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Der Cushing Test

Was ist der Cushing Test?

Das Cushing Syndrom ist eine häufige Stoffwechselerkrankung, die mit Störungen und Veränderungen im Kortisonstoffwechsel einhergeht. Beim Kortison handelt es sich um ein sogenanntes „Stresshormon“, das an vielen Stoffwechselprozessen verschiedener Organe im Körper beteiligt ist. Ein Überhang an Kortison im Körper kann das Cushing Syndrom auslösen, das mit dementsprechend zahlreichen Symptomen einhergehen kann. Cushing Tests sind essentiell, um ein Cushing Syndrom und damit eine Erhöhung des Kortisonspiegels zu beweisen, aber auch um die Ursache der Erkrankung differenzieren zu können. Bereits an der Regulation und Produktion des Hormons sind diverse Organe beteiligt, vor allem die Hirnanhangsdrüse und die Nebennierenrinde. Cushing Tests können anhand von Hormonvorstufen und Reaktionen des Körpers Fehlregulationen und damit den Ursprung der Erkrankung erkennen. Hierzu stehen diverse verschiedene Tests zur Verfügung. Allen voran steht der sogenannte „Dexamethason-Screening-Test“, der sowohl bei Menschen, als auch bei Tieren durchgeführt werden kann.

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Welche Indikationen gibt es für den Test?

Der primäre Cushing Test wird durchgeführt, wenn der Verdacht auf ein Cushing Syndrom, also ein vermehrtes Vorliegen von Kortison besteht. Das Cushing Syndrom kann sich mit zahlreichen Symptomen bemerkbar machen. Typisch sind Umverteilungen von Fettgewebe mit einem Mondgesicht, einem Stiernacken und einer sogenannten „Stammfettsucht“, also einem männlichen Fettverteilungstyp. Weiterhin können durch die Hormonveränderungen ein Bluthochdruck, Hautblutungen, Osteoporose und Muskelschwund auftreten. Nicht selten kommt es auch zu psychischen Veränderungen, etwa in Form besonderer Euphorie oder mit depressiven Symptomen. In der Entwicklung kann es weiterhin zu Minderwuchs, Unfruchtbarkeit, zu kleinen Hoden und Zyklusstörungen kommen. Dies alles sind typische Symptome eines Cushing Syndroms, die in Kombination einen dringenden Verdacht auf ein Cushing Syndrom liefern und Indikationen für Cushing Tests darstellen. Verschiedene Tests führen zu verschiedenen Ergebnissen. Liefert der primäre Dexamethason-Test ein positives Ergebnis, sind weitere Tests indiziert zur Differenzierung der genauen Ursachen des Cushing Syndroms.

Weitere Informationen finden Sie unter: Cushing Syndrom


Ablauf des Tests

Der Dexamethason-Screening-Test, der weiteren Cushing Tests voransteht, erfolgt durch die einmalige nächtliche Gabe von Dexamethason. Dabei handelt es sich um ein künstliches kortisonähnliches Medikament. Durch die einmalige Gabe wird bei gesunden Menschen die weitere Produktion von Kortison über eine Gegenregulation unterdrückt. Fallen bei der Bestimmung des Kortisonspiegels im Blut am morgen die Werte gleich zum Vortag aus, ist ein Cushing Syndrom bewiesen. Dies liegt daran, dass durch den krankhaften Kortisonüberschuss die Regulationsmechanismen nicht mehr funktionieren und der Spiegel so trotz nächtlicher Dexamethasongabe erhöht bleibt.

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Der genaue Grund für das Cushing Syndrom ist jedoch damit nicht ermittelt, weshalb weitere Hormonspiegelbestimmungen und Tests erfolgen müssen. Die Spiegel der verschiedenen Regulationshormone der Organe können hierzu bestimmt werden. Die Bestimmung der Hormone „ACTH“ und „CRH“ liefern in den meisten Fällen schon Hinweise auf das ursächliche Organ.

Welche Ergebnisse liefert der Cushing Test?

Damit der Cushing Test aussagekräftig ist, muss am Vortag morgens eine Bestimmung des Kortisonspiegels im Blut durchgeführt werden. Am darauffolgenden Morgen wird der Spiegel erneut bestimmt, nachdem in der Nacht zuvor das Dexamethason eingenommen wurde. Das Ergebnis des Tests zeigt also an, ob nach der Einnahme des Dexamethasons eine Veränderung des Kortisonspiegels stattgefunden hat. Eine Verringerung des Cortisonpiegels spricht für eine gesunde Gegenregulation und Unterdrückung der Kortisonherstellung. Gleich bleibende Werte oder sogar eine Erhöhung zeigen an, dass die Regulationsmechanismen nicht mehr stattfinden und ein Cushing Syndrom vorliegt. Ob dieses jedoch in der Nebenniere, der Hirnanhangsdrüse oder durch andere Fehlfunktionen verursacht wird, lässt sich damit nicht ermitteln.

Weitere Informationen finden Sie unter: Cushing Syndrom

Was ist die Konsequenz aus diesem Test?

Aus einem positiven Cushing Test folgt zunächst weitere Diagnostik. An erster Stelle steht die Bestimmung des „ACTH“ im Blut und im Hirn, sowie des „CRH“. Verschiedene Konstellationen der Hormone geben oft eindeutige Hinweise auf das zugrundeliegende Organ. Weiterhin können bildgebende Verfahren wie die Computertomographie durchgeführt werden, wodurch eventuelle verantwortliche Tumoren der Hirnanhangsdrüse oder der Nebenniere entdeckt werden können. Die daraus resultierende Therapie richtet sich stark nach der Ursache der Erkrankung. Die häufigste Form des Cushing Syndroms wird durch medikamentöse Zuführung des Kortisons verursacht, weshalb die primäre Maßnahme das Absetzen potentieller Medikamente darstellt. Ursächliche Tumoren können und sollten zeitnah operativ entfernt werden. In den meisten Fällen handelt es sich um gutartige Tumoren, weshalb die Erkrankungen durch einmalige Operationen endgültig behandelt werden können. Auch medikamentös kann die Kortisonproduktion im Körper unterdrückt werden, falls eine Operation keine Aussicht auf Heilung der Erkrankung liefert.

Was kostet der Test?

In der klinischen Diagnostik bei Menschen wird der Test bei einem zugrundeliegenden Verdacht von den Krankenkassen bezahlt. In der Tiermedizin müssen die teilweise aufwendigen Tests jedoch selbst bezahlt werden. Auch hier stehen mehrere Testvarianten mit unterschiedlicher Aussagekraft zur Verfügung. Die reinen Hormonbestimmungen im Blut sind dabei günstiger als der mehrstufige primäre Cushing Test. So können insbesondere die „ACTH“ und „CRH“ Bestimmung bereits für um die 50€ wichtige Hinweise auf das Cushing Syndrom liefern. Der Dexamethason-Screening-Test erfordert jedoch die zweimalige Hormonbestimmung und nächtliche Gabe des Dexamethasons. Bei Tieren kostet dieser Test häufig zwischen 150 und 200€.

Cushing Test beim Hund und beim Pferd

Das Cushing Syndrom kann vor allem bei Hunden und Pferden häufig auftreten. Die Symptome unterschieden sich mitunter stark, sodass alleinige Untersuchungen der Tiere oft nicht ausreichen. Wichtige wegweisende Symptome stellen diffuser Haarverlust, Muskelschwund, Apathie, Müdigkeit und häufiges Wasserlassen dar. Ähnlich wie beim Menschen kommt es auch hier zu Einschränkungen der Immunabwehr und Reparaturmechanismen im Körper, so dass Wundheilungsstörungen und Infektanfälligkeit die Folge sind. Eindeutige Befunde müssen nicht zwangsläufig einen Test nach sich ziehen. Bessern sich die Symptome schnell nach dem Therapiebeginn, bestätigt sich die Diagnose auch dadurch. Bei der Durchführung von Cushing Tests kann unter Abwägung der Kosten die Hormonspiegelbestimmung dem aufwendigen Screening Test vorgezogen werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 23.05.2018
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