Gelenkschleimhautentzündung

Definition

Eine Gelenkschleimhautentzündung, welche auch Synovialitis genannt wird, ist eine Entzündung des inneren Überzugs eines Gelenks, der Membrana synovialis. Die Membrana synovialis produziert die Gelenkflüssigkeit, welche einerseits als Stoßdämpfer im Gelenk fungiert, andererseits den Gelenkknorpel mit Nährstoffen versorgt.
Bei einer Entzündung, welche akut oder chronisch sein kann, kann die Membrana synovialis in den Gelenkraum und in den Gelenkknorpel wuchern und diesen zerstören. Es wird vermehrt Gelenkflüssigkeit gebildet und Entzündungszellen des Immunsystems werden aktiviert und wandern ein. Es kann bei starken Entzündungen zum Verletzen von Bändern oder Sehnen und zur Zerstörung des gesamten Gelenks kommen.

Ursachen

Eine Entzündung der Gelenkschleimhaut kann aufgrund verschiedener Ursachen auftreten. Durch bakterielle oder virale Infektionen und der Reaktion des Körpers auf die Fremdkörper, kann es zu einer starken Entzündung des Gelenkraumes kommen. Auch dauerhafte Überreizung des Gelenks, beispielsweise bei Sportlern, oder ständige Druck- oder Stoßbelastung bei gleichbleibenden Bewegungsabfolgen im Beruf erhöhen das Risiko einer Entzündung. Aufgrund altersbedingter Abnutzung der Gelenke, die mit degenerativen Erkrankungen, wie beispielsweise Arthrose, einhergehen können, sind Synovialitiden keine Seltenheit.

Bei einer starken Arthrose im Gelenk, bei der der Knorpel zerstört wird, kann es durch Reiben der Gelenkflächen und abgelöste Knorpelpartikel zu einer Entzündung der Gelenkschleimhaut kommen. Schwere Gewalteinwirkungen oder Traumen eines Gelenks können es ebenfalls zu entzündlichen Prozessen führen. Eine Synovialitis kann aufgrund von Autoimmunerkrankungen entstehen, bei denen sich der Körper fälschlicherweise gegen körpereigene Stoffe zur Wehr setzt. Beispiele für autoimmune Erkrankungen, welche zu einer Gelenkschleimhautentzündung führen können, sind rheumatoide Arthritis oder Psoriasis-Arthritis.


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Auch stoffwechselbedingte Erkrankungen, wie Gicht, bei der sich zu viel Harnsäure im Körper befindet, können Entzündungen in verschiedenen Gelenken hervorrufen. Bei dieser Stoffwechselkrankheit bilden sich aufgrund des Harnsäureüberschuss Kristalle im Gelenk, wodurch das Immunsystem aktiviert wird und es zu einer Abwehrreaktion und Entzündung kommt. Allergische Reaktionen können ebenfalls Ursachen von Synovialitiden darstellen.

Arthrose

Eine Arthrose ist eine degenerative Gelenkserkrankung, die mit einer Gelenksabnutzung einhergeht. Es kommt zu einem zunehmenden altersabhängigen Knorpelabrieb. Durch Reiben der Gelenkflächen und losgelöste Knorpelpartikel im Gelenkspalt, kann es zu einer Reizung der Gelenkschleimhaut und somit zu einer Synovialitis kommen. Die Wucherung der Membrana synovialis und die daraus hervorgehende vermehrte Bildung von Gelenksflüssigkeit sind für den entstehenden Gelenkserguss verantwortlich.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Diagnose der Arthrose

Begleitende Symptome

Symptome einer Gelenkschleimhautentzündung sind typische Entzündungszeichen: Rötung, Schwellung, Überwärmung und Schmerzen. Bei einer Entzündung der Membrana synovialis kommt es zu einer Wucherung der Epithelzellen der Schleimhaut. Es wird daraufhin vermehrt Gelenkflüssigkeit von diesen Zellen gebildet. Dies führt zu einer zunehmenden Anschwellung und Einengung angrenzender Strukturen, welche mit starken Schmerzen verbunden ist. Aufgrund der vorliegenden Entzündung wandern Abwehrzellen des Immunsystems in den Gelenkraum ein und schütten Enzyme und Entzündungsstoffe aus. Eine vermehrte Durchblutung der entzündeten Membrana synovialis, welche sich bei einer Synovialitis beobachten lässt, erklärt ebenfalls die oben genannten typischen Entzündungszeichen. Meist treten die Schmerzen beim Bewegen des betroffenen Gelenks auf und es kann zudem zu Gelenksteifigkeit kommen.
Bei Berufsgruppen mit knienden Tätigkeiten, wie beispielsweise Fliesenleger oder Reinigungskräften, ist das Risiko einer Gelenkschleimhautentzündung des Knies stark erhöht und es können ausgeprägte Wucherungen der Membrana synovialis des Kniegelenks auftreten. Diese können sich über einen langen Zeitraum hinweg entwickelt haben und mit einer fortschreitenden Zerstörung des Knorpel und des Knochens einhergehen. Nach langer Belastung oder anstrengender körperlicher Arbeit tritt eine Entzündung der Gelenkschleimhaut meist durch immer stärker werdende Schmerzen und Einschränkung des Bewegungsausmaßes des betroffenen Gelenks in Erscheinung.

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Diagnose

Zur Diagnose einer Gelenkschleimhautentzündung müssen andere entzündliche Erkrankungen, wie eine Arthritis ausgeschlossen werden. Meist treten im Alter jedoch mehrere Erkrankungen gleichzeitig auf, wodurch eine Abgrenzung schwierig wird und eine Synovialitis unentdeckt bleiben kann. Treten Symptome wie Schmerzen, Schwellung, Rötung und Überwärmung an einem Gelenk auf, wird meist eine Ultraschalluntersuchung eingesetzt, um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen. Zur Ausprägung einer Synovialitis kann man eine Gelenkspunktion durchführen und eine Gewebeprobe der Gelenkkapsel entnehmen. Diese kann durch einen Pathologen mikroskopisch ausgewertet werden und der Schweregrad der Ausprägung bestimmt werden.

Behandlung / Therapie

Zu Beginn sollte das betroffene Gelenk ruhiggestellt werden. Hochlagern sowie Kühlen sind ebenfalls empfehlenswerte Maßnahmen zur Behandlung einer Gelenkschleimhautentzündung. Durch eine regelmäßige Kühlung wird ein Abschwellen des entzündeten Areals bewirkt, da sich durch die Kälte die Gefäße verengen und die vermehrte Durchblutung vermindert wird. Des Weiteren werden entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente empfohlen.
Wenn trotz Ruhigstellung, Hochlagerung und Kühlung keine Verbesserung der Symptome auftritt, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Sollte es neben der Gelenkschleimhautentzündung zu anderen Erkrankungen, wie beispielsweise Arthritis kommen, sollten diese ebenfalls behandelt werden. Ist ein ausgeprägter Gelenkerguss zu beobachten, sollte dieser mit einer Punktion des Gelenkraumes entlastet werden. Die entnommene Flüssigkeit kann untersucht werden. Je nach Ergebnis kann es notwendig sein, eine antibiotische Therapie einzuleiten.

Bei starken Entzündungen oder immer wieder auftretenden Synovialitiden kann dem Patienten eine Operation, auch Arthroskopie (Gelenkspiegelung) genannt, anzuraten sein. Diese Operation wird meist minimal-invasiv durchgeführt. Unter Narkose werden kleine Hautschnitte gemacht, über die die notwendigen Geräte, mitunter eine Kamera, in den Gelenkspalt eingeführt werden. Je nach Ausprägung werden mehr oder weniger Anteile der Gelenkschleimhaut entnommen. Es kann genügen, die Wucherung der Schleimhaut zu entfernen, um einen Rückgang des entzündlichen Prozesses zu erzielen. Bei ausgeprägten Synovialitiden kann es notwendig sein die gesamte innere Gelenkschleimhaut zu entnehmen (Synovektomie).

Synovektomie

Eine Synovektomie ist eine Operation, bei der die innere Gelenkschleimhaut entfernt wird. Sie wird meist bei stark ausgeprägten oder wiederkehrenden Synovialitiden angewandt, um eine Ausheilung einer Gelenkschleimhautentzündung zu erreichen. Da das entzündete Gewebe entfernt wird, sollte die weitere Zerstörung des Gelenks sowie des angrenzenden Gewebes verhindert und die Beschwerden des Patienten gelindert werden. Die Operation kann offen, das heißt mit Eröffnung des Gelenkspaltes, oder minimal-invasiv mit wenigen kleinen Hautschnitten durchgeführt werden. Meist wird eine Synovektomie bei zur Behandlung einer vorliegenden rheumatoiden Arthritis durchgeführt.

Radiosynoviorthese

Die Radiosynoviorthese wird zur Behandlung von chronischen entzündlichen Gelenkserkrankungen eingesetzt. Beispiele hierfür sind rheumatoide Arthritis, Psoriasisarthritis oder eine aktivierte Arthrose. Bei dieser Behandlung werden Beta-Strahler in den Gelenkspalt eingebracht, welche durch ihre Radioaktivität das Wachstum der Epithelzellen der Membrana synovialis hemmen und zu einer Vernarbung der Schleimhaut führen. Das Ziel einer Radiosynoviorthese ist es, eine weitere Zerstörung des Gelenks zu verhindern und die Beschwerden des Patienten zu vermindern.

Dauer

Es wird eine akute von einer chronischen Gelenkschleimhautentzündung unterschieden. Bei der akuten Entzündung kommt es aufgrund von Traumen oder Überbelastung des Gelenks zu Beschwerden. Diese treten über einen kürzeren Zeitraum auf als die chronischen Synovialitiden.
Bei den chronischen Synovialitiden spielen die altersbedingte Abnutzung der Gelenke oder andere Erkrankungen, wie die rheumatoide Arthritis eine entscheidende Rolle. Auch durch sich wiederholende Bewegungen, beispielsweise im Beruf, können sich Entzündungen über lange Zeit hinweg entwickeln. Meist werden die Beschwerden mit der Zeit schlimmer, ohne dass eine Besserung auftritt.

Gelenkschleimhautentzündungen im Knie

Meist treten Gelenkschleimhautentzündungen im Knie bei Berufsgruppen mit knienden Tätigkeiten, wie beispielsweise Fliesenlegern oder Reinigungskräften, auf, da das Risiko aufgrund der ständigen Dauerbelastung stark erhöht ist. Durch die vermehrte Beanspruchung und der Druck, der auf das Knie ausgeübt wird, kommt es zu einer starken Reizung. Häufige Ursachen sind auch Traumen, die auf das Knie einwirken und zu Entzündungen führen können.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Schmerzen im Knie - Was habe ich?

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Wie in anderen Gelenken gibt es in der Schulter eine Gelenkkapsel, welche von einer Entzündung betroffen sein kann. Da die Schulter im alltäglichen Leben ständig in Bewegung ist, können auch hier häufig entzündliche Prozesse auftreten. Traumen können ebenfalls Ursache von Synovialitiden im Schultergelenk sein. Bei Sportlern, die wiederholte Wurfbewegungen durchführen, ist das Risiko einer Gelenkschleimhautentzündung der Schulter durch die ständige gleichbleibende Bewegung erhöht.

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Gelenkschleimhautentzündung in der Hüfte

Eine Gelenkschleimhautentzündung in der Hüfte kann im Laufe des Lebens durch verschiedenste Ursachen auftreten. Da unsere Hüfte im alltäglichen Leben großen Belastungen ausgesetzt ist, sind dortige Entzündungen nicht selten. Meist treten im Alter durch Abnutzung der Gelenke mehrere degenerative Erkrankungen gleichzeitig auf, beispielsweise Arthrosen, welche Ursachen einer Synovialitis sein können und ebenfalls mitbehandelt werden sollten.

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Synovialitiden am Handgelenk entstehen häufig bei Patienten mit Rheuma. Da diese Erkrankung mit einer Arthritis der Fingergelenke einhergeht, treten dabei meist auch Gelenkschleimhautentzündungen auf. Die Gelenke schwellen durch die Wucherungen der Membrana synovialis schmerzhaft an. Im Handgelenk kann es bei rheumatoider Arthritis zum sogenannten Caput-ulnae-Syndrom kommen, bei dem es zu einer ausgeprägten Schwellung und zu Schmerzen beim Strecken des Handgelenks kommt.

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Im Sprunggelenk entsteht eine Synovialitis meist durch Unfälle oder Traumen. Meist treten diese Verletzungen beim Sport auf. Wie bei anderen Gelenkschleimhautentzündungen kommt es zu Schmerzen, Schwellung und Rötung des Gelenkspaltes. Das betroffene Gelenk sollte hochgelagert und gekühlt werden, gegebenenfalls können schmerzlindernde oder entzündungshemmende Medikamente eingenommen werden.

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