Leidet Ihr Kind an ADS?

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Die Therapie des ADS

Synonyme

Hyperkinetisches Syndrom (HKS), Psychoorganisches Syndrom (POS), Aufmerksamkeitsdefizitstörung, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Zappel - Philipp - Syndrom,

Einleitung

Beim ADS, dem Aufmerksamkeits - Defizit - Syndrom, handelt es sich um die deutsche Bezeichnung des ADD, dem “Atention Deficit Disorder”.
Während von der hyperaktiven Variante des ADS Kinder betroffen sind, die ihre Aufmerksamkeitsschwierigkeit kaum verbergen können und durch unaufmerksam - impulsives Verhalten in Erscheinung treten, fallen introvertiert unaufmerksame Kinder häufig weniger negativ ins Auge.
Häufig unterliegen Lernprobleme einem Trend. War die Legasthenie vor einigen Jahren die “Modeerscheinung”, so ist ADS, bzw. die hyperaktive Variante ADHS in den letzten Jahren häufig auch falsch verstanden, dadurch oftmals auch falsch diagnostiziert worden. Es ist also davor zu warnen, jedes unaufmerksame oder zappelige Verhalten eines Kindes vorschnell mit ADS, bzw. ADHS zu entschuldigen.

Im Rahmen der Diagnosestellung sollten daher auch nur dann erste Schritte unternommen werden, wenn das unaufmerksame, teilweise auch impulsive Verhalten über einen längeren Zeitraum (etwa sechs Monate) hinweg in verschiedenen Lebensbereichen (Kindergarten / Schule, zu Hause, Freizeit) beobachtet werden konnte. Manche Entwicklungsschritte oder Ereignisse können temporär solche Verhaltensweisen verursachen. Eine gezielte Vorgehensweise ist demnach sinnvoll und sollte nicht vorschnell mit “Ja, da wird ja gar nichts getan!” abgeurteilt werden.
ADS - Kinder leiden nicht nur phasenweise unter den entsprechenden Verhaltensweisen. In der Regel ist es so, dass die Verhaltensweisen sich manifestieren und in der Regel nicht dem altersentsprechenden Verhalten entsprechen. “Kindisches” Verhalten - so wird das Verhalten oftmals dann bezeichnet.

Während die hyperaktive Variante ADHS oftmals mit dem Zappelphilip Heinrich Hoffmanns bezeichnet wird, ist der ADS - Typ wohl eher mit dem “Hans - guck - in - die - Luft” zu vergleichen.

Anders als man vielleicht vermuten würde, handelt es sich hierbei um ein “handfestes” Krankheitsbild, weshalb die Diagnose letzlich auch vom Kinderarzt gestellt wird. Während man hinsichtlich der Ursachenklärung lange Zeit im Unklaren tappte, geht man nach derzeitigem Forschungsstand hauptsächlich davon aus, dass die Informationsweiterleitung und -verarbeitung zwischen verschiedenen Hirnabschnitten bei ADS - Kindern fehlerhaft funktioniert und das verschiedene andere Faktoren (Erziehungsdefizite, ...) die Symptome in besonderer Weise verstärken können.

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Therapeutische Ansätze

Im Rahmen der therapeutischen Behandlung des Aufmerksamkeits - Defizit - Syndroms ADS unterscheidet man verschiedene Maßnahmen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass jedes Kind unter spezifischen ADS - Symptomen leidet, die individuell zu therapieren sind. Man könnte dies wie folgt zusammenfassen: Ursache gleich - Begleitumstände individuell verschieden, folglich: individuelle Symptomatik des ADS.

Im Rahmen der ADS - Behandlung hat sich gezeigt, dass demzufolge eine so genannte multimodale Therapie am Erfolg versprechendsten zu bewerten ist.
Unter einer multimodalen Therapie versteht man die Zusammenfassung aller im Einzelfall sinnvollen Therapieformen, die aufeinander aufbauen und stets miteinander in Verbindung stehen sollten.

Prinzipiell unterscheidet man - neben der Förderung des ADS - Kindes im häuslichen Umfeld - verschiedene Therapieformen, die wiederum verschiedene therapeutische Maßnahmen zusammenfassen. Dieses sind:

Da die Informationen zu den einzelnen Therapieformen recht umfassen sind, finden Sie Unterseiten, die sich mit jeweils einer Therapieform beschäftigen.
Nachfolgend sind zunächst Informationen zu den verschiedenen Formen der Therapie aufgelistet. Dies entspricht einer zusammenfassenden Beschreibung. Weiterführende Informationen finden Sie dann auf den jeweiligen Seiten.
Die grobe Übersicht soll Ihnen nur verdeutlichen, wie vielfältig eine Therapie des ADS organisiert werden kann, bzw. werden sollte. Es soll Ihnen dazu dienen, sich zu informieren um gemeinsam mit dem behandelnden Kinderarzt, bzw. der Person Ihres Vertrauens sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen.

Förderung im häuslichen Umfeld

Es wäre zu einfach und somit leuchtet es auch schnell ein: Eine Therapie kann nicht bei einem Therapeuten anfangen, sich über die Einnahme von Tabletten alleine regeln usw. Diese genannten Maßnahmen bilden mit anderen Maßnahmen zusammen die Eckpfeiler, sozusagen das Gerüst. Das häusliche Umfeld und die dort ergriffenen Maßnahmen, die den Umgang mit ADS erleichtern sollen, sind ein wesentlicher Moment in der Gestaltung der Therapie, wodurch den Eltern und ihrer Förderung des ADS - Kindes im häuslichen Umfeld eine sehr wichtige Aufgabe zuteil wird.
Da diese Aufgabe auch sehr schwierig sein kann - dies erzählen betroffene Eltern fast immer - wird die familiäre Situation sehr häufig stark belastet. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite ADS und Familie.

Psychotherapie

Psychotherapeutische und heilpädagogische Ansätze umfassen folgende Therapieformen:

Wie sind die therapeutischen Erfolgsaussichten?

Der Erfolg der Therapie hängt von vielen Faktoren ab.  
Zum einen ist es wichtig, dass das ADS frühzeitig erkannt wird. Eine Diagnose im jungen Alter kann dafür sorgen, dass durch Aufmerksamkeits- und Verhaltenstrainings schulische Probleme vermieden werden  und durch psychologische Betreuung das psychische Wohlbefinden sicher gestellt wird. 
ADS ist nicht heilbar, weswegen die Betroffenen mancchmal ein leben lang mit Ihrer Konzentrations- und Aufmerksamkeitschwäche zu kämpfen haben . Betroffene können jedoch mit der richtigen Therapie und psychologischen Betreuung  in den meisten Fällen ein normales Leben, ohne größere Einschränkungen, führen.
Die optimale Behandlung beim ADS ist aufgrund der Schwierigkeiten bei der Diagnostik und der verfügbaren Mittel leider nicht immer der Regelfall, weswegen die therapeutischen Erfolgsaussichten der multidisziplinär behandelten Patienten zwar sehr gut, im Gesamtkollektiv der ADS-Patienten aber eher schlecht sind.

Ernährungstherapie

Als ernährungstherapeutische Möglichkeiten, bzw. Ernährungstherpie gib es:

  • Ernährungstherapie
  • Nährstofftherapie

Alternative Therapieformen:

Aufgrund der Tatsache, dass die Wirksamkeit alternativer Behandlungsformen derzeit entweder noch nicht auf ihre Wirksamkeit ausreichend überprüft wurden oder aber von seiten der Wissenschaft streckenweise explizite Warnungen ausgesprochen wurden, finden Sie an entsprechender Stelle weiterführende Informationen.

  • Oligo - Antigene - Diät (Diäten nach Egger)
  • Diät nach Feingold
  • Diät nach Hafer
  • AFA - Algentherapie

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: ADS und Ernährungstherapie

Die medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie ist die wohl umstrittenste Therapieform des ADS. Dies liegt unter anderem daran, dass es sich bei den Medikamenten um Psychopharmaka - in der Regel Stimulanzien - handelt, welche die psychischen Funktionen, wie Stimmung, Affektivität und Emotionalität, aber auch die Aufmerksamkeit, die Impulsivität und den Antrieb des ADS - Kindes beeinflussen.
Auch wenn sich dies auf den ersten Blick “schlimm” anhört, so hat die medikamentöse Therapie bei exakt gestellter ADS - Diagnose auf jeden Fall ihre Daseins- und Einsatzberechtigung.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: ADS und Medikamenten

Welche Medikamente werden eingesetzt?

Beim ADS werden grundsätzlich die gleichen Arzneien wir beim ADHS eingesetzt, da diese ursachenunabhängig die Signalübertragung und Durchblutung des Gehirns verbessern. Dabei kommen in erster Linie Psychostimulantien wie Methylphenidat (in Ritalin®, Medikinet®) zum Einsatz, aber gerade beim ADS finden auch Alternativen wie Atomoxetin (in Strattera®) oder homöopathische Substanzen Anklang, da die typischen Medikamente bei dieser Aufmerksamkeitsstörung häufig weniger effektiv sind.

Ritalin®

Ritalin® ist das gängigste Medikament zur Behandlung von ADHS und bei vielen Ärzten auch die erste Wahl beim ADS. Es beinhaltet den Wirkstoff Methylphenidat, ein Amphetamin-ähnlicher Stoff, der die Dopaminkonzentration in den Synapsen erhöht und somit die Signalübertragung des Gehirns verbessert.
Es zählt zu den Psychostimulantien und ist vor allem beim ADHS, aber auch beim ADS sehr effektiv und schnell wirksam. Daher ist es sehr beliebt bei Kindern mit großen Problemen in der Schule oder anderweitig akutem Leidensdruck durch ihre Symptome.
Da es allerdings häufig Nebenwirkungen hervorruft, ca. bei der Hälfte aller Patienten, wird es zunehmend von Alternativen verdrängt. Zu diesen Nebenwirkungen zählen vor allem kurzzeitige Beschwerden wie Appetitsverlust, depressive Verstimmung und Kopfschmerzen, aber auch längerfristige psychische Probleme werden beobachtet. Gerade beim ADS, wo es häufig einen weniger starken Effekt erzielt als beim ADHS, sollten daher auch nicht-medikamentöse Behandlungsstrategien in Erwägung gezogen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Wirkung von Ritalin®

Welche Therapieansätze ohne Medikamente gibt es?

  • Aufklärung und Verhaltenstherapie
    • Das Verständnis für die Symptome und der richtige Umgang damit bilden den Grundstein für jede weitere Therapie
  • Physio-, Ergo- und andere physikalische Therapien

    • Körperliche Aktivität hat direkten Einfluss auf kognitive Leistungen, dieser Ansatz kann daher Konzentrationsfähigkeit u.a. verbessern

  • Psychotherapie

    • Zur Steigerung des Wohlbefindens und zur Vermeidung häufiger assoziierter psychischer Probleme, somit Lebensqualität trotz Symptome

  • Ernährung, Lebensstil

    • Zur  Unterstützung der körperlichen und geistigen Gesundheit, z.B. Omega-3-Fettsäuren zur Steigerung der Konzentration

  • Alternativverfahren

    • Meditation, Neurofeedback, Entspannungstechniken, Selbsthilfegruppen...

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Sport als Therapie

Der positive Einfluss körperlicher Aktivität beim hyperaktiven ADHS ist wohl bekannt. Aber auch beim ADS profitieren viele Patienten von regelmäßigen Sporteinheiten, die ja nach Gestaltung ihre Konzentration fördern und auch das Selbstwertgefühl und die soziale Kompetenz steigern können, wie beispielsweise Teamsportarten.
Für sehr schüchterne und ängstliche Patienten, die keine Freude am Sport finden, ist diese Therapieform jedoch weniger geeignet.

Ergotherapie

Bei der Ergotherapie werden nicht einzelne Bewegungen geübt, wie in der Physiotherapie, sondern spezifische Handlungen aus dem Alltag. Dies soll den Patienten helfen, eine Handlung zu planen und zu Ende zu bringen, was ihnen im Alltag oft schwer fällt.
Ergotherapie führt zwar zu keiner erwiesenen Besserung des ADS, kann den Patienten aber bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützen und dafür sorgen, dass sie besser mit ihrer Aufmerksamkeitsstörung leben können.

Neurofeedback

Beim Neurofeedback wird den Patienten mittels EEG-Elektroden am Kopf ihre Hirnaktivität graphisch auf einem Bildschirm dargestellt. Zur Vereinfachung erfolgt dies meist nicht als typische Wellenlinie, sondern als Form oder Figur, die sich bei Änderungen der Hirnaktivität mitverändert. So können sich Patienten bewusst werden über ihre Abläufe im Gehirn und im Optimalfall lernen, diese besser zu kontrollieren. Gerade bei Kindern kann diese Methode als Spiel konzipiert werden.

Therapie mit Tieren

Der Umgang mit Tieren fällt vielen ADS-Patienten leichter als der mit Menschen. Das Einbeziehen eines Tieres in Therapieeinheiten sorgt vor allem bei Kindern für eine entspannte Therapiesituation, in der sie Konzentrations- und Aufmerksamkeitstrainings besser meistern und ihr psychisches Wohlbefinden steigern.
Auch Haustiere können bei Kindern das Verantwortungsbewusstsein stärken und zur Entspannung beitragen, jedoch sollte hierbei das Wohl des Tieres gewahrt bleiben und daher keine unüberlegte Anschaffung erfolgen.

Homöopathie

Nach dem Prinzip der Homöopathie erhält der Patient sehr geringe Mengen einer Substanz, die  in höherer Dosierung genau die Symptome auslösen könnte, gegen die er sie einnimmt. Das klingt paradox, ist aber in vielen Bereichen der Medizin effektiv, da es dem Körper hilft, selbst das innere Gleichgewicht wiederherzustellen.
Beim ADS kommen vor allem Agaricus sowie Sulfur in Betracht.

Wer trägt die Kosten für die Therapie?

Die gängigen Behandlungenmassnahmen wie z.B mit Medikamenten oder Physiotherapie sind Regelleistungen der Krankenkassen.
Auch manche Sonderleistungen werden von den Kassen getragen, wenn der Arzt sie ausführlich begründet.  Alternative und ganz neue Verfahren sind jedoch in der Regel Eigenleistungen.

Wie unterscheidet sich die Therapie bei Kindern von Erwachsenen?

Das Erscheinungsbild des ADS verändert sich mit den Jahren.
Beim Kind steht die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung im Vordergrund, da sie die schulische Leistung und geistige Entwicklung stören können. Die optimale Therapie des kindlichen ADS sieht daher die Bewältigung dieser Probleme mittels Verhaltens- und Konzentrationstrainings zusammen mit einer psychologischen Betreuung vor, um spätere psychische Begleitprobleme zu vermeiden.
Diese rücken dann im Erwachsenenalter in den Fokus der Therapie. Die meisten erwachsenen Betroffenen entwickeln Kompensationsstrategien für die eigentlichen ADS-Symptome, leiden aber unter geringem Selbstwertgefühl und haben ein erhöhtes Risiko für Depressionen und andere psychische Erkrankungen. Diese Patienten profitieren daher vor allem von Psycho-/Verhaltenstherapie und alternativen Möglichkeiten, um ihr Wohlbefinden und ihre Selbstwirksamkeit zu steigern.

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Weitere Informationen

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