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Hämatom

Synonyme

Bluterguss, blauer Fleck

Allgemein

Ein Bluterguss (Hämatom) bezeichnet die oft sichtbare Ansammlung von Blut im Unterhautgewebe (Subkutis) oder tiefer liegendem Hautgewebe, seltener auch in einer vorher bestehenden Körperhöhlung. Im Allgemeinen ist ein Hämatom ein Krankheitszeichen (Symptom), welches auf eine Verletzung beziehungsweise Gewalteinwirkung hinweist. In seltenen Fällen kann es jedoch auch auf eine ernstere zugrundeliegende Erkrankung zurückzuführen sein. Je nach Ausmaß bedarf ein Hämatom entweder keiner Therapie, hauseigener Versorgung oder aber einer Behandlung im Krankenhaus.

Klar abzugrenzen vom Hämatom sind die Totenflecken, die zwar teils ähnlich aussehen und ebenfalls durch Blut im Gewebe hervorgerufen werden, im Gegensatz zum Hämatom jedoch ausschließlich bei Leichen vorkommen.

Im Allgemeinen ist ein Hämatom ein häufig auftretendes Symptom, da auch leichte Verletzungen im Alltag bei sonst gesunden Menschen ein solches auslösen können. Besonders häufig sind sie jedoch bei laufenlernenden Kleinkindern und gangunsicheren älteren Personen zu erwarten. Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Bluterguss beim Kind

Lesen Sie hier weiter: Wie behandelt man einen Bluterguss?


Ursachen

Am häufigsten treten Hämatome als direkte Folge einer Gefäßverletzung durch Gewalteinwirkung auf. Ob diese durch fremde Hand in böswilliger Absicht, durch einen Unfall oder im Rahmen eines ärztlichen Eingriffes (Operation) getätigt wird, ist dabei zunächst sekundär. Der durch eine Sportverletzung entstandene Bluterguss wird auch als Pferdekuss bezeichnet.

Bei dem Vorliegen einer Erkrankung, die die Blutgerinnung (Hämostase) beeinflusst, wie etwa die erbliche (hereditäre) Erkrankung der Hämophilie oder der Blutkrebs (Leukämie), kann nach einem Bagatelltrauma oder auch ohne einen Unfall (Trauma) ein Bluterguss (Hämatom) entstehen.

Je nach Lokalisation, Größe und Form kann ein Hämatom gegebenenfalls Rückschlüsse auf die Art der Verletzung, wie etwa einen spezifischen Bruch (Fraktur) eines Knochens, beziehungsweise in der Rechtsmedizin auf die Art der Tatwaffe, zulassen.

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Begünstigungsfaktor der Entstehung von Hämatomen ist die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten (wie zum Beispiel Apixaban oder Marcumar).

Symptome

Das Hauptsymptom eines Hämatoms ist die Verfärbung durch das in das Gewebe ausgetretene Blut, genauer gesagt durch die in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) vorkommenden Blutfarbstoffe (Hämoglobin). Im zeitlichen Verlauf verändert sich sowohl die Farbe als auch die Farbintensität des Hämatoms durch körpereigene Abbauschritte von intensiv vornehmlich rot-blau über grünlich zu blass gelblich.

Je nach Lokalisation, Hämatomgröße und individueller Stoffwechselgeschwindigkeit dauert dieser Umfärbungsprozess wenige Tage bis mehrere Wochen. Die Farbausgestaltung eines vorliegenden Hämatoms lässt also nur sehr bedingt Rückschlüsse auf den Entstehungszeitpunkt zu.

Neben der Farbveränderung ist durch das ausgetretene Blut auch eine Schwellung der Region zu erwarten. Je nach Ausmaß des Hämatoms kann auch ein Spannungsgefühl, sowie Schmerz (insbesondere durch eine Berührung oder Druck auf die betroffene Stelle) auftreten.

Komplikationen eines Hämatoms sind vor allen Dingen dann zu erwarten, wenn die durch das Hämatom verursachte Schwellung Druck auf umliegende Strukturen ausübt, welcher dann zum Beispiel im Falle einer räumlichen Enge zu einer Eindrückung (Kompression) der umliegenden Strukturen , wie etwa des Gehirns bei einer Hirnblutung oder aber den Gefäßen und Nerven bei einem sogenannten Kompartmentsyndrom führen kann.

Falls ein Hämatom in Gelenken, vor allen Dingen im Kniegelenk, Hüftgelenk oder dem Sprunggelenk, auftritt, kann die Entstehung eines vorzeitigen Gelenkverschleißes (Arthrose) begünstigt werden.

Ist das Hämatom in Bezug auf die ausgetretene Blutmenge besonders schwerwiegend und groß, ist auch durch den entsprechend hohen Blutverlust kurzfristig ein potentiell lebensbedrohlicher Schock möglich. Mittelfristig ist durch den Mangel an sauerstofftransportierenden roten Blutkörperchen (Erythrozyten) eine Blutarmut (Anämie) zu erwarten, welche sich unter anderem durch Abgeschlagenheit, Blässe, Schwäche, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen äußern kann.

Unentdeckte größere Hämatome sind vor allen Dingen bei inneren Blutungen im Hüft -, Bauch- oder Brustbereich möglich.

Therapie

Ein einfacher Bluterguss (Hämatom) bei einem sonst gesunden Menschen bedarf in der Regel keiner Therapie. Bei subjektivem Missempfinden kann ein kleines Hämatom mit einfachen Hausmitteln wie etwa dezenter Kühlung und Hochlagerung des betroffenen Gebietes behandelt werden.

Ein Arztbesuch ist vor allen Dingen dann ratsam, wenn das Hämatom ein größeres Ausmaß hat, keine plausible Erklärung für dessen Entstehen vorliegt, oder aber es nach mehren Wochen immer noch nicht verschwunden ist. Der behandelnde Arzt schließt dann gegebenenfalls eine ernsthaftere Verletzung wie etwa einen Knochenbruch (Fraktur) oder das Auftreten von Komplikationen aus, oder geht bei unbekannter Blutungsursache dieser auf den Grund.

Bei größeren Hämatomen kommt gegebenenfalls eine örtlich aufgetragene Salbe mit gerinnungshemmenden Wirkzusätzen zum Einsatz, um das in größerem Ausmaß geronnene Blut dem Körper zwecks schnelleren Abbaus besser zugänglich zu machen.

Im Falle auftretender Komplikationen müssen diese natürlich separat behandelt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Blauer Fleck geht nicht weg - was kann ich tun?

Prognose

Die Prognose eines Hämatoms ist im Allgemeinen sehr gut. Treten jedoch Komplikationen auf, oder ist das Hämatom lediglich das Anzeichen einer anderen Erkrankung, so hängt natürlich die Prognose des Betroffenen von der entsprechenden Komplikation oder der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

Üblicherweise ist jedoch bei einem sonst gesunden Patienten mit einer vollständigen Abheilung des Hämatoms binnen weniger Tage bis Wochen zu rechnen.

Prophylaxe

Primär sind Hämatome natürlich durch die Vermeidung der sie auslösenden Unfälle oder Verletzungen zu umgehen. Besonders bei eingeschränkter Gerinnbarkeit des Blutes durch eine Vorerkrankung oder eine blutgerinnungshemmende Medikation ist ebenso auf eine erhöhte Aufmerksamkeit im alltäglichen Leben zu achten, wie bei eingeschränkter Beweglichkeit oder Koordinationsfähigkeit.

Ist eine Verletzung zum Beispiel im Rahmen eines Stoßes, Sturzes oder einer Einklemmung erst einmal aufgetreten, so kann das Ausmaß des zu erwartenden Hämatoms durch rasche Kühlung des betroffenen Areals eingedämmt werden, da der Wärmeentzug in der gekühlten Region zu einer Verengung der sich dort befindlichen Gefäße führt.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.10.2018
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