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Knieorthese

Definition

Die Knieorthese als passgenau angefertigte Stütze kommt in einer Vielzahl von Bereichen zum Einsatz.

Sie umhüllt das Gelenk von außen und dient dem Schutz, der Entlastung und Stabilisierung des Kniegelenks. Außerdem erfüllt sie eine ruhigstellende und kontrollierende Funktion. Im Rahmen einer Sport- oder Freizeitverletzung sind Meniskusschäden, Bänder- und Kreuzbandrisse häufige Verletzungsbilder. Nach einer durchgeführten Operation oder einer konservativen Therapie ist die schonende Mobilisierung besonders wichtig. Eine Knieorthese unterstützt aktiv den Rehabilitationsprozess und beugt schädigenden Bewegungen effektiv vor.

Mit zunehmendem Alter treten Verschleiß- und Abnutzungserscheinungen auf. Da die degenerativen Prozesse nicht rückgängig zu machen sind, liegt der Behandlungsschwerpunkt auf dem Verhindern eines weiteren Voranschreitens. Die Anwendung einer Knieorthese bei Arthrose (z.B bei einer Retropatellararthrose) wirkt schmerzlindernd und stabilisierend. Zudem ermöglicht sie die Ausübung verschiedener körperlicher Aktivitäten.

Bestimmte Sportarten, insbesondere Hochleistungsportarten gehen mit einem hohen Verletzungsrisiko und einer erheblichen Belastung des Kniegelenks einher. Neben Motocross gehören auch Mountainbike und Skifahren in die Kategorie der Sportarten mit hohem Risikopotential. Eine Knieorthese erlaubt nicht nur das Ausüben des Sportes, sondern beugt effektiv Verletzungen vor.


Notwendigkeit einer Knieorthese

Eine Knieorthese dient zur Sicherung des Therapieerfolgs nach erfolgter Operation oder einer konservativen Therapie. Die operative Rekonstruktion von Kreuzbändern und Fixierung der Menisken, bedarf in der postoperativen Therapie einer stufenweisen Wiederbelastung. Ebenso sollte in der Therapie von Seitenbandverletzungen und Patellaluxationen eine schonende Mobilisierung erfolgen.

Minimal-invasive Operationen stellen ein schonendes Operationsverfahren dar. Patienten verspüren in der Regel geringere Schmerzen als nach großen, offenen Eingriffen. Schwellungen sind zudem weniger stark ausgeprägt. Dies kann den Effekt einer vorschnellen Mobilisierung haben.
Eine Knieorthese ist in diesem Fall ein wichtiges Hilfsmittel zur Therapiekontrolle. Sie fördert zudem die Fähigkeit Stellung und Bewegung einzelner Gliedmaßen exakt wahrzunehmen. Zur einseitigen Entlastung nach Operationen zum Knorpelaufbau, können ebenfalls Knieorthesen verwendet werden.

Gelenkverschleiß und Abnutzung im Rahmen einer Arthrose führen zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Wenn mehr und mehr Knorpel verschwindet, erhöht sich der Druck auf den Schienbeinknochen. Dies verursacht zunehmende Schmerzen und Steifigkeit der Bewegungen. Da ein Wiederherstellen ursprünglicher Verhältnisse ausgeschlossen ist, liegt der Therapieschwerpunkt auf der Entlastung des Gelenks und der Schmerzlinderung.
Ein ähnliches Therapieprinzip gilt bei Knochenmarkläsionen und degenerativen Meniskusrissen. Die Knieorthese erfüllt in derartigen Fällen mehrere Funktionen. Sie ermöglicht einen höheren Aktivitätsgrad durch Entlastung, reduziert den Bedarf an Schmerzmedikamenten und kann den Einbau einer Endoprothese hinauszögern und vielleicht sogar verhindern.

Viele Sportarten gehen mit einem hohen Verletzungsrisiko des Kniegelenks einher. Dazu zählen insbesondere Skifahren, Ballsportarten wie Fußball, Basketball und Handball. Häufige Krankheitsbilder sind Verletzungen des vorderen und hinteren Kreuzbandes, der Seitenbänder und Sehnen ansetzender Muskeln. Schnelle, abrupte Bewegungswechsel, ständiges Anlaufen und Abbremsen und starke Dreh- und Hebelbewegungen beim Skisport sind für die extreme Belastung des Kniegelenks verantwortlich.

Motorsportarten wie Motocross, Enduro oder Rallye setzen das Kniegelenk einer starken, anhaltenden Belastung aus. In diesem Bereich kommt der Knieorthese eine präventive Rolle zu, die einer einseitigen Belastung und schweren Verletzungen vorbeugt.

Knieorthese bei Verletzungen

Bei folgenden Verletzungen und Krankheitsbildern ist die therapeutische Verwendung einer Knieorthese sinnvoll:

  • Vorderer und hinterer Kreuzbandriss

  • Seitenbandriss mit oder ohne Menikusschaden

  • Kniegelenksinstabilität aufgrund unterschiedlicher Ursachen

  • Entlastung und Schutz nach zum Beispiel Tibiakopffraktur, Eingriffen am Knorpel und Meniskusrefixation

  • Kniescheibenluxation

  • Mittlere oder seitliche Gonarthrose

Eine präventive Rolle spielt sie im Sport (Joggen, Handball, Fußball, Basketball, Skifahren) und bei Extremsportarten.

Wirkungsweise

Es existieren viele unterschiedliche Arten von Orthesen.

Kniebandagen sind elastische Orthesen, die dem Knie eng anliegen. Sie wärmen einerseits und wirken andererseits durchblutungsfördernd, indem sie Druck auf das Gelenk ausüben.
Sie werden bei leichter Kniegelenksarthrose, Arthritis und Instabilität der Bänder angewendet.

Die Kniescheibenbandage (Patellarsehnenbandage) kommt vor allem bei vorderen Knieschmerzen zum Einsatz und wird mittels Klettverschluss am Bein fixiert.

Im Rahmen von Bandinstabilitäten hat eine Knieführungsbandage einen therapeutischen Effekt. Sie besitzt seitliche Gelenke, die stabilisierend wirken.
Nach einer Luxation der Kniescheibe verhindern Funktionsbandagen ein erneutes Auskugeln.

Spezielle Orthesen bei Bandinstabilitäten bestehen aus festem Material wie Kunststoff oder Metall. Gelenke ermöglichen die Bewegung im Kniegelenk bei gleichzeitigem Schutz vor Stabilitätsverlust. Postoperative Knieorthesen dienen zeitweise einer kontrollierten Therapie. Sie garantieren eine gleichmäßige Lagerung des Kniegelenks und helfen bei der Ausführung stabiler Bewegungen. Es existieren Modelle aus festem Material, als auch aus elastischen Textilien mit Schienen.

Gonarthroseorthesen verfügen über ein Mehrpunktesystem, welches die punktuelle Belastung verlagert. Sie bestehen aus einem stabilen Rahmen mit einstellbarem Winkel.

Therapeutischer Nutzen

Der therapeutische und präventive Nutzen einer Knieorthese beruht auf mechanischen und physikalischen Mechanismen.

Bewegungen, die einem gesunden Knie mit festen Bandstrukturen keinerlei Schaden zufügen, können nach einer Verletzung oder im Rahmen einer chronischen Erkrankung schwerwiegende Folgen haben. Derartige Bewegungen sind das vordere oder hintere Verschieben des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel, die vollständige Streckung und Beugung des Gelenks und einseitige starke Belastung des Kniegelenks zur Außen- beziehungsweise Innenseite hin. Die Knieorthese greift entlastend, schützend und, bei Bedarf, korrigierend in bestimmte Bewegungsmuster ein.

Die Tragezeit der Orthese liegt in der postoperativen oder konservativen Behandlung zwischen vier bis sechs Wochen. Danach sollte die Muskulatur schrittweise ihre Funktion wieder selbst übernehmen.

In der Therapie arthrotischer Gelenkveränderungen ist die Knieorthese ein anerkanntes Hilfsmittel der gesetzlichen Krankenkassen. Diese übernehmen die entstehenden Kosten bei der Anfertigung.

Hersteller und Preise

Auf dem Markt der Knieorthesen bieten viele Hersteller ihre Dienste an. Im Angebot finden sich dem Bedarf angepasste Systeme in unterschiedlichen Preisklassen. Ein deutlicher Preisunterschied zeigt sich beim Kauf von Seriengrößen oder speziell angefertigten Modellen.
Einfache Knieorthesen sind ab 30 Euro erhältlich. Komplexe Modelle können bis zu mehreren tausend Euro kosten. Die individuelle Anfertigung erfolgt durch Orthopädietechniker.

Kniebandagen von Mueller®, Sporlastic, CT-Pro®und Push-med®sind zwischen 30 und 120 Euro verfügbar. Instabilitätsorthesen von LP Support®, Medi®und Mueller®kosten zwischen 60 und 150 Euro. Modelle des Herstellers Medi®kommen zur Remobilisierung von Kreuzbandrissen, Seitenbandrupturen und bei vorliegender Instabilität zum Einsatz. Der Preis für eine Orthese dieser Form beträgt etwa 180 Euro. LP Support®und McDavid®bieten preisgünstige Varianten um die 70 Euro an, während Bauernfeind®ausgefeilte Orthesen um die 600 Euro verkauft.

Orthesen von Össur®zur Behandlung der Arthrose verfügen über ein Drei-Punkte-System. Die punktuelle Belastung des Kniegelenks wird auf zwei Hauptpunkte und einen gegenüberliegenden Druckpunkt verteilt. Je ein Hauptpunkt befindet sich oberhalb und unterhalb des Kniegelenks. Damit reduziert sich die Hauptbelastung in der Kniegelenkspalt und verbeitert den Gelenkspalt. Streck- und Beugebewegungen können auf diese Weise nahezu problemlos durchgeführt werden. Je nach Schweregrad der Arthrose kommen unterschiedliche Modelle zum Einsatz. Körperliche Aktivität wird erleichtert, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen reduziert. Preislich bewegt sich die Knieorthese bei etwa 700 Euro.

Gonarthroseorthesen von Sporlastic®sind bereits ab 90 Euro erhältlich, Modelle von Bauernfeind®ab etwa 300 Euro. Generell gilt in Absprache mit dem behandelnden Arzt eine individuell angepasste Entscheidung zu treffen.

Soll das Kniegelenk beim Sport geschützt und stabilisiert werden, kann aus einer großen Auswahl von Orthesen gewählt werden. Eine einfache Bandage von LPSupport®ist bereits ab 40 Euro erhältlich. Teurere Modell des gleichen Herstellers oder von Mueller®und McDavid® finden sich ab 80 bis etwa 180 Euro.

Im Motorcross-Sport kann eine Knieorthese hilfreiche Dienste leisten. Da die genaue Passform beim Sport eine besonders wichtige Rolle spielt, erfolgt die exakte Ausmessung des Kniegelenks und eine anschließende Bearbeitung am Computer. Maximale Flexibilität und uneingeschränkte Bewegungen sind ein wichtiges Kriterium bei Extremsportarten.

Leichtes und dennoch stabiles Rahmenmaterial aus Carbon und Gelenke aus Titan garantieren hohe statische Unterstützung. Während die eigens angefertigte Version, zum Beispiel von Össur®, ab 1500 Euro erhältlich ist, sind Seriengrößen ab 1000 Euro zu haben.

Der Hersteller Ortema® bietet ebenfalls maßgefertigte Knieorthesen für den Extremsport an. Zur Vermeidung von Knieverletzungen, nach Kreuzbandrissen oder bei Arthrose dient sie als stützendes Hilfsmittel. Die Kosten der individuellen Anfertigung nach Gipsabdruck belaufen sich auf etwa 2000 Euro.Andere Hersteller wie Alpinestars®, Leat® und POD MX® bieten preisgünstigere Knieorthesen an. Die Preisspanne liegt zwischen dreihundert und siebenhundert Euro.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.10.2018
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