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Kniekehlenzyste

Synonyme: Baker-Zyste, Poplitealzyste, Synovialzyste

Definition

Bei der Kniekehlenzyste handelt es sich um eine Ausstülpung der hinteren Kapsel des Kniegelenks in Folge eines erhöhten Drucks im Kniegelenk (Gelenkserguss).

Enstehung

Die Kniekehlenzyste oder Baker-Zyste ist nicht als Erkrankung, sondern viel mehr als Symptom einer Reizung und einer Druckerhöhung im Knie zu verstehen. Da die Kniekehlenzyste bzw. die hintere Gelenkkapsel direkt mit dem Gelenkspalt verbunden ist, kann die Zyste je nach Produktion der Gelenkflüssigkeit verschiedene Ausmaße annehmen.

Aufgrund ihrer vielfältigen Ursachen, welche insgesamt häufig vorkommen, tritt auch die Kniekehlenzyste vermehrt auf. Die Wahrscheinlichkeit für eine Kniekehlenzyste steigt mit dem Alter an, kann aber generell in jeder Generation auftreten.

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Symptome

Kniekehlenzysten können einseitig oder beidseitig (z.B. bei Rheuma oder Arthrose) entstehen. Nicht immer wird eine Kniekehlenzyste vom Patienten selbst wahrgenommen, vor allem dann, wenn diese als Begleitung von schmerzhaften Verletzungen auftritt. Menschen mit Kniekehlenzysten können beschwerdefrei sein oder klagen zum Teil über nicht genau lokalisierbare Schmerzen in der Kniekehle mit Ausstrahlung in den angrenzenden Oberschenkel oder in die Wade. Meist kann eine prall-elastische Beule getastet werde, welche je nach Belastung an Größe zunimmt und nach mehreren Tagen Ruhe wieder so weit schrumpfen kann, dass sie nicht mehr zu tasten ist. Mit dem Anschwellen der Kniekehlenzyste wird häufig eine zunehmende Schwellung des gesamten Kniegelenks bemerkt.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Geschwollene Kniekehle

Je nach Druck kann die Kniekehlenzyste auf Nerven, Venen und Arterien in der Kniekehle drücken, sodass es zu Schwellungen, Durchblutungsstörungen, Bewegungseinschränkungen und Taubheitsgefühlen in der Wade und im Fuß kommen kann.

Bei starker Schwellung der Kniekehlenzyste kann die Wand der Gelenkkapsel dünn werden und platzen. In diesem Fall breitet sich die Gelenkflüssigkeit in dem umliegenden Gewebe aus und es kann zu Schwellungen vom Fuß bis zur Wade kommen. Oftmals wird im Moment des Platzens ein Knall in der Kniekehle verspürt.

Eine denkbare Komplikation einer stark ausgeprägten Kniekehlenzyste ist ein Kompartmentsyndrom.

Ursachen

Pathophysiologisch liegt der Entstehung der Kniekehlenzyste eine Reizung der Gelenkschleimhaut (Synovialis) zu Grunde. Infolgedessen produziert diese vermehrt Gelenkflüssigkeit um dem Reiz entgegen zu wirken. Es kommt zum Überdruck im Gelenkspalt und zur Ausbeulung der Gelenkkapsel an ihrer schwächsten Stelle zwischen den Ansätzen der Waden-und Oberschenkelmuskeln.

Auslöser für eine solche Reizung der Gelenkschleimhaut können vorangegangene Unfälle (z.B. Menikusschaden, Kreuzbandruptur), Gonarthrose (Kniegelenksarthrose), rheumatoide Arthritis, bakterielle Entzündungen etc. sein.

Geplatzte Kniekehlenzyste

Wenn die Kniekehlenzyste aufgrund zunehmender Größer geplatzt ist, spüren Betroffene plötzlich einschießende, starke Schmerzen im Unterschenkel. Der Inhalt der Zyste, hauptsächlich bestehend aus Gelenkflüssigkeit, läuft dann entlang der Wadenmuskulatur nach unten. Anschließend lässt sich eine Entzündungsreaktion mit Überwärmung, Rötung und Schwellung des Unterschenkels beobachten.

Im schlimmsten Fall, entsteht auf dieser Grundlage das sogenanntes „Kompartement-Syndrom“ mit starker Schwellung der Wadenmuskulatur und anschließender Verlegung der Blutgefäße. Durch die fehlende Blutzufuhr, können Teile der Muskulatur absterben. Dieses Krankheitsbild stellt einen absoluten Notfall mit stärksten Schmerzen dar und muss sofort operiert werden. Ansonsten droht der Verlust des Beines.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Kompartmentsyndrom

Viel häufiger als eine „echte geplatzte“ Kniekehlenzyste, sind Größenabnahmen durch den zugrunde liegenden Knieschaden. So kann bei Belastung die Zyste an Größe zunehmen und durch anschließende Entlastung des Gelenkes wieder abnehmen. Dieser Mechanismus kann den Eindruck einer geplatzten Zyste vortäuschen, verursacht jedoch keine starken Schmerzen.

Diagnose

Da ähnliche Symptome durch eine Thrombose, Muskelzerrungen, Lipome und andere Geschwulste oder Gefäßaneurysmen ausgelöst werden können, gilt es, diese mittels Diagnostik auszuschließen.

Typischerweise findet sich in der Krankengeschichte eine vorangegangene Verletzung des Kniegelenks, eine Arthrose oder Rheuma.

Neben der manuellen Untersuchung des Knies und der Kniekehle mit einer oftmals tastbaren nicht pulsierenden Beule in der Kniekehle und ansonsten weicher Wade und Oberschenkel, nutzt man das Ultraschallgerät (Sonographie) zur Diagnostik der Kniekehlenzyste.

Des Weiteren bietet sich die Magnetresonanztomographie (MRT) zur Diagnostik an. Diese wird vor allem durchgeführt, um die Ursache für die Kniekehlenzyste, wie z.B. Meniskusverletzungen zu finden.

Sollte man mit Hilfe der apparativen Diagnostik keine Ursache für die Entstehung der Kniekehlenzyste finden, so kann man durch eine Gelenkspunktion Gelenkflüssigkeit zur mikrobiologischen Untersuchung gewinnen. Mit dieser Untersuchung kann eine bakterielle Entzündung des Kniespalts nachgewiesen werden.

Therapie

Da die Kniekehlenzyste selbst nur das Symptom einer Knieerkrankung ist, sollte vor allem diese behandelt werden, um diese auch langfristig erfolgreich therapieren zu können. Wurde die Kniekehlenzyste nur zufällig gefunden und es bestehen keine Beschwerden, so ist eine Therapie nicht angezeigt. Bei leichten Beschwerden kann das Kühlen des Knies mit Eis oder Kühl-Packs den Erguss im Gelenkspalt reduzieren, die Kniekehlenzyste verkleinern und somit die Symptome lindern. Die Kniekehlenzyste kann mit Abnahme des Gelenkergusses, zum Beispiel durch Schonung, sich soweit zurück bilden, dass sie nicht mehr tastbar ist und keinerlei Beschwerden mehr verursacht. Sollte die Kniekehlenzyste so starke Beschwerden hervorrufen, dass es den Patienten einschränkt, so kann man diese punktieren und damit den Kniegelenkspalt entlasten.
Eine Operation ist generell möglich, allerdings wird aufgrund der Risiken und langfristig schlechten Ergebnisse davon abgeraten.
Ausnahme stellt die rheumatische Kniekehlenzyste dar. Hier bildet sich in der Kniekehlenzyste aggressives Schleimhautgewebe, sogenannter Pannus, der die umliegende Sehnen angreifen und schädigen kann.
Bei einer rheumatischen Kniekehlenzyste, die sich unter konservativer / alternativer Behandlung nicht bessert ist unter Berücksichtigung des Gesamtzustandes meist eine OP notwendig.

Operation der Kniekehlenzyste

Nicht bei jeder Kniekehlenzyste ist eine OP nötig. Erst bei zunehmender Größe und einhergehenden Einschränkungen, kann die operative Entfernung sinnvoll sein. Oft berichten Betroffene dann von Schmerzen, Taubheitsgefühlen, Durchblutungsstörungen oder verminderter Kniegelenks-Beweglichkeit.

In den allermeisten Fällen, stellt die Kniekehlenzyste nur die „Spitze des Eisberges“ dar. Das eigentliche Problem, liegt jedoch meist im Inneren des Kniegelenkes. So können z.B. Meniskusschäden oder Kniegelenksarthrose ursächlich verantwortlich sein. Bei einer OP, wird daher primär das Problem im Gelenk behoben und nicht die Zyste selbst entfernt. Denn kann der zugrundeliegende Knieschaden beseitigt werden, verschwindet die Kniekehlenzyste meist im Anschluss von alleine.

Sehr selten, kann es jedoch auch nötig sein die Flüssgkeits-gefüllte Aussackung direkt zu entfernen. In solchen Fällen sind zumeist Kinder betroffen, deren Kniekehlenzyste durch zunehmende Größe Beschwerden verursacht. Alternativ zur OP, kann mit einer dünnen Nadel punktiert und die Flüssigkeit aus der Zyste entlassen werden. Allerdings besteht hier die Gefahr eines Wiederauftretens, da die Ursache nicht beseitigt ist.

Ich berate Sie gerne!

Wer bin ich?
Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Das Kniegelenk gehört zu den Gelenken mit der größten Belastung.

Daher erfordert die Behandlung des Kniegelenks (z.B. Meniskusriss, Knorpelschaden, Kreuzbandschaden, Läuferknie, etc.) viel Erfahrung.

Ich behandele die unterschiedlichsten Erkrankungen des Knies auf konservative Weise.

Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

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Prophylaxe und Prognose

Eine Prophylaxe im eigentlichen Sinne kann nicht betrieben werden. Ist eine Kniekehlenzyste bekannt, so kann man bei starken Beschwerden seine Aktivität einschränken, um die Schwellung zu reduzieren. Allerdings sollte man bei Behinderung der Aktivität über eine der oben genannten Therapien zusammen mit seinem behandelnden Arzt nachdenken, um weiteren allgemeinen Erkrankungen vorzubeugen. Die Chance eine Kniekehlenzyste wieder los zu werden, ist stark abhängig von der ursächlichen Diagnose.

Liegt als Grunderkrankung eine Kniearthrose (Gonarthrose) vor, so ist davon auszugehen, dass der Patient - in Abhängigkeit der eigentlichen Symptome der Arthrose - bis zu seinem Lebensende auch eine mehr oder weniger symptomatische Kniekehlenzyste haben wird. Liegt der Kniekehlenzyste allerdings eine akute Verletzung des Meniskus im Kniegelenk vor, so ist damit zu rechnen, dass nach Abheilen bzw. operativer Therapie des Menikusschadens keine relevanten Symptome einer Kniekehlenzyste mehr wahr zu nehmen sind. Weder die Kniepunktion, mit der Absaugung der Gelenkflüssigkeit aus der Zyste, noch die operative Therapie sind jederzeit zufriedenstellend. Die Zyste besitzt zum Teil mehrere Zwischenwände (Septen), sodass man bei der Punktion nur einen gewissen Teil der Flüssigkeit abziehen kann. Da trotz dieser Therapie die Verbindung der ausgedehnten Gelenkkapsel (ehemalige Zyste) zum Gelenkspalt erhalten bleibt, kann die Wand sich erneut ausbeulen und die Aussackung mit Gelenkflüssigkeit füllen. Das Risiko für ein Wiederauftreten der Kniekehlenzyste ist hoch.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 25.04.2018
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