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Behandlung eines Tinnitus

Synonym

zum Hauptthema: Tinitus
Ohrgeräusche, Ohrensausen
engl. tinnitus


Therapie des Tinnitus

Die Therapie des Tinnitus richtet sich zum einen nach dem Entstehungsort des Tinnitus, zum anderen nach der Zeitdauer und dem Schweregrad. Bei einem objektiven Tinnitus steht die Identifizierung und Ausschaltung der physiologischen Tinnitusquelle im Vordergrund. Beim subjektiven Tinnitus muss die Behandlung entsprechend einem akuten, subakuten oder chronischen Verlauf angepasst werden.

Bei einem bereits seit längerer Zeit bestehendem chronischen Tinnitus ist eine vollständige Heilung fast nicht möglich. Es gilt die tinnitusverstärkenden Komponenten zu identifizieren und den Patienten entsprechend zu schulen.
Auch sind autogenes Training und die Aufklärung des Patienten darüber, dass ein Grundton im Ohr vermutlich immer vorhanden bleiben wird, sehr wichtig. Bestimmte Gewöhnungstechniken helfen dem Patienten den Zustand eines kompensierten chronischen Tinnitus ohne starke Beeinflussung des täglichen Lebens zu erreichen. Bei einem kürzlich eingetretenem akuten Tinnitus sollte ein Arzt umgehend aufgesucht und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.
An oberster Stelle steht hier eine Sicherstellung der Ohrdurchblutung mit blutverdünnenden Medikamenten. Diese Infusionstherapie sollte über einen Zeitraum von 10 Tagen durchgeführt werden.

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Des Weiteren besteht noch die Möglichkeit ein Lokalanästhetikum (Procain) in aufsteigender Dosierung zu verabreichen. Außerdem kann die Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten, wie Cortison versucht werden. Die Behandlung des subakuten Tinnitus besteht aus einer Mischung der beiden Behandlungsarten des chronischen und des akuten Tinnitus.

Auch den Patienten mit subakutem Tinnitus sollte offengelegt werden, dass ein Grundton vermutlich immer vorhanden bleiben wird und dass bestimmte autogene Therapieverfahren mit Gewöhnungsschulung einen Zustand des kompensierten Tinnitus erreichen kann.

Einige Therapieverfahren befinden sich noch in der Erprobung, so z.B, die sogenannte hyperbare Sauerstoffbehandlung. Dabei befindet sich der Patient in einer Überdruckkammer und wird über eine Maske mit reinem Sauerstoff beatmet. Durch den Überdruck in der Kammer kommt es zu einer vermehrten Sauerstoffanreicherung des Blutes und damit des Ohres. In einigen Fällen verschwindet daraufhin der Tinnitus. Allerdings ist die Voraussetzung, dass die Ursache des Tinnitus in diesem Fall in einer Unterversorgung mit Blut liegt. Ähnlich wie bei den blutverdünnenden Maßnahmen sollte mit einer hyperbaren Sauerstofftherapie so schnell wie möglich nach dem Eintreten eines Tinnitus begonnen werden. Da sich dieses Therapieverfahren noch in der Erprobungsphase befindet, wird es nur in einigen Fachkliniken angeboten. Die Kosten müssen vom Patienten selbst getragen werden.

Bei einem anderen Therapieverfahren geht man davon aus, dass die Ursache eines Tinnitus in einem Defekt der Hörrinde im Gehirn liegt. Dieses Areal bekommt aus irgendeinem Grund eine bestimmte Frequenz, die wir in jeder Sekunde mit unseren Ohren in Form von Schallwellen auffangen, nicht weitergeleitet. Daraufhin beginnt der Teil der Hörrinde, der für diese eine Frequenz zuständig ist, selbst diese Frequenz zu modulieren. Ein Tinnitus dieser Frequenz beginnt. Man hat sich nun überlegt, dass man diese Frequenz mittels eines kleinen und fast nicht sichtbaren Hörgerätes dauerhaft dem Patienten in das Ohr einspielt. Das Hörareal im Gehirn bekommt somit den fehlenden Hörbereich und stoppt die Eigenproduktion. Erste Untersuchungen sind sehr vielversprechend. Die meisten Patienten hören den Tinnitus während des Tragens des Hörgerätes nur noch schwach und vermindert. Bei regelmäßigem Tragen scheint das Hörzentrum so trainiert zu werden, dass die Patienten das Hörgerät auch weglassen können und den Tinnitus nicht mehr wahrnehmen. Auch diese vielversprechende Therapie befindet sich noch in der Erprobungsphase und muss von Patienten selbst finanziert werden.

Kognitive Verhaltenstherapie bei Tinnituspatienten:

Die subakute oder chronische Verlaufsform eines Tinnitus lässt meistens nur die Therapieoption eine psychologisch geführten sogenannten kognitiven Therapie. Bei dieser Therapieform soll dem Patienten gezeigt werden, mit dieser Erkrankung zu leben. Die kognitive Therapie kann entweder alleine oder in Gruppen durchgeführt werden. Zunächst wird dem Patienten meistens eine kurze medizinische Einführung in die Physiologie des Hörens gegeben. Danach werden ihm verschiedene Praktiken an die Hand gegeben, wie er die Aufmerksamkeit von dem permanenten Ohrgeräusch wegleiten kann. Dies geschieht meistens mit Konzentrationsübungen. Heute ist bekannt, dass Beschwerden z.B. Schmerzen verstärkt werden können, wenn die Patienten besonders stark darauf achten bzw. in einer Erwartungshaltung für einen Schmerz leben. Schafft man es die Angst zu mindern und die Aufmerksamkeit durch bestimmte Manöver abzuleiten, so wirkt dies in vielen Fällen beschwerdemindernd. Neben diesen Techniken werden dem Patienten auch Hilfsstrategien bei einem Tinnitusrückfall an die Hand gegeben.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.07.2018
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