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Synovialitis des Handgelenks

Definition

Die Synovialitis (auch Synovitis genannt) bezeichnet eine Entzündung im Gelenk. Speziell handelt es sich um eine Entzündung der Gelenkkapsel, also des Bindegewebes, welches das Gelenk umgibt. Die innerste Schicht der Gelenkskapsel ist von der Entzündung betroffen. An der Hand ist meist das Handgelenk betroffen. Es kann jedoch auch zu Beschwerden an den kleinen Gelenken (Mittelhand-, Fingergelenke) kommen. Außerdem unterscheidet man zwischen der akuten und der chronischen Synovialitis der Hand.

Ursachen

Bei den Ursachen für eine Synovialitis der Hand oder des Handgelenks muss man zwischen akuten und chronischen Ursachen unterscheiden.
Bei der akuten Synovialitis kann ein Trauma oder Unfall zugrunde liegen. Auch bakterielle Entzündungen sind möglich. Die Bakterien können beispielsweise durch eine Injektion in das Handgelenk gelangen. Zudem können fieberhafte Infekte aufgrund von Viren oder Bakterien die Handgelenke angreifen und zu akuten entzündlichen Reaktionen der Gelenkkapseln führen.
Bei der chronischen Synovialitis ist oftmals eine Überbelastung die Ursache der Erkrankung. Vor allem Personen, die viel mit den Händen arbeiten (Handwerker, Leistungssportler, Büroangestellte mit viel Arbeit am Computer) sind von diesen Überlastungserscheinungen betroffen. Auch entzündliche Systemerkrankungen wie Rheuma können eine Synovialitis in der Hand oder im Handgelenk auslösen.

Rheuma

Rheuma ist eine Erkrankung, die sich in vielen unterschiedlichen Symptomen äußern kann. Der Mechanismus der Erkrankung besteht darin, dass das Immunsystem körpereigene Zellen angreift und so chronische Entzündungsprozesse auslöst. Häufig sind die Finger und Handgelenke von rheumatischen Beschwerden betroffen.
Es kommt zur sogenannten rheumatoiden Arthritis, bei der die Gelenke geschwollen, überwärmt und gerötet sind. Außerdem können starke Schmerzen an den Gelenken auftreten. Diese Entzündungsprozesse, die vom Körper immer wieder befeuert werden, können eine chronische Entzündung der Synovia und damit eine Synovialitis im Handgelenk verursachen.

Begleitende Symptome

Bei der akuten Synovialitis in der Hand oder im Handgelenk kommt es meist zusätzlich zu anderen Entzündungssymptomen. Dazu gehören die fünf klassischen Entzündungszeichen Rötung, Schmerz, ÜberwärmungSchwellung und eingeschränkte Funktionalität.

Meist wird die akute Synovialitis durch eine akute Überbeanspruchung der Hand oder durch ein Trauma ausgelöst, daher ist häufig nur eine Seite von der Erkrankung betroffen.
Die chronische Synovialitis ist dagegen oftmals Ausdruck einer dauerhaften oder wiederholten Überbelastung der Hand. Daher tritt sie relativ häufi auf beiden Seiten etwa zeitgleich auf (außer jemand hat eine dauerhafte stark einseitige Belastung einer Hand). Außerdem ist sie sehr hartnäckig und macht sich auch nach wiederholten therapeutischen Versuchen erneut bemerkbar. Wird die chronische Synovialitis durch Systemerkrankungen wie Rheuma verursacht, treten die entzündlichen Prozesse meist nicht nur an den Händen auf. Auch andere Gelenke wie die Knie-, Hüft- und Fingergelenke können betroffen sein. Dabei entstehen ebenfalls Schmerzen sowie Schwellungen und Rötungen der Gelenke. In späteren Stadien sind auch Zerstörungen der Gelenke nicht selten, sodass es zu Fehlstellungen und starken Bewegungseinschränkungen kommt. Gerade an der Hand macht sich die chronische Synovialitis daher im Spätstadium in vielen feinmotorischen Bewegungen des Alltags bemerkbar.

Diagnose

Die Diagnose der Synovialitis erfolgt zunächst aufgrund der Anamnese, also der Befragung der betroffenen Person durch den Arzt. Dabei sollten vor allem chronische Ursachen für die Synovialitis ausführlich erfragt werden. In der körperlichen Untersuchung können Bewegungseinschränkungen und Schmerzpunkte erfasst werden. Anschließend erfolgt meist eine Ultraschalluntersuchung des Handgelenks. Dabei kann vor allem eine entzündliche Verdickung der Synovia beurteilt werden. Aber auch chronische Schäden an Bändern, Sehnen, Knorpel und Knochen können im Ultraschall aufgedeckt werden. Um die Synovialitis von den durch Rheuma ausgelösten Beschwerden abzugrenzen ist häufig auch eine Blutabnahme mit Bestimmung der Blutwerte im Labor sinnvoll.

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Um in der Orthopädie erfolgreich behandeln zu können, bedarf es einer gründlichen Untersuchung, Diagnostik und Erhebung der Krankengeschichte.
Gerade in unserer sehr ökonomisierten Welt, bleibt zu wenig Zeit, um die komplexen Erkrankungen der Orthopädie gründlich zu erfassen und damit eine zielgerichtete Behandlung einzuleiten.
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Therapie

Die akute Therapie der Synovialitis ist zunächst nur symptombezogen. Dabei sollte das betroffenen Handgelenk entlastet werden. Auch eine regelmäßige Kühlung des Handgelenks sowie das Hochlegen des Arms kann zu einer Besserung der Beschwerden führen. Zudem können antientzündliche Mittel eingenommen werden, sie wirken zugleich schmerzhemmend. Allerdings sollte die Medikamenteneinnahme mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Bei einer akuten Synovialitis kann die Erkrankung oftmals durch diese konservativen Maßnahmen behandelt werden. Doch gerade bei der chronischen Synovialitis am Handgelenk ist eine Operation meist die einzige Möglichkeit, die Erkrankung komplett zu heilen.
Ausgenommen davon sind die Personen, die aufgrund anderer Erkrankungen an einer Synovialitis leiden. Das klassischste Beispiel dafür ist die rheumatoide Arthritis. Die Therapie der Grunderkrankung besteht aus einer Mischung verschiedener Komponenten: medikamentöse Therapieelemente sind Schmerzmittel, Antirheumatika und Cortisonpräparate. Zudem kann auch die durch Rheuma ausgelöste Synovialitis operiert werden. Eine alternative Therapie stellt die Bestrahlung der Handgelenke dar.

Wann ist eine Operation nötig?

Eine Operation ist vor allem dann notwendig, wenn die Synovialitis an der Hand oder am Handgelenk chronifiziert ist und durch konservative Behandlungsmethoden nicht mehr zufriedenstellend therapiert werden kann. Auch eine Synovialitis, die durch eine Grunderkrankung ausgelöst wird, kann eine Operation notwendig machen. Zunächst versucht man die Beschwerden am Handgelenk durch die Therapie der Grunderkrankung zu lindern. Gelingt dies nicht ausreichend oder sind die Beschwerden stark einschränkend, empfiehlt sich eine Operation der betroffenen Hand bzw. des betroffenen Handgelenks.

Ablauf der Operation

Die Operation der Synovialitis am Handgelenk kann in der Regel in minimalinvasiver Technik (Schlüssellochtechnik) durchgeführt werden. Dafür werden am Handgelenk mehrere sehr kleine Schnitte gesetzt, die verschiedenen Instrumenten den Zugang zum Inneren der Handgelenkkapsel bieten. Durch diese Schnitte werden eine Kamera sowie Instrumente eingeführt. Die Operation kann in lokaler Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt werden. In der Regel wird nach der Eröffnung der Gelenkkapsel die gesamte Synovialis entfernt. Um Einblutungen und den Einfluss von Wundsekret zu minimieren wird oftmals ein Drainagesystem eingelegt, durch welches die Flüssigkeiten ablaufen können. Anschließend werden die kleinen Schnitte vernäht und das Handgelenk bandagiert.

Bestrahlung

Die Bestrahlung bietet bei der Synovialitis am Handgelenk eine gute Alternative zur Operation der Hände. Bei der sogenannten Radiosynoviorthese werden die Handgelenke bestrahlt. Dadurch soll der Entzündungsprozess an der Synovia gestoppt werden. Bisher hat sich die Bestrahlung besonders bei rheumatoider Arthritis als eine gute therapeutische Möglichkeit gezeigt. Man sollte jedoch bei schwangeren und stillenden Müttern sowie bei Kindern und Jugendlichen möglichst auf eine Strahlentherapie verzichten.

Dauer

Eine Synovialitis an der Hand oder am Handgelenk kann sehr unterschiedlich lang andauern.
Die akute Synovialitis ist oftmals nach einigen Wochen wieder vollständig abgeklungen.
Die chronische Synovialitis kann über mehrere Monate bis Jahre bestehen. Oftmals besteht die einzige Heilungschance in einer Operation. Doch auch diese verhindert nicht zwangsläufig das erneute Auftreten der Beschwerden. So kann sich das Krankheitsbild über mehrere Jahre immer wieder bemerkbar machen.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.06.2019
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