Fingerbruch

Einleitung

Bei den Fingern handelt es sich anatomisch um sehr leicht zu verletzende Strukturen unseres Körpers. Fingerbrüche sind eins der am häufigsten vorkommenden traumatischen Ereignisse in der Notaufnahme.

Um den Fingerbruch zu verstehen hilft es, die grundsätzliche Anatomie der Hand zu begreifen. Die Hand ist in drei Bereiche geteilt: Handgelenk, Handfläche, und Finger.
Die Finger sind am häufigsten betroffen bei Verletzungen der Hand. Sie bestehen aus jeweils drei Knochenteilen: Phalanx proximalis, media und distalis, wobei lediglich der Daumen nur zwei Phalangen besitzt.
Alle diese Knochen können im Rahmen eines Fingerbruchs betroffen sein. Verbunden sind die Strukturen über Bänder und einer vielschichtigen Muskulatur.
Trotz dieser schützenden Strukturen kommt es in Deutschland immer wieder zu Knochenbrüchen der Finger.

Bei Fingerbrüchen werden proximale (der Knochen hinter dem Fingergrundgelenk), mediale (mittlerer Fingerknochen) und distale (der Knochen unter dem Nagel) Fingerfrakturen unterschieden.
Die distale Fraktur ist eine häufiger auftretende Sportverletzungen, sie nimmt annähernd die Hälfte aller Handfrakturen ein. Meist ist dabei der Mittelfinger betroffen, die Ursachen sind oftmals traumatischen Bewegungen wie Verdrehungen oder Überstreckungen sowie Quetschungen zuzuschreiben. Frakturen im Fingergrundglied sind dauerhaft Kräften der vielen Handmuskeln ausgesetzt und aus diesem Grund sehr anfällig für Verdrehungen oder Verkürzungen und können in unphysiologischen Winkeln abstehen.


Ursachen eines Fingerbruchs

Die Ursachen für den Bruch eines Fingerknochens sind extrem variabel. Viele alltägliche Bewegungen beanspruchen die Tätigkeit unserer Finger.
Verletzungen der Fingerknochen entstehen meist im Rahmen von sportlichen Aktivitäten, Arbeits- oder Verkehrsunfällen oder anderen traumatischen Ereignissen.
Der Grund für das Brechen eines Fingerknochens kann eine übermäßige Dehnung, Drehung, Quetschung oder ein direkter Schlag auf den Finger sein.

Diagnose

In aller Regel wird bei Verdacht auf einen Bruch eines Fingerknochens ein Röntgenbild gemacht, um die Diagnose gegebenenfalls zu bestätigen.
Auf dem Röntgenbild kann die Art des Bruchs erkannt werden und die Therapie auf den individuellen Fall abgestimmt werden.
Da es verschiedene Formen von Knochenbrüchen gibt, die alle mit anderen Therapieoptionen einhergehen, ist eine exakte Diagnose durch den behandelnden Arzt bei einem Fingerbruch absolut nötig.

Da die Knochen der Finger relativ klein sind, kann es sein, dass mehrere Röntgenbilder gemacht werden müssen, um genau zu erkennen, ob und welcher Bruch vorliegt. Um einen Vergleich herzustellen kann es außerdem sein, dass auch die nicht betroffene Hand geröntgt werden muss.

Die Durchführung einer Computertomographie (CT) wird meist nur bei sehr komplexen Knochenbrüchen durchgeführt. Mithilfe der Computertomographie ist es möglich Brüche, die in eine Röntgenaufnahme nicht sicher zu diagnostizieren sind, einschätzen zu können.
Ein nicht zu unterschätzender Nachteil dieser Technik ist die deutlich höhere Strahlenexposition für den Untersuchten.

Mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT; Kernspintomographie) lassen sich Knochenbrüche diagnostizieren, die in einer regulären Röntgenaufnahme nicht sichtbar sind. Diese Technik ist außerdem nützlich zur Beurteilung von benachbarten Blutgefäßen und Knorpelstrukturen, welche ebenfalls in einem Röntgenbild nicht möglich ist.

Wenn durch die Diagnostik die Diagnose eines Fingerbruches nicht gestellt wird, kann es sich auch um eine Prellung des Fingers handeln.

Hier finden Sie mehr Informationen zum Thema: Prellung des Fingers

Dauer eines Fingerbruchs

Die Behandlungsdauer eines Fingerbruchs kann sich aufgrund der verschiedenen Ausprägungen dieses Verletzungsbildes unterschiedlich gestalten. Für die meisten Fälle lassen sich dennoch einige Richtwerte formulieren.

So sollte der betroffene Finger zunächst (gegebenenfalls nach operativer Behandlung) mithilfe einer Schiene oder eines Gipsverbands über einen Zeitraum von etwa 3-4 Wochen ruhig gestellt werden, um den beiden Knochenteilen ausreichend Zeit und Ruhe zu geben, wieder zusammenzuwachsen. Daran anschließend sollte sich ein etwa noch einmal so langer Zeitraum, in dem der Finger mithilfe eines Tapeverbands weitgehend ruhig gestellt wird. Dieser stellt gewissermaßen einen Kompromiss aus Stabilität und wieder zu erlangender Beweglichkeit dar, da er bereits wieder geringfügige Bewegungen des Fingers erlaubt.

Da es sich bei den Fingern um extrem häufig im alltäglichen Leben in Anspruch genommene Körperteile handelt, gestaltet sich die Ruhigstellung über einen derart langen Zeitraum häufig besonders schwierig. Vielen Patienten gelingt es nicht, sich immer wieder auf Geduld zu besinnen und dem Finger die nötige Zeit zur Heilung zu gewähren. In solchen Fällen kann es zu einer gestörten Bruchheilung kommen, die langwierige Beschwerden nach sich ziehen kann. Ebenso kann ein inadäquates Zusammenwachsen der Bruchstelle im späteren Verlauf unter Umständen eine Arthrose im Finger begünstigen. Aus diesen Aspekten wird ersichtlich, warum einer ausreichend langen Schonzeit für den betroffenen Finger eine derart hohe Bedeutung zukommt.

Beweglichkeit nach einem Fingerbruch

Aufgrund der langen Ruhigstellung des Fingers kommt es bei nahezu allen Patienten mit Fingerbruch zu einer mehr oder minder starken Einschränkung der Beweglichkeit des betroffenen Fingers. Um dieser entgegenzuwirken, sollte bereits nach Entfernung der Schiene bzw. des Gipsverbands mit gezielter Physiotherapie begonnen werden.

Der Therapeut versucht hierbei, den Finger vorsichtig zu mobilisieren. Dabei kann es durchaus zu Schmerzen im Finger kommen, die jedoch bis zu einem gewissen Grad in Kauf genommen werden können und müssen. Die Mobilisierung durch den Physiotherapeuten lässt sich gut mit dem Anlegen eines Tapeverbands kombinieren, da der Therapeut auch hier über besondere Fachkenntnisse und Erfahrungen verfügt, was sich positiv auf den weiteren Verlauf der Beweglichkeit des Fingers auswirken kann.
Der Patient sollte sich hier genau erläutern lassen, inwieweit er im alltäglichen Gebrauch der betroffenen Hand den Finger bewegen kann und welche Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit des Fingers er auch zuhause selbst durchführen kann. Es ist nämlich leicht ersichtlich, dass eine Beschränkung der mobilisierenden Übungen auf die zumeist nur zwei Mal wöchentlich stattfindenden Physiotherapie-Einheiten kein ausreichendes Maß an Training darstellen kann und diese Einheiten deshalb unbedingt durch eigenständige Einheiten im häuslichen Umfeld ergänzt werden sollten.

Häufigkeitsverteilung

Insgesamt ist ein Bruch der Fingerknochen ein sehr häufiger Grund für die Vorstellung in einer Notaufnahme. Am häufigsten ist der Endknochen, also der Phalanx distalis betroffen.

Zu der Inzidenz, also wie viele Fingerbrüche im Jahr neu auftreten, gibt eine kanadische Studie 0,29%, also 29 pro 10.000 Personen im Alter über 20, und 0,61%, also 61 pro 10.000 Personen im Alter unter 20 Jahren an, die sich jedes Jahr wegen eines Knochenbruchs am Finger in ärztliche Behandlung begeben.
Aus der selben Studie lässt sich außerdem entnehmen, dass das männliche Geschlecht mit 64% ein erhöhtes Risiko für Fingerbrüche besitzt.
Dies ist vor allem im Altersbereich zwischen 20 und 60 Jahren durch erhöhte Risikofaktoren im individuellen Verhalten zurückzuführen.

Ab einem Alter von 65 Jahren führen Frauen bei der Entstehung von Fingerbrüchen, vermutlich aufgrund einer niedrigeren Stabilität des Knochens. Junge Frauen im Alter von 10-14 Jahren weisen laut der Studie ein erhöhtes Aufkommen von Fingerbrüchen auf, welches mit eine fragilen Knochenstruktur durch die Wachstumsphase erklärt wird.

Symptome

Das Hauptsymptom eines gebrochenen Fingers ist das eintreten von Schmerz direkt nach dem verletzenden Ereignis.
In manchen Fällen kann von außen direkt der Bruch festzustellen sein, wenn der Finger deformiert ist.
Je nach Bruch kann es der betroffenen Person unter Umständen noch möglich sein den Finger zu bewegen, wenn auch unter starken Schmerzen. Je nach Lage und Art des Knochenbruchs und einhergehender Stabilität werden manche Knochenbrüche schmerzhafter beschrieben als andere. Nach einiger Zeit, meist innerhalb von 10 Minuten treten Schwellungen am betroffenen Finger auf und die Beweglichkeit des Fingers lässt nach.
Schwellungen können je nach Ausmaß außerdem umliegende Finger beeinträchtigen. Benommenheit des Fingers tritt in den meisten Fällen außerdem ein, was durch die Kompression der umliegenden Nerven aufgrund der Schwellung erklärt werden kann.

Je nach betroffenem Knochen kann es außerdem, wenn der Phalanx distale, also der Knochen unter dem Fingernagel, betroffen ist, zu einem rot unterlaufenem Fingernagel kommen, da sich dort eine Blutung (Hämatom) bilden kann.

In sehr extremen Fällen kann es außerdem sein, dass der Knochen die Strukturen nach außen durchdringt und nun von außen sichtbar ist.

Schmerzen und Schwellung

Frakturen sind grundsätzlich schmerzhaft, somit auch die Fingerbrüche. Ein besonderer Schmerzreiz ist gegeben, wenn die Knochenhaut, das Periost, einreißt. Es kommt an der entsprechenden Stelle zur Einblutung und zur Freisetzung von Entzündungsmediatoren. Das sind bestimmte Botenstoffe, die für die typischen Merkmale einer Entzündung verantwortlich sind. Dazu gehören die gesteigerte Druck-und Temperaturempfindlichkeit, Schmerzen und Schwellung. Diese kommt dadurch zustande, dass die Gefäße an der verletzten Stelle durchlässig werden und Wasser in das umliegende Gewebe austreten kann. Am Fingerendglied gibt es eine fibröse Struktur, die Knochen und Haut miteinander verbindet bzw. ein Netzwerk aus sehr kleinen Kompartimenten (Unterteilungen) bildet.
In diesen Kompartimenten kann sich bei einer Fraktur im Endglied der Finger Blut und Flüssigkeit sammeln, was zu weiterer Schwellung und starken Schmerzen führen kann. Da sich das Nagelbett dem Knochen nahe anliegt kann es auch dort zu entsprechenden Verletzungen kommen, wie beispielsweise zum Nagelabriss oder zu schmerzhaften Blutergüssen (Hämatomen) (siehe: Bluterguss unter dem Nagel). Um Schwellungen zu verhindern oder initial zurückzubilden sollten alle Frakturen zunächst mit Eis gekühlt und hoch gelagert werden, damit weniger Blut bzw. Flüssigkeit austritt (entgegen der Schwerkraft lagern)

Therapie Fingerbruch

Das Ziel jeder Therapie nach einem Fingerbruch besteht darin, den Zustand vor dem Bruch möglichst anatomisch genau zu korrigieren und die Beweglichkeit des Fingers zu gewährleisten, also die Funktion des Fingers wiederherzustellen.
Dies kann mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Therapien, die jeweils individuell auf die Verletzung abgestimmt werden, erfolgen.

In jedem Fall ist es wichtig, einen Fingerbruch zu behandeln, da sonst Funktionsstörungen der Hand langfristig entstehen können.
Aus diesem Grund wird empfohlen, nach einem Bruch des Fingerknochens so schnell wie möglich eine ärztliche Behandlung zu veranlassen.

In den meisten Fällen wird eine operative Therapie empfohlen, bei der ein Chirurg die Knochenenden mit Schrauben oder einem Draht wieder miteinander verbindet.
Hierbei muss darauf geachtet werden, dass die weichen Strukturen, welche den Knochen umgeben, bei der Operation möglichst geschont werden.
In den meisten Fällen kann eine ausreichende Stabilität schon nach 3 bis 4 Wochen gewährleistet sein.

Bei Frakturen des Endglieds, also des Phalanx distalis, reicht in den meisten Fällen eine Schiene aus, welche den Finger ruhigstellt, und eine Heilung in der Regel nach einigen Wochen ermöglicht.
Blutungen, die bei dieser Art des Fingerbruchs häufig entstehen sollten entfernt werden, um den Fingernagel zu entlasten. In einigen Fällen kann jedoch auch bei dieser Fraktur eine Operation nötig sein, um freie Knochenstücke zu fixieren.

Nach der operativen Therapie sollte sobald wie möglich mit Übungen begonnen werden, um die absolute Funktionalität des Fingers gewährleisten zu können. Der individuelle Zeitpunkt für den Beginn einer physiotherapeutischen Therapie wird durch den behandelnden Arzt nach Begutachtung des Fingers nach der Operation entschieden.

Schiene / Gips bei einem Fingerbruch

Nicht dislozierte (verschobene) Frakturen werden mit einer Schiene über mindestens drei bis vier Wochen ruhig gestellt.
Bei Frakturen des Fingerendglieds sollte die Schiene dabei über die Fingerspitze hinausgehen, um den finger vor weiteren Verletzungen zu schonen. Es gibt dafür Schienen, die das distale Interphalangealgelenk (das Fingergelenk, das dem Nagel am nächsten ist) isolieren, sodass die anderen Gelenke beweglich bleiben. Dadurch wird eine Versteifung der anderen Fingerglieder verhindert.
Die meisten Frakturen heilen gut mit konservativer Therapie nach in der Regel drei bis vier Wochen. Kompliziertere Schaftfrakturen benötigen oft eine längere Ruhigstellung. Auch nach einer Schienen-/Gipstherapie sollte er verletzte Finger noch drei bis vier Wochen am benachbarten Finger durch Tape oder Ähnliches fixiert und dadurch stabilisiert werden.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Finger tapen

Unter bestimmten Voraussetzungen ist jedoch eine Operation anstelle der Schienentherapie empfohlen. Dies ist der Fall, wenn Sehnen, Nerven oder Gefäße geschädigt sind, das Gelenk direkt betroffen oder gravierende Nagel/-bett-Verletzungen vorhanden sind. Auch bei verdrehten, signifikant abgewinkelten, verkürzten oder anderweitig deformierten Fingerbrüchen sollte ein Handchirurg zu Rate gezogen werden.

Tapen bei einem Fingerbruch

Das Tapen eines Fingerbruchs kommt nur in äußerst seltenen Fällen (vor allem bei einem unkomplizierten Bruch des Kleinfingers) als primäre Maßnahme unmittelbar nach der Verletzung in Frage. Das liegt daran, dass die durch das Tapen gewährleistete Stabilität schlichtweg zu gering ist, um einen frischen Fingerbruch ausreichend zu schienen. Aus diesem Grund wird zunächst (bzw. im Anschluss an eine eventuell nötige Operation) mit einer Schiene oder einem Gipsverband gearbeitet. Erst wenn diese über 3-4 Wochen einen optimalen Heilungsverlauf des Fingerbruchs ermöglicht haben, kann das Tape sie ersetzen.

Dazu wird der betroffene Finger an einem benachbarten Finger mithilfe von speziellem medizinischem Tape befestigt. Die richtige Technik dazu sollte sich der Patient unbedingt von einem Fachmann, etwa einem Physiotherapeuten, erläutern und zeigen lassen. Andernfalls kann es durch unsachgemäßes Tapen dazu kommen, dass der Finger in eine Fehlhaltung gezwungen wird, oder aber das Tape erzeugt kein ausreichendes Maß an Stabilität und gefährdet so die langfristige Erhaltung des zuvor erzielten Behandlungserfolgs.

Lesen Sie mehr zum Thema unter Finger tapen

Operation bei einem Fingerbruch

Die Entscheidung zur operativen Behandlung eines Fingerbruchs wird unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren getroffen. Dazu gehört in erster Linie die Frage, ob es sich bei dem Fingerbruch um einen einfachen oder einen komplizierten Bruch mit mehreren Bruchstücken handelt. In letzterem Falle wird deutlich häufiger die Entscheidung zu einer OP getroffen. Eine weitere wichtige Abwägung bezieht sich auf die Feststellung, ob die einzelnen Knochenstücke auf den beiden Seiten der Bruchlinie gegeneinander verschoben sind oder sich noch in ihrer anatomisch korrekten Lage befinden. Ein verschobener Bruch sollte immer mithilfe einer OP behandelt werden, sofern sich die Verschiebung nicht durch Repositionsmanöver korrigieren lässt. Daran schließt sich eine ähnliche Therapie in Form von Ruhigstellung an wie bei einem unverschobenen Fingerbruch.

Einen Sonderfall hinsichtlich der Therapie eines Fingerbruchs stellt der offene Fingerbruch dar. Ein solcher liegt definitionsgemäß vor, wenn die Haut an der Stelle des Fingerbruchs nicht mehr intakt ist und der Knochen somit mehr oder weniger frei liegt. Da ein offener Bruch als mögliche Eintrittspforte für Krankheitserreger dienen kann, sollte er unverzüglich operativ angegangen werden. Dabei wird zunächst der Knochenbruch behandelt und anschließend die angrenzenden Weichteile so weit wie möglich rekonstruiert. Abschließend wird der Hautdefekt geschlossen, um eine Infektion zu vermeiden.

Bei der operativen Behandlung eines Fingerbruchs handelt es sich um einen vergleichsweise einfachen Eingriff. Der Chirurg verbindet dabei die beiden Knochenteile mit einer Schraube oder einem Draht. Zudem können gleichzeitig mögliche Begleitverletzungen, wie z.B. Risse der Fingersehnen oder Einblutungen unter den Fingernagel, korrigiert werden. Diese sind häufig überhaupt erst der ausschlaggebende Aspekt für das Durchführen einer Operation, da sie seltener ohne Komplikationen von selbst wieder heilen als der Fingerbruch an sich.

Prophylaxe

Ein Fingerbruch passiert in aller Regel aufgrund eines Unfalls. Risikofaktoren sind das Ausführen von Kontaktsportarten wie Hockey, Fussball oder Handball, aber auch bestimmte Berufsgruppen fallen unter das Risikoprofil für den Erwerb eines Fingerbruchs.
Besonders Personen dieser Risikogruppen sollten deshalb besonders auf ihre Finger achten, und das Risiko eines Fingerbruchs nicht unterschätzen.

Prognose

Die Prognose nach einem Fingerbruch hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab. Die rechtzeitige Diagnose und der frühe Therapiebeginn spielen eine große Rolle in der Einschätzung der Prognose.

Nach längerer Zeit ohne Therapie ist nach einem Fingerbruch damit zu rechnen, dass Schäden auch längerfristig bestehen bleiben. Dies ist ebenfalls der Fall, wenn eine Ruhigstellung nach einer Operation zu lange erfolgt. Deshalb sollte so früh wie möglich nach einer Operation mit funktionserhaltenden Übungen begonnen werden.

Heilung

Patienten mit unkomplizierten stabilen Frakturen können bereits nach ein bis drei Wochen beginnen, den Finger wieder zu bewegen, um das Steifwerden des Fingers zu vermeiden.
Nach ca. vier Wochen sollte die alte Beweglichkeit und Schmerzfreiheit gewährleistet sein, bei sportlicher Betätigung ist jedoch noch Vorsicht geboten.

Bei komplizierteren, dislozierten Brüchen kann es Monate dauern, bis die Knochen wieder ganz zusammengewachsen sind, in der Regel 6 bis 12 Wochen. Die Therapiedauer wird bestimmt durch sichtbare Heilung auf dem Röntgenbild sowie dem Wiedererlangen der vollen und schmerzfreien Beweglichkeit des Fingers.

Weiterführende Informationen

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.04.2018
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