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Morbus Cushing

Definition

Beim Morbus Cushing kommt es aufgrund eines zumeist gutartigen Tumors der Hirnanhangsdrüse zu einem erhöhten Cortisol-Spiegel im Körper. Die Tumorzellen produzieren in großer Menge einen Botenstoff, das sogenannte Adrenocorticotrope Hormon, kurz ACTH. Dieses wirkt auf die Zellen in der Nebennierenrinde ein und veranlasst diese zur Produktion von Cortisol.
Da die Tumorzellen das ACTH in enorm erhöhter Menge produzieren, werden auch die Zellen der Nebennierenrinde zur Überproduktion angeregt. Dies führt letzten Endes zu einem stark erhöhten Cortisol Vorkommen, welches in der medizinischen Fachsprache als Hypercortisolismus bezeichnet wird.

Die Ursachen

Ursache für die Entstehung eines Morbus Cushing ist zumeist ein Tumor in der Hirnanhangsdrüse. Der Tumor entsteht durch Zellwucherungen bzw. einer ungehemmten Zellvermehrung von fehlgesteuerten Zellen. Die Tumorzellen sind in ihrer Funktion gestört.
Im Gegensatz zu den gesunden Zellen der Hirnanhangsdrüse produzieren sie in abnorm erhöhte Menge ACTH, ein Botenstoff der auf andere Organe, insbesonders die Nebenniere einwirkt. Diese reagiert auf das Überangebot mit einer vermehrten Cortisolproduktion, welches in großen Mengen mit einer starken Abweichung und Veränderung diverser Körperfunktionen einhergehen kann.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Tumor der Hirnanhangsdrüse.

Die Diagnose

Die Diagnose eine Morbus Cushings erfolgt in der Regel mit einer Blutuntersuchung. Dabei wird nach dem Cortisol im Blut geschaut. Zudem kann der ACTH Wert bestimmt werden, der beim Morbus Cushing charakteristischerweise erhöht ist.

Zur Unterscheidung zwischen dem Morbus Cushing und anderen Erkrankungen, welche ebenfalls mit einem erhöhten Cortisol einhergehen, können bestimmte Tests durchgeführt werden. Besonders bewährt hat sich in diesem Fall der sogenannte Dexamethason-Test. Auch im 24-Stunden Sammelurin kann eine erhöhte Menge an Cortisol festgestellt werden.

Weiterhin erfolgt eine Bildgebung des Kopfes. In der Regel wird ein MRT des Kopfes angefertigt, auf dem der Tumor in der Hirnanhangsdrüse dann bildlich dargestellt werden kann.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: ACTH.

Die Symptome

Eine Überproduktion an Cortisol zu der es im Rahmen des Morbus Cushing kommt, kann eine Vielzahl an Symptomen hervorrufen. Im folgenden sind die häufigsten Veränderungen benannt, dabei gilt zu beachten dass nicht das Auftreten jedes Symptoms zwingend erforderlich um auf ein Morbus Cushing zu schließen.

Besonders typisch ist eine Umverteilung an Körperfett, welches sich in einer sogenannten Stammfettsucht, einem Vollmondgesicht und einem Stiernacken bemerkbar macht. Das Cortisol wirkt auch auf die Knochen ein, diese verlieren dadurch an Dichte und es kommt zum Erkrankungsbild einer Osteoporose.
Die Muskeln leiden ebenfalls unter dem erhöhten Cortisol Einfluss und werden, vor allem den Extremitäten schneller abgebaut. Der Körper reagiert empfindlicher auf Zucker bzw. Glucose, der Blutzuckerspiegel steigt nach der Aufnahme von Zucker stärker an als es bei gesunden Menschen üblich ist. Die Haut gerät ebenfalls in Mitleidenschaft. Typisch sind Ausdünnungen der Haut, Ausbildung von Dehnungsstreifen, Wundheilungsstörungen und Hautblutungen.
Die Psyche kann auch unter dem erhöhten Cortisolspiegel leiden. Es können sich bei den Betroffenen Veränderungen der Stimmung bis hin zu depressiven Episoden zeigen.

Im Rahmen des Morbus Cushing kommt es neben einem erhöhten Cortisolspiegel auch zu einer Veränderung des ACTH Gehaltes im Blut. Dieses führt zu einer vermehrten Produktion an Sexualhormonen, vor allem den männlichen Hormonen, den sogenannten Androgenen. Dies macht sich vor allem bei Frauen bemerkbar die daraufhin zum Beispiel unter Menstruationsstörungen oder verstärkten Haarwuchs, insbesondere im Gesicht, leiden. Auch auf den Blutdruck nimmt das ACTH bzw. das Cortisol Einfluss. Durch ein Zusammenwirken mit anderen Hormonen kommt es zu einem Anstieg des Blutdrucks, welches sich dann als Bluthochdruck bemerkbar macht.

Der Unterschied zwischen dem Morbus Cushing und dem Cushing-Syndrom

Das Cushing-Syndrom umfasst alle Erkrankungen oder Veränderungen, die mit einem erhöhten Cortisolspiegel einhergehen. Dabei macht es kein Unterschied, ob das Cortisol z.B extern, also durch Medikamente zugeführt wurde oder durch eine Überproduktion von Cortisol im Körper selbst entstanden ist.
Das Cushing Syndrom beschreibt also einen Hypercortisolismus, dem verschiedene Ursachen zugrunde liegen können.

Der Morbus Cushing wiederrum, bezieht sich explizit auf einen erhöhten Cortisolspiegel, der durch eine erhöhte ACTH Produktion, meistens im Rahmen eines Hirnanhangsdrüsentumors entstanden ist. Beide Begriffe umfassen in der Regel die gleichen Symptome. Der Morbus Cushing kann darüber hinaus noch Einfluss auf die Sexualhormone, vor allem die männlichen Hormone (Androgene) nehmen. Durch die Überproduktion kann es, vor allem bei Frauen zu Störungen im Menstruationszyklus und zu einem verstärktem maskulinen Haarwuchs, besonders im Gesicht kommen.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Die typischen Symptome eines Cushing-Syndroms

Der Krankheitsverlauf

Der Morbus Cushing präsentiert sich in der Regel mit den oben genannten Symptomen. Im Rahmen eines Hirnanhangsdrüsentumors treten diese entweder plötzlich oder auch schleichend auf. Das hängt damit zusammen wie schnell der Tumor wächst und wie die Cortisolproduktion beeinflusst wird.

Bei sehr hohen Cortisolwerten kann das Herz-Kreislaufsystem stark beeinflusst werden. Besonders oft zeigt sich bei Patienten mit hohen Cortisolwerten auch ein abnorm erhöhter Bluthochdruck. Dieser begünstigt auf längere Sicht Erkrankungen wie z.B einen Herzinfarkt oder auch einen Schlaganfall. Aufgrund dessen sind einleitende Therapiemaßnahmen auch derart wichtig.

Bei der operativen Entfernung eines Tumors werden die ACTH-über produzierenden Zellen entfernt und die Betroffenen haben nach dem Eingriff in der Regel wieder einen normalen Cortisolspiegel- Sie gelten demnach als geheilt. Kommt eine OP als Therapie nicht in Frage wird z.B mit Medikamenten der Cortisolspiegel reduziert, was ebenfalls zur Linderung der Symptomatik führt und den ungewollten negativen Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem reduziert.
Der weitere Krankheitsverlauf ist bei den medikamentös eingestellten Patienten im Allgemeinen nicht pauschal vorherzusagen, da dieser auch durch andere Faktoren wie zum Beispiel Grunderkrankungen oder Alter beeinflusst wird.

Lesen Sie auch den Artikel: Nebenwirkungen von Cortison.

Die Therapie

Beim Morbus Cushing wird in der Regel eine operative Entfernung des Hirnanhangsdrüsentumors vorgenommen. Sollte ein operativer Eingriff nicht möglich sein gibt es noch weitere Behandlungsmaßnahmen, die in Frage kommen.
Hierzu zählen zum Beispiel eine Protonen Bestrahlung des Tumorgewebes oder auch die Gabe bestimmter Medikamente. Die medikamentöse Therapie beinhaltet dabei Cortisol senkende Substanzen. Die sollen die typischen Symptome, die durch einen Hypercortisolismus entstehen, reduzieren.

Mehr zu diesem Thema finden Sie hier: Tumor der Hirnanhangsdrüse.

Die Prognose

Bei einem Morbus Cushing, der durch einen Tumor in der Hirnahangsdrüse enstanden ist und operativ behandelt werden kann, ist in der Regel mit einer normalen Lebenserwartung zu rechnen. Sollte eine operative Entfernung nicht möglich sein, ist es wichtig die Cortisol Werte im Blut medikamentös zu senken.

Ein dauerhaft erhöhter Cortisolpegel wirkt sich nämlich negativ auf das Herz-Kreislauf-System aus. Vor allem der erhöhte Blutdruck kann zu Komplikationen wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen, wodurch sich die Lebenserwartung der Betroffenen deutlich reduzieren kann.

Der Morbus Cushing beim Hund

Auch bei Hunden kann ein Morbus Cushing auftreten. Wie beim Menschen, ist dabei als häufigster Auslöser ein Tumor in der Hirnanhangsdrüse für die erhöhte Cortisonproduktion verantwortlich. Die Tiere zeigen verschiedene Symptome, dazu gehören z.B Gewichtszunahme, Haarausfall, verstärktes Wasserlassen, ausgeprägtes Durstverhalten, Muskelschwäche sowie eine ausgedünnte und stärker Pigmentierte Haut.

Der Morbus Cushing beim Hund wird in der Regel mit Medikamenten behandelt, die die Cortisolproduktion runter regulieren.  Die medikamentöse Therapie muss lebenslänglich erfolgen damit der Hund nicht unter den typischen Cushing- Symptomen leidet.
Bei konsequenter Behandlung und regelmäßigen Blutkontrollen beim Tierarzt ist in der Regel mit einem guten Therapie Erfolg zu rechnen.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Cushing Syndrom beim Hund. 

Der Morbus Cushing bei der Katze

Katzen zeigen bei einem Morbus Cushing fast die gleichen Symptome wie Hunde. Dazu gehören unter anderem ein Haar- bzw. Fellverlust, eine Zunahme des Körpergewichtes, Muskelschwund sowie ein verstärktes Durst- und Hungergefühl. Auch eine “dünner werdende" Haut und ein vermehrtes Wasserlassen zählen zu den möglichen Symptomen.

Katzen fallen aber im Gegensatz zu Hunden ihren Besitzern häufig erst in sehr späten Stadien bzw. mit bereits stak ausgeprägter Symptomatik auf. Häufig kommen die Tiere deshalb erst zum Tierarzt, wenn Sie bereits sehr krank sind.

Auch Katzen können mit Cortisol-reduzierenden Medikamenten therapiert werden, im Gegensatz zum Hund zeigen sich hier die Symptome aber nicht immer rückläufig.

Zur Prognose lässt sich bei Katzen im allgemeine keine Aussage tätigen. Diese hängt nämlich sowohl vom Ausprägungsgrad der Erkrankung als auch vom restlichen Gesundheitszustand der Katze ab.

Weiterführende Information

Mehr Informationen zum Thema Morbus Cushing finden Sie hier:

Eine Übersicht aller Themen der Inneren Medizin finden Sie unter: Innere Medizin A-Z. 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.04.2019
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