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Ziehen in der Kniekehle - Ist das gefährlich?

Einleitung

Ein Ziehen in der Kniekehle kann mitunter sehr unangenehm sein, besonders wenn es über einen längeren Zeitraum persistiert.
Die Kniekehle ist eine komplexe anatomische Region, da sie eine Vielzahl von Sehnen, Gefäßen, Nerven und Muskeln beinhaltet. Je nach Situation, in der das Ziehen in der Kniekehle auftritt, können sich die Ursachen, und dementsprechenden Therapien unterscheiden. Grundsätzlich können jedoch unabhängig von Lebensalter und Auslöser stets alle der im Folgenden besprochenen Erkrankungen für das Ziehen verantwortlich sein.

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Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für Ziehen und Schmerzen in der Kniekehle. Die Lokalisation und die Dauer des Schmerzes spielen genauso eine Rolle wie der sportliche Hintergrund und das Verhalten vor dem Auftreten des Schmerzes. Verschiedene akute und chronische Krankheitsbilder, die in Frage kommen, sind:

  • mangelndes Dehnen des Muskulatur
  • Sehnenreizung der Sehnen der Wadenmuskulatur
  • Prellungen und Zerrungen des Kniegelenks
  • Kniegelenksarthrose
  • Riss des Kollateral- bzw. Seitenbandes
  • Meniskusriss
  • Bakerzyste
  • geschwollene Beine (Beinödeme)
  • Beinvenenthrombose 

Ziehen in der Kniekehle beim Gehen / beim Laufen / beim Sport

Ein Ziehen bei Bewegung spricht im Allgemeinen für eine mechanische Schädigung des Bewegungsapparates. Während Schmerzen, die auch in Ruhe vorhanden sind, tendenziell für ein gefährlicheres Geschehen sprechen, kann man bei Schmerzen bei Bewegung relativ sicher sein, dass die Bewegung der Auslöser für die Schmerzen beziehungsweise das Ziehen ist. Wichtig ist dabei auch, ob der Schmerz nur beim Laufen auftritt, oder bereits beim Gehen. Zwar benutzen wir bei beiden Prozessen dieselben Muskeln und dieselben Gelenke, allerdings stellt Laufen eine wesentlich stärkere Belastung für den Bewegungsapparat dar als Gehen. Ein Ziehen beim Gehen weist also tendenziell auf eine schwerere Schädigung hin, als ein Ziehen beim Laufen.
Ferner ist es hilfreich, wenn das Ziehen innerhalb der Kniekehle genauer lokalisiert werden kann. Ein Ziehen im unteren Teil der Kniekehle – also in Richtung der Wade – spricht eher für eine Sehnenreizung oder Sehnenzerrung des Musculus triceps surae. Der Triceps surae hat drei („tri-“) Muskelköpfe, die ihren Ursprung allesamt im Bereich der Kniekehle haben. Der Triceps surae ist landläufig auch als die „Wadenmuskulatur“ bekannt.
Wo ein Muskel an einem Knochen befestigt ist, finden sich Sehnen, die den Muskelkörper am Knochen fixieren. Diese Sehnen können – beispielsweise durch intensives Lauftraining – gereizt sein, und ein Ziehen verursachen. Dies ist eher ungefährlich und sollte durch Schonung wieder verschwinden beziehungsweise bei schonendem Training gar nicht auf treten.
Im ungünstigsten Falle ist das Ziehen mehr ein Schmerz, als ein Ziehen, je nachdem wie sehr die Sehnen überdehnt wurden. Diese Art von Schmerz oder Ziehen in der Kniekehle können wir übrigens sehr leicht reproduzieren, wenn wir unsere Knie durchstrecken und versuchen, mit den Handspitzen den Boden zu berühren. Dies sollten Sie jedoch nicht machen, wenn die Kniekehle bereits schmerzt, da es die Schmerzen und das Ziehen relativ sicher verstärken würde.
Ein Ziehen in der Kniekehle nach dem Sport und vor allem nach dem Laufen kann im günstigsten Fall ein Zeichen von mangelnder Dehnung vor dem Sport sein. Nicht umsonst gehört Dehnen und Lockern in jedes empfohlene Aufwärmprogramm. Ziehen das nur durch mangelnde Dehnung entsteht ist nicht gefährlich und verschwindet für gewöhnlich nach wenigen Tagen wieder. Man sollte darauf achten, sich nach dem Sport genügend zu dehnen.
Sollte dies nicht der Fall sein, so muss an schwerwiegendere Ursachen gedacht werden. Besonders ein Ziehen beim Gehen spricht auch für eine Schädigung, die bereits durch sehr geringe Belastung auslösbar ist. Je nach Alter ist dabei auch an Abnutzungsprozesse im Kniegelenk selbst zu denken, sprich an Arthrose. Durch dauerhafte, hohe Belastung des Kniegelenks, kann es zum Abrieb der Knorpelflächen und zur Abnutzung der Gelenkflächen kommen. Hiervon sind insbesondere Leistungssportler, wie Marathonläufer, oder Fußballspieler betroffen, aber auch sehr übergewichtige Menschen, die ein hohes Gewicht auf die Gelenke bringen. Mit dem Alter können aber auch Hobbysportler betroffen sein. Schmerzen und Ziehen in der Kniekehle beim Laufen können dafür Vorboten sein. Besonders bei Sportarten, die „auf die Gelenke gehen“, wie zum Beispiel Tennis, Squash, Joggen, und eben Fußballspielen, können diese Symptome vorzeitig auftreten.Ob es sich tatsächlich um Arthrose handelt, lässt sich leicht durch ein Röntgenbild, ein CT oder ein MRT vom Knie abklären. In der täglichen Praxis spielt das CT eine untergeordnete Rolle. Ein erfahrener Arzt kann im Röntgenbild vom Knie das Arthrosestadium gut feststellen. Die einzige Möglichkeit den Knorpelschaden genau darzustellen, ist das MRT des Knies.
Lesen Sie an dieser Stelle mehr zum MRT des Kniegelenks.
In diesem Fall sollten gelenkschonendere Sportarten, wie Schwimmen, Radfahren, oder Yoga bevorzugt werden. Während ein Ziehen in der Kniekehle nach dem Sport, wie bereits erwähnt, erste Vorboten für eine drohende Verschlechterung sein können, sind Schmerzen beim Gehen bereits als ein fortgeschrittenes Stadium anzusehen. Sollten die Schmerzen, beziehungsweise das Ziehen schon seit längerer Zeit bestehen, und sich latent „eingeschlichen“ haben, so ist an einen chronischen Prozess, wie eine fortschreitende Arthrose zu denken.
Sollten sich das Ziehen beim Gehen recht plötzlich bemerkbar gemacht haben – es also keine Anzeichen für ein chronisches Geschehen geben – so kann es sich um eine Zerrung, oder Prellung handeln. Prellungen wären zwar eher im Bereich der Kniescheibe zu erwarten, können aber mitunter bis in die Kniekehle ziehen.
Vor allem nach dem Sport müssen auch Sportverletzungen in Betracht gezogen werden, die vielleicht im Eifer des Gefechts zuerst gar nicht bemerkt wurden. Erst wenn man zu Hause ankommt, beginnt es zu ziehen und zu schmerzen. In diesem Fall kann aber durch Schonung und Kühlung meist binnen weniger Tage Beschwerdefreiheit erlangt werden.
Sollte das Ziehen in der Kniekehle klar auf eine akute Ursache zurückzuführen sein, können unterstützend für einen kurzen Zeitraum (wenige Tage) unterstützend auch Schmerzmittel wie Ibuprofen oder – bei einem empfindlichen Magen – besser Paracetamol eingenommen werden. Besteht das Ziehen länger als drei Tage und wird in dieser Zeit auch nicht merklich besser, ist ein Gang zum Hausarzt oder Orthopäden anzuraten. Gleiches gilt für Beschwerden, die schon seit längerer Zeit – also Monaten – bestehen, und sich nun verschlechtert haben. Dem Arzt stehen bildgebende Verfahren zur Verfügung, mit denen er das „Innenleben“ des Knies beurteilen kann, was bei chronischen Erkrankungen absolut notwendig ist.
Oft verschwindet ein Ziehen in der Kniekehle also relativ schnell von alleine wieder und ist als ungefährlich einzuschätzen. Besteht es allerdings länger oder entwickelt sich schleichend, sollte nach den Ursachen geforscht werden, um ein gefährlicheres Geschehen asuzuschließen.


Ziehen in der Kniekehle bis in die Wade - Thrombose?

Ein Ziehen in der Kniekehle, welches bis in die Wade reicht, spricht für eine muskulär bedingte Ursache. Die Wadenmuskulatur – genauer der Musculus trcieps surae – besteht aus zwei großen Muskeln: Einerseits, dem Musculus gastrocnemius, der mit seinem dicken Muskelbauch den äußeren, von außen sichtbaren Teil der Wadenmuskulatur bildet. Seine beiden Muskelköpfe haben ihren Ursprung am Oberschenkelknochen und verlaufen somit von der Kniekehle bis zur Achillesferse. Unter dem Musculus gastrocnemius liegt der Musculus soleus. Er hat seinen Ursprung ebenfalls im Bereich der Kniekehle, genauer gesagt an der Hinterseite des Schien- und Wadenbeines. Zusammen bilden beide Muskeln den Musculus triceps surae.
Diesen Muskel benötigen wir einerseits, wenn wir unser Knie anwinkeln wollen, andererseits, wenn wir uns auf die Zehen stellen wollen. Dieser Muskel ist besonders beim Sport nahezu immer einer großen Belastung ausgesetzt. Ein Ziehen von der Kniekehle bis in die Wade betrifft also meistens diesen Muskel, und dies besonders häufig nach sportlicher Betätigung. Wie bereits erwähnt, kann das Ziehen seine Ursache in einer Bänderdehnung, oder einem Bänderriss im Bereich der Kniekehle haben. Ein Ziehen bis in die Wade wäre hierfür aber nicht unbedingt typisch.
Neben der Sehne kann zusätzlich auch der Muskel überdehnt sein, einzelne Muskelfasern können sogar gerissen sein. Ein Ziehen bis in die Wade wäre bei einem solchen Szenario durchaus denkbar. Nach ein paar Tagen der Schonung vergeht das Ziehen und der Schmerz meist ganz von alleine – vorausgesetzt der Muskel wird in dieser Zeit ausreichend geschont.
Lesen Sie mehr zum Thema: Ziehen in der Wade.
Sollte es jedoch keinen Grund für eine Muskelüberdehnung geben, muss auch hier an eine schwerwiegendere Ursache gedacht werden. Verspürt man beispielsweise nach langem Sitzen, langen Busfahrten, oder langen Flügen ein Schmerzen und Ziehen in der Wade, kann dies ein Anzeichen für eine Thrombose sein. Diese kann auch bei jüngeren Patienten auftreten, zum Beispiel bei Einnahme der „Pille“ (siehe: Thromboserisiko der Pille), oder bei übergewichtigem Ernährungszustand. In solchen Fällen sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, da sich die Thrombose lösen kann, und als Embolus in die Lunge oder das Hirn gelangen kann. Dort kann er eine Lungenembolie, beziehungsweise einen Schlaganfall auslösen. Durch eine einfache Ultraschalluntersuchung der Wade kann der Verdacht auf eine Thrombose ausgeschlossen oder bestätigt werden.
Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel innerhalb eines Gefäßes. Dieses kann das Gefäß entweder direkt an Ort und Stelle verschließen, oder sich lösen und in andere Teile des Körpers gelangen. Dort kann der Blutpfropfen weiter anwachsen, und so auch größere – und wichtigere – Gefäße verlegen, wie beispielsweise die Hirnschlagadern. Die Beine sind dabei prädestiniert für Thrombosen. Man spricht dann auch von Beinvenenthrombosen oder Wadenvenenthrombosen. Eine Thrombose äußert sich meist durch schmerzhafte Blutstauung, Überwärmung und Anschwellen des Beines im Bereich hinter der Thrombose.
Aber auch ein Ziehen in der Kniekehle kann dafür zumindest in den Anfangsstadien charakteristisch sein. Risikofaktoren für eine Beinvenenthrombose sind neben der "Pille" und Übergewicht auch Rauchen, wenig Bewegung, und Flüssigkeitsmangel. Daher sollte besonders auf Flügen immer ausreichend und kontinuierlich getrunken werden. Auf Langstreckenflügen empfiehlt es sich auch, im Flugzeug auf- und abzugehen: Bei Bewegung massiert die kontrahierende Beinmuskulatur die Gefäße, und fördert damit den Blutfluss innerhalb der Venen. Aber auch Thrombosestrümpfe können helfen: Diese sind besonders eng, und komprimieren dadurch die oberflächlich laufenden Venen, wodurch sich die Flussgeschwindigkeit des Blutes erhöht. Die tiefer gelegenen Arterien sind von den erhöhten Druckverhältnissen indes nicht beeinträchtigt.

Ziehen an der Außenseite des Knies

Ein Ziehen an der Außenseite der Kniekehle kann für einen Riss eines Seitenbandes (auch Kollateralband) sprechen. Diese überbrücken das Kniegelenk und bilden eine Verbindung zwischen Unterschenkel und Oberschenkel. Ihre Aufgabe ist die Stabilisierung des Knies zur Seite hin.
Bei einem seitlichen Tritt gegen das Kniegelenk kann es zum Riss des Kollateralbandes kommen – für gewöhnlich auf der der Trittstelle gegenüberliegenden Seite. Ein Tritt von außen gegen die Außenseite des linken Knies würde also in einem Riss des inneren Seitenbandes des linken Knies resultieren. Ein Riss eines Kollateralbandes ist weniger schlimm als ein Kreuzbandriss, da er in der Regel nicht operiert werden muss. Allerdings benötigt er ebenfalls eine mehrwöchige Immobilisations- und Heilungsphase, die bis zu 20 Wochen betragen kann.
Ferner muss auch an einen Meniskusriss gedacht werden. Die Menisken liegen – paarig angelegt – rechts und links im Kniegelenk in den Gelenkspalten. Sie „puffern“ den Druck, den der Teil des Körpers oberhalb der Wade auf diese ausübt. Ein Meniskusriss kann Schmerzen, und ein unangenehmes Ziehen in der Kniekehle verursachen. Das Ziehen ist dabei vor allem im Außenbereich des Kniegelenks zu vernehmen, und kann beim Gehen/bei Belastung verstärkt auftreten. Ein Meniskusriss kann auch konservativ versorgt werden.
Ob eine Operation tatsächlich Vorteile bringt, ist derzeit umstritten. Mit einer Operation besteht auch immer die Gefahr, Keime in die sterile Gelenkkapsel einzubringen – das Knie ist hierfür besonders anfällig. Ob eine OP durchgeführt werden muss ist von vielen Faktoren wie Allgemeinzustand, sportlicher Betätigung, und Alter abhängig. Der Innenmeniskus ist im Übrigen statistisch gesehen doppelt so häufig betroffen, wie der Außenmeniskus.

Ziehen in der Kniekehle beim Strecken / beim Anwinkeln

Ein Ziehen in der Kniekehle tritt insbesondere bei Bewegungen auf, die das Knie in seinem vollen Bewegungsausmaß beanspruchen. Dazu gehören das komplette Strecken, und das komplette Anwinkeln des Kniegelenks. Beim Strecken des Knies werden die beiden Muskelköpfe des Wadenmuskels „Musculus gastrocnemius“ auf ihre komplette Länge ausgedehnt, da der Muskel einerseits am Oberschenkel, andererseits an der Ferse befestigt ist. Sind die Muskulatur, oder die Sehnenansätze an Ferse und Oberschenkel bereits gereizt, so kann dies zusätzlich Schmerzen verursachen. In Kniekehle und Achillessehne tritt dann ein unangenehmes Ziehen auf.
Beim Dehnen während des Aufwärmens ist dies völlig normal und bis zu einem gewissen Punkt auch so gewollt. Schließlich soll die Muskulatur ja gestreckt werden. Allerdings sollte die Dehnung nicht länger als sieben Sekunden am Stück erfolgen, und auch nur bis zu einem erträglichen Maß an Schmerzen. Besteht das Ziehen bereits in Ruhe, so sollte auf keinen Fall gedehnt werden und dem Bein Ruhe gegönnt werden. Auf Sport sollte dann generell verzichtet werden, bis das Ziehen nicht mehr auftritt.
Beim Anwinkeln des Beines werden die Strukturen in der Kniekehle jedoch komprimiert, und unter Druck gesetzt. Sind die Platzverhältnisse in der Kniekehle ohnehin bereits verengt, kann dies Schmerzen verursachen. Ein prominenter Vertreter von Raumforderungen in der Kniekehle ist die sogenannte Bakerzyste. Es handelt sich dabei um eine Ausstülpung der Gelenkkapsel des Kniegelenks nach dorsal (also „hinten“), in die Kniekehle hinein. In der Folge entsteht eine Beengung der dort ansässigen Muskulatur, sowie eine Komprimierung der Nerven und Gefäße der Kniekehle, was wiederum Schmerzen verursacht. Besonders beim Anwinkeln des Beines werden dann die ohnehin schon beengten Verhältnisse in der Kniekehle weiter verschlechtert, da die entspannte Wadenmuskulatur nach oben schiebt, und Haut- und Fettgewebe in die Kniekehle drängt.Eine Bakerzyste kann von außen recht einfach als kleine Vorwölbung in der Kniekehle getastet werden.
Die Diagnose erfolgt indes mittels MRT des Kniegelenks oder Ultraschall.
Die Bakerzyste ist nur ein Grund, wodurch beim Anwinkeln des Knies in der Kniekehle Schmerzen und Ziehen entstehen können. Auch Missbildungen der Gefäße, Schwellungen durch Blutergüsse und übermäßiges Fettgewebe können in der Kniekehle Nerven komprimieren und so Schmerzen verursachen.

Nach dem Sitzen/beim Aufstehen

Eine der gefährlichsten Komplikationen, denen Schmerzen und Ziehen in der Kniekehle zu Grunde liegen können, ist die Beinvenenthrombose. Sie tritt besonders nach langem Sitzen bei Flügen, oder Busfahrten auf. Oft bemerkt man dann beim Aufstehen einen regelrechten Stich in den Beinen und ein Kribbeln und Ziehen über die Waden, bis in die Kniekehle hinein. Die Beine sind schwer und geschwollen.
Lesen Sie mehr zu dem Thema: Geschwollene Kniekehle
Dies ist nach langen Phasen des Sitzens normal, da Wasser und Blut – der Schwerkraft folgend – sich in den Beinen ansammeln. Während dem Gehen massieren die Muskeln indes die Gefäße und pumpen das Blut so aus den Beinen zurück in Richtung Herz – dies ist der Grund, warum wir nach langen Märschen keine dicken Beine haben.
Im Flugzeug sind wir allerdings in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, weswegen unsere Beine dick werden. Im schlimmsten Fall bilden sich in den tiefen Beinvenen durch den verlangsamten Blutfluss kleine Blutgerinnseln, die mit der Zeit anwachsen, und unsere Venen verstopfen.Schmerzen nach langem Sitzen – sprich über 3-4 Stunden am Stück – können je nach Begleitumständen für eine Thrombose sprechen.
Auch beim Aufstehen aus dem Bett können wir dieses Phänomen manchmal beobachten. Wenn die Beine dick geschwollen sind, und es bis in die Kniekehle hoch zieht, ist dies oft ein Zeichen einer eingeschränkten Herzleistung. Das berühmte „Wasser in den Beinen“ ist ein Zeichen dafür, dass das Herz im Ruhezustand – also während des Schlafes – nicht mehr in der Lage ist, das gesamte Blutvolumen zu befördern. Spätestens dann sollte ein Besuch beim Hausarzt oder Kardiologen erfolgen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.07.2018
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