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Dauer einer Rippenfellentzündung

Einleitung

Eine Rippenfellentzündung ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung, bei der das sogenannte Rippenfell des Brustkorbs sich entzündet hat. Das Rippenfell ist ein Teil des Brustfells. Genau genommen spricht man von einer Pleuritis, wenn das gesamte Brustfell entzündet ist.

Im weiteren Sinne wird aber oft verallgemeinert und auch bei einer Rippenfellentzündung von einer Pleuritis gesprochen. Die Dauer einer Rippenfellentzündung kann unterschiedlich lang sein, sie hängt vor allem von der Schwere der Entzündung und den häufig bestehenden Begleiterkrankungen ab.

Dauer der Erkrankung (Wochen)

Wie lange die Dauer einer Rippenfellentzündung ist, kann nicht ohne Wissen um die Ursache einfach so beantwortet werden. Die Dauer hängt vor allem von der Schwere der Rippenfellentzündung hab.
Allgemein kann man aber sagen, dass es bis zu mehreren Wochen brauchen kann, bis sie vollständig auskuriert ist. Auch bei Symptomfreiheit sollte noch ein paar Tage gewartet werden, bis der Körper wieder vollständig belastet wird, da zu frühe Belastung zu einem „Rückfall“ und Verlängerung der Abheilungsdauer führen kann. Deswegen sollte die Wiederbelastung unbedingt mit einem Arzt abgeklärt werden.

Dauer und Behandlung einer leichten Rippenfellentzündung

Die Dauer einer leichten Rippenfellentzündung entspricht ca. 3 bis 7 Tagen. Häufig ist die Ursache ein Virusinfekt. Da Virusinfekte generell meist „von alleine“ abheilen, werden hierbei meist keine speziellen antiviralen Medikamente – außer bei sehr schweren Verläufen – verschrieben.
Neben der Behandlung der sonst noch bestehenden Erkrankung, wird eine Schmerztherapie angewendet, Ruhe und leichte, vitaminreiche Kost angeordnet und Atemgymnastik durchgeführt. Um Atemgymnastik durchführen zu können, muss Schmerzfreiheit gegeben sein, sodass die Schmerztherapie zunächst eine übergeordnete Rolle spielt.
Als leichte Atemgymnastik kann man darauf achten einfach ca. alle 20 Minuten bewusst tief durchzuatmen. Spezielle Atemtechniken können vom Physiotherapeuten erlernt werden.

Dauer und Behandlung einer mittelschweren Rippenfellentzündung

Die Dauer einer mittelschweren Rippenfellentzündung beträgt ca. zwei bis drei Wochen. Häufig ist hierbei eine bakterielle Infektion die Ursache. Diese wird bei vorliegen von Fieber mit Antibiotika behandelt. Auch hierbei liegt der Fokus auf Behandlung der primären Erkrankung.

Dauer und Behandlung einer schweren Rippenfellentzündung

In sehr schwerwiegenden Fällen kann die Dauer einer Rippenfellentzündung bis zu mehreren Monaten betragen und somit einen chronischen Verlauf annehmen.
Dies kann bei unterschiedlichen Gegebenheiten der Fall sein. Zum Beispiel bei nicht genügendem Auskurieren der vorliegenden Entzündung und zu früher Belastung oder auch bei einer schwerwiegenden Grunderkrankung wie einem Krebsleiden. Bei letzterem wird oft mit starken immunschwächenden Medikamenten behandelt, was die Abheilung einer Rippenfellentzündung zusätzlich hinauszögern kann.
Vor allem bei einer Rippenfellentzündung, die durch einen bestehenden Lungenkrebs hervorgerufen wurde, kann die Entzündung sehr lange dauern. Kommt es im weiteren Verlauf zu einer größeren Ansammlung von Pleuraflüssigkeit im Pleuraspalt (Pleuraerguss), muss eine Punktion durchgeführt werden bei der die Flüssigkeit mit einer feinen Nadel abgesaugt wird.

Arbeitsunfähigkeit bei Rippenfellentzündung

Wie lange die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist, hängt vor allem von der Art der Grunderkrankung ab und natürlich von der Art der Arbeit. Hierbei sind pauschale Angaben schwer zu treffen und die Aufnahme von Tätigkeiten sollte auf jeden Fall mit einem Arzt abgeklärt werden.
Auf (schwer) körperliche Tätigkeiten, wie hand- oder bauwerkliche Arbeiten, muss bis zu mehreren Wochen verzichtet werden, zudem können zum Beispiel im Bau/Handwerk verwendete Stoffe, die Lunge und somit das Rippenfell verstärkt, erneut reizen. Tätigkeiten, die mit viel Sitzen verbunden sind, können früher wieder aufgenommen werden. Auf Sport sollte eine Weile verzichtet werden.

Folgen von Rippenfellentzündungen

Eine leichte und mittelschwere Rippenfellentzündung heilt meist ohne Folgen ab. Bei einer schweren Entzündung kann es allerdings bei der Abheilung der entzündeten Bereiche zu Verklebungen, Verwachsungen oder auch Verkalkungen (Pleuritis calcerea) kommen.
Entstehen hierbei Beeinträchtigungen der Lungenfunktion und somit Einschränkungen bei der Atmung, muss operiert werden, um die Verklebungen wieder zu lösen.

Anatomie

Das Rippenfell (Pleura parietalis) kleidet die Brusthöhle von innen aus. Die Lunge wird von einem Teil des Brustfells (Pleura visceralis) überzogen. Dazwischen befindet sich ein dünner Spalt, der Pleuraspalt (Cavitas pleuralis), der mit ein wenig Flüssigkeit (ca. 5-10 ml) gefüllt ist, sodass das Brust- und Rippenfell bei der Atmung problemlos aneinander vorbeigleiten können. Das Brustfell ist aus mehreren Teilen aufgebaut, wir behandeln hier das Rippenfell (Pars costalis), welches die Innenseiten der Rippen überzieht.

Lesen Sie mehr zum Thema: Rippenfell

I - XII Rippen 1-12 -
Costa I-XII
1. - 3. Brustbein -
Sternum

  1. Brustbeinhandgriff -
    Manubrium sterni
  2. Brustbeinkörper - Corpus sterni
  3. Schwertfortsatz -
    Processus xiphoideus
  4. Rippe - Costa
  5. Rippenknorpel - Cartilago costalis
  6. Schlüsselbein - Clavicula
  7. Rabenschnabelfortsatz -
    Processus coracoideus
  8. Schultereck - Acromion
  9. Rippenbogen - Arcus costalis

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Ursache

Eine Rippenfellentzündung entsteht meist als Folge bzw. Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung, welche dann als „primäre Erkrankung“ bezeichnet wird.
Die häufigste Erkrankung, die den Auslöser für eine Rippenfellentzündung darstellt, ist die Lungenentzündung. Vermehrt wird auch eine Tuberkulose als Auslöser gefunden.
Auf jeden Fall muss eine Rippenfellentzündung schnellstmöglich untersucht und abgeklärt werden, da sie schwerwiegende Folgen haben kann. Allerdings heilt sie bei rechtzeitiger Behandlung meist ohne weitere komplikationsträchtige Folgen ab.

Symptome

Eine Rippenfellentzündung äußert sich prinzipiell durch verschiedene Symptome, bei denen es auch darauf ankommt ob und welche andere Erkrankung noch vorliegt.
Allgemein wird ein in der Regel plötzlich einsetzendes, starkes, schmerzhaftes Stechen im Brustkorb empfunden (Thoraxschmerz), welches atemabhängig auftritt. Bei der Einatmung und beim Husten wird das Stechen meist stärker. Der Husten ist in der Regel ohne Auswurf. Diese Symptome führen dazu, dass oft eine flache Atmung vorliegt. Bei vorliegen der genannten Symptome wird von der „trockenen Form“ (Pleuritis sicca) der Rippenfellentzündung gesprochen, welche aber im Verlauf in eine „feuchte Form“ (Pleuritis exsudativa) übergehen kann.
Bei der „feuchten Form“ sammelt sich Flüssigkeit im Pleuraspalt an (Pleuraerguss), sodass es sogar zu einer signifikanten Körpergewichtszunahme kommen kann (1,5 Liter sind keine Seltenheit). Somit ist auch die Kontrolle des Körpergewichts angesagt. Als Symptom kommt es bei der feuchten Form eher zu einem Druckgefühl in der Brust sowie einer daraus folgenden Atemnot. Fieber sowie Abgeschlagenheit können als weitere allgemeine Symptome auftreten.
Auch die Dauer der Rippenfellentzündung kann dabei einen Hinweis auf eine mögliche Ursache geben.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Dauer einer Rippenfellentzündung finden Sie unter:

Weitere, allgemeine Informationen finden Sie unter:

Eine Übersicht aller Themen der inneren Medizin finden Sie unter: Innere Medizin A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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