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Aktivierte Arthrose

Was ist eine aktivierte Arthrose?

Die aktvierte Arthrose ist die schwerste Form der Arthrose (Gelenkverschleiß). Sie tritt auf, wenn ein Gelenk, das bereits von Arthrose betroffen ist, zu stark oder zu lange belastet wird. Es kommt dann zu den typischen Entzündungszeichen Schmerz, Schwellung, Rötung und Bewegungseinschränkung.
Die Schmerzen bei einer aktivierten Arthrose treten meist dauerhaft auf, nicht nur bei Belastung. Eine Arthrose ist schwer zu behandeln, die aktivierte Entzündung kann in der Regel aber wieder "deaktiviert" und zur Ruhe gebracht werden.
Je öfter ein Gelenk jedoch eine aktivierte Arthrose mitmacht, desto kürzer werden die beschwerdefreien Intervalle zwischen den Aktivierungen.

Die aktivierte Arthrose ist damit das Gegenteil zur sogenannten ruhenden Arthrose. Auch bei der ruhenden Arthrose liegt ein Gelenkschaden vor, allerdings lassen sich keine akuten Entzündungszeichen feststellen.

Ursachen für die Entstehung

Die häufigste Ursache für eine akute Arthrose ist eine Belastung einer bereits bestehenden Arthrose.
Bei einer Arthrose wird die Knorpelschicht in einem Gelenk durch Überbelastung immer weiter abgebaut. Die bereits bestehende Arthrose kann teilweise nur leichte Beschwerden auslösen und daher eventuell nicht erkannt werden. Wenn der Gelenkknorpel dann fast ganz oder sogar komplett abenutzt wurde, reibt Knochen auf Knochen und das betroffene Gelenk entzündet sich, die Arthrose "aktiviert" sich. Unmittelbarer Auslöser ist oft eine starke Belastung des betroffenen Gelenks. Die Arthrose an sich kann viele verschiedene Ursachen haben, beachten Sie hierfür bitte unseren Artikel zur Arthrose.  

An diesen Symptomen erkennen Sie eine aktivierte Arthrose:
Die aktivierte Arthrose zeigt sich durch typische Entzündungszeichen am Gelenk. Die meisten Patienten bemerken zuerst den Schmerz, der während einer ruhenden Arthrose oft nur bei den ersten Bewegungen zu spüren ist (sog. Anlaufschmerz).
Bei einer aktivierten Arthrose tritt der Schmerz aber mindestens während der gesamten Belastung auf, oft sogar auch in Ruhephasen. Hinzu kommt eine Schwellung des Gelenks, die nicht immer mit dem bloßen Auge festgestellt werden kann, manchmal aber getastet werden kann. Sie entsteht durch Bildung von entzündlicher Flüssigkeit im Gelenk.
Tast- bzw. fühlbar ist oft auch eine Überwärmung des Gelenks. Auch eine Rötung kann auftreten - ein nicht sichtbar gerötetes Gelenk schließt aber keinesfalls eine aktivierte Arthrose aus.
Vom Patienten selbst wird oft noch eine Steifigkeit und/oder Schwäche des Gelenks bzw. der angrenzenden Muskeln festgestellt. Auch knirschende oder knackende Geräusche während der Bewegung des betroffenen Gelenks können auftreten.

In sehr schweren, oft über Jahre unbehandelten Fällen kann sogar eine Verformung (Deformation) des Gelenks auftreten.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Ursachen der Arthrose


Diagnose einer aktivierten Arthrose

Die Diagnose einer aktivierten Arthrose kann oft schon durch die Untersuchung des Arztes festgestellt werden, besonders wenn bereits eine Arthrose als Vorerkrankung bekannt ist.

Zur weiterführenden Diagnostik kann auch noch eine Bildgebung durch den Arzt angeordnet werden.
Die einfachste Untersuchung, die oft vor Ort sofort vom Arzt durchgeführt werden kann, ist die Sonographie (Ultraschall). Damit kann entzündliche Flüssigkeit (Erguss) im Gelenk festgestellt werden.
Das Mittel der Wahl zur Beurteilung des Knorpels ist eine MRT-Untersuchung (Kernspin). Wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist und auch den Knochen betreffen könnte, können auch CT- oder einfache Röntgenuntersuchungen nötig sein.

Behandlung einer aktivierten Arthrose

Wichtig ist zunächst, dass das Gelenk unbedingt ruhiggestellt, also nicht zu sehr belastet wird.
Kühlung - zum Beipsiel durch Kühlpads oder kühle Umschläge - kann die Beschwerden vorübergehend lindern. Die Anwendung von Wärme - zum Beispiel durch Infrarotlampen - kann bei der Behandlung der Arthrose angewendet werden, sollte aber bei einer aktivierten Arthrose ausgesetzt werden, da hierdurch der Entzündungsprozess beschleunigt wird.

Zur Behandlung der Schmerzen werden in der Regel auch Schmerzmittel verabreicht. Hier werden oft Schmerzmittel mit entzündungshemmender Komponente verwendet, die also gleichzeitig auch der Entzündung des Gelenks als Ursache entgegenwirken. Typische Beispiele hierfür sind Ibuprofen oder ASS (Aspirin).
In schweren Fällen wird sogar die Injektion von Cortison direkt in den Gelenkspalt durchgeführt.

Eine weitere invasive Behandlungsmöglichkeit stellt die Punktion der überschüssigen Flüssigkeit (Ablassen) im Gelenk dar. Die sogenannte Radiosynoviorthese, bei der leicht radioaktive Stoffe in den Gelenkspalt injiziert werden, ist ebenfalls eine Möglichkeit, sollte aber gründlich abgewogen werden.

Die Wirksamkeit von Salben, die auf die Haut aufgetragen werden, ist umstritten.

Mehr Informationen zum Thema Therapie einer Arthrose finden Sie hier. 

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Dauer einer aktivierten Arthrose

Die Dauer einer aktivierten Arthrose hängt sehr von der Stärke der akuten Entzündung und der jeweiligen Behandlung ab. Normalerweise dauert es bis zu zwei Wochen, bis der Gelenkerguss von allein wieder verschwindet. Dann gehen auch die restlichen Beschwerden wie Schmerzen und Schwellung langsam zurück.

Das Ansprechen der Therapiemaßnahmen ist jedoch auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich, vor allem der Zustand des betroffenen Gelenks ist essentiell.
Im schlimmsten Fall kann die aktivierte Arthrose in einen Dauerzustand übergehen (sog. Chronifizierung). Dies ist in der Regel allerdings erst nach etlichen Schüben einer aktivierten Arthrose der Fall. Um diesen Zustand zu verhindern, sollte allerdings so früh wie möglich eine gezielte Therapie angestrebt werden.

Da die Arthrose an sich nicht heilbar ist, muss auch nach dem Ende der aktivierten Arthrose weiterhin eine Behandlung stattfinden.

Prognose

Die aktivierte Arthrose lässt sich in aller Regel auch wieder "deaktivieren". Das bedeutet, dass die Entzündung wieder zurückgeht und das Gelenk sich wieder erholt.

Die Arthrose an sich ist allerdings nicht heilbar und bleibt auch im nicht entzündeten Gelenk bestehen. Es besteht also bei jedem Gelenk mit der Grunderkrankung Arthrose die Gefahr, dass erneut eine aktivierte Arthrose auftritt.
Je öfter eine aktivierte Arthrose an einem Gelenk bereits aufgetreten ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass nach immer kürzerer Zeit wieder eine aktivierte Arthrose auftritt.

Prognose bei Arthrose im Kniegelenk

Das Knie ist eines der am häufigsten von Arthrose betroffenen Gelenke.
Da das Knie täglich benutzt werden muss, kommt es hier auch häufig zu einer aktivierten Arthrose. Diese tritt oft infolge von Belastungen wie langem Stehen, Gehen, oder natürlich nach Sport auf.
Typisch ist neben Schmerzen insbesondere die Überwärmung des Knies, die vom Patienten selbst festgestellt werden kann.

Da das Kniegelenk eines der wichtigsten Gelenke am Körper und ein operativer Eingriff schwierig ist, sollten die aktiven Phasen der Arthrose kurz gehalten werden, um eine Chronifizierung zu vermeiden. Je öfter eine aktivierte Arthrose ausbricht, desto kürzer werden die beschwerdefreien Phasen dazwischen.

Weiterführende Informationen zum Thema Arthrose im Kniegelenk hier nachlesen.

Prognose bei retropatellarer Arthrose

Die aktivierte retropatellare Arthrose befindet sich im sogenannten Femoropatellargelenk zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen. Retropatellar bedeutet hierbei hinter (retro) der Kniescheibe (Patella).

Eine Schädigung des Knorpels auf der Rückseite der Patella findet sich bei sehr vielen Menschen, ohne dass diese Beschwerden haben. Umso häufiger kommt es dann aufgrund dieser bereits bestehenden Arthrose zu einer aktivierten Arthrose, die dann symptomatisch wird.
Besonders häufig spüren Betroffene Schmerzen beim Treppensteigen oder beim Bergabgehen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Retropatellar Arthrose

Prognose bei Arthrose im Hüftgelenk

Das Hüftgelenk ist ebenfalls eines der am häufigsten von Arthrose betroffenen Gelenke.

Bei einer aktivierten Hüfgelenksarthrose kann aufgrund der tiefen Lage des Hüftgelenks keine Schwellung oder Überwärmung festgestellt werden. Es kommt allerdings zu starken Schmerzen, die typischerweise in die Leiste ausstrahlen.
Auch hier treten die Schmerzen je nach schwere der Erkrankung während und nach Belastung oder sogar in Ruhe auf.

Weiterführende Informationen zum Thema Hüftarthrose finden Sie hier. 

Prognose bei Arthrose in den Fußgelenken

Eine Arthrose kann sich im Fuß in mehreren Stellen bemerkbar machen. Einerseits gibt es die Sprunggelenksarthrose, andererseits die sogenannte Fußwurzelarthrose.

Die Sprunggelenksarthrose entsteht am häufigsten bei Sportlern, insbesondere wenn diese akute Verletzungen der Bänder im Sprunggelenk nicht richtig therapieren. Die aktivierte Arthrose des Sprunggelenks zeigt sich in der Regel durch Schmerzen bei Bewegung. Typisch ist dann eine Schonhaltung beim Laufen bzw. Abrollen des Fußes.

Die Fußwurzelarthrose betrifft wiederum in der Regel ältere Menschen. Typischerweise ist hier das sogenannte Lisfranc-Gelenk betroffen. Auch hier sind Schmerzen beim Abrollen typisch, die Patienten nehmen den Schmerz dann verstärkt im Fußrücken wahr. Manchmal kann auch eine Schwellung am Fußrücken getastet oder sogar gesehen werden.

Hier mehr zum Thema Sprunggelenksarthrose erfahren. 

Prognose bei Arthrose im Großzehengrundgelenk

Die Arthrose im Großzehengrundgelenk (sog. Hallux rigidus) geht bei Aktivierung mit den typischen Symptomen Rötung, Schwellung und Schmerzen einher.
Typisch ist außerdem eine erhöhte Bewegungseinschränkung bei der Streckung (Dorsalextension) der Großzehe. Dadurch kann bei starken Schmerzen das gesamte Gangbild beeinträchtigt sein: Der Fuß kann dann nicht mehr abgerollt werden und es kommt unter Umständen sogar zum Hinken.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Großzehengrundgelenksarthrose.

Prognose bei Arthrose in den Fingergelenken

Typischerweise sind drei Gelenke am häufigsten von Fingerarthrose betroffen: Die Fingerendgelenke, die Fingermittelgelenke und das Daumensattelgelenk.

Bei der Aktivierung einer Fingergelenksarthrose kommt es aufgrund der dünnen Hautschicht zur besonders starken Ausprägung der Schwellung. Zudem zeigen sich in aktiven Phasen sogenannte Heberden-Knötchen (knotige Verdickungen an den Gelenken). Auch langfristig kommt es an den Fingern oft zu Verformungen (Deformationen).
Schmerzen treten vor allem morgens auf und auch der Faustschluss stellt sich schmerzhaft dar.

Besonders ausgeprägt ist bei einer aktivierten Fingerarthrose außerdem die Bewegungseinschränkung. So wird von den Patienten oft eine Steifigkeit der Finger beschrieben.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Was ist eine Fingerarthrose?

Prognose bei Arthrose im Schultergelenk

Die Arthrose der Schulter (sog.Omarthrose) tritt wesentlich seltener auf als die Arthrose von Hüfte und Knie, ist für die betroffenen Patienten aber nicht weniger Schmerzhaft.

Typisch sind Bewegungseinschränkungen und Schmerzen, die nicht besonders spezifisch lokalisierbar sind. Oft schmerzen jedoch besonders Bewegungen, bei denen der Arm nach außen abgespreizt oder angehoben wird. Auch durch Druck auf bestimmte Stellen können Schmerzen auftreten, dies fällt insbesondere auf, wenn die Schmerzen nachts in bestimmen Liegepositionen auftreten.

Mehr Informationen zum Thema Schulterarthrose  hier nachlesen. 

Prognose bei Arthrose des AC-Gelenks

Das AC-Gelenk (Acromioclaviculargelenk oder auch Schultereckgelenk genannt) kann ebenfalls von einer Arthrose betroffen sein.

Bei einer Aktivierung der Arthrose kommt es, ähnlich wie bei der Schultergelenksarthrose, zu Schmerzen und zunehmender Bewegungseinschränkung. Die Schmerzen treten ebenfalls beim Heben des Armes, im Gegensatz zur Schultegelenksarthrose aber vor allem beim Heben zur Gegenseite auf. Auch hier können Schmerzen beim Liegen in bestimmten Positionen eintreten.
Es kann eine Schwellung festgestellt und teilweise auch vom Patienten selbst getastet werden.

Näheres zum Thema Arthrose des Akromioklavikulargelenks finden Sie hier. 

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Arthrose finden Sie hier:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.07.2018
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