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Rippenbogen

Einleitung

Der Rippenbogen bezeichnet im engen anatomischen Sinn einen knorpeligen Teil des Brustbeines, der eine Verbindung der 8.-10. Rippe zum Brustbein darstellt. Diese Rippen 8-10 haben keinen direkten Kontakt zum Brustbein (Sternum) und sind nur indirekt über Knorpel am Brustbein befestigt. Im weiteren Sinn wird aber auch generell der untere Anteil des knöchernen Brustkorbs als Rippenbogen bezeichnet. Ganz allgemein kann auch der Bogen, den auf jeder Seite eine Rippe zwischen der Wirbelsäule und dem Brustbein aufspannt, mit dem Wort Rippenbogen bezeichnet werden.

Schmerzen und Beschwerden in diesem Bereich können sowohl von den Rippenknochen und den Muskeln her kommen, außerdem können sie von den in diesem Bereich liegenden Organen her rühren.

Anatomie

Als Rippenbogen im anatomischen Bereich bezeichnet man die knorpelige Verbindung der 8. - 10. Rippe zum Sternum, dem Brustbein. Der Rippenbogen ist ein Teil der unteren Thoraxaperatur (/-öffnung).

Diese wird aus dem 12. Brustwirbelkörper, dem 12. Rippenpaar sowie den Enden des 11. Rippenpaares, dem Rippenbogen und dem unteren Ende des Brustbeins (Schwertfortsatz, Processus xiphoideus) gebildet. Nach unten hin ist die untere Thoraxaperatur durch das Zwerchfell vom Bauchraum getrennt.

Neben der unteren gibt es auch eine obere Thoraxaperatur, die aus dem 1. Brustwirbelkörper, dem 1. Rippenpaar und dem Oberrand des Brustbeins gebildet wird. Nach oben hin schließt sich der Hals an.

Alle Rippen bestehen aus einem Rippenkopf, -hals und Rippenkörper. Der Rippenkopf und -hals stehen in Verbindung mit der Brustwirbelsäule und sind dort über Bänder fixiert. Durch Knorpel sind die Rippen wiederum vorne am Sternum befestigt.

Die Rippen, die direkt mit ihrem Knorpel am Sternum ansetzen, werden als „wahre Rippen“ (Costae verae) bezeichnet. Das sind die Rippen 1.-7.. Als „falsche Rippen“ werden die Rippen 8.-10. benannt, da sie sich mit ihrem Knorpel an die nächst höhere Rippe anlegen und so indirekt zum Sternum ziehen. Diese bilden dadurch den Rippenbogen.

Insgesamt hat der Mensch 12 Rippenpaare, wobei die 11. und 12. Rippe nicht bis an das Brustbein gelangen und ohne Kontakt zu den anderen Rippen frei in der Rumpfwand enden. Generell kann aber auch der Bogen, der zwischen Wirbelsäule und Brustbein durch eine Rippe gebildet wird, als Rippenbogen bezeichnet werden.

Funktion

Die Rippen und der Rippenbogen allgemein dienen zum Schutz und Funktion der Lunge und des Herzens, stellen eine anatomische Begrenzung dar und sind Ansatzpunkt für wichtige Muskeln. Als Bestandteil der unteren Thoraxaperatur dient der eigentliche anatomische Rippenbogen zur Abgrenzung von Brust- und Bauchraum.

Damit befinden sich unterhalb des Rippenbogens im Bauchraum wichtige Organe wie links der Magen und rechts die Leber. Der Rippenbogen dient zudem als Ansatzpunkt für Muskeln, wie zum Beispiel das Zwerchfell oder einer der Bauchmuskeln, der gerade senkrecht verlaufende M.rectus abdominis.
Die Breite und Form des Brustkorbs bestimmt den Winkel im Rippenbogen.

Schmerzen am Rippenbogen

Schmerzen am Rippenbogen können viele Ursachen haben. In den häufigsten Fällen geht der Schmerz nach kurzer Zeit von selbst weg und hat keine lebensbedrohlichen Folgen.

Wenn der Schmerz aber länger anhält, sollte auf jeden Fall ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden. Wichtig ist, dass der eigentliche Bogen, der aus Knochen bzw. Knorpel besteht, nicht durch Nerven innerviert ist. Somit entstehen die Schmerzen nur durch die gereizte darüberliegende Haut, die den Schmerz aus dem Bauchraum oder auch anderen Arealen empfängt und weiterleitet.

Viele Organe befinden sich in enger räumlicher Nähe zum Rippenbogen. Auf der linken Seite können die Milz oder der Magen für Schmerzen sorgen, wie zum Beispiel ein Reizmagen oder auch eine vergrößerte Milz. Auf der rechten Seite kann die Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse oder auch der Darm Schmerzen verursachen. Auslöser für die Schmerzen können Entzündungen der einzelnen Organe sein oder auch Obstipationen (Verstopfungen) im Darm.

Des Weiteren können die am Rippenbogen ansetzenden Muskeln gereizt sein. Beispielsweise beim Muskelkater oder es kann ein Muskelfaserriss vorliegen. Auch Schwellungen der Organe oder des Bauches an sich können zu Schmerzen führen.

Schmerzen nach einem Unfallereignis können von Prellungen bis hin zu mehrfachen Rippenbrüchen reichen. Gemeinsam ist diesen, dass Verletzungen an den Rippen oft extrem schmerzhaft sind und durch tiefes Einatmen verstärkt werden können. Meist lässt sich der Schmerz auch durch Druck auf die schmerzende Stelle verstärken. Bei der sogenannten Interkostalneuralgie handelt es sich um Nervenschmerzen der Nerven, die zwischen zwei Rippen im Zwischenrippenraum verlaufen und auch des Nervs unterhalb der letzten Rippe. Die Schmerzen sind typischerweise stechend und können durch Druck sehr genau lokalisiert werden. Bei bestimmten Bewegungen kommt es zu Schmerzspitzen. Bei einigen Interkostaleuralgien kann eine Ursache gefunden werden (zum Beispiel eine Nervenwurzelirritation in Rückenmarksnähe, eine Gürtelrose oder ein Bruch, der den Nerv einklemmt. Häufig bleibt die Ursache aber unbekannt. Auch Muskelverspannungen können im Bereich des Rippenbogens auftreten, so auch bei starkem, heftigen Husten.

 

Symptome von Schmerzen am Rippenbogen

Beschwerden im Bereich des Rippenbogens können äußerst vielfältige Ursachen haben. Zunächst einmal muss unterschieden werden, ob diese Schmerzen auf einen Unfall zurückzuführen sind. So können nach einem Sturz auf den Brustkorb Schmerzen in diesem Bereich auftreten. Auf der anderen Seite können auch alle Organe, die in diesem Bereich zu finden sind, zu Schmerzen unterschiedlichster Art führen. Grob unterschieden werden dabei kolikartige Schmerzen, die in einem wellenförmigen Verlauf stärker und wieder schwächer werden, dumpfe Dauerschmerzen, sich stetig steigernde Schmerzen und solche, die sich zum Beispiel durch Druck oder durch tiefes Einatmen auslösen lassen.

Haben Sie Schmerzen zwischen den Rippen? Lesen Sie mehr zum Thema: Schmerzen zwischen den Rippen - Ursachen und Behandlung

Entzündung am Rippenbogen

Die Ursachen einer Entzündung am Rippenbogen sind vielfältig.

Eine Art der Entzündung stellt die Rippenfellentzündung dar (Pleuritis). Das Rippenfell liegt den Rippen von innen an. Ihm gegenüber liegt das Lungenfell, das der Lunge direkt aufliegt. Zusammen stellen sie die Pleura dar.

Sowohl das Rippen- als auch das Lungenfell sind dünne Häute, die durch einen Spalt voneinander getrennt sind. In diesem Spalt befindet sich eine geringe Menge Pleuraflüssigkeit, eine Art Schmiermittel, die ein reibungsloses Gleiten der Häute beim Atmen ermöglicht. Man unterscheidet eine trockene und feuchte Rippenfellentzündung, die verschiedene Ursachen haben und sich unterschiedlich symptomatisch äußern.

Eine trockene Entzündung entsteht unter anderem in Folge einer Lungenentzündung mit Überspringen der Erreger auf die Pleura, einer akuten Bronchitis oder aber auch bei einer Entzündung benachbarter Organe im Bauchraum. Symptome können trockener Husten oder starke Brustschmerzen beim Atmen sein, wobei man beim Abhorchen rasselnde, knarrende Geräusche hören würde, da Rippenfell und Lungenfell aufgrund der Entzündung aneinander reiben.

Eine feuchte Entzündung kann in Folge einer trockenen Rippenfellentzündung auftreten. Dabei kann Fieber ein Symptom darstellen sowie vermehrte Pleuraflüssigkeit. Wenn die Flüssigkeit immer weiter an Menge zunimmt, spricht man von einem Pleuraerguss, der sich mit Atemnot oder Schmerzen in der Schulter bemerkbar macht.

Besenreiser am Rippenbogen

Treten die Besenreiser bereits in der Kindheit oder frühen Erwachsenenalter auf, sind die Ursachen meist harmlos. Die häufigste Ursache ist eine Insuffizienz der Venenklappen.

Die Venenklappen sorgen eigentlich dafür, dass das Blut aus der unteren Körperhälfte gleichmäßig zum Herzen gepumpt wird und nicht in den Beinen versackt. Funktioniert eine Venenklappe nicht mehr richtig, kann sie die Blutsäule in dem Bereich nicht mehr halten und das Blut versackt nach unten. Dabei kann sich die aufgestaute Blutsäule auf alternative Wege in kleinen Venen zurückstauen.

Besenreiser am Rippenbogen oder allgemein im Oberkörperbereich können aber auch Hinweise auf organische Ursachen sein. Dabei können sowohl Störungen am Herzen als auch in der Leber für die kleinen feinen Venen an der Körperoberfläche sorgen.

Wenn weitere Symptome wie ein plötzlicher Leistungsabfall, Schmerzen in der Brust, Gelbfärbung der Skleren oder sogar der Haut an sich auftreten, sollte auf jeden Fall ein Arzt zur weiteren Abklärung aufgesucht werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Besenreiser entfernen - Das ist die beste Behandlung, Besenreiser lasern - Was bringt die Lichttherapie?

Ausschlag am Rippenbogen

Ein Ausschlag ist nicht immer gleich. Wichtig ist es, zu schauen, wie sich der Ausschlag entwickelt.

Trat der Ausschlag plötzlich auf oder kam er schleichend, sind es rote Flecken, Punkte, Quaddeln oder Pusteln? Juckt oder schmerzt er ohne oder gerade bei Berührung? Ist nur eine Seite betroffen oder beide Körperseiten?

Oftmals ist die Ursache harmlos, es können aber auch Erkrankungen dahinter stecken, sodass ein Besuch beim Arzt empfehlenswert ist. Ein häufiger Grund für einen Ausschlag sind Allergien gegen beispielsweise Kosmetika, Lebensmittel oder Pollen und Gräser. In vielen Fällen wird der Ausschlag begleitet von weiteren Symptomen wie Juckreiz, Husten, Schnupfen oder ähnlichem.

Ein anderer Grund für rote Flecken am Rippenbogen ist beispielsweise die Gürtelrose. Gürtelrose kann zum Beispiel bei Immungeschwächten oder unter starkem Stress leidenden Menschen auftreten.
Verursacher sind die Viren, die in der Kindheit Windpocken auslösen. Nach der ersten Erkrankung mit Windpocken verbergen sich die Viren entlang der Nervenbahnen. Unter Umständen können sie reaktiviert werden, wobei eine Gürtelrose auftritt.

Die Viren breiten sich entlang von Nervenbahnen aus, die oft von der Wirbelsäule ausgehend nach vorne Richtung Brust und Bauch ziehen und sich wie ein „Gürtel“ um den Körper schlingen. Die ersten Symptome einer Gürtelrose sind juckende, zum Teil stechende Schmerzen, danach treten Bläschen auf, die gefüllt sind mit infektiöser, Virus-enthaltender Flüssigkeit. Nach einigen Tagen brechen die Bläschen auf und verkrusten sich. In der Regel heilt eine Gürtelrose nach einigen Wochen von selber aus. Haben Sie Symptome, die für eine Gürtelrose sprechen, sollten sie zum Arzt gehen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Hautausschlag durch eine Allergie

Schwellung am Rippenbogen

Für eine Schwellung am Rippenbogen kommen verschiedene Gründe in Betracht. Befindet sich die Schwellung oberflächlich in der Haut, könnte eine Haarwurzel oder Talgdrüse entzündet sein oder Kleidung könnte zu sehr an der Haut gerieben haben. In der Regel bildet sich die Schwellung in einigen Tagen zurück.

Tut sie dies nicht oder treten Schmerzen auf, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Eine Schwellung am Rippenbogen kann auch ernsthafte Ursachen haben. Durch einen Sturz könnte eine Rippe geprellt oder angebrochen sein. Befindet sich die Schwellung eher unterhalb des Rippenbogens rechts oder links, könnten Organe betroffen sein wie die Leber oder Milz.

Jedoch kann auch eine Entzündung der Knorpel am Brustbein zu einer Schwellung führen, man spricht dabei von einer Costochondritis, einer Rippenknorpelentzündung, die allerdings eher selten auftritt.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Haarbalgentzündung, Talgsrüse verstopft - Was tun?

Prellung am Rippenbogen

Fällt man bei einem Sturz unglücklicherweise auf den Brustkorb, ist Aufmerksamkeit geboten, da sich die Lunge direkt unterhalb des Brustkorbs befindet.

Eine Prellung der Rippen äußert sich in einer Schwellung des Bereiches, möglichen Schmerzen, gegebenenfalls daraus folgenden leichten Einschränkungen beim Atmen und einen später auftretenden Bluterguss. In der Regel klingen die Symptome von selber ab. Tritt plötzlich Atemnot auf oder werden die Schmerzen stärker, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Die Rippe könnte gebrochen sein und die Lunge beschädigt haben.

Lesen Sie hierzu mehr unter: Rippenprellung - Was ist zu tun?

Juckreiz am Rippenbogen

Die Ursache von Juckreiz ist vielfältig. Eine Kontaktallergie könnte eine Möglichkeit sein, die durch Waschmittel oder bestimmte Textilien auf der Haut ausgelöst werden kann.

Auch wenn man stark schwitzt und sich der Schweiß in Hautfalten sammelt, kann es jucken.

Eine andere Ursache, sich ständig kratzen zu müssen, kann eine Neuralgie sein. Feine Nerven ziehen von der Wirbelsäule beginnend unterhalb einer Rippe entlang Richtung Brustbein, dies sind die Interkostalnerven. Sind diese Nerven entzündet oder gereizt, können fehlerhafte Impulse über die Nervenbahnen geleitet werden, sodass es den Anschein hat, dass es juckt.

Treten zusätzlich zum Juckreiz kleine Pusteln auf, kann es sich um eine Gürtelrose handeln.

Weitere Informationen finden Sie unter: Übermäßiges Schwitzen - Was ist die Ursache?, So vermeiden Sie übermäßiges Schwitzen

Krämpfe am Rippenbogen

Je nach Lokalisation und Art des Krampfes oder des anhaltenden Schmerzes kommen verschiedene Ursachen in Betracht.

Harmlose Ursachen für Schmerzen im Bereich des Rippenbogens können sein: Sodbrennen, Wirbelblockaden von Hals- und Brustwirbeln, wobei die Schmerzen in die Region ausstrahlen, Gallensteine oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder auch Verspannungen und Muskelkater.

Aber auch schwerwiegende Erkrankungen wie Angina pectoris (Engegefühl in der Brust), Herzinfarkt, Lungenentzündung, Brustfellentzündung, Herzbeutelentzündung oder Herzrhythmusstörungen können Ursache für krampfartige Schmerzen sein.

Tritt Atemnot auf, strahlen die Schmerzen in die Schulter, Arm, Kiefer oder -vor allem bei Frauen-  Oberbauchregion aus oder Sie spüren ein Stechen im Herzen, sollten sie schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Lesen Sie hierzu mehr unter: Bauchspeicheldrüsenentzündung - Wie gefährlich ist das?

Taubheitsgefühl am Rippenbogen

Unter den Rippen verlaufen die sogenannten Interkostalnerven. Fällt ein solcher Nerv aus, kann es zum Taubheitsgefühl in der betroffenen Region kommen. Ursachen für Ausfälle von Interkostalnerven können ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Brustwirbelsäule sein oder Multiple Sklerose.

Muskelfaserriss am Rippenbogen

Am Rippenbogen haben sowohl die Bauchmuskeln ihren Ursprung als auch die Atemhilfsmuskeln, die die Atmung unterstützen können.

Die Atemhilfsmuskeln sind die Brustmuskeln (M.pectoralis major und minor) und die Interkostalmuskeln, die die Rippen untereinander verbinden. Stützt man beim Einatmen die Unterarme auf, helfen die Brustmuskeln beim Heben des Brustkorbs. Zieht man sich einen Muskelfaserriss in den Brustmuskeln z.B. beim Sport zu, können bewegungsabhängige stechende Schmerzen im Bereich der Brust auftreten.

Muskelfaserrisse in den Interkostalmuskeln sind eher selten und häufig eine Folge von Rippenbrüchen, z.B. durch einen Sturz. Durch häufiges Bauchmuskeltraining überanspruchte Bauchmuskeln können dort zu einem Muskelfaserriss führen. Dabei kann der Schmerz am Rippenbogen oder aber auch in tiefer liegenden Bereichen des Bauches auftreten, je nachdem wo der Muskel geschädigt ist.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Muskelfaserriss zwischen den Rippen

Therapie von Verletzungen am Rippenbogen

So vielfältig die Ursachen für Schmerzen im Bereich des Rippenbogens sein können, so unterschiedlich ist auch die Therapie. Verletzungen nach einem Unfall sind unabhängig der Ursache in den meisten Fällen sehr schmerzhaft. So kann eine Rippenprellung ähnlich starke Schmerzen verursachen wie eine Rippenfraktur. Nach Ausschluss von schweren Folgen, wie beispielsweise einer größeren Blutung, einer Nervenverletzung oder einer Verletzung der Lunge durch einen Rippenbruch, werden Rippenbrüche und Prellungen ähnlich behandelt.

An erster und wichtigster Stelle steht eine ausreichende Schmerztherapie, die mit klassischen Schmerzmitteln wie beispielsweise Ibuprofen und Diclofenac (Voltaren) begonnen wird. Je nach Schmerzstärke müssen die Dosierung und auch das Medikament abgewogen werden. Die ausreichende Schmerzmedikation ist vor allem deshalb wichtig, da durch die Schmerzen beim Atmen automatisch die Atemtiefe geringer gehalten wird. Dies birgt auch die Gefahr der Entwicklung von Lungenentzündungen. Besonders bei älteren Menschen und Menschen mit anderen Vorerkrankungen, die das Risiko für eine Lungenentzündung erhöhen, kann zusätzlich eine Atemgymnastik oder Atemtherapie sinnvoll sein. Dabei erlernt der Betroffene/die Betroffene mit einem Physiotherapeuten eine möglichst schmerzarme Atmung bei gleichzeitig ausreichender Atemtiefe. Generell sollte nach Verletzungen im Bereich des Rippenbogens eine Sportpause und körperliche Schonung erfolgen.


Bei Schmerzen durch eine so genannte Interkostalneuralgie sollte zunächst nach einer auslösenden Ursache gesucht werden und diese wenn möglich beseitigt werden. So kann beispielsweise eine Gürtelrose durch eine entsprechende Therapie mit Aciclovir schwere Verläufe verhindern. Bei der Einklemmung eines Nervens durch einen Rippenbruch muss der Druck vom Nerven genommen werden.

Zusätzlich kommen muskelentspannende Medikamente (sogenannte Muskelrelaxantien) zur Anwendung. Ist genau ein Nerv betroffen und/oder findet sich ein klarer Auslösepunkt kann ein Anspritzen des Nervs und seiner Wurzel mit einem Lokalanästhetikum helfen die Schmerzen zu bessern. Auch Physiotherapie, klassische Massagen und Elektrotherapie kommen hier zur Anwendung.

Diagnose einer Verletzung am Rippenbogen

Um die Ursache von Schmerzen im Bereich des Rippenbogens zu ergründen, ist zunächst eine ausführliche Erhebung der Krankheitsgeschichte notwendig. Generell gibt es bei Schmerzen im Brustkorb eine Vielzahl an möglichen Differenzialdiagnosen, die zunächst ausgeschlossen werden müssen (zum Beispiel ein Herzinfarkt und andere Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems, Lungenerkrankungen, Erkrankungen der Speiseröhre wie zum Beispiel Reflux und des Magens). Im Folgenden soll auf die Diagnostik von Schmerzen eingegangen werden, die ihre Ursache am Rippenbogen haben.

Bei der Krankengeschichte ist besonders zwischen Schmerzen nach einem Unfall (zum Beispiel einem Zusammenstoß beim Sport oder einem Sturz auf den Brustkorb) und Schmerzen, die ohne erkennbare Ursache aufgetreten sind, zu unterscheiden. Die Krankengeschichte sollte dann mit einem Betrachten des Rippenbogens und des gesamten Oberkörpers ergänzt werden. Hierbei wird insbesondere auf Prellmarken, Fehlhaltungen aber auch auf andere Hautveränderungen (z.B. Blasen bei einer Gürtelrose) geachtet.

Durch Abtasten des Rippenbogens können schmerzhafte Regionen identifiziert werden und mögliche Triggerpunkte gefunden werden. Ein Abhören der Lunge und gegebenenfalls des Herzens kann Hinweise auf andere Ursachen der Schmerzen im Bereich des Brustkorbs liefern und Hinweise auf Komplikationen bei einem Rippenbruch geben.

Bei einem Verdacht auf einen Rippenbruch kann eine Röntgendiagnostik helfen, wobei diese nicht generell notwendig ist, da sich die Therapie einer Prellung und eines einfachen Bruchs nicht unterscheidet. Besonders wichtig kann sie bei dem Verdacht auf Verletzungen der Lunge in Folge einer Durchspießung sein, wobei sich in der Regel klinisch bereits Hinweise darauf zeigen. Auch mittels Ultraschall lassen sich Rippenfrakturen gelegentlich darstellen.

Bei der sogenannten Interkostalneuralgie zeigen sich häufig Triggerpunkte. Diese sollen bei der Untersuchung gefunden werden und können ein Ansatzpunkt für die Therapie sein.

Prognose bei einer Verletzung am Rippenbogen

Die Prognose ist für die beschriebenen Erkrankungen in der Regel gut. Treten keine Komplikationen auf, verheilen Rippenbrüche meist innerhalb von etwa 6 Wochen, sodass die Schmerzen deutlich nachlassen. Die genaue Dauer der Heilung hängen von der Art des Bruchs, dem Alter des Betroffenen / der Betroffenen und von Vorerkrankungen ab. Nach diesen 6 Wochen ist der Bruch meist so stabil, dass er normalen Bewegungen standhält. Der gesamte Heilungsprozess zieht sich jedoch mit Anpassungs- und Umbauveränderungen deutlich länger. Die Rippe ist in dieser Zeit aber bereits wieder belastbar.

Auch Rippenprellungen heilen bei gutem Verlauf in der Regel in etwa vier Wochen aus.

Bei Interkostalneuralgien sind die Verläufe sehr unterschiedlich in ihrer Länge. Rasches Ausheilen bis hin zu langwierigen Verläufen sind möglich.

Prophylaxe einer Verletzung des Rippenbogens

Vorbeugen kann man den meisten der genannten Erkrankungen nur schwer. Generell sind Stürze und Unfälle wenn möglich zu vermeiden. Außerdem kann eine Behandlung beim Vorliegen einer Osteoporose helfen, um Rippenbrüche zu vermeiden.

Weitere Informationen zum Thema Rippenbogen

Weitere Informationen zum Thema Rippenbogen finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.07.2018
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