Rippenknorpel

Einleitung

Als Rippenknorpel, auch Cartilago costalis genannt, wird die Verbindung zwischen den Rippen und dem Brustbein (Sternum) bezeichnet.
Damit bilden die Rippenknorpel den letzten Teil der Rippen, die über diesen mit dem Sternum verbunden sind.
Der Rippenknorpel bildet also einen Teil des vorderen menschlichen Brustkorbs.

Der Rippenknorpel ist ein hyaliner Knorpel, der im Vergleich zu den knöchernen Rippen und knöchernen Sternum sowohl druck- als auch  biegungselastisch ist.
Im frühen Erwachsenenalter beginnt der Knorpel allmählich zu verkalken und später auch zu verknöchern, wodurch die Elastizität des Brustkorbs im Alter immer mehr herabgesetzt wird.

Anatomie

Die Rippenknorpel stellen die Verbindung zwischen den Rippen und dem Brustbein (Sternum) dar.
Der Rippenknorpel bildet dabei also die letzten 3 - 9cm der Rippen, die in Verbindung mit dem Sternum stehen.
Über Bänder, die Ligamenti sternocostales radiatum, sind die Knorpel der oberen sechs Rippen am Sternum befestigt.
Die Rippen sechs und sieben sind zusätzlich über ein Band, das Ligamentum costoxiphoideum, am unteren Teil des Sternums, dem Processus xiphoideus, befestigt.

Der Rippenknorpel bildet einen Teil des vorderen Brustkorbs und ist teilweise von außen tastbar, da die Grenzen zwischen den knöchernen Rippen und dem Knorpelgewebe häufig leicht verdickt ist.

Die Rippen bilden zusammen mit der Wirbelsäule und dem Sternum das knöcherne Grundgerüst des Brustkorbs.
Die Rippen entspringen hierbei an der Wirbelsäule und verlaufen entlang der Lunge nach vorne meist bis zum Sternum.
Bei den Rippen unterscheidet man sogenannte „wahre Rippen“, „falsche Rippen“ und „freie Rippen“.

Insgesamt hat der Mensch zwölf Rippen.
Die „wahren Rippen“ sind von oben betrachtet die ersten sieben Rippen und direkt über den Rippenknorpel mit dem Sternum verbunden.
Die darauf folgenden drei Rippen, also die Rippen acht bis zehn, sind nur indirekt über das sogenannte Articulatio interchondrales mit den Rippenknorpel der oberen sieben Rippen mit dem Sternum verbunden.
Die letzten unteren zwei Rippen besitzen nur sehr kurze oder gar keine Rippenknorpel und sind damit auch nicht mit dem Sternum verbunden.

Der Brustkorb umgibt die beiden Lungenflügel und ist nur durch die Pleurahöhle von diesen getrennt.
Die Pleurahöhle stellt eine sehr schmale Körperhöhle dar, die mit 5 - 10 Mililitern seröser Flüssigkeit gefüllt ist.
Dadurch wird die Reibung zwischen dem Brustkorb und der Lunge herabgesetzt.

Da die vorderen Anteile der Rippen durch den hyalinen Knorpel ausgekleidet sind, hat der Brustkorb leicht elastische Eigenschaften.
Diese elastischen Eigenschaften sind entscheidend für die Bewegungsfreiheit des Brustkorbs.

Welche Funktion hat er?

Die essentielle Funktion des Rippenknorpels ist die Elastizität des Brustkorbs zu gewährleisten.
Da der Rippenknorpel außerdem einen Teil des Brustkorbs bildet, dient er zusätzlich zum Schutz der darunter liegenden Lunge und des Herzens.

Der Rippenknorpel besteht aus hyalinem Knorpel.
Der hyaline Knorpel ist im Körper weit verbreitet und lässt sich oftmals in Gelenken finden.
Knorpel ist im Vergleich zu knöchernen Strukturen druck- und biegungselastisch.
Wenn man also einen Druck auf den Knorpel ausübt, kann dieser dem Druck zunächst durch Verbiegen Stand halten.
Bei Wegfall des Drucks, kehrt der Knorpel durch seine elastische Fähigkeit schnell wieder in die ursprüngliche Ausgangslage zurück.
Knöcherne Strukturen weisen diese Eigenschaften nur zu einem viel geringen Anteil auf – sie würden bei gleicher Druckausübung schnell brechen.
Aus diesem Grund ist der Rippenknorpel essentiell für die Dehnbarkeit des Brustkorbs, der vor allem bei Ein- und Ausatmung von großer Bedeutung ist.

Außerdem ist der Rippenknorpel der zweiten bis sechsten Rippen Ansatzpunkt für den Musculus thoracicus transversus, welcher von deren Innenseite an die Innenseite des Sternums zieht.
Der genannte Muskel unterstützt die Ausatmung.

Erkrankungen

Schmerzen am Rippenknorpel

Schmerzen am Rippenknorpel haben meist ihren Ursprung aufgrund Entzündungen oder Schädigungen des Knorpels.
Die Beschwerden treten im vorderen Rippenbogen, meist auf Höhe der vierten bis siebten Rippe, auf.

Das Tietze-Syndrom ist ein bekanntes, jedoch sehr selten auftretendes, Syndrom, das mit Schädigung des Knorpels einhergeht.
Folge des Tietze-Syndroms sind Schmerzen und Schwellungen im vorderen Brustkorbbereichs, hauptsächlich lokalisiert am Rippenknorpel.
Meist treten die Schmerzen plötzlich auf und können auch in Arme und Schultern ausstrahlen, weshalb sie ähnliche Symptome des Angina Pectoris aufweisen und gerne damit verwechselt werden.
Die Schmerzen nehmen bei tiefem Einatmen zu.
Um die Differentialdiagnose Angina Pectoris ausschließen zu können, wird der Brustkorb an den Stellen, an dem sich die Rippenknorpel befinden, abgetastet.
Die Ursache eines Tietze-Syndroms sind meist außergewöhnliche Belastungen (z.B. starkes Heben/Ziehen) oder Traumata.
Das Tietze-Syndrom wird meist nur durch Schmerzmittel behandelt und heilt mit der Zeit selbst.

Eine alternative Erklärung für Schmerzen im Bereich der Rippenknorpel ist deren Entzündung, auch Costochondritis genannt.
Auch bei einer Entzündung des Rippenknorpels sind Ausstrahlung der Schmerzen in den Rücken oder Bauch möglich.
Besonders verstärkt ist der Schmerz bei tiefem Einatmen, Husten, Niesen oder Lachen zu spüren.
Ursache können, wie beim Tietze-Syndrom, außergewöhnliche Belastungen sein.
Aber auch Infektionen der Atemwege können sich auf die Knorpel ausbreiten und zu deren Entzündung führen.
Auch bei einer Entzündung des Knorpels ist keine Behandlung üblich.
Behandelt können ausschließlich die Schmerzen, indem Schmerzmittel verschrieben werden. Starke körperliche Arbeit sollte jedoch während einer Rippenknorpelentzündung absolut vermieden werden.

Allgemein kann man sagen, dass eine Schädigung oder Entzündung des Rippenknorpels harmlos ist.
Jedoch sind die Symptome, die man aufweist, denen des Herzinfarkts sehr ähnlich, weshalb bei eintretenden Schmerzen auf jeden Fall eine umfassende Untersuchung von einem Arzt gemacht werden sollte.

Haben Sie weiteres Interesse an diesem Thema? Lesen Sie mehr hierzu unter: Rippenschmerzen - Das sind die Ursachen

Bruch des Rippenknorpels

Der Rippenknorpel stellt die Verbindung der Rippen mit dem Sternum dar.
Ein Bruch des Rippenknorpels tritt äußerst selten auf, ist jedoch mit starken Schmerzen verbunden.

Der Rippenknorpel besteht aus einem hyalinen Knorpel und ist in der Regel druck- und biegungselastisch.
Das bedeutet, dass bei leichter bis mittelstarker Druckauswirkung auf die Rippenknorpel, sich dieser zunächst leicht verbiegt bevor er bei zu starkem Druck bricht.
Da der Rippenknorpel im frühen Erwachsenenalter zunehmend beginnt zu verkalken als Folge versteift, nimmt auch die Elastizität im Laufe des Alters zunehmend ab.
Damit steigt auch die Gefahr eines Rippenknorpelbruchs mit zunehmendem Alter.
Häufig treten Rippenknorpelbrüche als Folge von Reanimationen oder schweren Traumen auf.
Dadurch, dass die Rippenknorpel die Verbindung zwischen Rippe und Sternum herstellen, treten Rippenknorpelbrüche gerne auch in Verbindung mit Brustbeinbrüchen (Sternumbrüchen) oder Rippenbrüchen auf.

Alternativ kann es auch selten auch zum Rippenknorpelriss kommen.
Der Rippenknorpel wird durch Bändern, die Ligamenti sternocostales radiatum, am Sternum befestigt.
Diese Bänder können durch starke Druckeinwirkung oder extreme Ausdehnung des Brustkorbs, reißen.
Dabei geht die Verbindung der Rippen mit dem Sternum verloren.
Besonders bei tiefem Einatmen, bei dem der vordere Brustkorbanteil starke Bewegung ausübt, können starke Schmerzen auftreten.

Sowohl für den Bruch des Rippenknorpels, als auch für den Riss des Rippenknorpels, gibt es keine eindeutige Behandlung.
Meist werden ausschließlich Schmerzmitteln verschrieben.
Außerdem werden eine intensive Schonung und Ruhe für eine schnelle Besserung der Symptome empfohlen.

Schwellung am Rippenknorpel

Die Schwellung des Rippenknorpels ist meist auf das sogenannte Tietze-Syndrom zurück zu führen.
Alternativ kann eine Schwellung auch aufgrund einer Polychondritis auftreten.

Das Tietze-Syndrom stellt eine selten auftretende Entzündung im Bereich seitlich des Brustbeins dar.
Meist ist die Entzündung auf Höhe der oberen Rippen an dessen Übergang zum Sternum, also dem Rippenknorpel, lokalisiert.
Vom Bereich des Brustbeins gehen starke Schmerzen aus, die Ausstrahlungen in den linken Arm und den Rücken haben können.
Daher sollte die Differentialdiagnose Herzinfarkt auf alle Fälle abgeklärt werden.
Außerdem besteht eine Gefahr, dass die Entzündung des Rippenknorpels auf nahe gelegene Organe, wie beispielsweise das Herz und die Lunge, übergreifen kann.
Das Röntgenbild weist bei dem Tietze-Syndrom keine Abnormalitäten auf.
Alternative Differentialdiagnosen sind andere Entzündungen im Bereich des Rippenskeletts, die jedoch im Vergleich zum Tietze-Syndrom keinerlei Schwellung aufweisen und meist seitlicher lokalisiert sind.
Die Behandlung des Tietze-Syndroms besteht ausschließlich aus einer Behandlung der Symptome.
Daher kann meist nur mit Schmerzmitteln agiert werden.

Als Polychondritis wird allgemein eine chronische, langanhaltende Knorpelerkrankung bezeichnet.
Ursache hierfür sind autoimmune Entzündungsprozesse, bei denen das Knorpelgewebe während eines langwierigen Prozesses zu Grunde geht.
Da der Rippenknorpel aus hyalinem Knorpel besteht, ist dieser ebenfalls von einer Polychondritis betroffen, wodurch es zu Schwellungen dessen kommen kann.
Jedoch tritt bei der Polychondritis die Schwellung des Rippenknorpels nicht isoliert, sondern eine Knorpelschwellung im gesamten Körper auf, wodurch sie vom Tietze-Syndrom unterschieden werden kann.

Rippenknorpelentzündung

Unter einer Rippenknorpelentzündung versteht man die Entzündung des Gelenks, der die Rippen mit dem Sternum verbindet.
Das Gelenk wird auch als Sterno-Costal-Gelenk bezeichnet.
Die Entzündung geht in der Regel mit starken Schmerzen einher und wird auch Costochondritis genannt.

Typische Symptome eine Rippenknorpelentzündung sind das Anschwellen und die Schmerzen im oberen Brustkorbbereich seitlich des Brustbeins.
Die Schmerzen können sehr stark und langanhaltend sein und können in aller Regel nur durch Schmerzmittel behandelt werden, bis die Entzündung von allein abgeklungen ist.
Die Costochondritis tritt gehäuft bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 40 Jahren auf.

Ausgelöst werden kann die Rippelknorpelentzündung durch verschiede Ursachen.
Eine mögliche Ursache kann ein schweres Trauma im Bereich des Brustkorbs sein.
Alternative Auslöser sind fortgeleitete Infektionen, Rheuma oder Folgen des Tietze-Syndroms.

Die Schmerzen während einer Rippenknorpelentzündung können in Rücken und Arm ausstrahlen.
Außerdem treten sie verstärkt bei tiefem Einatmen, Husten, Niesen oder Lachen auf.
In der Regel ist eine Entzündung harmlos, sofern sie sich nicht auf umliegende Organe, wie beispielsweise Herz und Lunge, ausbreitet.

Knacken am Rippenknorpel

Das Knacken am Rippenknorpel lässt sich meist auf das Gelenk zurückführen, das Rippen und Sternum verbindet, das Articulatio Sternocostales.
Dieses lässt sich zwischen den ersten sechs Rippen und dem Sternum finden.
Es kann leicht blockieren bzw. sich verkanten.
Das Aufheben dieser Blockade bzw. Verkantung kann dann zum Knacken des Gelenks führen, ist aber in der Regel absolut harmlos.

Außerdem kann beim Brechen der Rippen oder des Rippenknorpels die Verbindung dieser mit dem Brustbein unterbrochen werden.
Bei Bewegung eben dieser- zum Beispiel beim Einatmen- kann es zum Knacken im Bereich der Rippen oder des Brustbeins kommen.
Tritt diese Art des knackenden Rippenknorpels auf, gehen auf jeden Fall Schmerzen mit einher, während bei dem Aufheben der Verkantung des Sterno-Costal-Gelenks in der Regel keine Schmerzen auftreten.
Vielmehr können durch das Knacken in Folge des Aufheben einer Blockade Schmerzen gelindert werden.

Wie man eine Rippenblockade richtig lösen kann, lesen Sie hier: So löst man eine Rippenblockade richtig

Verkalkte Rippe

Der Rippenknorpel besteht aus einem hyalinen Knorpel.
Dieser zeichnet sich durch seine Druck- und Biegeelastizität aus.
Beginnend im frühen Erwachsenenalter startet der Knorpel jedoch zunehmend zu verkalken, was zu vermehrten Elastizitätseinschränkungen dessen führt.

Grund für die Verkalkung der Rippen stellen Stoffwechselvorgänge dar, die bei Männern stärker auftreten als bei Frauen.
Dabei lagert sich vermehrt Calcium in den Knorpel ein, wodurch dieser sich versteift.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Chondrokalzinose - Ursachen & Symptome

Autor: Dr. Nicolas Gumpert Veröffentlicht: 10.05.2019 - Letzte Änderung: 21.04.2022