Schmerzen in der Kniekehle

Einleitung

Unter einem Kniekehlenschmerz oder Schmerzen in der Kniekehle versteht man einen hauptsächlich (nicht immer ausschließlich) auf den hinteren Kniegelenksanteil konzentrierten Schmerz.

Hierzu gehören Schmerzen im Bereich des hinteren Ober- und Unterschenkels, der Gelenkkapsel sowie der umgebenden Weichteile.

Der Kniekehlenschmerz kann verschiedene Ursachen haben. Je nach Alter sind bestimmte Erkrankungen wahrscheinlich. Bei jüngeren Patienten handelt es sich in der Regel um Verletzungen des Kapsel-, bzw. Bandapparates. Mit zunehmendem Alter stehen verschleißbedingte Erkrankugnen wie die Bakerzyste im Vordergrund.

Lesen Sie hierzu auch: Ziehen in der Kniekehle.

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Abbildung Ursache für Kniekehlenschmerzen

Abbildung Kniekehlenschmerzen: Rechte Kniekehle mit Kniegelenk und Muskeln

Kniekehlenschmerzen
A - Riss des Außenbandes / Innenbandes
B - Verletzungen der Menisken
C - Arthrose
D - Kniekehlenzyste / Bakerzyste
E - Trombose

  1. Innerer Meniskus -
    Meniscus medialis
  2. Innenband -
    Ligamentum collaterale tibiale
  3. Kniekehlenmuskel -
    Musculus popliteus
  4. Schienbein - Tibia
  5. Innerer Wadenmuskel -
    M. gastrocnemius, Caput mediale
  6. Äußerer Wadenmuskel -
    M. gastrocnemius, Caput laterale
  7. Zweiköpfiger Oberschenkelmuskel
    Musculus biceps femoris
  8. Halbsehniger Muskel - Musculus semitendinosus
  9. Oberschenkelknochen - Femur
  10. Hinteres Kreuzband - Ligamentum cruciatum posterius
  11. Gelenkknorpel - Cartilago articularis
  12. Vorderes Kreuzband - Ligamentum cruciatum anterius
  13. Äußerer Meniskus - Meniscus lateralis
  14. Außenband - Ligamentum collaterale fibulare
  15. Wadenbein - Fibula

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Wo befinden sich Ihre Schmerzen?

Anatomie des Kniegelenkes

  1. Oberschenkelknochen (Femur)
  2. Innenmeniskus
  3. Außenmeniskus
  4. Wadenbein (Fibula)
  5. Schienbein (Tibia)

Medizinische Begrifflichkeiten zum Kniegelenk

Zur exakten anatomischen Zuordnung verweisen wir auf das Anatomie Lexikon unserer Seite.

Hier einige wichtige Begriffe im Zusammenhang mit Schmerzen im Kniebereich:

  • Caput fibulae - Wadenbeinkopf
  • dorsal- hinten
  • Fibula - Wadenbein
  • Femur - Oberschenkel
  • Femurcondylus - Oberschenkelrolle
  • Gon - Knie, Kniegelenk,
  • Hoffa - Fettkörper des Kniegelenks
  • lateral - außen, seitlich
  • Ligamentum collaterale mediale - Innenband
  • Ligamentum collaterale laterale - Außenband
  • Ligamentum cruciatum anterius - vorderes Kreuzband
  • Ligamentum cruciatum posterius - hinteres Kreuzband
  • medial - innen
  • Meniscus mediale - Innenmeniskus
  • Meniscus laterale - Außenmeniskus
  • Patella - Kniescheibe
  • Patellarsehne - Kniescheibensehne
  • popliteal - die Kniekehle betreffend
  • Quadricepssehne - vordere Oberschenkelsehne
  • Tibia - Schienbein
  • Tibiaplateau - gelenkbildende Oberfläche des Schienbeins
  • Tuberositas tibiae - Erhebung des Kniescheibensehnenansatzes am Schienbein
  • ventral - vorne

Schmerz im Oberschenkel

Die Muskulatur des Oberschenkels ist an der Begrenzung der Kniekehle beteiligt (siehe „Bicepssehnentendinose“). Daher können Erkrankungen, Zerrungen und Risse der Oberschenkelmuskulatur, insbesondere des Musculus biceps femoris, Schmerzen in der Kniekehle verursachen. Diese Schmerzen können in den Oberschenkel ausstrahlen.

Lesen Sie hierzu auch mehr unter unserem Thema: Schmerzen Oberschenkel

Schmerz in äußerer Kniekehle

Im äußeren Bereich der Kniekehle treten Schmerzen meistens bei Reizungen oder Verletzungen der Band- und Sehnenstrukturen des Knies auf, aber auch Verletzungen der Menisken und der Gelenkkapsel sorgen für diese Beschwerden, wenn man sich das Knie verdreht. Zwar reißt der Außenmeniskus nicht so schnell wir der Innenmeniskus, bei einer falschen Drehbewegung kann es jedoch durch einen Riss zu Schmerzen in der Kniekehle außen kommen.

Folgende Gründe können bei Schmerzen der äußeren Kniekehle vorliegen:
Sowohl ein Riss des Innenbandes als auch des Außenbandes sorgen für Kniekehlenschmerzen und kommen bei Rotationstraumata am Knie vor, bei denen der Unterschenkel übermäßig gegen den Oberschenkel verdreht wird. Der Riss der Bänder kann tastbar sein, führt aber vor allem zu Schmerzen. Der Innenbandriss kommt typischerweise in Verbindung mit einem Riss des vorderen Kreuzbandes und einer Verletzung des Innenmeniskus vor, wodurch das Knie insgesamt instabil wird. Beide Bänder können auch bei Sportarten wie Skifahren oder Reiten überlastet werden und dadurch zu Schmerzen im Außenbereich der Kniekehle führen. Durch Schonung bessert sich der Überlastungsschmerz innerhalb von Tagen.

Eine Verletzung des inneren oder äußeren Meniskus führt zu einem Druckschmerz über dem Gelenkspalt des Knies, der aber auch in die äußeren Kniekehlen ausstrahlt und insbesondere bei Beugung des Knies auftritt. Auch eine Degeneration (tritt vor allem im Alter auf) oder eine Läsion des Außenmeniskus führt zu Schmerzen in der Kniekehle außen.

Bei Traumata mit gestrecktem Bein treten gehäuft Schäden am Außenband, der Gelenkkapsel und dem hinteren Kreuzband auf. Alle drei Strukturen haben oft einen leichteren Anfangsschmerz in der äußeren Kniekehle zur Folge, der mit der Zeit zunimmt und sich ausbreitet.

Am Muskel – Sehnen – Übergang der ischiokruralen Muskulatur, die von der Hinterseite des Oberschenkels an den Außenseiten des Knies vorbeiführt, können durch ausgiebiges Training Überlastungen entstehen, die dann ebenfalls für Schmerzen in der äußeren Kniekehle sorgen. Ebenso verläuft der Musculus popliteus in der Kniekehle und kann bei Überlastung oder Verletzung zu Schmerzen in der äußeren Kniekehle führen. Diese treten dann insbesondere beim Bergablaufen durch die Belastung des Muskels auf, wobei sich in Ruhe die Symptome teilweise wieder bessern können.

Eine Unterscheidung zwischen einer Überlastung von Bändern oder Muskeln und einer ernsthaften Verletzung von Strukturen am Knie ist sehr wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden. Bringen Schonung, Kühlung und Hochlagerung keine deutliche Besserung, muss die Ursache der Beschwerden abgeklärt werden.

Ein weiterer Grund für Schmerzen in der Kniekehle außen kann eine Bakerzyste (siehe unten: Kniekehlenzyste) sein. Es handelt sich hierbei um eine Verschleißerscheinung, die vor allem bei älteren Patienten auftritt. Das Knie schwillt dabei stark an und eine Streckung führt zu Schmerzen in der Kniekehle, wobei die Schmerzen je nach Auftreten der Zyste außen oder innen lokalisiert werden.

Sowohl bei Überlastung als auch bei Verletzungen von Strukturen am Knie sollte auf eine strikte Schonung geachtet werden, um den Zustand nicht zu verschlechtern und eine Heilung zu fördern.
Eine Abklärung der Beschwerden ist durch:

möglich.

Meniskusschaden

Die Schmerzen bei einem Meniskusschaden befinden sich hauptsächlich in der Kniekehle.
  • Synonyme:
    Meniskusruptur, Meniskusläsion, Meniskusdegeneration, Meniskusschaden, Meniskuserkrankung
  • Ort des größten Schmerzes:
    Rechts oder links betont in der Kniekehle.
  • Pathologie / Ursache:
    Verschleißbedingter (degenerativer) Einriss des Innen- oder Außenmeniskus im Hinterhornbereich. Fortgeleiteter Schmerz.
  • Alter:
    höheres Alter
  • Geschlecht:
    keine Geschlechtspräferenz
  • Unfall:
    Meist kein erinnerliches Trauma (Unfall).
  • Schmerzart:
    Eher dumpf, ziehend. Evtl. eingeschränkte, zum Teil blockierte Kniegelenksbeweglichkeit. Einfahrende stechende Schmerzen nach Drehbewegungen des Beines.
  • Schmerzentstehung:
    Langsam, zunehmend oder wiederkehrend mit Pausen.
  • Schmerzauftreten:
    V.a. bei Belastung, in Hockstellung oder nach ungünstigen Drehbewegungen des Kniegelenkes. Wenn sich der Meniskus im Kniegelenk einklemmt, kann das Knie nicht mehr vollständig gestreckt werden und Dauerschmerzen können entstehen.
  • Äußerliche Aspekte:
    Belastungsabhängige, geringere Schwellung, mitunter auch keine.
  • weitere Informationen:
    Umfassende Informationen finden Sie unter unserem Thema: Meniskusriss

Schmerzen in Kniekehle und Wade

Schwellungen am Knie, z.B. hevorgerufen durch Gelenkergüsse oder Einblutungen, können Schmerzen hervorrufen.

Treten Schmerzen in der Kniekehle auf, ist eine Ausstrahlung der Beschwerden in die Wade möglich. Umgekehrt können aber auch Schmerzen aus der Wade in die Kniekehle ausstrahlen. Folgende mögliche Ursachen können vorliegen:

  • Thrombose
  • Bakerzyste
  • Überbelastung des M. gastrocnemius
  • falsches Schuhwerk beim Laufen
  • Kompression/Verletzung des N. tibialis
  • Kompression der A. poplitea

Strahlen die Schmerzen von der Wade in die Kniekehle, liegt möglicherweise eine Thrombose im Bein vor. Eine Thrombose ist eine Gefäßerkrankung mit einem Blutgerinnsel im venösen Gefäßsystem, insbesondere der tiefen Beinvenen. Das Blutgerinnsel kann bis zum Herzen oder der Lunge weitertransportiert werden, und hier z.B. eine lebensgefährliche Lungenembolie auslösen.

Bei einer Mehretagenthrombose sind Gefäße betroffen, die sowohl Wade als auch Kniekehle und Oberschenkel versorgen. Dementsprechend kann es in allen genannten Bereichen zu Schmerzen kommen, die auch in die umliegenden Gewebe ausstrahlen. Häufiger ist allerdings die Schmerzausstrahlung in Richtung des Fußes, da sich hier das Blut zurückstaut, das durch den Gefäßverschluss nicht mehr zur Körpermitte hin abfließen kann. Meist tritt zusätzlich eine Knieschwellung und an einer/beiden Waden auf. Bei einem Verdacht auf eine Thrombose sollte man daher dringend einen Arzt aufsuchen.

Eine mögliche Ursache für Wadenschmerzen, die von der Kniekehle ausgehen, kann eine geplatzte Bakerzyste sein (siehe unten). Dabei handelt es sich um eine Ausstülpung an der schwächsten Stelle der hinteren Gelenkkapsel des Kniegelenks. Oft ist die Ursache für eine Bakerzyste eine Verletzung im Kniegelenk, die zu einer chronischen Entzündung führt. Die Entzündung wiederum sorgt für eine Flüssigkeitsbildung im Gelenk, die durch den entstehenden Druck zur Ausbildung einer Bakerzyste führt. Ist der Druck zu groß, reißt die Gelenkkapsel ein. Die Gelenksflüssigkeit entleert sich der Schwerkraft folgend in die tieferliegende Wade. Dort sorgt die eingelaufene Flüssigkeit für eine Schwellung und einen Druckschmerz, da die Kompartimente des Unterschenkels übermäßig gedehnt werden.

Treten Schmerzen in der Kniekehle auf, kann auch eine Überbelastung des Musculus gastrocnemius (entspringt von der Kniekehle und setzt im Fersenbereich in der Achillessehne an) vorliegen.

Trägt man beim Laufen das falsche Schuhwerk, kann dies auch Schmerzen in der Kniekehle hervorrufen.

Eine weitere mögliche Ursache für einen gleichzeitigen Schmerz der Kniekehle und der Wade ist eine Verletzung oder Kompression des Nervus tibialis. Dieser Nerv liegt an der Oberfläche der Kniekehle und verläuft weiter in die Wade bis zum Fußaußenrist. Er kann durch eine direkte Verletzung geschädigt werden aber auch durch eine Einblutung oder einen Gelenkerguss, der durch Kompression zu einer Nervenreizung führt. Auch wenn die ursprüngliche Verletzung des Kniegelenkes abgeheilt ist, kann es noch zu Irritationen des Nerves kommen, die zu Schmerzen in der Wade führen.

Bei sehr intensivem Training und unter Verwendung von Muskelaufbaupräparaten ist es möglich, dass die schnelle Größenzunahme der Muskulatur des Ober- und Unterschenkels eine Kompression der Arteria poplitea verursacht, die in der Kniekehle liegt, zur Folge hat. Da dieses Gefäß die Wadenmuskulatur mit Blut versorgt, kann das Abdrücken dieses Gefäßes zum Beispiel in der Hocke eine Minderversorgung im Bereich der Wade auslösen und einen sogenannten Ischämieschmerz durch den Blutmangel verursachen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ziehen in der Wade und Wadenschmerzen

Kniekehlenzyste/Bakerzyste

Der Ort des größten Schmerzes findet sich bei einer Kniekehlenzyste im Bereich der inneren Kniekehle.
  • Synonyme:
    Bakerzyste, Bakercyste, Zyste der Kniekehle
  • Ort des größten Schmerzes:
    Kniekehle, wenn differenziert, dann eher innen.
  • Pathologie / Ursache:
    Meist im Rahmen einer Arthrose, Meniskuserkrankung oder rheumatischen Erkrankung entstehende flüssigkeitsgefüllte Kapselaussackung in der Kniekehle.
  • Alter:
    Mittleres bis höheres Alter.
  • Geschlecht:
    keine Geschlechterpräferenz
  • Unfall:
    In den meisten Fällen tritt eine Bakerzyste im Rahmen einer Arthrose vom Kniegelenk auf. In seltenen Fällen kann auch ein Unfall des Kniegelenkes zu einer Kniekehlenzyste führen.
  • Schmerzart:
    Drückend, ziehend. Spannungsgefühl. Eingeschränkte Kniegelenksbeugung.
  • Schmerzentstehung:
    Langsam zunehmend. Bei Riss einer Bakerzyste mitunter plötzlicher, heftiger Schmerz.
  • Schmerzauftreten:
    Belastungsschmerz v.a. bei Streckstellung des Kniegelenkes oder forcierter Kniebeugung.
  • Äußerliche Aspekte:
    Kniekehlenschwellung. Wechselnde Schwellungs- zustände durch Ventilmechanismus möglich.
  • weitere Informationen:
    Umfassende Informationen finden Sie unter unserem Thema: Bakerzyste

Schmerzen in der Wade

Wadenschmerzen fühlen sich oft wie ein bohrender Schmerz an, der aus der Tiefe kommt. Diese Schmerzen, vor allem die chronischen, sind jedoch oft eher oberflächlicher Natur. Sie resultieren meist aus Verspannungen der Muskulatur, ihrer Faszien oder des Bindegewebes. Diese Verspannungen kann man von außen als Verhärtungen tasten. Die Schmerzen verstärken sich bei gewissen Bewegungen, wie zum Beispiel beim in die Knie gehen oder Joggen.

Die Schmerzen in der Kniekehle lassen sich durch den Verlauf der Wadenmuskulatur erklären. Wichtig ist hier der große Musculus triceps surae, der die Wölbung der Wade bildet. Er besteht aus einem oberflächlichen Musculus gastrocnemius und einem tiefen Musculus soleus. Der Musculus gastrocnemius ist ein zweiköpfiger Muskel der am unteren Rand des Oberschenkelknochens, an den sogenannten Epikondylen des Femurs, entspringt und in der Achillessehne ansetzt. Mit seinen zwei Köpfen begrenzt er die Kniekehle nach rechts und links. Schmerzen in diesem Muskel oder gar an seinen Ursprüngen strahlen also schnell in die Kniekehle, bzw. entstehen sogar in dieser.

Fast immer sind auch Bewegungseinschränkungen zu beobachten. Das Durchstrecken des Knies fällt schwer, aber auch das Abrollen der Füße, das Beugen und Strecken der Zehen, das Beugen und Strecken des Sprunggelenkes und die Pro- sowie Supination des Fußes.

Schmerz durch Gefäßerkrankung

Eine tiefe Beinvenenthrombose, auch Phlebothrombose genannt, kann starke Schmerzen im Bereich der Kniekehle verursachen. In Kombination mit den Schmerzen in der Kniekehle treten auch Schmerzen und ein Spannungsgefühl in der Leistengegend oder der Fußsohle auf. Äußerlich können dauerhaft erweiterte Hautvenen, sogenannte Varizen/Krampfadern, zu sehen sein. Sie sind stark geschlängelt und treten insbesondere an den Beinen auf. Sie entstehen durch eine Schwäche der Venenwände und nehmen im Laufe der Zeit immer weiter zu. In den meisten Fällen ist das linke Bein betroffen.

Zu Beginn treten sogenannte Besenreiser auf, die keine weiteren Beschwerden machen und höchstens aus optischen Gründen therapiert werden. Mit fortschreitender Erkrankung sorgen die defekten Venen jedoch für Schwellungen und Schmerzen, da der Blutabfluss im Bein behindert wird und das Blut zurückstaut. Insbesondere bei hohen Außentemperaturen und nach langem Stehen treten die Beschwerden auf. Durch die Schwellung oder auch Schmerzen wird das Laufen erschwert und auch die Kniekehle kann dabei betroffen sein, da hier eine Mündungsstelle von oberflächlichen Venen des Unterschenkels und des Knies zu der tiefer gelegenen Vena poplitea – der Kniekehlenvene – liegt. Sie führt venöses Blut aus dem Unterschenkel und der Kniekehle in die Vena femoralis, einer großen Vene am Oberschenkel.

Therapeutisch verwendet man hier sogenannte Thrombolytika wie Streptokinase und Urokinase, um den Thrombus zu lösen. Diese Behandlung dauert in etwa 5-7 Tage. Danach führt man eine Thromboseprophylaxe mit Heparin oder Acetylsalicylsäure durch. Es besteht auch die Möglichkeit einer Thrombektomie. Dabei handelt es sich um die operative Entfernung eines Thrombus aus einem Blutgefäß. Diese erfolgt mittels eines Katheters.

Lesen Sie mehr zum Thema Tiefe Beinvenenthrombose

Varizen / Thrombose

  • Synonyme im weiteren Sinne:
    Tiefe Beinvenenthrombose; TVT; Phlebothrombose; venöse Thrombose, Beckenvenenthrombose, Venenthrombose, Blutgerinnsel, Beinvenenthrombose, Unterschenkelthrombose, economy class syndrom, Touristenklassensyndrom, Flugzeugthrombose, Varikosis
  • Ort des größten Schmerzes:
    Kniekehle unbestimmt., Ausstrahlung oder Ursprung häufig im Unterschenkel
  • Pathologie / Ursache:
    Oberflächliche oder tiefe Venenaussackungen / Verschlüsse.
  • Alter:
    mittleres bis höheres Alter
  • Geschlecht:
    keine Geschlechterpräferenz
  • Unfall:
    Eventuell stattgehabter Unfall und Beinruhigstellung (z.B. durch Gips).
  • Schmerzart:
    drückend, ziehend
  • Schmerzentstehung:
    langsam zunehmend
  • Schmerzauftreten:
    Ruhe- und Belastungsschmerzen.
  • Äußerliche Aspekte:
    Sichtbare Krampfadern. Bei tiefer Thrombose Schwellung und livide Verfärbung des Unterschenkels. Ggf Rötung des Unterschenkels, immer Schwellung, teilweise mit Glanzhaut. Teilweise Fieber
  • Weitere Informationen:
    Umfassende Informationen finden Sie unter unserem Thema: Thrombose

Schmerz nach dem Sport

Eine Bakerzyste kann die Ursache sein.

Kommt es nach dem Sport zu Schmerzen in der Kniekehle, ist eine Unterscheidung zwischen einer Überlastung durch den betriebenen Sport oder einer Verletzung von Band – oder Muskelstrukturen im Bereich der Kniekehle notwendig. Oft haben die Schmerzen eine harmlose Ursache.

Typische Sportarten, die zu einer Reizung der am Knie ansetzenden Sehnen führen, sind der Langstreckenlauf und der Profiradsport. Beide Sportarten sind durch einen konstanten Gebrauch der Ober – und Unterschenkelmuskulatur gekennzeichnet, wobei insbesondere die Kniebeuger am Oberschenkel zu Schmerzen in der Kniekehle bei Überbelastung führen. Aber auch beim Skifahren treten immer wieder Verletzungen am Knie auf, wobei hier meist keine Überlastungen sondern Zerrungen oder ernsthafte Verletzungen wie beispielsweise ein Meniskusschaden auftreten. Durch die starke Hebelwirkung beim Skifahren durch die Verlängerung des Beines durch die Skier, können bei Stützen, bei denen das Knie verdreht wird, die Menisken im Kniegelenk einen Schaden erleiden. Eine Verletzung der Menisken sorgt dann für einen Schmerz, der in die Kniekehle ausstrahlt. Unabhängig davon, ob eine Überbelastung oder eine Verletzung im Bereich der Kniekehle erfolgt ist, sollte der Sport sofort abgebrochen werden und erst nach Ausheilung der Beschwerden langsam wieder mit dem Training begonnen werden.

Nach dem Joggen treten Schmerzen in der Kniekehle meistens durch eine Überbelastung der sogenannten Ischiocruralen Muskulatur auf. Diese befindet sich auf der Rückseite des Oberschenkels. Zu dieser Muskelgruppe gehören der Musculus biceps femoris, der Musculus semitendinosus sowie der Musculus semimembranosus. Alle drei Muskeln ziehen vom Oberschenkel kommend an den Außenseiten der Kniekehle vorbei und setzen um Kopf des Unterschenkels an. Somit können sie für eine Beugung im Kniegelenk sorgen und werden beim Joggen dauerhaft beansprucht. Die Sehnen dieser Muskeln können zunächst gereizt sein, aber bei starker Reizung ist auch eine Entzündung bis hin zu einem Abriss der Sehnen möglich. Ab dem Stadium der Entzündung ist eine Trainingspause von etwa 6 Wochen einzuhalten, bis eine vollständige Ausheilung stattgefunden hat und das Training gefahrlos wieder aufgenommen werden kann.
Nach einer Überlastung oder nach Überdehnung der Wade beispielsweise kann es nach dem Laufen zu Schmerzen in den Kniekehle kommen, da der zweiköpfige Musculus gastrocnemicus, der die Wade formt, in der Kniekehle entspringt. Wird dieser Muskel überstreckt oder nach dem Laufen nicht ausreichend gedehnt, führt dies leicht zu Schmerzen in der Kniekehle nach dem Laufen.
Die Ursache der Beschwerden können auch durch schlechtes Schuhwerk oder Fehlstellungen der Beinachsen ausgelöst werden. In diesem Fall können Einlagen Abhilfe verschaffen. In der Akutphase der Schmerzen, sind Schonung, Hochlagerung des Beines und die Kühlung wohltuend.

Auch eine Reizung des Nervus ischiadicus kann zu Schmerzen in der Kniekehle nach dem Laufen führen, da dieser Nerv mit seinen Endästen direkt durch die Kniekehle hindurch läuft. Streckt man beim Laufen das Knie zu stark durch, kann dies zu Kompressionen und Schädigungen des Nervs führen, vor allem dann, wenn man als ungeübter Läufer direkt durchstarten möchte.

Schmerz nach Strecken

Treten Schmerzen in der Kniekehle auf nach dem Strecken, kann der Grund dafür eine Überlastung oder eine Zerrung im Muskel sein. Am wahrscheinlichsten ist eine Zerrung in dem zweiköpfigen Musculus gastrocnemicus, des Musculus soleus oder des Musculus plantaris. Diese drei Muskeln formen die Wade und haben ihren Ursprung im Bereich der Kniekehle. Kommt es nun zu einer schmerzhaften Überstreckung oder einer Zerrung des Muskels, können bei weiterer Belastung (in dem Fall nach dem Strecken und somit Dehnen der Muskeln) Schmerzen in der Kniekehle auftreten.

Schmerz durch Sehnenerkrankung

Meist trifft es sportlich sehr aktive Personen.

Schmerzen in der Kniekehle können ihren Ursprung auch in einer Überbelastung des Musculus biceps femoris haben. Dieser Muskel befindet sich an der Rückseite des Oberschenkels und gehört zur sogenannten ischiocruralen Muskulatur. Er ist zweiköpfig und entspringt mit seinem langen Kopf von einem Knochenvorsprung des Beckenknochens, dem Tuber ischiadicum. Der kurze Kopf entspringt am Oberschenkelknochen selbst. Nach Vereinigung der beiden Köpfe setzt der Muskel am Fibulaköpfchen des Wadenbeins an und begrenzt das Knie so zum äußeren Rand. Zwischen der Muskelsehne und dem Kniegelenk befindet sich noch ein Schleimbeutel. Eine belastungsbedingte Erkrankung dieser Sehne, welche man Bicepssehnentendinose (siehe unten) nennt, kann äußerst schmerzhaft sein. Der Schmerz ist in der Kniekehle lokalisiert und wird als stechend und ziehend empfunden und entwickelt sich langsam.

Betroffen sind vor allem sportlich sehr aktive Personen. Für diese Sehnenerkrankung finden sich weitere Synonyme. Diese lauten Insertionstendopathie und Myotendinose.

Der Begriff Insertionstendopathie beschreibt sehr schön die Lokalisation der Erkrankung. Dabei handelt es sich um den Übergang von Sehne zum Knochen, dem Ansatz. Die Ursache ist fast immer eine Fehlbelastung bei nicht ausreichend trainierten Personen oder eine Überbelastung ohne ausreichende Erholungspausen bei Sportlern. Der Sehnenansatz ist dann geschwollen und fettig degeneriert. Dies kann auch von außen zu sehen sein. Der Schmerz tritt dann vor allem unter Belastung auf. Es besteht aber auch ein Druck- und Dehnungsschmerz. Zur Schmerzlinderung empfiehlt es sich, die Fehl- und Überbelastung zu vermeiden. Konservativ wird dann noch mit Wärmetherapie, Tapeverbänden, Stoßwellen- und Elektrotherapie, sowie der Injektion von Glukokortikoiden gearbeitet. Wenn keine konservative Therapie anschlägt, kann eine Operation durchgeführt werden. Bei dieser Operation wird die erkrankte Sehne durchtrennt. Da dies auch immer Funktionseinschränkungen nach sich zieht, ist eine Operation erst nach jeglicher konservativen Methode in Erwägung zu ziehen. Begleitend zu jeder Art der Therapie wird eine Krankengymnastik und Physiotherapie empfohlen.

An den Sehnen der Kniekehle sorgen Reizungen, Entzündungen und im schlimmsten Fall auch Einrisse für Schmerzen, die vor allem bei Bewegungen auftreten und zu Bewegungseinschränkungen führen. Im Bereich der Kniekehle sind der Tractus iliotibialis, eine Struktur die vom Darmbeinkamm über den äußeren Kniehöcker zum Ansatz am oberen Unterschenkel verläuft, und die Sehne des Musculus biceps femoris häufig betroffen. Beide Sehnen führen zu einem Schmerz im Bereich der äußeren Kniekehle.

Eine Schädigung der Sehne des Musculus semimembranosus oder des Musculus semitendinosus sind hingegen für sehnenbedingte Schmerzen im Bereich der inneren Kniekehle verantwortlich. Ursache der Reizung dieser Sehnen ist eine starke Beanspruchung und Reibung zwischen der Sehne und einem Knochenvorsprung, wie es beispielsweise beim Tractus iliotibialis der Fall ist. Dieser verläuft über einen Vorsprung des Oberschenkels, den Condylus lateralis femoris, an dem er sich bei hoher Belastung aufreiben kann. Steigert sich die Reizung zu einer Entzündung der Sehnen, ist ein Schmerz in Ruhe und auch nachts vorhanden. Der Entzündungsschmerz ist permanent vorhanden und lässt sich durch Kühlung verbessern. Bei einem Riss einer dieser Sehnen kommt es zu Bewegungsausfällen, da die Kraftübertragung nicht mehr gewährleistet ist. Diese Einschränkung betrifft insbesondere die Beugung im Kniegelenk.

Bicepssehnentendinose

Die Schmerzen bei einer Bizepssehnentendinose befinden sich vor allem im Bereich der äußeren Kniekehle.
  • Synonyme:
    Enthesiopathie Musculus biceps femoris
  • Ort des größten Schmerzes:
    Äußere Kniekehle. Wadenbeinköpfchen (Caput fibulae).
  • Pathologie / Ursache:
    Überlastungsbedingte Sehnenerkrankung des Musculus biceps femoris des rückseitigen Oberschenkels am Wadenbeinköpfchen (Caput fibulae).
  • Alter:
    sportlich aktive Personen
  • Geschlecht:
    keine Geschlechterpräferenz
  • Unfall:
    Nein
  • Schmerzart:
    stechend, ziehend.
  • Schmerzentstehung:
    langsam zunehmend
  • Schmerzauftreten:
    belastungsabhängig
  • Äußerliche Aspekte:
    Keine, bei langanhaltender Symptomatik ggf. Sehnenverdickung.

Schmerz bei Kindern

Oft handelt es sich um harmlose Wachstumsschmerzen.

Kinder können vor allem im Kindergarten- oder Grundschulalter über Schmerzen in den Beinen klagen. Der Schmerz ist dann meist in den Kniekehlen, Waden oder in der Hüfte lokalisiert.

Es sind zwei wichtige Ursachen zu nennen:

Zum einen kann es sich um einen sogenannten Wachstumsschmerz handeln, dessen Ursache unklar ist. Er tritt bevorzugt bei Kindern im Alter zwischen zwei und acht Jahren meist nachts und auch nur für kurze Zeit auf.

Zum anderen ist bei Kindern insbesondere in der Wachstumsphase die Epiphyseolyse eine mögliche Ursache von Schmerzen in der Kniekehle. Dabei handelt es sich um eine Ablösung der Wachstumsfuge, sodass je nach Ausmaß der Erkrankung die Epiphyse teilweise oder vollständig vom Knochen – im Bereich des Knies vom Schienbein – abrutscht. Dadurch entstehen nicht nur Schmerzen, sondern es besteht auch die Gefahr von Wachstumsstörungen, da das normale Knochenwachstum an der Wachstumsfuge unterbrochen ist. Diese Erkrankung kann sowohl nach einer Verletzung auftreten als auch ohne ersichtlichen Grund. Gerade in letzterem Fall besteht die Gefahr die Beschwerden des Kindes nicht ernst zu nehmen. Im den Stadien I und II nach Aitken ist eine Ruhigstellung des betroffenen Beines notwendig, im Stadium III und IV sind Drähte zur Fixierung der Epiphyse am Knochen zwingend nötig, um ein regelrechtes Längenwachstum des Kindes zu gewährleisten.

Doch wie unterscheidet man nun, ob es sich um Wachstumsschmerzen oder eine ernsthafte Erkrankung handelt? Eine eindeutige Unterscheidung ist ohne Arzt natürlich nicht möglich. Es gibt jedoch einige Symptome, die klar für eine andere Ursache sprechen als Wachstum. Hat das Kind sehr starke, lang andauernde Schmerzen (länger als 15 Minuten) in Kombination mit Fieber ohne Erkältung, spricht dies eher für eine Infektion oder eine andere Erkrankung als für Wachstumsschmerz. Außerdem sprechen Rötungen und Schwellungen in den Gelenken gegen einen Wachstumsschmerz.

Was kann man nun gegen diese Schmerzen tun? Man kann dem Kind eine Wärmeflasche auf die betroffenen Stellen legen. Auch gezielte Massagen oder die Gabe eines leichten Schmerzmittels, wie Ibuprofen, können helfen. Es empfiehlt sich aber einfach, das Vorgehen mit einem Arzt zu besprechen. Wachstumsschmerzen sind nämlich in der Regel etwas ganz Normales und Physiologisches und bedürfen keiner Therapie. Es sollte jedoch immer abgeklärt werden, ob nicht etwas anderes hinter den Schmerzen steckt.

Weitere denkbare Ursachen für Schmerzen in der Kniekehle sind Gelenkfehlstellungen am Bein bei Kindern, welche angeboren oder erworben sein können. Die Schmerzen können dann aber natürlich auch wo anders am Bein lokalisiert sein (bspw. im Sprunggelenk), dies hängt von der Fehlstellung ab.

Weitere Informationen

Anatomische Informationen zum Aufbau vom Knie finden Sie unter unserem Thema: Kniegelenk

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.01.2017
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