Knie verdreht - Ist das gefährlich?

Definition

Zu einem verdrehten Knie kommt es am häufigsten im Rahmen von Sportverletzungen. Sportarten, bei denen das Risiko für eine solche Verletzung besonders groß ist, sind Skifahren, Fußball und Kampfsportarten (zum Beispiel Judo, Ringen). Der Sportler stürzt auf das gebeugte oder gestreckte Knie und bringt es dadurch in eine unphysiologische Position. Durch die enormen Kräfte, die in diesem Moment auf das Gelenk wirken, kann es zu erheblichen Verletzungen der Strukturen im Inneren und in der Umgebung des Kniegelenks kommen. Besonders gefährdet sind die Kreuz-, sowie die Innen- und Außenbänder des Kniegelenks, die Gelenkkapsel, die Menisken und die umgebende Muskulatur.

Das Resultat des Traumas sind meist starke Schmerzen, eine Schwellung und Überwärmung des Gelenks sowie Blut- und/oder Gelenkergüsse. Anhand der akuten Symptome des Patienten kann nicht direkt festgestellt werden, welche Strukturen im Gelenk Schaden genommen haben. Diese Information ist jedoch essenziell für die Wahl der korrekten Therapie, weshalb eine eingehende körperliche Untersuchung sowie häufig auch eine Bildgebung (Röntgen, MRT) angezeigt sind.

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Was tun bei einem verdrehten Knie? Ist das gefährlich?

Wenn es zu einer Verdrehung des Kniegelenks gekommen ist, ist die erste Maßnahme die Unterbrechung der körperlichen Aktivität sowie das Hochlagern und Kühlen des betroffenen Gelenks. Wenn starke Schmerzen auftreten, sollte vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden. Dies gilt insbesondere, wenn das Gelenk anschwillt oder sich Blutergüsse bilden. Der Arzt kann feststellen, ob es zu einer schlimmeren Verletzung von Strukturen des Kniegelenks gekommen ist. Danach richtet sich dann die jeweilige Therapie. Bei einer Knieverdrehung, bei der es lediglich zu einer Überdehnung der Bänder gekommen ist, ohne dass Bänder an- oder abgerissen oder die Menisken oder die GelenkkapselSchaden genommen haben, kann konservativ therapiert werden. Die wichtigste Maßnahme ist dann weiterhin die Kühlung und Hochlagerung des betroffenen Knies, um weitere Schwellungen zu vermeiden. Zudem wirkt die Kälte schmerzlindernd. Hat der Patient starke Schmerzen, kann er zur Überbrückung Schmerzmitteleinnehmen. Geeignete Präparate sind zum BeispielIbuprofen,Paracetamol oder bei noch stärkeren Schmerzen Novaminsulfon®. Wenn die Belastung des Kniegelenks schmerzbedingt nicht möglich ist, können vorübergehend Krücken benutzt werden. Ist es durch die Verdrehung des Gelenks zu einer gravierenderen Verletzung gekommen, zum Beispiel zu einem Abriss von Bändern, einer Verletzung des Innen- oder Außenmeniskus oder einer Beschädigung der Gelenkkapsel, so muss individuell entschieden werden, ob ein operativer Eingriff notwendig ist. Meniskusverletzungen werden bei starker Ausprägung operativ behandelt. Auch Kreuzbandrisse müssen in der Regel operiert werden, um die Stabilität des Kniegelenks in Zukunft zu gewährleisten. Was für den jeweiligen Patienten die richtige Therapie ist, wird der behandelnde Arzt anhand der Befundkonstellation und dem klinischen Beschwerdebild des Patienten entscheiden. Im Anschluss an einen operativen Eingriff ist dann Physiotherapie notwendig, um die optimale Beweglichkeit und Stabilität im Kniegelenk wiederherzustellen. Für einige Zeit muss der Patient Krücken benutzen und eine Schiene tragen, sodass die Belastung des Gelenks langsam wieder gesteigert werden kann. Schmerzmittel helfen, die Schmerzen im Anschluss an den Eingriff zu lindern.

Diagnose / Zu welchem Arzt muss ich gehen?

Hat man sich das Knie verdreht und leidet unter starken Schmerzen, so sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um das Ausmaß der Verletzung festzustellen zu lassen. Bei dem Trauma können verschiedene Strukturen des Kniegelenks geschädigt worden sein. In der Regel bietet es sich an, sich mit einer solchen Verletzung in einer Notaufnahme im Krankenhaus vorzustellen, da dort direkt die entsprechende Bildgebung gemacht werden kann (Röntgen, MRT vom Knie). Die Ärzte, die sich am besten mit solchen Verletzungen auskennen, sind Orthopäden, Sportmediziner und Unfallchirurgen.
Im Krankenhaus wird man nach einem solchen Unfallhergang in der Regel direkt einem solchen Arzt vorgestellt. Dieser wird sich den Verletzungsmechanismus erklären lassen und das Kniegelenk genau untersuchen. Ergänzend wird meist ein Röntgenbild oder ein MRT vom Knie angefertigt, um darstellen zu können, ob Knochen, Bänder oder Menisken Schaden genommen haben. Anschließend wird der Arzt das weitere Prozedere vorschlagen und die adäquate Therapie wählen.

Dauer der Beschwerden

Die Dauer der Beschwerden im Anschluss an eine Verdrehung des Kniegelenks ist vor allem vom Ausmaß der Verletzung abhängig. Bei einer leichten Verletzung kommt es schnell wieder zu einer Besserung und der Patient wird innerhalb weniger Tage wieder beschwerdefrei. Stärkere Zerrungen und Stauchungen können über einige Wochen Beschwerden bereiten.
Wenn beim Unfallhergang Bänder gerissen sind oder andere Strukturen im Gelenk beschädigt wurden, dauert der Heilungsprozess dementsprechend länger. War ein operativer Eingriff notwendig, schließt sich daran in der Regel eine intensive Rehabilitationszeit an, in der insbesondere Physiotherapie eine große Rolle spielt. Die Belastung des verletzten Kniegelenks darf dann nur langsam wieder gesteigert werden. Dieser Prozess kann sich über 3-4 Monate ziehen, bis außerhalb der Physiotherapie vorsichtig wieder Sport getrieben werden darf. Bis das Knie wieder vollkommen verheilt ist, Beschwerdefreiheit besteht und wieder uneingeschränkt Sport getrieben werden darf, kann bis zu ein Jahr vergehen.

Symptome

Ein verdrehtes Knie äußert sich in der Regel durch sehr starke Schmerzen, die unmittelbar nach dem Trauma auftreten. Das Knie kann kaum noch oder gar nicht mehr belastet werden, da die Schmerzen zu stark sind. Oft schwillt das Knie an und ist gerötet und überwärmt. Wenn Blutgefäße verletzt wurden, bilden sich Blutergüsse (Hämatome). Es kann sich zudem ein Gelenkerguss ausbilden. Wenn zusätzlich auch die Menisken verletzt sind, können abgesprengte Knorpelfragmente zu einer Gelenkblockade führen. Das Knie kann dann nicht mehr gebeugt oder gestreckt werden. Auch reibende oder knackende Geräusche im Kniegelenk können auf eine Verletzung von Knorpelgewebe hinweisen, da kleine Knorpelstückchen dann bei der Bewegung des Gelenks im Gelenkspalt reiben. Generell hängen die Symptome bei einem verdrehten Knie vom Ausmaß der Verletzung ab und können interindividuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

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Schmerzen

Wenn nach einer Verdrehung des Knies Schmerzen im Außenbereich des Gelenks auftreten, kann dies auf eine Verletzung des Außenmeniskus oder Außenbandes hinweisen. Durch das Trauma werden die Bandstrukturen des Kniegelenks überdehnt beziehungsweise gestaucht und können ein- oder sogar abreißen. Durch den Aufprall können auch dieMeniskeneinreißen. Dies ist sehr schmerzhaft und sollte ärztlich abgeklärt werden. Wenn die Schmerzen eher an der Innenseite des Knies bestehen, könnte es sich um eine Verletzung des Innenmeniskus oder des Innenbandes handeln. Auch hier ist die Ursache die Zerrung des Bandapparates sowie die Krafteinwirkung auf das Gelenk beim Aufprall auf den Untergrund. Schmerzen in der Kniekehle nach Verdrehung im Knie können ebenso auf eine Meniskusverletzung hinweisen. Dabei ist in diesem Fall am ehesten das Hinterhorn eines Meniskus betroffen. Treten die Schmerzen in der Kniekehle erst später nach dem Trauma auf, so kann es sich zum Beispiel um eine Baker-Zyste handeln. Diese kommt durch eine Ausbuchtung der Gelenkkapsel zustande, die sich mit Flüssigkeit füllt, beispielsweise im Rahmen einer Meniskusverletzung. Die Baker-Zyste äußert sich durch Schmerzen sowie eine weiche, tastbare Schwellung in der Kniekehle. Treten nach einer Verdrehung des Knies Schmerzen in der Wade auf, so könnte es sich zum Beispiel um eine Nervenquetschung oder einen Muskelfaserriss im Rahmen des Unfallgeschehens handeln. Beim Sturz wirken große Kräfte auf das Kniegelenk und das ganze Bein ein, die schmerzhafte Verletzungen verursachen können. Anhaltende und starke Beschwerden sollten vorsichtshalber ärztlich abgeklärt werden, um therapiebedürftige Verletzungen ausschließen zu lassen.

Schwellung

Eine Knieschwellung nach einer Verdrehung kann auf einen Gelenkerguss hinweisen. Wurden bei der Verletzung Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen, kann es zu Einblutungen in die Gelenkkapsel kommen. Das Gelenk schwillt an. Bei Verletzungen der Menisken entsteht ebenfalls häufig ein Erguss. Durch das Trauma schwillt ebenfalls das Gewebe um das Kniegelenk herum an, da auch im Weichgewebe Blut- und Lymphgefäße verlaufen. Wenn diese beschädigt werden, tritt Flüssigkeit ins Gewebe aus und dieses schwillt an. Nicht bei jeder Knieverdrehung tritt jedoch ein Gelenkerguss auf. Die Schwellung ist also kein obligates Symptom bei dieser Art von Verletzung. Kommt es im Anschluss an eine Knieverletzung zu einer Schwellung in der Kniekehle, kann es sich dabei um eine Baker-Zyste handeln.

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Diese entsteht, wenn sich die Gelenkkapsel ausbeult und sich vermehrt mit Flüssigkeit füllt. In der Kniekehle lässt sich dann eine Schwellung tasten, die auch mit Schmerzen in der Kniekehle einhergehen kann.

Knacken im Knie

Wenn es im Anschluss an eine Verdrehung des Knies im Kniegelenk knackt, so kann dies auf eine Verletzung der knorpeligen Gelenkfläche hinweisen. Durch das Trauma wirken große Kräfte auf das Gelenk ein, die zu einer Stauchung beziehungsweise Zerrung der dortigen Strukturen führen. Die Menisken, die aus Knorpelgewebe bestehen, können reißen, kleine Fragmente können sich ablösen und frei im Gelenkspalt flotieren. Bei Bewegung des entsprechenden Knies kommt es dann zur Reibung der Knorpelstückchen im Gelenkspalt, was sich als Knacken bemerkbar machen kann. Unter Umständen können solche Knorpelfragmente auch zu einer Gelenkblockade führen, wenn sie an einer ungünstigen Stelle im Gelenkspalt eingeklemmt werden. Das Knie kann dann plötzlich nicht mehr gebeugt oder gestreckt werden. Bei einer Knorpelverletzung im Kniegelenk kommt es häufig zusätzlich zu einem Gelenkerguss, welcher sich durch eine Schwellung des betroffenen Gelenks bemerkbar macht. Solche Symptome sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden, sodass das Ausmaß der Verletzung festgestellt und die adäquate Therapie gewählt werden kann. Nur so können Folgeverletzungen vermieden werden, da freie Knorpel- oder Knochenstückchen sonst zu weiteren Schäden im Gelenk führen könnten.

Ursache

Zu einer Verdrehung im Kniegelenk kommt es am häufigsten im Rahmen von Sportunfällen. Sportarten, die viel körperliche Aktivität mit Abstoppbewegungen und Richtungswechseln erfordern, bergen ein besonders hohes Risiko. Beispiele für solche Sportarten sind zum Beispiel Fußball, Handball, Basketball, Skifahren und Kampfsportarten. Zu der Verdrehung kommt es, wenn der Sportler auf sein gebeugtes oder gestrecktes Knie fällt und dieses durch die einwirkende Kraft in eine unnatürliche Position gezwungen wird, die nicht seinem normalen Bewegungsumfang entspricht. Dabei werden die Bandstrukturen, die Gelenkkapsel sowie Muskulatur, Nerven und Blutgefäße überdehnt beziehungsweise gestaucht. Es kann zu Rissen und Einblutungen kommen. Doch auch in anderen Situationen kann man sich das Knie verdrehen. So zum Beispiel bei Stürzen aus größerer Höhe, Verkehrsunfällen oder beim Umknicken. Bei starken Schmerzen, die nicht besser werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um das Ausmaß der Verletzung feststellen zu lassen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Knie verdreht finden Sie unter:

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 20.10.2017
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