Schmerzen im linken Arm - Was habe ich?

Einleitung

Schmerzen im linken Arm können harmlosen Ursprungs sein. Hat man den Tag zuvor schwere Gewichte gehoben oder den Arm sonst irgendwie überanstrengt, kann ein harmloser Muskelkater Schuld sein an den Schmerzen im linken Arm. Aber auch eine Einklemmung eines Nervens des Armplexus kann zu Schmerzen im linken Arm führen.

Vorsicht geboten ist jedoch bei plötzlich auftretenden, heftigen Schmerzen im linken Oberarm, da vor allem bei älteren Patienten solch ein Schmerz häufig der erste Hinweis auf einen Herzinfarkt ist und somit einen absoluten Notfall darstellt.

Daher ist es wichtig, den Schmerz nicht nur genau zu lokalisieren sondern auch die verschiedenen Schmerzarten zu unterscheiden.


Ursachen

Die Ursachen für Schmerzen im linken Arm sind recht vielfältig und hängen vor allem von der Art des Schmerzes (ziehend, stechend, Vernichtungsschmerz) ab. Doch auch die Lokalisation des Schmerzes ist von entscheidender Bedeutung.

Schmerzen im linken Oberarm können zum einen durch Fehlbelastungen entstehen. Gerade bei untrainierten Patienten, die sich tags zuvor im Fitnessstudio mit schwerem Hanteltraining übernommen haben, kann dies zu Schmerzen im linken Arm führen, die dann lediglich auf einen Muskelkater zurückzuführen sind oder auf eine leichte Muskelzerrung.

Eine andere Ursache für die Schmerzen im Arm kann die Einklemmung eines Nervs sein. Zwischen zwei Halsmuskeln (in der sogenannten Scalenuslücke, die von den beiden Mm. scaleni gebildet wird) verläuft ein Armplexus (Plexus brachialis), der für die nervliche Versorgung des kompletten Arms sowie des Schulterbereiches zuständig ist. Zwischen diesen beiden Muskeln kann der Armplexus eingequetscht werden. Passiert dies auf der linken Seite, kann es zu Schmerzen im linken Oberarm kommen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzen im linken Oberarm

Außerdem verläuft der Plexus brachialis unter dem Schlüsselbein (Clavicula) hindurch und muss in der Achselhöhle eine erneute Enge passieren. Vor allem Patienten, die viel telefonieren und dabei den Hörer mit dem Kopf auf die linke Schulter legen um beide Hände frei zu haben, engen den Plexus stark ein. Dadurch kann es zu Schädigungen oder Abklemmungen der Nerven kommen, was zu Schmerzen und Taubheitsgefühl im linken Arm führen kann.

Wacht man nachts mit Taubheitsgefühl und Schmerzen im linken Arm auf, kann der Grund dafür ein nach oben ausgestreckter Arm sein. Denn wenn man nachts mit einem linken nach oben ausgestreckten Arm einschläft, kann dies zu einer Einengung des Nervenplexus führen, die sich dann durch Taubheitsgefühl und Schmerzen im linken Arm bemerkbar macht. Häufig reichen die Schmerzen dabei bis in die Fingerspitzen, können sich jedoch auch auf einzelne Armpartien beschränken.

Tritt neben den Schmerzen im Arm auch ein Ziehen in der linken Brust auf, müssen ernsthaftere Erkrankungen wie ein Herzinfarkt oder eine Lungenembolie ausgeschlossen werden.

Abbildung Ursachen für Schmerzen im linkem Arm

Schmerzen linker Arm

  1. Treppenmuskel -
    M. Scalenus
  2. Armnervengeflecht -
    Plexus brachialis
  3. Schleimbeutel -
    Bursa Subacromialis
  4. Schultergelenk -
    Articulatio humeri
  5. Oberarmschaft -
    Corpus humeri
  6. Großer Brustmuskel
    Musculus pectoralis major
  7. Oberarmarterie -
    Arteria brachialis
  8. Zweiköpfiger Oberarmmuskel
    (Bizeps), kurzer Kopf -
    M. biceps brachii, Caput breve
  9. Zweiköpfiger Oberarmmuskel
    (Bizeps), langer Kopf -
    M. biceps brachii, Caput longum
  10. Armvene - Vena brachialis
  11. Ellbogengelenk - Articulatio cubiti
  12. Speichenarterie - Arteria radialis
  13. Ellenarterie - Arteria ulnaris
  14. Speichennerv - Nervus radialis
  15. Mittelarmnerv - Nervus medianus
  16. Ellennerv - Nervus ulnaris
  17. Schlüsselbein - Clavicula
  18. Rechte Herzkammer - Ventriculus dexter
  19. Linke Herzkammer - Ventriculus sinister
    Ursachen
    A - Muskelentzündung
    B - Einklemmung eines Nervs
    C - Schleimbeutelentzündung
    D - Arthrose (Gelenkerkrankung, Gelenkverschleiß)
    E - Thrombose (Bildung eines Blutgerinnsels)
    F - Entzündung der Oberflächlichen Venen
    G - Herzinfarkt (Myokardinfarkt)

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Auch Blockaden in der Halswirbelsäule rufen die gleichen Symptome hervor, da die Nerven hier entspringen.

Solange die Schmerzen nicht ständig wiederkehren oder lange anhalten, handelt es sich vermutlich nur um eine vorübergehende Einengung. Sollten die Schmerzen im linken Arm jedoch anhalten oder immer wiederkehren, muss ein Arzt oder Physiotherapeut aufgesucht werden.

Neben den Nerven kann auch ein Problem im Schultergelenk Ursache für Schmerzen im linken Oberarm sein. Das Schultergelenk ist stark muskelgesichert und hat zusätzlich Schleimbeutel, die es den Muskeln ermöglichen, ohne Probleme hin und her zu rutschen und somit beinah jede Bewegung zu ermöglichen. Kommt es zu Sehnenscheidenentzündungen vor allem bei dem Musculus biceps des Oberarms, kann dies zu Schmerzen im linken Oberarm führen, die vor allem bei Bewegung spürbar sind. Grund hierfür ist die Sehnenscheide des Musculus biceps brachii, die über das Schultergelenk verläuft und gerade bei nach oben gerichtetem Arm beschädigt werden kann. Auch die Bursa subacrominalis, ein mit Flüssigkeit gefüllter Schleimbeutel, kann sich entzünden. Dieser Schleimbeutel befindet sich zwischen einem Knochenvorsprung, dem Acromium und der Sehne des Musculus supraspinatus. Diese Bursa kann sich vor allem im Alter leicht entzünden. Hierbei kommt es dann zu starken Schmerzen im linken Oberarm sobald man den Arm bewegt, vor allem wenn man ihn von sich wegstrecken möchte. Grund dafür ist der Musculus supraspinatus, der durch die Bursa normalerweise von den umliegenden knöchernen Strukturen getrennt wird und nun durch die angeschwollene Bursa eingeengt ist.

Eine weitere Ursache für Schmerzen im linken Arm kann möglicherweise eine Impfung sein. Viele Patienten klagen nach einer Impfung, die in den linken Oberarm erfolgte, über Schmerzen im linken Arm, die nach der Impfung auftraten. Hier hilft nur abwarten.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schmerzen nach einer Impfung

Bei einer Thrombose und einer Entzündung der oberflächlichen Venen im linken Arm (Thrombophlebitis) kann es ebenfalls zu Schmerzen im linken Arm kommen. Hier sind die dicken oberflächlichen Venen sichtbar weshalb man die Ursache des Schmerzes im linken Arm meist schnell erkennt.

Eine weitere Ursache, die zu Schmerzen im linken Arm führt, ist eine Arthrose (Knorpelabnutzung) im linken Schulter- oder Ellenbogen-gelenk. Aufgrund des Gelenkverschleißes kommt es bei jeder Bewegung zu starken Schmerzen im linken Arm.

Bei älteren Patienten sollte man bei Schmerzen im linken Arm immer auch an einen Herzinfarkt denken! Treten plötzlich starke Schmerzen vor allem im linken Oberarm auf, gepaart mit Schweißausbrüchen und Übelkeit, ist sofort ein Notarzt zu verständigen! Der Schmerz unterscheidet sich deutlich von „normalen“ Schmerzen, die beispielsweise durch eine Einklemmung des Nervs entstehen. Die Schmerzen treten plötzlich im linken Arm- und Brustbereich auf. Da es sich um einen besonders intensiv-stechenden Schmerz handelt, spricht man vom sogenannten Vernichtungsschmerz. Wichtig ist jedoch, dass ein Herzinfarkt nicht immer mit Schmerzen im linken Arm einhergeht. Gerade beim Herzinfarkt bei Frauen wird der Schmerz häufig eher in den Bauchbereich projiziert. Dennoch sollte bei plötzlichen starken Armbeschwerden bei älteren Personen immer an einen Herzinfarkt gedacht werden.

Mehr Informationen dazu finden Sie auch hier: Schmerzen im linken Arm als Anzeichen eines Herzinfarktes

Diagnose

Um eine Diagnose stellen zu können ist es wichtig zu unterscheiden, wo genau der Schmerz im linken Arm sitzt und wie er sich anfühlt (bei Vernichtungsschmerz immer Verdacht auf Herzinfarkt mit sofortiger notmedizinischer Behandlung).

Bei lang anhaltenden Schmerzen mit eventuellem Taubheitsgefühl sollte zunächst ein ausgiebiges Gespräch (Anamnese) durchgeführt werden, damit der Arzt die Gewohnheiten des Patienten kennt (beispielsweise um herauszufinden ob zu häufiges Telefonieren mit eingeklemmtem Hörer schuld an der Nervenkompression ist).

Für weitere Diagnosen kann eine Röntgen- oder CT-Aufnahme angefertigt werden um beispielsweise Knochenverletzungen oder Schleimbeutelentzündungen zu klassifizieren.

Bei Verdacht auf Herzinfarkt wir ein EKG gemessen und Blut abgenommen, da bestimmte Enzyme, die nach dem Herzinfarkt vermehrt freigesetzt werden, im Blut nachweisbar sind. Somit kann man recht genau bestimmen ob und wann ein Herzinfarkt vorhanden war.

Symptome

Die Begleitsymptome von Schmerzen im linken Arm können sehr unterschiedlich sein.

Tritt neben den Schmerzen im linken Arm ein Taubheitsgefühl auf, kann man von einer Einklemmung oder Schädigung eines Nervens ausgehen.

Kann man den Arm hingegen nicht mehr richtig bewegen da die Schmerzen sonst zu stark werden, kann man von einer Schleimbeutelentzündung, Muskelentzündung oder einer Arthrose ausgehen.

Tritt der Schmerz im linken Arm nach einer Impfung auf, sind die Symptome harmlos und nur als Folge der Impfung zu betrachten. Die Schmerzen sollten jedoch nach wenigen Tagen verschwinden.

Sind die Begleitsymptome jedoch Schweißausbruch und Übelkeit, sollte bei älteren Patienten sofort an einen Herzinfarkt gedacht werden und der Notarzt verständigt werden! Es handelt sich hierbei immer um einen Notfall, der ernst zu nehmen ist.

Therapie

Je nach Erkrankung ist die Therapie für Schmerzen im linken Arm unterschiedlich.

Bei einer Überbelastung oder nach einer Impfung hilft nur abwarten bis der Schmerz im linken Arm verschwindet. Man kann den Arm jedoch auch langsam trainieren und somit durch kontinuierliches Muskeltraining den Muskelaufbau fördern.

Ist eine Schleimbeutelentzündung schuld an den Schmerzen im linken Arm, sollte als Therapie eine längere Physiotherapie in Betracht gezogen werden. Auch eine Glukokortikoid-Injektion in den Subakromialraum ist bei schwereren Fällen möglich um die Schwellung zu lindern.

Bei Beschwerden durch eine Einklemmung von Nerven, sollte man als Therapie Physiotherapie in Anspruch nehmen und eventuell den Lebensstil ändern (kein Telefonieren mit eingeklemmtem Hörer).

Auch bei einer Arthrose ist die beste Therapiemöglichkeit Physiotherapie und regelmäßiges Muskeltraining.

Bei einem Herzinfarkt hingegen ist eine Therapie schwierig. Zwar gibt man den Patienten direkt nach dem Herzinfarkt Nitrat-haltige Präparate, die dafür sorgen, dass sich die Herzkranzgefäße wieder erweitern, doch ist eine vollständige Therapie nicht möglich. Einmal abgestorbene Herzmuskelzellen können nicht wieder regeneriert werden und deshalb gibt es auch keine Therapie, die einen Herzinfarkt ungeschehen machen kann. Die Schmerzen im linken Arm verschwinden jedoch nach einem Herzinfarkt schnell wieder.

Prophylaxe

Um Schmerzen im linken Arm zu vermeiden, bieten sich als Prophylaxe nur eine ausreichende Bewegung der Arme und ein gesunder Lebensstil.

Dauerhaftes Heben der Arme über den Kopf, beispielsweise beim Schlafen, sollte vermieden werden um den Schleimbeutel im Schultergelenk nicht zu strapazieren. Auch unnatürliche oder verkrampfte Körperhaltungen, beispielsweise vor dem Computer, sollten möglichst vermieden werden.

Regelmäßiges Stärken der Arm- und Schultermuskulatur bietet sich ebenfalls als Prophylaxe an um Schmerzen im linken oder rechten Arm zu vermeiden.

Um einen Herzinfarkt zu vermeiden, der ebenfalls zu Schmerzen im linken Arm führt, bietet sich als Prophylaxe nur die Vermeidung von Stress. Auch eine fettreduzierte Nahrung und viel Bewegung führen zu einer verbesserten Durchblutung, die die Gefahr von Herzinfarkten minimieren kann.

Prognose

Die Prognose für Schmerzen im linken Arm ist meist sehr gut.

Vor allem durch Physiotherapie kann man die meisten Schmerzen sehr gut beheben oder zumindest eindämmen.

Eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursa sucacrominalis) im Schultergelenk kann durch Physiotherapie und Glukocortikoide erfolgreich eingedämmt werden.

Sind die Schmerzen im linken Arm durch eine Einklemmung der Nerven bedingt, ist die Behandlung schwieriger und eine Prognose daher auch nicht immer so einfach. Gerade bei jungen Patienten verwächst sich eine Einengung des Plexus häufig.

Die Prognose für einen Herzinfarkt hängen sehr davon ab, wie alt der Patient ist und wie schnell der Herzinfarkt erkannt wird. Bei schnellem Handeln stehen die Prognosen jedoch meist gut. (siehe auch: Herzinfarkt Hauptartikel)

Die verschiedenen Formen

Schulterschmerzen

Schmerzen, die gleichzeitig im linken Arm und an der Schulter auftreten, können eine Vielzahl von Ursachen haben. Das sogenannte „Schulter-Arm-Syndrom“ stellt dabei eine der häufigsten Gründe für das Auftreten von Schmerzen am linken Arm und an der Schulter dar. Direkte Ursache für die Entstehung des Schulter-Arm-Syndroms sind oftmals Erkrankungen der Halswirbelsäule. Die Halswirbelsäule ist als relativ statisches Achsenorgan schon bei alltäglichen Tätigkeiten enormen Belastungen ausgesetzt und kann deshalb gerade bei älteren Menschen normale Abnutzungserscheinungen aufweisen. Ausgeprägte, regelmäßige Belastungen, die das gewöhnliche Maß übersteigen, können diesen Abnutzungsprozess beschleunigen. In diesem Zusammenhang sollte jedoch klar sein, dass gewöhnliche Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule nicht unbedingt zu Schmerzen am linken Arm und der Schulter führen müssen.

In den meisten Fällen bleibt der Patient auch bei gewöhnlicher Abnutzung der Halswirbelsäulenkörper vollkommen beschwerdefrei. Patienten, die am Schulter-Arm-Syndrom leiden, weisen jedoch Schäden auf, die weit über die entsprechende Altersnorm hinausgehen. Zu den typischen Symptomen des Schulter-Arm-Syndroms zählen Schmerzen, die im Bereich des Nackens beginnen und von dort ausgehend bis in die rechte oder linke Schulter und den Arm ziehen. Darüber hinaus kann es bei den betroffenen Patienten zu neurologischen Beschwerden wie Taubheitsgefühlen, Kribbeln und/oder Lähmungserscheinungen kommen. In den meisten Fällen zeigt sich die Muskulatur des Nackens als verspannt und verhärtet. Aus diesem Grund kommt es neben den Schmerzen an der linken Schulter und dem linken Arm zusätzlich zu deutlichen Bewegungseinschränkungen. Die Behandlung des Schulter-Arm-Syndroms, das bei den betroffenen Patienten zu Schmerzen am linken Arm und der Schulter führen kann, erfolgt in mehreren Schritten. Vor allem die adäquate Linderung der Beschwerden spielt in der Behandlung eine entscheidende Rolle. Das Mittel der ersten Wahl ist in solchen Fällen ein Schmerzmittel aus der Gruppe der sogenannten nicht-steroidalen-Antirheumatika. Der Vorteil dieser Medikamente liegt darin, dass sie sowohl über schmerzstillende als auch über entzündungshemmende Eigenschaften verfügen.

Darüber hinaus kann die regelmäßige Durchführung von Akupunktur und/oder lokalen Massagen dabei helfen die Schmerzen am linken Arm und der Schulter langfristig zu lindern. Im Falle des Schulter-Arm-Syndroms versucht man in der Regel zuerst durch möglichst schonende Behandlungsmaßnahmen einen Effekt zu erzielen. Nehmen die Beschwerden jedoch nicht innerhalb eines Zeitraumes von ungefähr zwei bis drei Wochen deutlich ab, so müssen unter Umständen invasivere Therapiestrategien in die Wege geleitet werden. Eine weitere Ursache für die Entstehung von Schmerzen am linken Arm und in der linken Schulter kann das Vorliegen eines Herzinfarktes (Myokardinfarkt) sein. Eine derartige Schmerzsymptomatik gehört zu den ersten und wichtigsten Anzeichen für das Bevorstehen eines Herzinfarktes.

Schmerzen auf der Innenseite des linken Armes

Schmerzen am linken Arm, die auf die Innenseite beschränkt sind, werden meist durch muskuläre Ursachen hervorgerufen. In Fällen, in denen die Schmerzen plötzlich, beispielsweise während einer Belastungssituation, auftreten, besteht die Möglichkeit, dass eine Muskelzerrung vorliegt. Die Muskeln, die auf der Innenseite des linken Arms liegen, sind vor allem für das Heranführen des Arms an den Rumpf verantwortlich. Werden diese Muskeln durch sportliche Aktivität übermäßig belastet, können Schmerzen an der Innenseite des linken Arms auftreten. Unter dem Begriff Muskelzerrung (Fachwort: Distension) versteht man im Allgemeinen den Vorgang einer Muskeldehnung, die das gewöhnliche Maß übersteigt und zu einer starken Kontraktion der einzelnen Muskelfasern führt.

Infolgedessen kommt es innerhalb des Muskelgewebes zu Verhärtungen. Die Muskelfasern selbst werden jedoch nicht in Mitleidenschaft gezogen. Obwohl die durch eine Muskelzerrung entstehenden Schmerzen an der Innenseite des linken Arms sehr stark sind, können dauerhafte Schäden in der Regel ausgeschlossen werden. Die vollständige Erholung des betroffenen Muskels kann jedoch nur dann gewährleistet werden, wenn nach dem Auftreten der Muskelzerrung jedwede sportliche Betätigung umgehend eingestellt wird. Eine Muskelzerrung, die zu Schmerzen an der Innenseite des linken Arms führt, sollte so schnell wie möglich behandelt werden. Die Durchführung einfacher Erste-Hilfe-Maßnahmen kann die durch die Zerrung hervorgerufenen Beschwerden effektiv lindern. Ein ärztliches Eingreifen ist nur in den seltensten Fällen notwendig.

Die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen, die bei zerrungsbedingten Schmerzen an der Innenseite des linken Arms eingeleitet werden sollten, lassen sich anhand des sogenannte PECH-Schemas ableiten.

P = (Pause) Sportliche Betätigung sollte umgehend eingestellt werden.

E = (Eis) Kühlen kann dabei helfen den Heilungsverlauf zu beschleunigen.

C = (Compression) Elastischen Druckverband anlegen.

H = Hochlagern

Lesen Sie hierzu auch den Artikel zum Thema Schmerzen linker Unterarm.

Schmerzen im linkem Arm und Herzinfarkt

Schmerzen am linken Arm und an der linken Schulter gehören zu den häufigen Symptomen, die bei einem akuten Herzinfarkt (akuter Myokardinfarkt) auftreten. Bei einem Herzinfarkt handelt es sich um eine anhaltende Durchblutungsstörung gewisser Anteile des Herzmuskels. In den meisten Fällen ist die Verstopfung eines oder mehrerer Herzkranzgefäße durch kleine Blutgerinnsel ursächlich. Der Herzinfarkt, der unter anderem zu Schmerzen im linken Arm führt, stellt die häufigste Todesursache in den Industrieländern dar. Oftmals kommt es bei den betroffenen Patienten schon Jahre vor dem Herzinfarkt zum Auftreten der sogenannten koronaren Herzkrankheit (kurz: KHK). Kommt es nun innerhalb eines deutlich veränderten Herzkranzgefäßes zur Blutpassagestörung, so reagieren die Gefäße darauf mit einer krampfartigen Gefäßverengung (Koronarspasmus). Auf diese Weise wird der Blutfluss weiter reduziert und die Blutversorgung des Herzmuskels nimmt nochmals ab.

Die Schwere des Herzinfarktes, der zu Schmerzen am linken Arm führt, hängt sowohl von der Lokalisation, als auch von Schwere und Dauer der Durchblutungsstörung ab. Im Allgemeinen können sich Herzinfarkte in unterschiedlichen Bereichen des Herzmuskels ereignen. An welcher Stelle genau der Herzinfarkt auftritt, hängt dabei davon ab, welches Herzkranzgefäß beeinträchtigt ist. Verschlüsse der rechten Koronararterie führen beispielsweise zu einem Herzinfarkt im Bereich der Hinterwand. Krankhafte Veränderungen des linken Herzkranzgefäßes hingegen lokalisieren sich auf die Vorderwand des Herzens. In eher seltenen Fällen kann ein Herzinfarkt auch durch andere Erkrankungen provoziert werden. Typisches Beispiel für eine solche Erkrankung ist die Herzbeutelentzündung. Zudem können Blutungen und Tumore am oder in der unmittelbaren Nähe des Herzens zur Entstehung eines Herzinfarktes führen.

Im Grunde kann jeder Mensch im fortgeschrittenen Alter einen Herzinfarkt, der zu Schmerzen am linken Arm führt, erleiden. Dennoch gibt es einige Risikofaktoren, die das Risiko der Entstehung eines Herzinfarktes um ein Vielfaches steigern. Zu den in diesem Zusammenhang wichtigsten Risikofaktoren zählen:

Ein Herzinfarkt lässt sich in der Regel recht frühzeitig anhand der typischen Symptome diagnostizieren. Die meisten der betroffenen Patienten klagen bereits zu Beginn über starke Brustschmerzen. Typischerweise tritt außerdem ein Druckgefühl unmittelbar hinter dem Brustbein (Sternum) oder ein Engegefühl im ganzen Brustkorb auf. Darüber hinaus beschreiben viele Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben, stechende oder reißende Schmerzen. Diese Schmerzen können lokal begrenzt im Brustkorb auftreten oder bis in den linken Arm und die linke Schulter ausstrahlen. Einige der Betroffenen berichten sogar davon, Schmerzen im Bereich des Halses, des Kiefers, des Oberbauchs und des Rückens verspürt zu haben.

Die während eines Herzinfarktes auftretenden Schmerzen sind in der Regel so heftig, dass vom sogenannten „Vernichtungsschmerz“ gesprochen wird. Weitere typische Anzeichen eines Herzinfarktes sind Atemnot, Übelkeit, kalter Schweiß und Todesangst. Im Gegensatz zu Männern zeigen Frauen, die an einem akuten Herzinfarkt leiden, oftmals eher untypische Beschwerden. Obwohl es bei beiden Geschlechtern häufig zu Schmerzen am linken Arm kommt, berichten Frauen oftmals von Magenverstimmungen, körperlichen Erschöpfungszuständen und Schlafstörungen. Kommt es bei einem Patienten zu einem akuten Herzinfarkt, kann schnelles Eingreifen die Prognose entscheidend beeinflussen. Der Betroffene selbst kann sich dadurch helfen, dass es umgehend blutgerinnungshemmende Arzneimittel (Aspirin) einnimmt und einen Notruf absetzt.

In die Brust ausstrahlende Schmerzen

Auch bei Schmerzen in der Brust, die bis in den linken Arm ausstrahlen, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um erste Anzeichen eines akuten Herzinfarktes handelt. Betroffene Patienten sollten umgehend einen Notruf absetzen (Telefon: 112) und den Verdacht auf einen Herzinfarkt äußern. Das Rettungsfachpersonal wird zeitnah eintreffen und geeignete Erstmaßnahmen einleiten. In der Regel wird der Verdacht auf das Vorliegen eines Infarktes mittels EKG bestätigt. In diesem Zusammenhang ist jedoch zu beachten, dass nicht jede Form des Herzinfarktes im EKG sichtbar ist. Der sogenannte „Nicht-ST-Hebungsinfarkt“ kann nur durch eine Blutuntersuchung diagnostiziert werden. Die akute Behandlung des Herzinfarktes, der zu Schmerzen in der Brust und im linken Arm führt, zielt vor allem auf eine möglichst optimale Sauerstoffversorgung des Herzens, die Schmerzlinderung und die Vermeidung von Komplikationen ab.

In der Regel werden bereits vor Ort Nitroglycerin-Spray, Morphinpräparate, Acetylsalicylsäure (ASS), Clopidogrel und Heparin verabreicht. Die Gabe von Sauerstoff ist nur dann notwendig, wenn eine besonders niedrige Sauerstoffsättigung der roten Blutkörperchen gemessen wird. Die generelle Gabe von Sauerstoff wird bei einem Herzinfarkt aufgrund seiner möglicherweise schädlichen Auswirkungen nicht mehr empfohlen. In der Klinik werden anschließend die weiteren diagnostischen Maßnahmen ergriffen und eine geeignete Behandlungsstrategie in die Wege geleitet. Bei einem Herzinfarkt, der zu Schmerzen in der Brust und im linken Arm führt, ist die sogenannte Reperfusionstherapie Mittel der Wahl.

Armschmerzen in Kombination mit Schmerzen im linken Bein

Schmerzen, die gleichzeitig am linken Arm und am linken Bein auftreten, können unter Umständen ein Hinweis auf einen Haltungsfehler sein. Bei den betroffenen Patienten besteht die Möglichkeit, dass die linke Seite des Körpers bereits bei einfachen Alltagsbeschäftigungen zu stark belastet wird. Durch den Haltungsfehler der Körperachse kann es auf lange Sicht zu knöchernen Veränderungen kommen. Diese Veränderungen betreffen vor allem die Wirbelsäule, die Hüfte, das Knie- und Sprunggelenk. Die Ursachen für das Auftreten dieser Haltungsfehler können vielfältig sein. In den meisten Fällen lassen sich die vom Patienten verspürten Beschwerden auf eine langfristige übermäßige Belastung zurückführen. Fehlhaltungen können beispielsweise durch häufiges falsches Sitzen oder schwere körperliche Arbeit bedingt sein. Zudem können sie durch das Tragen schwerer Taschen oder Rucksäcke, Übergewicht und schlechtes Schuhwerk provoziert werden. Darüber hinaus werden Haltungsschäden, die zu Schmerzen am linken Arm und Bein führen können, durch mangelnde körperliche Bewegung und eine schwach ausgebildete Rücken- und Bauchmuskulatur begünstigt.

Chronische Schmerzen an den Armen und Beinen können zudem im Zusammenhang mit verschiedenen Allgemeinerkrankungen auftreten. Im direkten Vergleich sind diese Ursachen für die Entstehung von Schmerzen am linken Arm und Bein jedoch eher selten. Ein klassisches Beispiel für eine Grunderkrankung, die eine derartige Symptomatik hervorrufen kann, ist die sogenannte Polyneuropathie, die im Zuge der Zuckerkrankheit, Alkoholmissbrauch oder bei Vergiftungen auftreten kann. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung des Nervensystems. Betroffene Patienten verspüren in der Regel zu Beginn vor allem Missempfindungen und ein starkes Kribbeln. Im weiteren Verlauf kommt es dann zu Empfindungsstörungen und Schmerzen im Bereich der Arme und Beine.

Kribbeln im Arm

Schmerzen im Bereich des linken Arms, die mit einem ausgeprägten Kribbeln einhergehen, können auf das Vorliegen des sogenannten Cervikobrachialsyndroms hinweisen.
Dieser Erkrankung liegt in der Regel eine Reizung der Nervenwurzel zugrunde. Bei Schmerzen und Kribbeln am linken Arm lässt sich die Ursache der Nervenwurzelreizung zumeist an der Halswirbelsäule finden. Typische Veränderungen, welche die Funktion der einzelnen Nervenfasern einschränken können, sind die Wirbelarthrose und der Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule. Besonders häufig sind die Segmente der C5/6, C6/7 und C7/8 Halswirbel betroffen.
Eine anhaltende Kompression der Nervenwurzel kann neben den Schmerzen am linken Arm und dem Kribbeln zu bleibenden motorischen Ausfällen führen. Aus diesem Grund sollten betroffene Patienten unbedingt zeitnah einen Facharzt aufsuchen und die Ursache der Beschwerden abklären lassen. Durch die schnelle Einleitung einer geeigneten Behandlung können Folgeschäden oftmals vermieden werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Kribbeln - Hinweis auf einen Bandscheibenvorfall?

Erkältung / Kopfschmerzen

Gliederschmerzen, beispielsweise in Form von Schmerzen am linken Arm, gehören zu den häufigsten Beschwerden, die zu einem Besuch beim Hausarzt führen. Die Ursachen für diese Beschwerden können von einer einfachen Erkältung bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen des Nervensystems reichen. Typischerweise treten Gliederschmerzen, die auf eine Erkältung zurückgeführt werden können, niemals isoliert an einer Extremität auf. Vielmehr verspüren die betroffenen Patienten bei einer Erkältung oder einem grippalen Infekt Schmerzen am linken Arm und im Bereich der anderen Extremitäten. Darüber hinaus treten die für eine Erkältung typischen Gliederschmerzen zumeist akut, also kurz bevor weitere Symptome einsetzen, auf.

Schmerzen am linken Arm, die über Wochen anhalten, werden in der Regel durch eine andere Grunderkrankung hervorgerufen. Bei Infektionen durch bakterielle oder virale Erreger, beispielsweise bei einer Erkältung, kommt es neben den Gliederschmerzen zu weiteren Beschwerden. Die meisten der betroffenen Patienten beschreiben zudem das Vorhandensein von Kopfschmerzen, Fieber und Müdigkeit.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Schmerzen im linken Arm finden Sie hier:

Weitere Themen der Orthopädie finden Sie unter Orthopädie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 13.03.2017
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