Sehnenscheidenentzündung

Synonyme

Sehnenentzündung, Tendovaginitis, Tendo = Sehne, Vaginitis = Scheidenentzündung, Tendosynovitis, Tendosynovialitis
Englisch: tendovaginitis

Einleitung

Bei der Sehnenscheidenentzündung handelt es sich um eine Entzündung des Sehnengleitgewebes (Sehnenscheide), die in Folge einer

Eine Sehnenscheidenentzündung kann an jedem Muskel vorkommen, dennoch sind die Sehnen der Arme, Füße oder Beinmuskeln am häufigsten betroffen. Die Schmerzen einer Sehnenentzündung werden als "unangenehm ziehend" angegeben. Bei entsprechenden Bewegungen kann es manchmal auch zu einem einschießenden Schmerz in die betroffene Sehne kommen.

Es existieren sowohl akute als auch chronische Verläufe von Sehnenscheidenentzündungen.

Die Sehne bildet sie Fortsetzung eines Muskels und verankert diesen am Knochen, sodass Bewegung möglich wird. An Stellen mit hoher Reibung oder Spannung werden Sehnen von Scheiden (Vagina tendinis, „Scheide der Sehne“) umhüllt, welche mit einer Flüssigkeit, der Synovia, gefüllt sind. Diese sollen den Sehnen Schutz vor mechanischen Kräften (z. B. Reibung) bieten. Bei Überlastung oder bakteriellen Infektionen, kann es hier zu Problemen kommen, die sich als Schmerzen äußern.


Epidemiologie

Zu Berufsgruppen, bei denen gehäuft Sehnenscheidenentzündungen auftreten, zählen unter anderem:

  • Sekretärinnen,
  • Berufe mit viel Computerarbeit,
  • Musiker oder
  • Physiotherapeuten.

Bei all diesen Tätigkeiten werden Bewegungen wiederholt und oft in Verbindung mit einer Fehlhaltung, ausgeführt, wodurch sich ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Sehnenscheidenentzündung ergibt. Prinzipiell können Menschen jeden Alters an einer Sehnenscheidenentzündung erkranken. Eine Tendovaginitis stenosans de Quervain als Sonderform einer Sehnenscheidenentzündung tritt bevorzugt bei Frauen nach den Wechseljahren auf.

Ursachen

Die Ursachen für eine Sehnenscheidenentzündung können verschiedener Natur sein. Meist entzündet sich die Sehnenscheide aufgrund von mechanischer Belastung.
Die Sehne gleitet normalerweise in der Sehnenscheide hin und her. Wird nun eine bestimmte Sehne sehr viel gebraucht, so kann die Sehne an der Innenseite der Sehnenscheide reiben, dauerhaft kann sich dadurch eine Sehnenscheidenentzündung durch die Abnutzung entwickeln.

Sportarten, die sich durch das ständige Wiederholen bestimmter Bewegungsabläufe auszeichnen, gehören daher zu den typischen Auslösern einer Sehnenscheidenentzündung, z.B. Tennis. Ein weiterer Risikofaktor aus dem Sportbereich ist das schnelle Steigern des Trainings:
Durch die resultierende Mehrbelastung kann vermehrt eine Sehnenscheidenentzündung auftreten.

Lesen Sie hierzu unseren Artikel zum Thema: Tennisarm

Eine weitere Ursache sind für den Körper ungewohnte Arbeiten, die ebenfalls einen eintönigen Bewegungsablauf erfordern (z.B. Renovierungsarbeiten oder das Gärtnern). Eine große Gruppe von Patienten mit einer Sehnenscheidenentzündung hat als Ursache eine berufliche Belastung. Meist sind Personen betroffen, die jeden Tag lange am Computer arbeiten müssen. Wenn die Tastatur oder die Maus am Computer nicht-ergonomisch eingestellt ist, kann durch diese dauerhafte Belastung eine Sehnenscheidenentzündung entstehen. Das gleiche gilt auch für Tastaturen am Handy oder Tablet. Wer hier sehr viel schreibt, kann seine Sehnenscheide auch belasten. 

Neben den Bürokräften können auch Musiker, Handwerker, Masseure oder Physiotherapeuten betroffen sein. Bei diesen beruflichen Sehnenscheidenentzündungen ist fast immer das Handgelenk beziehungsweise die Finger betroffen. Neben der mechanischen Ursache für eine Sehnenscheidenentzündung, kann diese auch durch eine Infektion mit Bakterien ausgelöst werden.

Infektionen kommen vor allem dann vor, wenn die Sehnenscheide zuvor durch einen Unfall oder eine Verletzung (Messerstich, Messerschnitt) eröffnet wurde. Durch die Öffnung dringen Keime ein und besiedeln die Sehnenscheideninnenseite. Die häufigsten Erreger, die die Ursache für eine bakterielle Sehnenscheidenentzündung bilden, sind Staphylokokken und Streptokokken. Seltener kommt eine Infektion durch Chlamydien, Mykoplasmen, und Gonokokken vor, auch diese sind jedoch möglich.

Eine durch einen Infekt ausgelöste Sehnenscheidenentzündung wird durch die Gabe eines auf den Erreger abgestimmten Antibiotikums behandelt. Außerdem muss die betroffene Extremität geschont werden, eventuell ist eine chirurgische Entlastung notwendig.

Die bakterielle Infektion kann zusätzlich eine postinfektiöse Arthritis auslösen. Hierbei handelt es sich um einen Angriff des Immunsystems auf die Bakterien, die sich in der Sehnenscheide befinden und diese in Mitleidenschaft ziehen. Das löst die Sehnenscheidenentzündung aus.

Als eine eigenständige Erkrankung ist die Tendovaginitis stenosans ("Schnappfinger"). Durch eine von der Entzündung der Sehnenscheide ausgelöste Verengung des Sehnenkanals und eine Verdickung der Sehne wird die Bewegung der Sehne erschwert und gelingt nur schwer, es ist ein typisch schnalzendes Geräusch zu hören. Betroffen sind hier Sehnen, die zu Muskeln des Daumens gehören (Musculus extensor pollicis brevis und Musculus abductor pollicis longus).

Lesen Sie mehr zum Thema: Ursachen einer Sehnenscheidenentzündung

Symptome

Die Symptome einer Sehnenscheidenentzündung hängen von dem klinischen Verlauf der Entzündung ab. Prinzipiell kann eine Sehnenscheidenentzündung an jeder Stelle des Körpers auftreten, an der sich Sehnenscheiden befinden. Man findet sie meist an den Handgelenken oder an den Fußgelenken.

Eine akute Sehnenscheidenentzündung tritt plötzlich auf und äußert sich als Schwellung der betroffen Region. Zudem bestehen Schmerzen (ziehend, stechend) sowohl in Ruhe als auch bei Bewegung sowie ein Druckschmerz der entzündeten Sehnenscheide. Hinzukommen können Rötung und Überwärmung als Zeichen der Entzündung.Tritt eine Sehnenscheidenentzündung akut, beispielsweise nach starken Belastungen auf, ist ein Druckschmerz entlang des Sehnen- und Muskelverlaufs typisch. Dieser Schmerz beschränkt sich auf die betroffene Sehnenscheide und ist damit auch diagnostisches Hilfsmittel, da er sich auf die anatomischen Grenzen beschränkt. Oft ist der betroffene Abschnitt gerötet, überwärmt und geschwollen. Bei weiterer Belastung des betroffenen Abschnitts treten ziehende und stechende Schmerzen während der Bewegung auf. In sehr ausgeprägten Fällen besteht zudem ein Ruheschmerz. Oft bessert sich dieser nicht innerhalb einer Nacht, sondern benötigt einige Tage um wieder abzuklingen.

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Chronische Sehnenscheidenentzündungen bestehen über einen längeren Zeitraum und zeichnen sich in der Regel durch mildere Verläufe als die akute Form aus.
Meistens entwickeln sich knotige Verdickungen der betroffenen Region, teilweise in Verbindung mit sogenannten Krepitationen beim Abtasten der Sehne. Unter Krepitationen versteht man knirschende Geräusche, die beim Abtasten der entzündeten Sehnenscheide zu hören sind und welche durch Eiweißablagerungen entstehen. Diese sind Zeichen der andauernden Entzündung. Teilweise ist ein schmerzhaftes, tastbares „Knirschen“ und Reiben über der betroffenen Sehne auffällig. In einigen Fällen ist dieses „Sehnenknirschen“ sogar hörbar und damit ein deutliches Zeichen der Sehnenscheidenentzündung.

Dieses Reiben kann das Phänomen des „schnellenden Fingers“ (Tendovaginitis stenosans) hervorrufen. Hierbei steckt die verdickte Sehne zunächst in der Sehnenscheide fest, gleitet aber bei stärkerem Muskelzug aus der Verengung heraus und führt dabei zum plötzlichen Vorschnellen des betroffenen Fingers. Dieses Phänomen tritt in der Regel bei starker Streckung auf. Am häufigsten finden sich diese Verdickungen im Bereich des betroffenen Fingergrundgelenks auf der Handinnenfläche.
Zudem besteht ein Schmerz bei der passiven Überstreckung der betroffenen Sehne und während der aktiven Anspannung gegen Widerstand. Beide Phänomene finden sich im akuten und chronischen Fall einer Sehnenscheidenentzündung und sind zudem diagnostische Hilfsmittel.

Diagnose Sehnenscheidenentzündung

Die Diagnose einer Sehnenscheidenentzündung wird in aller Regel durch das klinische Bild anhand des typischen Beschwerdebildes gestellt. So werden bei bestimmten Bewegungen Schmerzen im Bereich von bestimmten Muskeln angegeben, zu denen die entzündete Sehne gehört. Ergänzend liefert die Krankheitsgeschichte mit einer Berufsanamnese wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer Sehnenscheidenentzündung. In einigen Fällen kann man eine Versickung der Muskeln und Sehnen oder Ablagerungen im Röntgenbild erkennen. Da es aber sehr schwer und schlecht zu erkennen ist, wendet man diese Methode eher selten an, da die Strahlenbelastung vermieden werden soll. Auch kann es zu einer Verdickung dieser Sehnen kommen. Eine Ultraschallaufnahme der betroffenen Sehne kann einen An- oder Durchriss darstellen. Dieser müsste anders behandelt werden, als die alleinige Sehnenentzündung.

 

 

Therapie

Behandelt wird eine Sehnenscheidenentzündung mittels Ruhigstellung der betroffenen Region. Zum Einsatz kommen

  • Bandagen
  • Schienen
  • oder in schweren Fällen ein Gips

Auch können kühlende Auflagen ebenfalls hilfreich sein und den Bewegungsschmerz lindern. Zusätzlich können lokale Maßnahmen zur Schmerzlinderung sowie Entzündungshemmung ergriffen werden, wozu Salben oder Injektionen von Kortikosteroiden („Kortison“) gehören. Alternativ können schmerz- und entzündungshemmende Medikamente – sogenannte Nichtsteroidale Antiphlogistika (zum Beispiel Diclofenac, Ibuprofen) – systemisch in Tablettenform angewendet werden. 

Lesen Sie auch unseren Hauptartikel zu Therapie der Sehnenscheidenentzündung

Chronische Sehnenscheidenentzündungen müssen meist operiert werden, da die beschriebenen konservativen Behandlungen meist keine Besserung erzielen. In diesem Fall wird die Sehnenscheide gespalten.
Bei einer zu Grunde liegenden bakteriellen Infektion wird die Therapie der Sehnenscheidenentzündung um ein Antibiotikum und gegebenenfalls um operative Entlastung ergänzt.
Entzündlich-rheumatische Erkrankungen als Ursache einer Sehnenscheidenentzündung werden in erster Linie ebenfalls mit Nichtsteroidalen Antiphlogistika therapiert. Außerdem muss meistens eine immunsuppressive Therapie zur Modifikation der körpereigenen Abwehrreaktionen eingeleitet werden.
Die Behandlung einer Tendovaginitis stenosans besteht in operativer Spaltung der Sehnenscheide, da konservative Maßnahmen in diesem Fall keinen Erfolg zeigen. Anders sieht dies bei einer Tendovaginitis stenosans de Quervain aus: Hierbei therapiert man zunächst mittels Ruhigstellung oder Injektion von Schmerzmitteln. Nur bei fehlender Besserung dieser therapeutischen Maßnahmen wird eine operative Spaltung der Sehnenscheide angestrebt.

Therapie mit einer Bandage

Bandagen zur Behandlung einer Sehnenscheidenentzündung werden vor allem am Handgelenk angewendet, um dieses zu stabilisieren und ruhig zu stellen. Die Bandagen können vor allem Überlastungen des Gelenks vermeiden, die in der Regel zu der Sehnenscheidenentzündung geführt haben. Dabei haben sie den Vorteil, dass die Funktionen des betroffenen Gelenks nicht eingeschränkt werden und dadurch alltägliche Arbeiten weiter verrichtet werden können.

Außerdem können diese Bandagen abhängig von der Festigkeit vor Verletzungen schützen. Diese werden vor allem im Sport angewendet. Neben der Ruhigstellung, und dem Schutz vor andauernden Überlastungen der betroffenen Sehne können die Bandagen auch präventiv nach schon vorhergehender Sehnenscheidenentzündung eingesetzt werden. Beispielsweise wenn Tätigkeiten ausgeübt werden sollen, welche beim vorigen Male zu einer Entzündung der Sehnenscheide geführt haben.
Die Bandage reduziert hierbei die auf das Handgelenk wirkende Belastung, wodurch eine Entzündung eher ausbleibt, bzw. diese bei bestehender Sehnenscheidenentzündung abklingt.

Es gibt viele verschiedene Hersteller für bandagen, die alle möglichen Materialien und Festigkeiten anbieten. Die verschiedenen Modelle sollen den Patienten eine optimale Passform gewährleisten und sich an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Die Bandagen können beispielsweise sehr stabil sein und hierdurch Verletzungen vorbeugen, bzw. das Handgelenk wirksam stabilisieren. Diese empfehlen sich besonders bei instabilen Handgelenken, beispielsweise nach einem Bruch, oder zur Prävention wiederholter Verletzungen.
Elastische Bandagen ermöglichen dem Handgelenk hingegen eine höhere Beweglichkeit, stabilisieren dieses also nicht so effektiv. Sie dienen eher zur Ruhigstellung bei Entzündungen oder auftretenden Überlastungen.

Zudem unterscheiden sich die Bandagen nach den verwendeten Materialien. Bandagen aus Neopren sind sehr strapazierfähig, reißfest und verformbar, aber auch luftdicht, sodass diese Bandagen in der Regel nicht dauerhaft getragen werden. Einige Menschen sind allergisch gegen Neopren und sollten diese Bandagen dann nicht verwenden.

Darf die Stützwirkung der Bandage geringer sein, empfehlen sich gestrickte Handgelenkbandagen. Diese wärmen das Handgelenk, sind aber gleichzeitig auch atmungsaktiv und können damit auf Dauer getragen werden.

Welche Bandage die richtige ist, sollte in jedem Fall von einem Mediziner entschieden werden, um die korrekte Passform und die richtigen Materialien auszuwählen. Zudem sollte die Funktion der Bandage den aktuellen Notwendigkeiten der Beschwerden angepasst werden, um ein optimales Therapieergebnis zu erzielen.

Therapie mit einem Tape

Das Tapen der von Sehnenscheidenentzündungen betroffenen Körperpartien ist eine alternative oder ergänzende Behandlungsmethode, die meist von Orthopäden, aber zum Teil auch von geschulten Physiotherapeuten durchgeführt wird. Hierbei wird der zu behandelnde Bereich – anders als bei einem Gips oder einer Schiene – nicht gänzlich ruhig gestellt, sondern vielmehr in seinem Bewegungsausmaß bzw. seinen unerwünschten Bewegungen eingeschränkt.

Im Bereich der Sehnenscheidenentzündung hat sich das sogenannte Kinesio-Taping durchgesetzt. Hier kommt es zur Verwendung von elastischen, wasser- und luftdurchlässigen Klebepflastern unterschiedlicher Farbe, die mittels einer bestimmten Technik aufgeklebt werden. Da die schmerzhafte Entzündung der Sehnenscheiden meist durch Überlastung bestimmter Muskeln bzw. Muskelgruppen entsteht, setzt genau hier auch die Wirkung des Tapings an: Die Muskulatur wird durch Herabsetzten der Muskelspannung im Ruhezustand entlastet, Schwellungen und Schmerzen werden durch Anheben der Haut reduziert und Gelenkfunktionen durch Stimulierung der Tiefensensibilität verbessert.

Therapie mit Gips

Wird die Anlage eines Gipses oder einer Gipsschiene als Therapieverfahren bei Sehnenscheidenentzündungen ausgewählt, soll diese eine absolute Ruhigstellung und Bewegungsausschaltung – meist über 14 Tage – in dem betroffenen Körperteil erzielen.
Dabei sind regelmäßige Kontrollen des Gipses in Bezug auf den Sitz und die Festigkeit notwendig, um Komplikationen wie Durchblutungsstörungen oder Nerven- bzw. Hautschäden durch Druckstellen zu verhindern.
Je nachdem, welche Körperpartie (z. B. Handgelenk, Arm, Fuß etc.) von der Sehnenscheidenentzündung betroffen ist und in welchem Bereich des jeweiligen Körperteils die entzündeten Sehnenscheiden liegen, werden unterschiedliche Gipsvarianten bevorzugt. So kommt es bei Entzündungen im Handgelenksbereich meist zur Anlage eines Unterarmgipses, der das Handgelenk umschließt, die Finger jedoch ausspart und frei beweglich lässt.
Anders ist es dann jedoch bei der Tendovaginitis de Quervain, bei der gerade der betroffene Daumen als einziger Finger mit in den Gips eingeschlossen wird (Rehbein-Gips).
Sind die Sehnen am Ellenbogen betroffen, kommt es zur Anwendung eines Oberarmgipses (Unterarmgips mit zusätzlichem Einschluss des Ellenbogens und Oberarms), liegen Sehnenscheidenentzündungen im Fußbereich vor, wird ein Unterschenkelgips (Einschluss von Fuß und Unterschenkel, Knie und Zehen sind frei) angelegt.

Homöopathie bei einer Sehnenentzündung

Neben den allgemeinmediznischen Maßnahmen, wodurch man eine Sehnenentzündung meistens schon erfolgreich behandeln kann, gibt es noch einige homöopathische Ansätze, wie man diese Art von Entzündungen behandeln kann. Hier kommen vor allem homöopathische Medikamente mit den Namen Rhus tox sowie Arnica in unterschiedlicher Verdünnung (Potenzierung) zum Einsatz. Als Faustregel sollte man sich an eine Dosierung von "dreimal täglich 5 Globuli " halten. Eine Besserung der Sehnenentzüdnung sollte sich bereits nach wenigen Tagen einstellen.

Hausmittel gegen eine Sehnenscheidenentzündung

Häufig können die Symptome einer Sehnenscheidenentzündung schon durch einfache Hausmittel deutlich verringert und der Entzündungsprozess eingedämmt werden.
So vermag ein bewusstes Ruhighalten der betroffenen Körperpartie im Alltag und das Tragen von einfachen Stützmanschetten oder Bandagen aus der Apotheke einen ersten Anfang bilden.

Bei akuten Entzündungen helfen in der Regel Kühlung durch Eispackungen oder Quarkumschläge (kalten Quark auf einem Tuch verstreichen und um die betroffene Stelle wickeln) sowie Salbungen mit Pferde-, Moor- und Ringelblumenbalsam. Zudem können auch Umschläge mit verdünnter Arnikatinktur oder einem Alkohol-Heilerde-Gemisch, aber auch Kohl- oder Retterspitzwickeln gegen die Entzündung helfen.
Das Auftragen und Einreiben von rezeptfreiem, apothekenpflichtigem Voltaren®-Gel (Wirkstoff: Diclofenac) kann durch örtliche Schmerzlinderung und einen abschwellenden und kühlenden Effekt die Symptome ebenfalls reduzieren.

Des Weiteren kann darauf geachtet werden, dass während der entzündlichen Phase eine möglichst fleisch- und alkoholarme Nahrungs- und Getränkeaufnahme stattfindet, dafür aber ausreichend Vitamin E (Sojaprodukte, Nüsse, Pflanzenöl, Vollkorngetreide etc.) zu sich genommen wird. Auch die durch einen Homöopathen verabreichten Schüssler-Salze Nr. 1, 2, 3, 4, 7, 8 und 11 können als Therapieversuch angewendet werden.

Wie lange dauert eine Sehnenscheidenentzündung?

Liegt eine akute Sehnenscheidenentzündung egal in welchem Bereich vor, dauert es in der Regel 1-2 Wochen, bis sie wieder abklingt. Die genaue Dauer der Heilungsphase hängt dabei am wesentlichsten von dem Ausmaß der Ruhigstellung bzw. Schonung der betroffenen Körperpartie ab.
Wird die akute Sehnenscheidenentzündung jedoch nicht ausreichend behandelt und kommt es weiterhin zu Überbelastungen der Sehnen in diesem Bereich, geht sie möglicherweise in eine chronisch-entzündliche Erkrankung über, die sich über viele Wochen bis Monate hinziehen kann.

Auch wenn bei einer Chronifizierung meist nur noch eine Operation die Beschwerden beheben kann, sind auch hier die Heilungschancen insgesamt gut. Um nach dem Ausklingen der Sehnenscheidenentzündung einen sofortigen Rückfall zu verhindern, sollten die auslösenden Bewegungen grundsätzlich vermieden und ein regelmäßiger Besuch eines Physiotherapeuten in Erwägung gezogen werden. Die Krankengymnastik hilft dabei gezielt die Muskulatur z. B. des betroffenen Armes/Beines zu stärken, zu dehnen und durch Massagen zu lockern sowie Fehlhaltungen bzw. Fehlbeanspruchungen im Alltag durch Haltungskorrektur oder Unterstützungsmaßnahmen zu minimieren.

Prophylaxe

Liegt ein mechanisches Problem bei der Ausführung bestimmter Arbeiten vor, sollten die Arbeitsbedingungen angepasst werden, um erneute Sehnenscheidenentzündungen zu verhindern. Beispielsweise können Computerarbeit ausführende Menschen ein Kissen unter die Handgelenke legen, um die zur Sehnenscheidenentzündung führende Fehlhaltung zu korrigieren. 

Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk

Von den Muskeln am Unterarm verlaufen Sehnen zur Hand und zu den Fingern. Sie werden von Sehnenscheiden umgeben, die die Sehnen schonen und diese wie Schienen zu ihrem Zielort führen. Eben diese Sehnenscheiden können sich im Bereich des Handgelenks entzünden. Am Handgelenk macht sich eine Sehnenscheidenentzündung hierbei ähnlich bemerkbar wie an der restlichen Hand.

Im Vordergrund stehen ziehende oder stechende Schmerzen bei Unterarm- und Handbewegungen. In ausgeprägten Fällen kann es auch zu Schmerzen in Ruhe kommen. Zudem sind oft eine Rötung und Schwellung entlang der betroffenen Sehnen zu bemerken. Weiterhin ist es möglich, dass es durch Bewegung zu einem tastbaren Knirschen und Reiben der Sehne am Handgelenk kommt. Bei einer chronischen Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk kann es außerdem auch zu knotigen Verdickungen der betroffenen Sehne kommen.

Ursächlich ist im Bereich des Handgelenks zumeist eine hohe, eintönige Beanspruchung, oft bei der Arbeit oder beim Sport. Ein nicht-ergonomischer Arbeitsplatz oder eine falsche Technik im Sport können außerdem zu einer Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk beitragen. Außerdem kommen natürlich auch bakterielle Infektionen im Rahmen von Unfällen oder Verletzungen als Ursache für eine Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk in Frage. Auch eine rheumatische Erkrankung kann Auslöser einer solchen Entzündung sein.

Bei der Behandlung sollte vor allem eine Schonung und Ruhigstellung des Handgelenks, z.B. über eine Schiene erfolgen. Außerdem kann der Einsatz von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac die Schmerzen vermindern und die Entzündung stoppen. Schmerzmittel können entweder in Tablettenform oder als Salbe eingesetzt werden. Bei starken Schmerzen bzw. Entzündungen kann außerdem das Einbringen von Cortison direkt in die Sehnenscheide zur Behandlung genutzt werden.

Im Falle einer chronischen Entzündung sind diese Maßnahmen meist jedoch nur wenig hilfreich, hier muss oft eine Operation in Betracht gezogen werden. Jede Maßnahme bringt aber natürlich nur dann langfristig eine Besserung, wenn die Ursache der Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk beseitigt wird.

Lesen Sie mehr zum Thema: Sehnenscheidenentzündung am Handgelenk

Tendovaginitis de Quervain

Die Tendovaginitis stenosans de Quervain ist eine Sonderform der Sehnenscheidenentzündungen, die ausschließlich auf die Sehnen des Daumens beschränkt ist. Somit betrifft der entzündliche Prozess die Sehnenscheiden der Daumenansatzstellen zweier Muskeln (Musculus abductor pollicis longus und Musculus extensor pollicis brevis), sodass deren Sehnen durch Vernarbung und Einengungen durch andere Gewebe weniger gut in den Sehnenscheiden hin und her gleiten können.
Die Folge sind belastungsabhängige Schmerzen bei Abspreizungs- und Streckungsbewegungen im Daumengelenk sowie bestimmten Handgelenksbewegungen, wobei der Schmerz sogar bis in den Unterarm ausstrahlen kann.

Lesen Sie hierzu auch Schmerzen rechter Unterarm.

Die Ursache für diese Erkrankung ist noch nicht abschließend geklärt. Vermutet wird jedoch, dass es sich um ein Überlastungssyndrom handelt oder um eine Begleiterkrankung beispielsweise bei rheumatoider Arthritis.
Klinisch zeigen sich oft eine Schwellung und ein Druckschmerz am unteren Teil des Daumens und am Handgelenk. Zudem ist der sogenannte Finkelstein-Test positiv. Hierbei treten bei Heranführen der Daumenseite der Hand an den Unterarm (Ulnarabduktion) mit gebeugtem Daumen und bei Faustschluss Schmerzen im Bereich des Daumens auf.
Die Therapie der Wahl ist die 14-tägige Ruhigstellung des Unterarms mitsamt Daumen durch einen Gips oder eine Schiene und die Gabe von Schmerzmitteln. Kommt es hierdurch nicht zu einer Besserung, muss die Sehnenscheide operativ in Längsrichtung gespalten werden (Tenotomie).

Weitere Informationen finden Sie unter: Tendovaginitis de Quervain

Zusammenfassung

Bei einer Sehnenscheidenentzündung handelt es sich um eine Entzündung der die Sehnen umhüllenden Sehnenscheiden, welche im Bereich der Hände und Füße zu finden sind. Als häufigste Ursache der Sehnenscheidenentzündung findet sich eine bewegungsbedingte Überlastung in Verbindung mit Fehlhaltungen, seltener eine bakterielle Infektion oder eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Das Krankheitsbild geht mit schmerzhafter Bewegung, Rötung, Schwellung und Erwärmung einher. Teilweise äußert sich eine Sehnenscheidenentzündung auch als knirschendes Geräusch beim Abtasten (Krepitation). Als Sonderform existiert die Tendovaginitis stenosans, welche als „schnellender Finger“ zu Tage tritt sowie die Tendovaginitis stenosans de Quervain , auch bekannt unter schnellender Daumen.
Die Therapie einer Sehnenscheidenentzündung besteht in Ruhigstellung und Schmerzstillung. In schweren Fällen sowie bei Tendovaginitis stenosans und Tendovaginitis stenosans de Quervain erfolgt eine Operation mit Spaltung der Sehnenscheide zur Linderung der Beschwerden.
Insgesamt ist die Prognose bei akuten Verläufen einer Sehnenscheidenentzündung gut. Chronische Verläufe müssen in der Regel operiert werden.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.01.2018
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