Verdauungsprobleme

Synonyme im weiterem Sinne

Verdauungsstörungen, Verstopfung, Blähungen, Magenschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen

Englisch: digestive problems

Einleitung

Unter Verdauungsstörungen werden eine Reihe von Störungen des Verdauungssystems zusammengefasst.
Diese können

  • mechanischer oder
  • chemische Ursachen haben.

Die häufigsten Symptome bei Verdauungsstörungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, krampfartige Schmerzen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Verschiedene Erkrankungen können zu diesen Symptomen führen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Bauchschmerzen und Verstopfung und Bauchschmerzen und Übelkeit

Weitere Informationen zur Verdauung und zum Stuhlgang finden Sie auf unserer Seite Stuhlgang.


Ursachen der Verdauungsprobleme

Allergien

Allergien können unter anderem aufgrund einer reduzierten Entgiftungskapazität in der Leber oder aufgrund eines perforierten Darms verursacht sein. Sie können auch aufgrund von schädlicher Chemie im Alltag verschuldet werden. Speziell wenn sie mit schlechten Ernährungsgewohnheiten und einen Mangel an Nährstoffen und Bewegung kombiniert ist. Sowohl Durchfall (Diarrhöe) als auch Verstopfung können ein Allergie-Symptom sein, welches zu Verdauungsprobleme führt.

Entzündungen

Eine Entzündung in der Speiseröhre (Oesophagitis) ist normalerweise ungefährlich. Akute Entzündungen im Dünndarm, auch akuter Dünndarmkatarrh (Enteritis acuta) genannt, kann von Bakterien und von Viren verursacht werden und zu Verdauungsprobleme führen. Die Symptome sind Durchfall, Anfälle von Magenschmerzen und erhöhte Temperatur. Eine Blinddarmentzündung verursacht Schmerzen und eine Überempfindlichkeit in der rechten Bauchgegend, einen aussetzenden Stuhlgang, Übelkeit, leichtes Fieber, Erbrechen und eine Überempfindlichkeit, die entsteht, wenn man auf die betreffende Stelle drückt und dann loslässt. Beim Verdacht auf eine Entzündung im Blinddarm wird der Blinddarm so schnell wie möglich operativ entfernt.

Candida albicans

Der Hefepilz Candida, existiert auf natürliche Art im Darmsystem, geht ein gutes Miteinander mit nützlichen Darmbakterien ein und wird von Mikroorganismen reguliert. Wenn der Darm jedoch die verkehrten Arten an Bakterien enthält, kann der Pilz ungehemmt wachsen und zu Verdauungsprobleme führen. Eine Ernährung, die reich an Hefe, Zucker und Milchprodukte ist, kann das Problem noch zusätzlich verschlimmern, insofern, dass der Candidapilz bei dieser Nahrung gedeiht. Er schädigt den Darm und verursacht ziemlich ernsthafte Symptome und Folgeerkrankungen.
Ein übertriebener Anwendung von Antibiotika, Cortison, zu viel Zucker, falscher Ernährung, Antibabypillen oder Schwermetallbelastung - können in ein Pilzwachstum resultieren, das letztlich den Darm perforiert. Dies kann dazu führen, dass Partikel aus dem Darm, die normalerweise mit dem Stuhlgang ausgeschieden worden wären, stattdessen ins Blut eindringen. Das Immunsystem wird mit den ganzen Fremdkörpern überschwemmt, und es endet damit, dass Allergien entstehen. Wenn der Candidapilz wächst, hat man einen großen Drang nach den Dingen, von denen der Pilz lebt, z.B. süße Sachen, weißes Hefebrot, Milchprodukte und Alkohol.

Reizmagen und Reizdarm

Reizmagen und Reizdarm sind die häufigsten Formen von Verdauungsprobleme und Hauptgrund für einen Arztbesuch. Etwa 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung, vorwiegend Frauen, leiden an den so genannten „funktionellen Magen-Darm-Beschwerden“. Diese Bezeichnung wurde gewählt, weil das Verdauungssystem nicht mehr richtig funktioniert, obwohl keine organische Erkrankung gefunden werden kann.
Auslöser beider Erkrankungen können Infektionen, Medikamente, Nahrungsmittel und andauernder Stress sein. Übergewicht, Bewegungsarmut und Alkoholkonsum können zusätzlich die natürliche Funktion des Verdauungssystems stören und Verdauungsprobleme auslösen. Reizmagen und Reizdarm treten allein oder zusammen auf und schränken die Lebensqualität meist massiv ein. Bei beiden Erkrankungen treten wiederkehrende Schmerzen im Verdauungstrakt auf.
Der Reizmagen wird auch als „funktionelle Dyspepsie“ bezeichnet. Eine der Hauptursachen ist eine Überempfindlichkeit des Nervensystems im oberen Magen-Darm-Trakt, die wiederum psychische Gründe haben kann. Typisch sind Verdauungsprobleme im Magen und Dünndarmbereich, die länger als drei Monate immer wieder auftreten: Druck- und Völlegefühl nach dem Essen, das Gefühl, nach einigen Bissen bereits satt zu sein und Schmerzen im Oberbauch.

Beim Reizmagen kommt es auch häufig zu unangenehmem Aufstoßen und Sodbrennen, deren Ursachen sowohl eine Über- als auch eine Untersäuerung sein können. Der Reizdarm wird auch als „Reizdarmsyndrom“ bezeichnet. Wie beim Reizmagen können auch hier seelische oder psychische Probleme die Funktion des so genannten Bauchhirns stören – was ebenfalls zu zahlreichen Beschwerden führen kann: Starke Schmerzen und Spasmen im Bauch, Blähungen, Durchfall und Verstopfung oder ungewöhnlicher Stuhlgang. Diese Symptome schränken die Patienten erheblich in ihrer Lebensgestaltung ein, was zu weiterem Stress führt, der die Symptome wie in einem Teufelskreis erneut verstärkt.

Untersäuerung

Die Untersäuerung als Ursache der Verdauungsprobleme, also ein Mangel an Magensäure, spielt eine besondere Rolle bei älteren Menschen, die an Verdauungsbeschwerden leiden. Der Grund: Das wichtigstes Verdauungshormon – der „Magenmotor“ Gastrin – wird nicht mehr in ausreichendem Maß produziert. Dadurch kommt es zu einer verminderten Ausschüttung der Magensäure (Salzsäure), die bei den Verdauungsprozessen im Magen eine zentrale Rolle einnimmt. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Übersäuerung: Sodbrennen, Aufstoßen und Schmerzen im Oberbauch. Betroffene können ihre Untersäuerung daran bemerken, wenn die oft vorschnelle Behandlung mit einem Säurehemmer wie Omeprazol oder Pantoprazol langfristig nicht den gewünschten Erfolg zeigt.

Durchfall (Diarrhöe)

Durchfall ist an sich keine Krankheit, sondern ein Zeichen auf eine körperliche Belastung, die durch anderes Essen, Bakterien-, Parasiten-, Pilz- und Virusinfektionen, verschiedene Vergiftungen, Nebenwirkungen von Medizin, physischen und psychischen Stress oder von einer Reaktion von Zeitunterschieden bei längeren Reisen verursacht werden kann. In Verbindung mit Reisen können Verdauungsprobleme in Form von Diarrhöe auch durch eine Nahrungsinfektion von Bakterien oder aufgrund von Viren, die sich epidemisch verbreiten können, verursacht werden.

Divertikel (Diverticulum)

Geschwächte Stellen in den Wänden des Darms können nachgeben dem Druck des Essens und der Luft im Darm nachgeben, und kleine Täschchen bilden, in denen das essen eindringt und nicht weiterkommt und Verdauungsprobleme auslöst. Sowohl Essen und Stuhl können in solchen Ausbuchtungen liegen und verrotten, und hier können Entzündungen, Divertikulitis und Magenschmerzen entstehen. Häufig ist die Rede von einer großen Anzahl an Divertikel. Die Verwesungsbakterien, die in diesen Divertikeln gedeihen produzieren Giftstoffe, die viele verschiedene Beschwerden verursachen können. Die meisten Darmdivertikel sitzen im Dickdarm. Sie können auch im Speiserohr, im Magen und im Dünndarm entstehen. Die Symptome sind u.a. schlechter Atem.

Weitere Informationen zu diesem Thema

Weitere interssante Informationen aus diesem Gebiet:

Eine Liste aller bereits veröffentlichten Themen finden Sie unter Innere Medizin A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.12.2017
Für Sie passende Themen
Ihre Meinung ist uns wichtig

Dr-Gumpert.de ist ein Projekt, das mit viel Engagement vom Dr-Gumpert.de Team betrieben wird. Im Vergleich zu anderen Seiten ist vielleicht nicht alles so perfekt, aber wir gehen persönlich auf alle Kritikpunkte ein und versuchen die Seite stets zu verbessern.
An dieser Stelle bedanken wie uns bei allen Unterstützern unserer Arbeit.
Wenn Ihnen diese Seite gefallen hat, unterstützen auch Sie uns und drücken Sie: