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Hochbegabung

Synonyme

Begabung, hohe Begabung, besondere Begabung, Genie, Sonderbegabung, hohe Intelligenz, hochintelligent, hochbegabt, Hochleistung

Englisch: highly gifted, highly talented, endowment, giftedness.

Synonyme im weiteren Sinne

Teilleistungsstörung, Dyskalkulie, Legasthenie.

Definition

Beim Definieren dessen, was Hochbegabung ist, beschränkt man sich sehr häufig alleine auf die Messung der Intelligenz. Hochbegabung ist allerdings mehr als ein Intelligenztest, der verspricht, die Intelligenz mittels eines Intelligenzquotienten zu ermitteln.
Weder Begabung noch Hochbegabung ist mit Leistung, bzw. Hochleistung gleichzusetzen. Das liegt darin begründet, dass Leistung auf verschiedenen Komponenten beruht und durch viele Aspekte, bzw. Begleiterscheinungen beeinflusst wird. Durch diese Beeinflussungen kann eine Hochbegabung durchaus unentdeckt bleiben. Insbesondere in Verbindung mit einem ADS oder ADHS, bzw. mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie bleibt eine Hochbegabung unter Umständen unerkannt.
In der Literatur findet man sehr passend ein Mehrfaktorenmodell der Hochbegabung, welches von Prof. Dr. Franz Mönks beschrieben und definiert wurde. Während er zum einen die individuellen Faktoren beschreibt, die von jedem selbst ausgehen, gibt er zusätzlich zu verstehen, dass auch die Außenfaktoren mitbeeinflussen.
Entwicklungsvorsprünge können sich auf verschiedenen Ebenen manifestieren. Denkbar sind Vorsprünge im geistig - intellektuellen Bereich, aber auch im musisch - ästhetischen, motivationalen oder sozialen Bereich. Umweltbedingungen, wie beispielsweise das familiäre Umfeld, Freunde, aber auch Kindergarten und Schule spielen als so genannte extrinisische (= von außen kommende) Faktoren eine teilweise recht erhebliche Rolle.

Hochbegabung alleine auf Basis des Intelligenzquotienten im Rahmen eines Intelligenztestes beurteilt, ist da weitaus einfacher zu definieren. Demnach spricht man von einer Hochbegabung, wenn der Intelligenzquotien (IQ) mit 130 oder höher bemessen wird.

Lesen Sie hier mehr zum Thema "Hochbegabung beim Erwachsenen"

Förderung der Hochbegabung

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Häufigkeit

Bezogen auf die Messung des Intelligenzquotienten mit entsprechenden Intelligenztests / Testverfahren, sind etwa 2 % der untersuchten Personen einer Vergleichsgruppe (= gleicher Test, gleiches Alter) im Bereich des IQs 130 und höher zu finden. Die 2 % beziehen sich auf die untersuchten Personen und nicht auf die Gesamtbevölkerung.
Grob geschätzt und statistisch gesehen geht man davon aus, dass etwa in jeder 2. Schulklasse der Grundschule ein hochbegabtes Kind vorzufinden ist.
Die Geschlechterverteilung im Bereich der Hochbegabung ist gleich. Mädchen sind genauso häufig hochbegabt wie Jungen.

Historische Betrachtung

Betrachtet man sich die Ahnenreihe genialer Persönlichkeiten, so fällt auf, dass es Menschen mit besonderen Begabungen mit Sicherheit schon genauso lange gibt wie Menschen mit Problemen im Bereich des Lernens.
Während man kaum anzweifeln kann, dass es seit Beginn der Menschheit auch besondere menschliche Begabungen gibt, stellt sich allerdings die Frage, worin die Fähigkeit zu besonderen Handlungen und Fähigkeiten begründet liegt.
Die ersten forschungsähnlichen Bemühungen im Hinblick auf Hochbegabung und Intelligenz findet man im Bereich der Philosophie. Schon hier erkannte man, dass Fähigkeiten zum einen im Kind selbst begründet liegen, dass aber nur durch zusätzliche Verstärkungen von außen die Förderung der bereits vorhandenen Komponenten erfolgen kann. Man ging darüber hinaus von einer Vererbung besonderer Fähigkeiten aus.
Von besonders großem Interesse war schon damals der Versuch, die Höhe der Intelligenz zu messen, allerdings war man dazu noch nicht in der Lage, so dass sich jegliche Versuche auf Beobachtungen und Familienerhebungen beschränkte.

Im 19. Jahrhundert forcierte Galton die Forschungen zur Messung der Intelligenz. Er ging zunächst davon aus, dass sich die Intelligenz aus der Summe der Empfindsamkeit der Sinnesorgane zusammensetzt, was sich aber nicht belegen ließ.

Alfred Binet griff Galtons Idee von der Messung der physikalischen Fähigkeiten eines Menschen weiter, erkannte aber, dass sich Intelligenz nicht auf die physikalischen Fähigkeiten reduzieren lässt. Er verlagerte seine Forschungen auf den physischen Bereich und führte schließlich den Begriff des Intelligenzalters auf der Basis seines Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten Tests ein.
Unter dem Intelligenzalter versteht man eine Form der Intelligenzstufe auf der sich das Kind befindet. Beantwortete beispielsweise ein 12 - jähriges Kind lediglich die Fragen, die für sechsjährige Kinder entwickelt wurden, so ging man von einem Intelligenzalter von 6 und einer recht wahrscheinlichen geistigen Retardierung (= verspätete Reifung) aus. Beantwortete hingegen ein sechsjähriges Kind die Fragen der Zwölfjährigen, ging man von einer Hochbegabung aus.
Da Binets Forschungen als rein empirisch eingestuft wurden und das Intelligenzalter alleine nichts über den intellektuelle Rückstand, bzw. Vorsprung aussagte, gab man sich mit dem Intelligenzalter als Einschätzung der Intelligenz nicht zufrieden.

Stern griff Binets Forschungsstand gedanklich auf und entwickelte ebenfalls Aufgaben für unterschiedliche Altersgruppen. Die zu testenden Kinder begannen mit den Fragen der untersten Altersstufe und beantworteten die Fragen der unterschiedlichen Altersgruppen bis sie nicht mehr zu antworten in der Lage waren. Der Endpunkt, an dem der Proband die Fragen nicht mehr beantworten konnte, verriet das Intelligenzalter. Den Intelligenzquotienten ermittelte er dann über folgende Formel:

Intelligenzalter * 100 = Intelligenzquotient
Lebensalter

Aufgrund der Tatsache, dass mit steigendem Alter auch der Leistungszuwachs abnimmt (niemals ist der Wissenszuwachs größer als in den Kindertagen), war diese Form der Intelligenzbestimmung für Erwachsene ungeeignet.

Joe Renzulli prägte in den 70er Jahren den Begriff der Begabung neu, denn er ging - wie bereits Galton in den frühen Jahren - davon aus, dass mehrere Faktoren für die Ausbildung einer besonderen Begabung notwendig sind. Auf ihn geht das Drei - Ringe - Modell zurück:

Anhand der Darstellung kann man erkennen, dass er Hochbegabung mit Talent gleichsetzt. Demnach ist das, was er als Talent bezeichnet die Schnittmenge aus überdurchschnittlicher Kreativität, Motivation durch die Umwelt und Begabung. Ausgehend von den Begleitfaktoren können außergewöhnliche Leistungen allerdings nur erbracht werden, wenn die zu bewältigende Aufgabe in besonderer Weise motiviert und ein kreativer und individueller Lösungsmechanismus vollzogen werden kann.

Kritisch anzumerken ist diesem Modell, dass zum einen der soziokulturelle Aspekt, der im Wesentlichen zur Persönlichkeitsentfaltung gehört unberücksichtigt bleibt und auch die Tatsache, dass durch dieses Modell die so genannten Underachiever (= Schüler mit nachgewiesener hoher Intelligenz aber geringer schulischer Leistung) völlig außer acht gelassen werden.

Auf der Ebene dieses Modells und seiner kritischen Anmerkungen entwickelte F.J. Mönks das so genannte “triadische Interdependenzmodell”.

 

Anhand des Schaubildes erkennt man, dass neben den drei wichtigen äußeren Einflussfaktoren: Familie - Schule - Peergroup (= Entwicklungsgleiche, Freunde) auch innere Einflussfaktoren: hohe intellektuelle Fähigkeit, Motivation, Kreativität (vor allen Dingen im Hinblick auf die Lösungsfindung) eine sehr wichtige Rolle spielen. Nur dann, wenn alle Faktoren in einem günstigen Bedingungsfeld miteinander stehen, ist die Möglichkeit zu einer Leistung möglich, die in besonderer Weise eine Hochbegabung sichtbar machen kann.

Was bedeutet das konkret?

Mönks Erklärungsversuch hätte zur Folge, dass hochbegabte Menschen nur dann eine Hochbegabung zeigen, wenn sie zum einen diese Leistung aufgrund der inneren Voraussetzungen erbringen können, sie also zu hochintellektuellen Leistungen motiviert sind und durch ihre Kreativität besondere Lösungen anstreben können. Zu solchen Leistungen sind sie aber nur dann fähig, wenn das Umfeld stimmt und in besonderer Weise die inneren Faktoren bestimmt. Dies hat zur Folge, dass Störfaktoren sich negativ auf die Handlungsweisen auswirken können und unter Umständen auch verhindern können, dass hochbegabte Menschen zu ebensolchen Handlungen fähig sind. Es bedeutet aber auch, dass je stärker die Interdependenz (die Abhängigkeit der Faktoren untereinander) stimmt, desto besser kann ein hochbegabter Mensch seine Fähigkeiten umsetzen und zeigen.

Heller & Hany gehen in ihrem so genannten “Münchner Begabungsmodell” noch einen Schritt weiter. In ihrem Begabungsmodell unterteilen sie die individuellen Fähigkeiten eines Menschen in kognitive und nicht-kognitive Persönlichkeitsmerkmale und verdeutlichen, was bereits im triadischen Interdependenzmodell angedacht wurde: Die Fähigkeit zur Hochbegabung - sofern nicht erkannt und nicht positiv beeinflusst - kann unter Umständen erst gar nicht erkannt werden oder aber sich zurück bilden.

Alle Erklärungsmodelle haben eins gemeinsam: Sie betonen, dass Intelligenz, bzw. die Fähigkeit zu intelligentem Handeln von mehreren Faktoren abhängt und nicht nur durch den gemessenen Intelligenzquotienten bestimmt wird.

Es erscheint demnach sinnvoll davor zu warnen, den im Rahmen eines durchgeführten Intelligenztests ermittelten Intelligenzquotienten IQ als absolutes Maß der Intelligenz anzuerkennen. Prinzipiell beschreibt er nur den Stand der Intelligenz - so wie sie sich zum Zeitpunkt der Durchführung des Tests messen lässt. Da es verschiedene Intelligenztests gibt, kann die Intelligenz auch immer nur bezogen auf den jeweiligen Test gemessen werden und wenn man es recht betrachtet, kann ein Vergleich von Intelligenzen nur innerhalb einer Altersgruppe angedacht und durchgeführt werden. Nicht zuletzt deshalb beruht eine solide Diagnostik nicht nur einzig und allein auf der Intelligenzmessung sondern sollte immer auch eine Befragung aller an der Erziehung beteiligten (Eltern, LehrerInnen) und eine Beobachtung der Testsituation mit sich führen. Der IQ als solches basiert auf der Überlegung, dass einem durchschnittlichen Schüler der IQ 100 zugewiesen wird. Das bedeutet, dass in seiner Vergleichsgruppe (= Gleichaltrige, mit gleichem Test getestet) etwa 50 % bessere Ergebnisse erzielen können. Neben dem IQ 100 wird ihm der Prozentrang (PR) 50 zugewiesen. Mittels Prozentrang kann demnach ermittelt werden, wie viele Kinder der Vergleichsgruppe schlechter abgeschnitten haben. Die nachfolgende Tabelle soll verdeutlichen, inwiefern Intelligenzbereich und Prozentrang miteinander in Verbindung stehen.

 

Intelligenzverteilung

Intelligenzquotient (IQ) | Prozentrang (PR)

<70 | <2

70-79 | 2-8

80 - 89 | 9 - 23

90 - 109 | 25 - 73

110 - 119 | 75 - 90

120 - 129 | 91 - 97

> 129 | > 97

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Qualitätssicherung durch: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 16.07.2018
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