Wie gefährlich ist die Nebennierenentzündung?

Einleitung

Es existieren unterschiedliche Erkrankungen der Nebenniere welche zumeist mit einer Über- oder Unterfunktion des Organs einhergehen. So kann es neben bös- und gutartigen Tumorenauch zu einer Nebennierenentzündung kommen.
Eine solche Entzündung liegt vor, wenn das Autoimmunsystem die Nebennierenrinde angreift und diese zerstört.

In der Medizin stellt eine solche Nebennierenentzündung eine mögliche Ursache für das Auftreten des Krankheitsbildes Morbus Addison dar. Die Hauptproblematik einer solchen Entzündung liegt in einer Unterfunktion der Nebennierenrinde. Diese ist bei Vorliegen der Krankheit nicht mehr in der Lage ausreichende Mengen an Botenstoffen zu produzieren, was mit einem Ausfall wichtiger Funktionen dieser Botenstoffe einhergeht. In akuten Fällen einer solchen Nebenniereninsuffizienz kann es sogar zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen die umgehend therapiert werden sollten. Auffällig wird eine Nebennierenentzündung meist durch die Symptome der betroffenen Personen.

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Symptome

Zu den Symptomen bei einer Nebennierenentzündung kommt es erst, wenn ein Großteil der Zellen der Nebennierenrinde bereits zerstört ist und der übrige Teil die Produktion der Hormone nicht mehr kompensieren kann.
Da es sich bei der Entzündung üblicherweise um einen langsam voranschreitenden Prozess handelt, geht dieser auch mit einem langsamen Auftreten der Symptome einher. So kommt es vor, dass viele Personen, welche von der Erkrankung betroffen sind sowie deren Kontaktpersonen, die Veränderungen zuerst nicht wahrnehmen oder als natürliche Veränderungen des Körpers deuten.

Eine typische Veränderung, welche durch eine Nebennierenentzündung hervorgerufen wird, ist die Braunfärbung der Haut. Das führt dazu, dass betroffene Personen trotz des Vermeidens von UV- Strahlung eine deutlich dunklere Hautfarbe aufweisen. Durch einen Mangel an dem Hormon Kortisol kommt es zu einer Leistungsminderung und einem Gewichtsverlust.

Es kann außerdem zu Beschwerden des Magen-Darm Traktes wie Übelkeitoder Erbrechenkommen. Durch einen Mangel des Hormons Aldosteron kommt es zu einem niedrigen Blutdruck sowie zu einem ausgeprägten Appetit auf salziges Essen. Es können außerdem Elektrolyte im Blut wie Natriumund Kaliumaus dem Gleichgewicht geraten.

Da eine Nebennierenentzündung durch das Morbus Addison bedingt sein kann, empfehlen wir Ihnen für weitere Informationen unsere Seiten:

Diagnose

Die typischen Symptome einer Nebenniereninsuffizienz können meist von jedem Arzt per Blickdiagnose erkannt werden. Da die Insuffizienz jedoch durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden kann und nicht in jedem Fall eine Entzündung verantwortlich für die Beschwerden ist, wird in der Regel eine umfassende Diagnostik durchgeführt. Durch das Spritzen eines bestimmten Stoffes, welche die Nebennierenrinde stimuliert, kann die Reaktion des Körpers im Blut gemessen und gegebenenfalls die Nebennierenentzündung diagnostiziert werden. Bei Verdacht auf eine akute Addison Krise sollte noch vor Sicherstellen der Diagnose therapiert werden, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

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Ursachen

Eine Nebennierenentzündung mit der Folge einer Nebenniereninsuffizienz entsteht durch eine Immunreaktion bei welcher auf bis jetzt unerklärte Weise Antikörper gebildet werden, welche die Nebennierenrinde angreifen und diese zerstören. Normalerweise werden Antikörper gebildet um schädliche Erreger, welche den Körper infizieren können zu eliminieren. Die Produktion der Antikörper welche die Nebennierenrinde angreifen, geschieht ohne ersichtlichen Grund. Die Erkrankung kann somit jeden treffen und Menschen jeglichen Alters können an ihr erkranken. Frauen sind statistisch gesehen jedoch häufiger betroffen.

In seltenen Fällen kann es zu einer sogenannten Addison-Krise kommen. Durch die unbehandelte, da vermutlich noch nicht diagnostizierte, Nebenniereninsuffizienz kommt es zu einem akuten Abfall der Botenstoffe, welche im Normalfall von der Nebenniere produziert werden. Ein solcher drastischer Abfall dieser Hormone kann lebensbedrohliche Folgen für die betroffene Person haben und sollte schnellstmöglich therapiert werden.

Die genauen Hintergründe der Entstehung einer Nebenniereninsuffizienz, welche durch eine solche Entzündung hervorgerufen wird, sind nicht abschließend geklärt und Thema zahlreicher Forschungsprojekte auf der ganzen Welt.

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Therapie einer Nebennierenentzündung

Eine Nebennierenentzündung, welche eine Insuffizienz des Organs nach sich zieht, kann prinzipiell nicht geheilt werden. Durch eine konsequente Einnahme von Medikamenten ist die Erkrankung dennoch sehr gut therapierbar. Bei einer korrekten Therapie der Erkrankung erreichen betroffene Personen ein normales Alter und in der Regel eine Symptomfreiheit.

Die Therapie besteht in erster Linie aus der Substitution der Hormone, welche die Nebenniere aus eigener Kraft aufgrund der vorherrschenden Entzündung nicht mehr produzieren kann. Es können Medikamente eingenommen werden, welche die Wirkung von Kortisol und Aldosteron im Körper nachahmen und so den betroffenen Personen gut helfen können.

Der Zeitpunkt der Einnahme der Medikamente ist hierbei bedeutend, da die Nebenniere üblicherweise zu bestimmten Tageszeiten die Hormone an das Blut abgibt. So sollte das Medikament mit dem Wirkstoff Hydrocortisonbeispielsweise morgens und abends eingenommen werden. Das Medikament welches die Wirkung von Aldosteron ersetzt wird Fludrocortison genannt und wird üblicherweise morgens eingenommen. Da der menschliche Körper in Stresssituationen mehr Kortisol produzieren würde, ist eine Anpassung gegebenenfalls notwendig. Patienten mit der Erkrankung sollten aus diesem Grund engmaschige Kontrollen bei dem behandelnden Arzt durchführen. Damit Rettungskräften im Notfall von dem Vorliegen der Erkrankung Bescheid wissen bietet sich das Mitführen eines sogenannten Addison-Passes an.

Die Therapie der Addison Krise sollte von Ärzten im Krankenhaus vorgenommen werden. Damit die betroffene Person überwacht werden kann, sollte diese ein paar Tage zur Überwachung im Krankenhaus verbringen.

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Prognose einer Nebennierenentzündung

Die Prognose einer Nebennierenentzündung mit einhergehender Nebennierenrindeninsuffizienz ist sehr gut. Betroffene Personen haben keine verminderte Lebenserwartung und können ein symptomfreies Leben führen. Wichtig ist die korrekte Einnahme der Medikamente, damit die Funktion der Nebenniere so gut wie möglich nachgeahmt wird. Regelmäßig durchgeführte Kontrolluntersuchungen bei einem Arzt sind ebenso wichtig, um die Notwendigkeit einer Anpassung der Medikation erkennen zu können.

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Prophylaxe

Die Ursachen für das Auftreten einer, durch das Immunsystem hervorgerufenen, Nebennierenentzündung sind Gegenstand medizinischer Forschung und bisher nicht eindeutig geklärt. So kann bisher auch keine Empfehlung gegeben werden, wie das Auftreten der Erkrankung verhindert werden kann.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 16.10.2015 - Letzte Änderung: 01.10.2021
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