Leidet Ihr Kind an ADS?

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Heilpädagogische Therapie des ADS

Synonyme im weiteren Sinne

Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Psychoorganisches Syndrom (POS), ADD, Attention - Deficit - Disorder, minimal brain syndrome, Verhaltensstörung mit Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung, Aufmerksamkeitsdefizit-Störung, ADS, Aufmerksamkeitsdefizitstörung, Träumer, “Hans-guck-in-die-Luft”, Träumerle.
Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Zappel - Philipp - Syndrom, Zappelphilipp, Psychoorganisches Syndrom (POS), Hyperkinetisches Syndrom (HKS), ADHS, Fidgety Phil, ADHD.

Definition

Heilpädagogische Therapieformen setzen in der Regel dort an, wo Erziehung durch verschiedene Ursachen und Bildung durch verschiedene Faktoren und Symptome negativ beeinflusst wird. Als Teilbereich der Pädagogik versuchen sie mit Hilfe unterschiedlicher Methoden und Maßnahmen, problemorientiert und individuell auf die Symptome einzugehen und sie zu verbessern.

Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom kann in unterschiedlichen Varianten, also ohne Hyperaktivität (ADS), mit Hyperaktivität (ADHS) oder als Mischtyp aus beiden Varianten vorliegen, wobei diese durch die Individualität eines einzelnen Kindes wiederum sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Hinzu kommt, dass viele Kinder mit einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom unter einer wechselhaften, streckenweise gar unterdurchschnittlichen Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit leiden.
Nicht zuletzt deshalb steht ein Aufmerksamkeitsdefizit häufig in Verbindung mit anderen Lernproblemen, beispielsweise in Verbindung mit einer Lese- Rechtschreibschwäche und / oder einer Rechenschwäche.
Generell auszuschließen ist trotz eventuell gegensätzlicher Leistungen und gravierender Probleme auch nicht, dass ein ADS - Kind hochbegabt ist. Dies ist generell möglich. Es impliziert aber nicht den Umkehrschluss, dass jedes ADS - Kind zwangsläufig hochbegabt ist. Aussagen wie: “Ein Genie beherrscht das Chaos” mögen stimmen, sind hier aber fehl am Platz. An dieser Stelle soll nur darauf hingewiesen werden, dass ein ADS - Kind, genauso wie jedes andere Kind, hochbegabt sein kann.

Gerade im Bereich der Lernprobleme, lässt sich DIE heilpädagogische Therapieform nicht benennen. Es gibt vielmehr eine Vielzahl möglicher Therapieformen, die zur Auswahl stehen. Einige Therapieformen werden Ihnen nachfolgend dargestellt.

Bewegungstherapie

Frei nach der These: Bewegung bringt auf Trab, geht man generell davon aus, dass Sport als solches auch therapeutisch wirken kann. Bei ADS - Kindern ist allerdings - mehr noch als bei “normalen” Kindern auf ideale Passung der Sportart zu achten.
Die Bewegungstherapie, die auf psychomotorischer Ebene agiert, findet in der Regel in Kleingruppen statt. Die Kinder bekommen ein großes Bewegungsangebot (balancieren, hüpfen, laufen , schwingen, rutschen, ...) bereitgestellt und können über diese Bewegungsformen hinaus den eigenen Körper erfahren und schulen. Übungen, die zunächst nicht gut erledigt werden konnten, werden mit der Zeit sicherer, wodurch das Kind letztlich auch eine Selbstbestätigung erhält. Die Bewegungstherapie ist auch für hyperaktive Kinder geeignet.
Bewährt hat sich oftmals auch eine eher “softere” Bewegungstherapie, die sogenannte sensomotorische Integrationstherapie, die als Form der Ergotherapie weiter unten beschrieben wird.

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Ergotherapie

Die Ergotherapie zielt darauf ab, Störungen der Sinnesorgane, motorische Störungen und Störungen der geistigen und psychischen Fähigkeiten eines Patienten soweit zu heilen, dass seine Selbstständigkeit im alltäglichen Leben als wiederhergestellt bezeichnet werden kann.
Patienten sind demzufolge in allen Altersschichten zu finden und so findet man die Ergotherapie als Behandlungsmöglichkeiten in vielen verschiedenen Bereichen wieder. Ein Bereich stellt auch die ADS - Therapie dar.

Sie setzt sowohl an den ADS - typischen Begleitsymptomatiken, als auch an den sekundären Begleiterscheinungen an, wodurch in erster Linie auch das Sozialverhalten des Kindes mitbetrachtet und die körperliche Ebene durch motorische Übungen angesprochen wird.

Die kindliche Ergotherapie greift auf namhafte Therapieformen, wie beispielsweise die Bobath - Therapie oder die Therapie nach Ayre, bzw. Konzepte nach Frostig, Affolter usw. zurück.

THERAPIEFORM

ZIELE

sensorische Integrationstherapie,sensomotorisch - perzeptive Therapie

Verbesserung der Koordination von Bewegungsabläufen,

 

Verbesserung der visuell - auditiven Wahrnehmung,

 

Verbesserung der feinmotorischen Fähigkeiten

neurophysiologische Therapieform Selbstinstruktionstraining

spielerische Verbesserung der Gedächtnisleistung,

 

spielerische Verbesserung der Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden: Verbesserung der gezielten Lenkung der Aufmerksamkeit,

 

spielerische Erarbeitung von Merksätzen zur Selbstregulation, Verbesserung des Verhaltens durch Selbstregulation (keine Vermeidung, sondern gezieltes Trainieren / Ausüben unangenehmer Tätigkeiten)

Die Entscheidung, welchem Ansatz therapeutisch gefolgt wird, ist abhängig vom Kind selbst. Dies hat zur Folge, dass die Therapie genau dort beginnt, wo es für das Kind angebracht ist. Das Kind wird therapeutisch gesehen dort abgeholt, wo es seiner Leistungsfähigkeit entsprechend steht. Dies setzt voraus, dass Mängel erkannt und therapeutisch aufgegriffen werden.

Durch die zunehmende Professionalisierung des Berufes des Ergotherapeuten sind Erfolge im Hinblick auf die ergotherapeutische Behandlung des ADS nicht wegzudiskutieren. Inwiefern im Einzelfall Erfolge erzielt werden können, lässt sich pauschal nicht beurteilen. Erfolge werden immer von den individuellen Begleiterscheinungen mitbedingt. Es gibt zu viele Faktoren – neben der eigentlichen Wahl der Therapieform, die für eine Verbesserung oder Stagnation verantwortlich gemacht werden können.

Therapie mit Tieren

Ausgegangen wird hierbei von der Tatsache, dass auch die auffälligsten ADS - Kinder sich - bezogen auf Tiere - sehr fürsorglich zeigen und überdurchschnittliche lange Konzentrationsphasen erbringen. Sie bauen mit der Zeit eine innere und tiefe Verbindung mit dem Tier auf und stärkt somit sein Selbstbewusstsein.

Dabei sind die Möglichkeiten im Hinblick auf eine Therapie mit Tieren unterschiedlich. Eines darf hier allerdings nicht verwechselt werden: Therapie mit Tieren ist nicht gleichzusetzen mit “Kind bekommt Haustier”.
Therapie mit Tieren bedeutet vielmehr, dass an entsprechender Stelle das Kind mit einem speziell ausgebildeten Tier (z.B. Hund, ...) in Verbindung gebracht wird. Zunächst verbringt das Kind, beispielsweise durch eine Videocamera überwacht - einige Zeit mit dem Tier.
In der Regel wirkt sich eine solche Therapie in mehreren Bereichen positiv auf das Kind aus:

  1. Das Selbstbewusstsein des Kindes wird gestärkt
  2. Das Kind erhält Zuneigung durch das Tier und fördert im Umgang mit ihm seine Konzentrationsfähigkeit und Eigenständigkeit.
  3. Durch die genannten Aspekte kann das seelische Gleichgewicht des Kindes wiederhergestellt werden.

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Therapeutisches Reiten / Hippotherapie

Eine Spezialform der Therapie mit Tieren stellt das therapeutische Reiten dar. Dabei findet es seinen Einsatz nicht nur im Bereich der ADS bzw. ADHS - Therapie.
Neben der Verbesserung der Körperbeweglichkeit, der Motorik und des Muskelaufbaus, zielt das therapeutische Reiten darauf ab, eine intensive Beziehung zu den Pferden aufzubauen und dadurch letztlich eine Steigerung des Selbstbewusstseins und der Eigenständigkeit zu provozieren. Über das positive Gefühl soll eine seelische Ausgeglichenheit erreicht werden und das Kind somit indirekt zu längeren Konzentrationsphasen bewegt werden.

Erziehungsberatung

Erziehungsberatungsstellen werden immer dann in Anspruch genommen, wenn Probleme im Bereich der Erziehung von Kindern und Jugendlichen auftreten und Eltern diese Problematik alleine nicht mehr lösen können.

Anhand dieser sehr allgemeinen Definition erkennt man bereits, dass Erziehungsberatungsstellen ein sehr weites Feld abdecken müssen um differenzierte Hilfestellungen geben zu können.
Bevor Eltern sich hilfesuchend an Erziehungsberatungsstellen wenden, müssen sie sich zuvor eingestehen, dass sie alleine die aufgetretenen Probleme nicht mehr bewältigen können. Diese Einsicht fällt häufig nicht leicht und ist sicherlich auch schmerzhaft, allerdings ist dieses Eingeständnis dann auch gleichzeitig der erste Weg heraus aus dem Problemfeld. Da Erziehungsberater zu Verschwiegenheit verpflichtet sind und nur im Falle einer Entbindung von der Schweigepflicht durch die Eltern Kontakt mit anderen an der Erziehung des Kindes beteiligten Personen aufnehmen dürfen, sollte man von Anfang an offen und ehrlich über die bestehenden Probleme berichten. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Hilfestellung Aussicht auf Erfolg haben kann.
Sobald im Rahmen des so genannten Erstgespräches erste Fakten besprochen und unter Umständen auch bereits einige Ursachen erkannt wurden, sollte sich im Anschluss an das Erstgespräch die diagnostische Erhebung anschließen. Ist die Diagnose gestellt, werden individuelle Aspekte sichtbar, sodass im Anschluss an die diagnostische Erhebung auch ein individueller Förderplan erstellt werden kann, der auf die unterschiedlichen therapeutischen Teilbereiche zurückgreift.
Aufgrund des Rechtsanspruches der Eltern auf Erziehungsberatung sind die Erziehungsberatungsstellen nicht nur flächendeckend angelegt, sondern auch kostenlos. Erziehungsberatungsstellen werden von unterschiedlichen Organisationen angeboten, so beispielsweise durch die Arbeiterwohlfahrt, das Jugendamt, das diakonische Werk oder den Caritasverband.

Weitere Therapieformen

Bei allen genannten heilpädagogischen Therapieformen besitzt die Integration der Eltern, bzw. der Familie eine zentrale Bedeutung. Viele Erfahrungen, die das Kind während der heilpädagogischen Therapie macht, lassen sich auch in das häusliche Umfeld integrieren. Lesen Sie hier mehr dazu: ADS und Familie.

  1. Allgemeine Informationen hinsichtlich des Umgangs mit dem ADS - Kind, inklusive Informationen für Eltern zur Therapie des ADS.
  2. Die medikamentöse Therapie des ADS: ADS Medikamente.
  3. Die Ernährungstherapie ADS mit ihren unterschiedlichen Möglichkeiten.

Die genannten Therapiemöglichkeiten ergänzen sich in vielerlei Hinsicht gegenseitig. Welche Formen im Einzelfall miteinander kombiniert werden können, kann der behandelnde Arzt, bzw. der behandelnde Therapeut gemeinsam mit Ihnen entscheiden. Wichtig ist dabei, dass von der individuellen Symptomatik ausgegangen und entschieden wird.

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