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Nebennierenüberfunktion

Definition – Was ist eine Nebennierenüberfunktion?

Obwohl es sich bei den Nebennieren um sehr kleine Organe handelt, spielen sie bei vielen Körperfunktionen eine wichtige Rolle. Zum einen sind sie Zielort zahlreicher Hormone, zum anderen produzieren sie eine Vielzahl von Hormonen.

Die Nebennieren bestehen aus einer Rinde und dem Mark. Die Nebennierenrinde bildet Mineralcorticoide (z.B. Aldosteron, das wichtig für den Wasserhaushalt des Körpers ist), Glucocorticoide (z.B. Cortison) und Androgene (z.B. Testosteron). Das Nebennierenmark produziert Adrenalin und Noradrenalin.

Durch eine Überproduktion dieser Hormone kommt es zu verschiedenen charakteristischen Änderungen in den verschiedenen Körperfunktionen. Wie viele Hormone von einer Überproduktion betroffen sind, ist unterschiedlich und abhängig von der Ursache. Aufgrund der zahlreichen Auswirkungen ist eine Nebennierenüberfunktion eine ernstzunehmende Erkrankung.

Um die folgenden Krankheitsbilder nachvollziehen zu können, ist es von Bedeutung, dass Sie sich mit der Funktion und den produzierten Hormonen der Nebennieren auseinandersetzen. Lesen hierfür die Artikeln unter: 

Ursachen der Nebennierenüberfunktion

Eine mögliche Ursache ist die Nebennierenhyperplasie. Dabei handelt es sich um eine Vergrößerung des Nebennierengewebes. Diese ist für gewöhnlich mit einer Überfunktion des betroffenen Gewebes verbunden. Eine Nebennierenhyperplasie kann aufgrund von verschiedenen Genmutationen angeboren sein.

Ein Beispiel für eine angeborene Erkrankung, die mit einer Nebennierenüberfunktion einhergeht, ist das Adrenogenitale Syndrom.

Eine häufige Ursache für eine veränderte Funktion der Nebennieren sind gut- und bösartige Tumore.

Da die Nebennieren unter einem starken Einfluss der Hypophyse, der Hirnanhangsdrüse, stehen, kann auch eine Überfunktion der Hypophyse zu einer Überfunktion der Nebennieren führen. Eine Überfunktion der Hypophyse wird meist durch Tumoren verursacht.

Des Weiteren können auch manche Medikamente zu einer Nebennierenüberfunktion führen.

Auch kann hinter einer Überfunktion, wie bereits erwähnt, ein Hypophysentumor stecken. Dies ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Vergewissern Sie sich anhand folgenden Artikels, dass kein Tumor für Ihre Nebennierenüberfunktion verantwortlich ist: Diese Symptome weisen auf einen Hypophysentumor hin

Stress als Ursache für eine Nebennierenüberfunktion

Stress führt unmittelbar zu einer Freisetzung von Cortisol und Adrenalin. Nach der Stresssituation kommt es zu einem Absinken und Normalisieren des Cortisol- und Adrenalinspiegels. Bei dauerhaftem Stress bleiben diese Spiegel allerdings hoch und pendelt sich auf einem ungesunden hohen Niveau ein. Die Nebennieren produzieren mehr Cortisol. Auf Dauer führt der erhöhte Cortisolspiegel zu verschiedenen Gesundheitsrisiken.

Durch die permanente Ausschüttung von Cortisol und Adrenalin werden im Körper unterschiedliche Mechanismen ausgelöst. Erfahren Sie auf folgenden Artikeln mehr darüber, welche Wirkungen diese auf den Organismus haben: 

Diagnose einer Nebennierenüberfunktion

Zunächst sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt und eine Messung verschiedener Blutwerte sowie Hormonspiegel erfolgen. Je nach Ergebnis und Verdacht müssen dann weitere Untersuchungen folgen.

Bei einem Verdacht auf einen Tumor muss unbedingt ein bildgebendes Verfahren durchgeführt werden, um den möglichen Tumor sowie seine Größe und Lokalisation zu erkennen. Geeignet wäre hierfür ein MRT.

An diesen Symptomen erkenne ich eine Nebennierenüberfunktion

Bei einer Änderung im Sexualhormonhaushalt, also einer Überproduktion an Androgenen, wie es beim Andrenogenitalen Syndrom der Fall ist, kommt es bei Frauen zu markanten Symptomen.

Zum einen können Zyklusstörungen entstehen. Unangenehmerweise führen zu viele Androgene im Körper auch zu einer verstärkten Behaarung (Hirsutismus) und Akne.

Eine gesteigerte Cortisolproduktion, wie sie vor allem durch Tumore der Hirnanhangsdrüse entsteht, verursacht ein klassisches Krankheitsbild, dem sogenannten Cushing-Syndrom. Das Cushingsyndrom ist gekennzeichnet durch eine Fettzunahme – in erster Linie am Bauch, einem roten, runden Gesicht, Dehnungsstreifen, Hautunreinheiten und einer papierartigen, dünnen Haut. Außerdem kommt es zu einer Muskel- und Knochenschwäche, Bluthochdruck, einer erhöhten Infektanfälligkeit und Zyklusstörungen bei Frauen.

Eine gesteigerte Produktion der Mineralcorticoide, vor allem dem Aldosteron, führt zu einem erhöhten Blutdruck, der nur sehr schwer durch Medikamente eingestellt werden kann. Des Weiteren kann es zu einer erniedrigten Konzentration an Kalium kommen.

Eine Überproduktion an Adrenalin und Noradrenalin, wie sie beim Phäochromozytom, einem Tumor, vorkommt, führt zu einem sehr hohen Blutdruck, Schwitzen, Kopfschmerzen und einem erhöhten Puls.

Bei einer stressbedingten Nebennierenüberfunktion mit konstantem hohem Cortisolspiegel sind die Symptome normalerweise nicht ganz so stark ausgeprägt wie bei anderen Ursachen. Die Gesundheitsrisiken machen sich über die Zeit, allerdings auch bemerkbar. Zu den Gesundheitsrisiken zählen erhöhte Blutzuckerwerte, Schlafstörungen, Gewichtszunahme (insbesondere eine Zunahme des Bauchfettes), Blutdruckanstieg und Erschöpfung

Abhängig von dem hormonellen Haushalt, welcher beeinträchtigt ist, entstehen unterschiedliche Kranklheitsbilder. Hinzufügend zu den verlinkten Krankheiten im obigen Text, finden Sie weitere Informationen unter: 

Behandlung einer Nebennierenüberfunktion

Die Behandlung der Nebennierenüberfunktion richtet sich nach der Ursache. Bei einer angeborenen Ursache, wie dem androgenitalen Syndrom, muss die Therapie mithilfe von Medikamenten erfolgen. Die Betroffenen erhalten gegen den Überschuss der Androgene (z.B. Testosteron), orale Verhütungsmittel mit antiandrogenen Wirkstoffen, wie die Pille.

Beim Cushingsyndrom, das durch einen Tumor entsteht, muss dieser operativ entfernt werden. In manchen Fällen muss auch eine Bestrahlung des Tumorgewebes erfolgen. Nebennierenüberfunktionen können noch durch weitere verschiedene Tumore verursacht werden. Alle diese Tumore müssen in der Regel für eine Heilung operativ entfernt werden. In manchen Fällen muss die komplette Nebenniere entfernt werden.

Bei einer stressbedingten Nebennierenüberfunktion muss der Alltag des Betroffenen umstrukturiert werden, so dass die Belastungsfaktoren reduziert werden und ausreichend Erholungsphasen integriert sind. In manchen Fällen ist es auch ratsam, einen Psychologen oder eine Psychologin aufzusuchen.

Falls die Nebennierenüberfunktion durch Medikamente entsteht, muss eine Umstellung und Anpassung der Medikamente erfolgen.

Die Pille dient neben der Verhütung auch zahlreichen anderen Anwendungbereichen. Hierzu gehört unter anderem die Behandlung des androgenitalen Syndroms. Wichtig hierbei ist es sich jedoch über die Nebenwirkungen bewusst zu werden. Diese erfahren Sie unter. Nebenwirkungen der Pille

Was sind die langfristigen Folgen einer Nebennierenüberfunktion?

In einigen Fällen bestehen nach der Therapie keine langfristigen Folgen. Die Hormonspiegel pendeln sich mit etwas Zeit von selbst wieder auf ihr eigentliches Level ein.

In manchen Fällen ist allerdings eine lebenslange Medikamenteneinnahme unumgänglich. Eine perfekte Einstellung der Hormonspiegel über Medikamente ist allerdings nicht einfach. Sie braucht einiges an Geduld und muss immer wieder angepasst werden.

Krankheitsverlauf einer Nebennierenüberfunktion

Der Krankheitsverlauf ist individuell sehr unterschiedlich aufgrund der verschiedenen Ursachen.

Bei einer stressbedingten Nebennierenüberfunktion wird einiges an Geduld und Selbstdisziplin gefordert, um seine Lebensgewohnheiten und somit auch sein Stresslevel effektiv zu ändern. Hier kann es leicht zu Rückschlägen kommen.

Bei einer tumorbedingten Nebennierenüberfunktion besteht nach einer erfolgreichen Behandlung das Risiko eines Rezidives, eines Wiederkehren des Tumors.

Dauer und Prognose einer Nebennierenüberfunktion

Die Dauer einer Nebennierenüberfunktion ist stark abhängig von der Ursache. Allerdings ist in jedem Fall Geduld notwendig bis sich alles wieder eingestellt hat.

Die Prognose einer Nebennierenüberfunktion ist im Allgemeinen relativ gut.

Auch die verschiedenen Tumore lassen sich verhältnismäßig gut behandeln. In wenigen Fällen ist der Tumor jedoch nicht behandelbar und die Erkrankung verläuft tödlich.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 22.05.2019
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