Rippenbogen

Einleitung

Der Rippenbogen bezeichnet im engen anatomischen Sinn einen knorpeligen Teil des Brustbeines, der eine Verbindung der 8.-10. Rippe zum Brustbein darstellt. Diese Rippen 8-10 haben keinen direkten Kontakt zum Brustbein (Sternum) und sind nur indirekt über Knorpel am Brustbein befestigt. Im weiteren Sinn wird aber auch generell der untere Anteil des knöchernen Brustkorbs als Rippenbogen bezeichnet. Ganz allgemein kann auch der Bogen, den auf jeder Seite eine Rippe zwischen der Wirbelsäule und dem Brustbein aufspannt mit dem Wort Rippenbogen bezeichnet werden.

Schmerzen und allgemein Beschwerden in diesem Bereich können sowohl von den Rippenknochen und den Muskeln her kommen, außerdem können sie von den in diesem Bereich liegenden Organen her rühren.

Symptome

Beschwerden im Bereich des Rippenbogens können äußerst vielfältige Ursachen haben. Zunächst einmal muss unterschieden werden ob diese Schmerzen auf einen Unfall zurückzuführen sind. So können nach einem Sturz auf den Brustkorb Schmerzen in diesem Bereich auftreten. Auf der anderen Seite können auch alle Organe, die in diesem Bereich zu finden sind zu Schmerzen unterschiedlichster Art führen. Grob unterschieden werden dabei kolikartige Schmerzen, die in einem wellenförmigen Verlauf stärker und wieder schwächer werden, dumpfe Dauerschmerzen, sich stetig steigernde Schmerzen und solche, die sich zum Beispiel durch Druck oder durch tiefes Einatmen auslösen lassen.

Haben Sie Schmerzen zwischen den Rippen? Lesen Sie mehr zum Thema: Schmerzen zwischen den Rippen - Ursachen und Behandlung

Ursache

Schmerzen nach einem Unfallereignis können von Prellungen bis hin zu mehrfachen Rippenbrüchen reichen. Gemeinsam ist diesen, dass Verletzungen an den Rippen oft extrem schmerzhaft sind und durch tiefes Einatmen verstärkt werden können. Meist lässt sich der Schmerz auch durch Druck auf die schmerzende Stelle verstärken. Bei der sogenannten Interkostalneuralgie handelt es sich um Nervenschmerzen der Nerven die zwischen zwei Rippen im Zwischenrippenraum verlaufen und auch des Nervs unterhalb der letzten Rippe. Die Schmerzen sind typischerweise stechend und können durch Druck sehr genau lokalisiert werden. Bei bestimmten Bewegungen kommt es zu Schmerzspitzen. Bei einigen Interkostaleuralgien kann eine Ursache gefunden werden (zum Beispiel eine Nervenwurzelirritation in Rückenmarksnähe, eine Gürtelrose oder ein Bruch, der den Nerv einklemmt. Häufig bleibt die Ursache aber unbekannt. Auch Muskelverspannungen können im Bereich des Rippenbogens auftreten, so auch bei starkem, heftigen Husten.

Therapie

So vielfältig die Ursachen für Schmerzen im Bereich des Rippenbogens sein können, so unterschiedlich ist auch die Therapie. Verletzungen nach einem Unfall sind unabhängig der Ursache in den meisten Fällen sehr schmerzhaft. So kann eine Rippenprellung ähnlich starke Schmerzen verursachen wie eine Rippenfraktur. Nach Ausschluss von schweren Folgen, wie beispielsweise einer größeren Blutung, einer Nervenverletzung oder einer Verletzung der Lunge durch einen Rippenbruch, werden Rippenbrüche und Prellungen ähnlich behandelt.

An erster und wichtigster Stelle steht eine ausreichende Schmerztherapie, die mit klassischen Schmerzmitteln wie beispielsweise Ibuprofen und Diclofenac (Voltaren) begonnen wird. Je nach Schmerzstärke müssen die Dosierung und auch das Medikament abgewogen werden. Die ausreichende Schmerzmedikation ist vor allem deshalb wichtig, da durch die Schmerzen beim Atmen automatisch die Atemtiefe geringer gehalten wird. Dies birgt auch die Gefahr der Entwicklung von Lungenentzündungen. Besonders bei älteren Menschen und Menschen mit anderen Vorerkrankungen, die das Risiko für eine Lungenentzündung erhöhen, kann zusätzlich eine Atemgymnastik oder Atemtherapie sinnvoll sein. Dabei erlernt der Betroffene/die Betroffene mit einem Physiotherapeuten eine möglichst schmerzarme Atmung bei gleichzeitig ausreichender Atemtiefe. Generell sollte nach Verletzungen im Bereich des Rippenbogens eine Sportpause und körperliche Schonung erfolgen.


Bei Schmerzen durch eine so genannte Interkostalneuralgie sollte zunächst nach einer auslösenden Ursache gesucht werden und diese wenn möglich beseitigt werden. So kann beispielsweise eine Gürtelrose durch eine entsprechende Therapie mit Aciclovir schwere Verläufe verhindern. Bei der Einklemmung eines Nervens durch einen Rippenbruch muss der Druck vom Nerven genommen werden.

Zusätzlich kommen muskelentspannende Medikamente (sogenannte Muskelrelaxantien) zur Anwendung. Ist genau ein Nerv betroffen und/oder findet sich ein klarer Auslösepunkt kann ein Anspritzen des Nervs und seiner Wurzel mit einem Lokalanästhetikum helfen die Schmerzen zu bessern. Auch Physiotherapie, klassische Massagen und Elektrotherapie kommen hier zur Anwendung.

Diagnose

Um die Ursache von Schmerzen im Bereich des Rippenbogens zu ergründen, ist zunächst eine ausführliche Erhebung der Krankheitsgeschichte notwendig. Generell gibt es bei Schmerzen im Brustkorb eine Vielzahl an möglichen Differenzialdiagnosen, die zunächst ausgeschlossen werden müssen (zum Beispiel ein Herzinfarkt und andere Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems, Lungenerkrankungen, Erkrankungen der Speiseröhre wie zum Beispiel Reflux und des Magens). Im Folgenden soll auf die Diagnostik von Schmerzen eingegangen werden, die ihre Ursache am Rippenbogen haben.

Bei der Krankengeschichte ist besonders zwischen Schmerzen nach einem Unfall (zum Beispiel einem Zusammenstoß beim Sport oder einem Sturz auf den Brustkorb) und Schmerzen, die ohne erkennbare Ursache aufgetreten sind, zu unterscheiden. Die Krankengeschichte sollte dann mit einem Betrachten des Rippenbogens und des gesamten Oberkörpers ergänzt werden. Hierbei wird insbesondere auf Prellmarken, Fehlhaltungen aber auch auf andere Hautveränderungen (z.B. Blasen bei einer Gürtelrose) geachtet.

Durch Abtasten des Rippenbogens können schmerzhafte Regionen identifiziert werden und mögliche Triggerpunkte gefunden werden. Ein Abhören der Lunge und gegebenenfalls des Herzens kann Hinweise auf andere Ursachen der Schmerzen im Bereich des Brustkorbs liefern und Hinweise auf Komplikationen bei einem Rippenbruch geben.

Bei einem Verdacht auf einen Rippenbruch kann eine Röntgendiagnostik helfen, wobei diese nicht generell notwendig ist, da sich die Therapie einer Prellung und eines einfachen Bruchs nicht unterscheidet. Besonders wichtig kann sie bei dem Verdacht auf Verletzungen der Lunge in Folge einer Durchspießung sein, wobei sich in der Regel klinisch bereits Hinweise darauf zeigen. Auch mittels Ultraschall lassen sich Rippenfrakturen gelegentlich darstellen.

Bei der sogenannten Interkostalneuralgie zeigen sich häufig Triggerpunkte. Diese sollen bei der Untersuchung gefunden werden und können ein Ansatzpunkt für die Therapie sein.

Prognose

Die Prognose ist für die beschriebenen Erkrankungen in der Regel gut. Treten keine Komplikationen auf, verheilen Rippenbrüche meist innerhalb von etwa 6 Wochen, sodass die Schmerzen deutlich nachlassen. Die genaue Dauer der Heilung hängen von der Art des Bruchs, dem Alter des Betroffenen / der Betroffenen und von Vorerkrankungen ab. Nach diesen 6 Wochen ist der Bruch meist so stabil, dass er normalen Bewegungen standhält. Der gesamte Heilungsprozess zieht sich jedoch mit Anpassungs- und Umbauveränderungen deutlich länger. Die Rippe ist in dieser Zeit aber bereits wieder belastbar.

Auch Rippenprellungen heilen bei gutem Verlauf in der Regel in etwa vier Wochen aus.

Bei Interkostalneuralgien sind die Verläufe sehr unterschiedlich in ihrer Länge. Rasches Ausheilen bis hin zu langwierigen Verläufen sind möglich.

Prophylaxe

Vorbeugen kann man den meisten der genannten Erkrankungen nur schwer. Generell sind Stürze und Unfälle wenn möglich zu vermeiden. Außerdem kann eine Behandlung beim Vorliegen einer Osteoporose helfen, um Rippenbrüche zu vermeiden.

Weitere Informationen zum Thema Rippenbogen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.01.2018
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