Folgen Sie uns auf:


Symptome eines Rippenbruchs

Beschwerden bei einem Rippenbruch

Bei einem Rippenbruch stehen besonders die starken Schmerzen im Vordergrund. Diese werden durch die Bewegungen des Brustkorbes während der Atmung immer wieder verstärkt. Tiefe Einatmung oder ein Hustenstoß verstärken die Schmerzen noch mal massiv. Aufgrund der starken Schmerzen sucht sich der Betroffene oft eine Position, in der die Schmerzen besonders gering sind.

Ähnliche Symptome zeigen sich auch bei einer Rippenprellung. 

Folgendes könnte Sie auch interessieren: Schmerzen zwischen Rippen

Auch die Atmung wird deutlich eingeschränkt, der Patient atmet flach. Er befindet sich in dieser Situation oft in einem Zwiespalt zwischen starken Schmerzen und dem Atemantrieb. Atmet ein Patient dann deutlich zu wenig, kann der Sauerstoffgehalt im Blut zu gering werden. Dies wird durch eine Blaufärbung (Zyanose) zunächst der Lippen, Finger und Zehen sichtbar. So kann der Rippenbruch zu einer Art Atemnot führen. Oftmals schränken Brüche vorne an der Brust die Atemarbeit deutlich stärker ein als Brüche an der Seite. Diese Symptome treten bei allen Formen des Rippenbruchs auf, auch wenn nur eine einzelne Rippe gebrochen ist.

Lesen Sie mehr zum Thema: Rippenbruch Schmerzen und Rippenbruch oder Rippenprellung


Sind mehrere Rippen gebrochen (Rippenserienfraktur = mindestens drei gebrochene Rippen), kann eine paradoxe Atmung auftreten.
Hierbei zieht sich der Brustkorb aufgrund der Knochenbrüche bei der Einatmung nach innen und wölbt sich bei der Ausatmung nach außen: Also ganz im Gegensatz zu der normalen Atembewegung.

Besonders Rippenserienfrakturen können zu zahlreichen weiteren inneren Verletzungen führen. Die gebrochenen Rippen können mit ihren spitzen Enden zahlreiche Organe, wie Herz oder Hauptschlagader (Aorta), verletzten.
Besonders häufig ist die Lunge betroffen. Hierbei kann die Lunge selbst verletzt sein und führt dann zu Blutansammlungen im Brustkorb (Hämatothorax).
Dies verschlechtert die Atemsituation massiv. (Weitere Informationen hierzu finden Sie unter: Hämatothorax)

Eine weitere häufigere Komplikation ist ein Pneumothorax. Dabei dringt Luft über die verletzte Brustwand in die Brusthöhle ein und hebt den physiologisch bestehenden Unterdruck in der Brusthöhle auf. Die Lunge der betroffenen Seite fällt zusammen (kollabiert). Kann die Luft wieder aus dem Loch in der Brustwand entweichen, kann sich die Lunge bei der Einatmung wieder ausdehnen und eine Atmung ist weiterhin möglich.
Dennoch muss diese Form des Pneumothorax mittels einer Drainage behandelt werden.

Fragen Sie jetzt einen Orthopäden
12 Ärzte sind gerade online.
Alle 9 Sekunden wird eine Frage beantwortet!
Antwort erhalten

Die deutlich gefährlichere Form des Pneumothorax ist der Spannungspneumothorax. Dabei kann die Luft nicht mehr aus dem Brustraum entweichen, sondern dringt bei jeder Atembewegung in den Brustraum ein. Der Brustraum füllt sich mit Luft und engt die Lunge ein, sie kann sich nicht mehr ausdehnen. Schreitet der Spannungspneumothorax weiter voran, verschiebt die angesammelte Luft den gesamten Brustraum und die darin befindlichen Organe zur Gegenseite und knickt die großen lebenswichtigen Organe ab.
Der Patient leidet dann unter massiver Atemnot und wird schnell bewusstlos. Wird diese Situation nicht schnell genug erkannt und therapiert, ist dies ein lebensbedrohlicher Zustand.

Weitere Symptome eines Rippenbruchs sind Druckschmerzhaftigkeit über der betroffenen Rippe. Ein offener Bruch führt zur Durchspießung der Haut. Das Bruchende ist von außen sichtbar. Sind mehrere Rippen gebrochen, kann der gesamte Brustkorb instabil und verschieblich sein.

A -Rippenbruch (Rippenfraktur)
B -Pneumothorax (Lungenkollaps)
C - Rippenserienbruch
D - Rippenstückbruch
(Rippenreihenbruch)

  1. Schlüsselbein - Clavicula
  2. Rippe - Costa
  3. Rippen 1-7 (wahre Rippen) -
    Costa 1-7 (Costae verae)
  4. Rippenknorpel -
    Cartilago costalis
  5. Rippen 11
    (rudimentäre Rippen) -
    Costa 11 (Cost. fluctuantes)
  6. Rippen 8-10 (falsche Rippen) -
    Costa 8-10 (Costae spuriae)
  7. Brustbeinhandgriff -
    Manubrium sterni
  8. Rechte Lunge -
    Pulmo dexter
  9. Brustbeinkörper -
    Corpus sterni
  10. Linke Lunge -
    Pulmo sinister
  11. Schwertfortsatz -
    Processus xiphoideus
  12. Rippen 12
    (rudimentäre Rippen) -
    Costa 12 (Cost. fluctuantes)
  13. Rippenbogen -
    Arcus costalis

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Schwellung bei einem Rippenbruch

Neben Schmerzen sowohl bei der Bewegung als auch bei der Atmung, kann auch eine Schwellung bei einem Rippenbruch vorkommen.

Diese Schwellung kann durch den Rippenbruch selbst auftreten, wenn sich der Knochen nach außen in vorwölbt oder kann auch in Folge einer Blutung entstehen. Werden bei einem Rippenbruch die Gefäße oder auch innere Organe verletzt, kann ein Bluterguss (Hämatom) entstehen, das sich unter der Haut ausbreitet und zu einer Schwellung im Bereich der Verletzung führt. Die Haut über der Schwellung zeigt sich dann gespannt und rot- bläulich gefärbt. Oftmals ist diese Region sehr druckempfindlich und bei Berührung treten sehr starke Schmerzen auf. Für eine ärztliche Behandlung ist die Schwellung ein Hinweis auf die Lokalisation der Verletzung.

Um eine Schwellung zu vermeiden, sollte direkt nach dem Unfall die betroffene Seite ausreichend gekühlt werden. So wird verhindert, dass übermäßig Blut oder Flüssigkeit ins Gewebe fließen können, da sich die Gefäße bei Kälte zusammen ziehen.

Symptome eines Rippenbruchs beim Kind

Wenn Kinder sich verletzten oder einen Unfall erleiden, erschrickt nicht nur das Kind sondern auch die Eltern werden einer herausfordernden Situation gestellt. Da sich Kinder oft schlecht ausdrücken können, wo genau sie Schmerzen haben und in welcher Art sich der Schmerz äußert, müssen die Eltern zum einen gezielt fragen, wo es weh tut und zum anderen sollten sie das Kind genau beobachten.

Durch einen Sturz oder Unfall können sich Kinder auch einen Rippenbruch zu ziehen. Das Kind, wenn es schon etwas älter ist, kann eventuell auch schon beschreiben, dass es ein Knacken gehört hat.

Rippenbrüche können auch bei Kindern sehr schmerzhaft sein. Ein Hinweis auf eine oder mehrere gebrochene Rippen kann eine flache Atmung sein. Das verletzte Kind atmet nicht mehr normal tief ein, weil es dabei noch größere Schmerzen hat. Auch jede Art von Bewegung kann Schmerzen verursachen, daher sollte das Kind beruhigt und ruhig gehalten werden, bis ärztliche Hilfe eintrifft. Weiterhin können durch die Rippenbruch innere Organe verletzt werden. Manche Rippenbrüche können daher auch zu einem tief liegenden Bluterguss führen. In jedem Fall sollte das Kind von einem Arzt genauer untersucht werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Bluterguss beim Kind

Heilungsdauer eines Rippenbruchs

Die Heilungsdauer eines Rippenbruchs ist abhängig vom dem Schweregrad des Bruchs und auch von der Anzahl der gebrochenen Rippen. Unkomplizierte Rippenbrüche, die ein bis zwei Rippen betreffen, heilen in der Regel innerhalb der nächsten sechs Wochen.

Etwas länger benötigen stabile Rippenbrüche, die drei oder mehr Rippen betreffen und zudem auf der gleichen Seite des Brustkorbs liegen. An der Bruchstelle wird in den ersten vier Wochen zunächst das zerstörte Knochengewebe abgebaut. Zunächst bildet sich dann ein Kallus. Dieser Kallus besteht aus weichem knöchernen Material und ist weniger belastbar als der eigentliche Knochen. Aber bereits nach der Kallusbildung werden die Schmerzen des Patienten deutlich geringer.

Im weiteren Verlauf wird das weiche Gewebe durch die eigentliche harte und stabile Knochenmatrix ersetzt. Bis die volle Belastbarkeit wieder erreicht ist, können bis zu zwölf Wochen vergehen. Die Heilungsdauer ist weiterhin auch abhängig vom Alter des Patienten sowie der Lage des Knochenbruchs.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Heilungsdauer eines Rippenbruchs

Bei jüngeren Patienten, die sich zudem noch im Wachstum befinden, heilen Brüche generell schneller. Bei älteren Patienten kann die Heilungsdauer dagegen schon deutlich länger dauern. Problematisch wird die Heilung, wenn zusätzlich zu dem Rippenbruch eine Osteoporose vorliegt. Hier wird dann eine operative Versorgung des Bruchs notwendig, um den Körper bei der Heilung zu unterstützen.

Ein operative Behandlung ist auch bei anderen Gegebenheiten erforderlich. Dazu zählen zum Beispiel Rippenserienbrüche, also wenn mehrere Frakturen nebeneinander liegen. Weiterhin müssen stark gesplitterte Frakturen oder mehrfach gebrochene Rippen auch in einer Operation wieder miteinander verbunden werden. Eine Operation kann die Heilung beschleunigen oder verlängern. Das ist schließlich von der Operationstechnik und der Komplexität der Fraktur abhängig.

Manche Rippenbrüche werden mit Schrauben und Metallplatten wieder verbunden. Je nach Art des Bruchs können diese Platten im Körper verbleiben oder werden nach der Ausheilung wieder entfernt. Bei solchen versorgten Brüchen dauert die Heilung meistens etwas länger. Ist dann die volle Belastbarkeit der Rippen wieder erreicht, können die Metallplatten wieder entfernt werden. Demnach findet eine erneute Operation statt, dessen Wunde in der Regel aber sehr klein ist und die Heilung schnell voran geht.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.07.2018
Für Sie passende Themen
Ihre Meinung ist uns wichtig

Dr-Gumpert.de ist ein Projekt, das mit viel Engagement vom Dr-Gumpert.de Team betrieben wird. Im Vergleich zu anderen Seiten ist vielleicht nicht alles so perfekt, aber wir gehen persönlich auf alle Kritikpunkte ein und versuchen die Seite stets zu verbessern.
An dieser Stelle bedanken wie uns bei allen Unterstützern unserer Arbeit.
Wenn Ihnen diese Seite gefallen hat, unterstützen auch Sie uns und drücken Sie: