keimöl zur Nahrung den Stuhlgang anregen. Wichtig ist außerdem ausreichende Bewegung. Bei kleinen Kindern kann ein warmes Bad oder die sanfte Massage des Bauches hilfreich sein. Helfen alle diese Maßnahmen nicht, so kann auch Milchzucker (Laktose) eingesetzte werden. Dieses Mittel gibt es in der Apotheke. Die Dosierung sollte vorsichtig erfolgen, da es sonst zu Durchfällen kommen kann. Auch Laktulose kann bei Verstopfungen Abhilfe schaffen, dieses Präparat gibt es als Pulver oder Sirup. Auch hier ist bei der Dosierung jedoch Vorsicht geboten.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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