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Verlauf der Arthrose

Wie ist der Verlauf einer Arthrose?

Der Krankheitsverlauf einer Arthrose erstreckt sich meist über viele Jahre. Den Krankheitsbeginn nimmt der Patient in der Regel nicht bewusst war. Erst wenn die Arthrose vorangeschritten ist, treten Beschwerden auf.

Frühstadium

Ausgangspunkt jeder Arthrose ist ein Schaden im Knorpelüberzug, der sogenannte "Knorpelschaden". Oft ist dieser Schaden zunächst nur auf eine kleine Fläche begrenzt. Außerdem ist er noch oberflächlich. Kurz darauf treten im Röntgenbild erste Verdichtungen des Knochens auf. Es handelt sich hierbei immer um Knochenbezirke, die direkt unter dem erkrankten Knorpel liegen. Diese zusätzlichen Veränderungen am Knochen sind ein entscheidendes Zeichen für das Frühstadium der Arthrose. Ohne diese Knochenveränderungen liegt nur ein "Knorpelschaden" vor, nicht aber eine "Arthrose". Arthrose bedeutet deshalb immer Knorpelschaden mit Knochenveränderungen.

Zwischenstadium

Zwischen dem Verlauf der Arthrose vom ,,Frühstadium" bis zum ,,Spätstadium" können viele Jahre liegen. Viele Arthrosepatienten befinden sich deshalb in einem sog. Zwischenstadium. Ihre Veränderungen sind also stärker als im Frühstadium, doch noch geringer als im Spätstadium.
Es kann in diesem Stadium auch zu einer aktivierte Arthrose kommen, welche den Gelenkverschleiß beschleunigen kann. 


Spätstadium

Im Spätstadium ist der Gelenkknorpel im erkrankten Bereich nicht nur erkrankt und geschädigt, sondern sogar vollständig abgerieben und verschwunden. Hierdurch reibt der jetzt freiliegende Knochen direkt auf dem Knochen der gegenüber liegenden Seite des Gelenkes. Im Röntgenbild sieht man, dass sich die Knochen der Gelenkpartner direkt berühren. Der so genannte Gelenkspalt ist deshalb verschwunden. Auch der Knochen hat sich gegenüber dem Frühstadium verändert.

Typische Veränderungen des Röntgenbildes bei Arthrose

  1. Verschmälerung des Gelenkspaltes als Hinweis auf eine Reduktion der Knorpeldicke
  2. Veränderung des Knochens unter dem Knorpelschaden; er wird dichter und daher im Röntgenbild besser sichtbar (Sklerose (weiß)).
  3. Knochenanbauten; das Gelenk reagiert auf den Schaden mit einer Flächenvergrößerung, so genannten Osteophyten. Der Betroffene stellt fest, dass seine Gelenke größer und aufgetrieben sind. Diese Knochenzacken können sich bei bestimmten Bewegungen auch berühren und weitere Schmerzen auslösen.
  4. Zystenbildung; nahe der Arthrose bilden sich häufig Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume)
  5. Formveränderung; das Gelenk verliert seine ursprüngliche Form, das Gelenk verliert seine Kongruenz, es wird „schief“.

Von den Folgen der Arthrose sind auch die Weichteile (Muskeln, Sehnen, Bänder etc.) in der Umgebung des Gelenkes betroffen.

Durch Schonung des schmerzenden Gelenkes werden die Muskeln schwächer und weniger flexibel. Je nach Formveränderung des Gelenkes verkürzen sich gewisse Bandstrukturen, während andere überdehnt werden. Es resultiert eine Instabilität des Gelenkes. Die allgemeine Unfallgefahr steigt. Die Arthrose nimmt weiter zu.

Die Gelenkkapsel wird rigide, der Bewegungsumfang für das Gelenk sinkt.

Durch Flüssigkeitsbildung der Gelenkschleimhaut (Synovia) können sich synoviale Hernien oder Zysten Bilden (z.B. Bakerzyste des Kniegelenkes).

Durch eine Schonung des betroffenen Gelenkes entstehen Fehlhaltungen und Fehlbelastungen anderer Gelenke. Dies verdeutlicht, dass Arthrose keine Erkrankung ist, die auf das betroffene Gelenk allein beschränkt bleibt.

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Um in der Orthopädie erfolgreich behandeln zu können, bedarf es einer gründlichen Untersuchung, Diagnostik und Erhebung der Krankengeschichte.
Gerade in unserer sehr ökonomisierten Welt, bleibt zu wenig Zeit, um die komplexen Erkrankungen der Orthopädie gründlich zu erfassen und damit eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten.
In die Reihe der "schnellen Messerzücker" möchte ich mich nicht einreihen.
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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 08.06.2019
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