Gesundheit

Synonyme im weiterem Sinne

Gesundheitssport, Fitnesssport, Präventivsport, Rehabilitationssport, aerobe Ausdauer, Ausdauertraining, Ausdauersport und Fettverbrennung

englisch: health

Definition Gesundheit

Gesund sein bedeutet nicht allein frei von Krankheiten zu sein, vielmehr beinhaltet eine Gesundheit neben physiologische auch psychologische und soziologische Aspekte.

Somit ist die Gesundheit nach WHO (World Health Organisation) ein Zustand des umfassenden körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens.

(„Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity“)

Definition Gesundheitssport

Unter Gesundheitssport wird alle Form von Sport zusammengefasst, bei dem der Erhalt, die Verbesserung und Prävention der Gesundheit als primäres Ziel verstanden wird. Sport wird demnach instrumentalisiert und besonders in der Prävention und Rehabilitation angewandt.

Sport ist für Gesundheit elementar und stellt neben der Akutbehandlung, der Rehabilitation und der Pflege die vierte Säule im Gesundheitswesen dar.

Der Gesundheitsbegriff

Die physiologische Gesundheit nimmt Bezug zur körperlichen Verfassung. Bestimmende Faktoren sind hierbei körperliche und konditionelle Voraussetzungen, die Stärke des Immunsystems und genetische Veranlagungen. Weitere Bezugsgrößen, die eine physiologische Gesundheit beeinflussen sind neben dem biologischen Alter und der Ernährung eine generelle gesunde Lebenseinstellung.

Unter der psychologischen Gesundheit sind alle Persönlichkeitsmerkmale zusammengefasst.

Einstellungen und Sichtweisen zu unterschiedlichen Lebeseinstellung wie z.B. Rauchen, Alkoholkonsum werden hier mit einbezogen. Neben Charaktereigenschaften sind Stressresistenz und Entspannungsfähigkeit ausschlaggebend für die psychische Gesundheit.

Soziologische Gesundheit bestimmt die Rahmenbedingung in denen Menschen miteinander interagieren. Das familiäre Umfeld, Freunde Beruf und Bekannte, das Ansehen in der Gesellschaft und die Fähigkeit zur Kommunikation sind Voraussetzung für soziale Gesundheit. Die individuelle Persönlichkeit ist bei jedem Menschen jedoch ein einzigartiges, relativ stabiles, den Zeitverlauf überdauerndes Verhaltenskorrelat und darf nicht außer Acht gelassen werden.

Anmerkung: Der Begriff der Persönlichkeit ist vorsichtig zu gebrauchen, da die Versuche der Begrifferklärung der Zahl der renommierten Persönlichkeitspsychologen nahezu entsprechen.

In weiteren Definitionen findet häufig neben den oben genannten Faktoren die ökologische Situation Einzug in die Gesundheitsdefinition. Darunter versteht man die Wohn und Umweltbedingungen in der Menschen leben.

Gesundheitsmodelle

Das Salutogenesemodell

Aaron Antonowski stellte mit dem Salutogenesemodell eine Kontroverse zum Risikofaktormodell dar. Er löste die bestehende Grenze zwischen gesund sein und krank sein auf, und Schuf ein Gesundheits- Krankheitskontinuum. Der Übergang zwischen Gesundheit und Krankheit ist fließend. Der Zustand eines Menschen befindet sich somit auf einer Linie, bei der er entweder mehr gesund oder mehr krank ist. Die Position jedes einzelnen auf diesem Gesundheits- Krankheitskontinuum ist durch individuelles Einschätzen, Handlungsfähigkeit in Alltagssituationen Prognosen und Expertisen abhängig. Es geht demnach nicht um das Ausmerzen von Krankheitsfördernden Risikofaktoren, sondern um Gesundheitserhaltende Schutzfaktoren. Die Kernfrage ist somit nicht, wie werde ich nicht krank, sondern wie bleibe ich gesund?

Das Risikofaktormodell

Im Vordergrund des Risikofaktormodells steht die Frage nach der Krankheitsprävention. Nach diesem Modell gibt es keine gesunden Menschen, sondern nur Kranke und weniger Kranke Menschen. Gegliedert ist dieses Modell in Risiko und Schutzfaktoren. Im physiologischen Bereich sind Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen etc. Risikofaktoren für Herz- Kreislauf- Erkrankungen. Die Schutzfaktoren wären demzufolge ausreichende Bewegung, Idealgewicht etc. Um die Gefahr eines Herzinfarktes vorzubeugen, müssen folglich alle Risikofaktoren eliminiert werden.

Fitness

Der Begriff Fitness darf und kann nicht mit dem Begriff der Gesundheit gleichgesetzt werden. Fitness zählt nur zu einem Teilbereich der Gesundheit und bezieht sich lediglich auf den physiologischen Aspekt. Innerhalb der Fitness wird in zwei Bereiche unterschieden. Zum einen kann der Begriff der Fitness sportorientiert ausgelegt werden. Sportartspezifische Aspekte, wie Leistungsbereitschaft und Wettkampffähigkeit stehen im Vordergrund. Das Risiko von Belastungsschäden oder langfristiger Verschleiß werden in Kauf genommen. Anaerobe Ausdauer, Schnelligkeit, Maximalkraft, Schnellkraft, Explosivkraft werden neben den Formen der Gesundheitsorientierten Fitness mit einbezogen.

Die Gesundheitsorientierte Form der Fitness basiert auf alle Aspekte der Förderung und Erhaltung der Gesundheit. Aerobes Ausdauertraining (siehe unten), Kraftausdauer, optimale Beweglichkeit und Entspannungsfähigkeit stehen im Vordergrund.

Wie viel Sport ist gesund?

Die Frage nach der Trainingshäufigkeit ist eine der meist gestellten und am schwierigsten zu beantwortenden Frage im Bereich der Sportwissenschaft. Im Vordergrund steht die individuelle Vorraussetzung. Die Frage müsste demnach nicht lauten, wie viel Sport ist gesund? Sondern:

für wen, ist welcher Sport, mit welchen Umfängen und Intensitäten, mit wie vielen Pausen gesund?

Die These, zu viel Sport sei ungesund ist falsch. Marathon - läufer oder Radsportler mit immens hohen Trainingsumfängen müssten demzufolge schon während ihrer Karriere Probleme mit dem Bewegungsapparat bekommen. Dies kommt aber nur in den seltensten Fällen vor, wenn Fehler in der (Lauf)Technik auftreten. Es sind viel häufiger die Ballsportler die über Gelenkbeschwerden klagen. Besonders Sportarten mit schnellen Richtungswechseln wie z.B. Badminton, Tennis, Squash, Sportarten mit erhöhtem Körperkontakt wie z.B. Kampfsportarten Fußball, Handball etc. sind alles andere als gesundheitsfördernd.

Ein weiterer Irrglaube ist, dass regelmäßiges Ausdauertraining die Gelenke verschleißt. Genau das Gegenteil ist richtig. Wer zu wenig Sport treibt hat einen höheren Verschleiß. Wie ist dies zu erklären? Der menschliche Organismus funktioniert nach dem Prinzip der Anpassung. Besonders im Muskelaufbautraining ist dieses Prinzip weit verbreitet. Wer seinen Muskel regelmäßig trainiert, der erzielt einen Zuwachs der Muskelmasse. Das jedoch der passive Bewegungsapparat (Knochen, Bänder, Gelenke etc.) ebenfalls anpassungsfähig ist, wird oft außer Acht gelassen. Wer unter der Beachtung der richtigen Lauftechnik trainiert, stabilisiert gleichzeitig neben weiteren Anpassungserscheinungen seine Gelenke. Die Aussage Laufen ist schlecht für die Gelenke stimmt somit nicht. Nur in einzelnen Fällen, bei denen eine vorhergegangene Gelenkverletzung einhergeht, ist von einem Training mit hoher Gelenkbelastung abzuraten. In solchen Fällen sollte auf Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Rad fahren umgestiegen werden.

Vereinzelte Überbelastungsformen treten häufig dann auf, wenn die Muskulatur (beim Laufen: (Oberschenkel und Gesäßmuskulatur) nicht ausreichend ausgebildet ist. Überbelastungsschäden an Kniescheibe oder Wirbelsäule können dann die Folge sein. Das Herz- Kreislauf- System und der Stoffwechsel können beim gesunden Menschen und unter normalen Witterungsbedingungen kaum überbelastet werden. Laufen mit Übergewicht ist ebenfalls kein Problem, wenn es sich nicht um einen schweren Fall von Adipositas handelt.

Es ist nicht außer Acht zu lassen das viele Freizeitsportler den Drang zur völligen Erschöpfung und damit verbundenen Überbelastung oftmals herausfordern und Sport somit zur Sucht werden kann.

Weitere Probleme die bei der Frage nach der Trainingshäufigkeit auftreten, ist die Tatsache, dass sich durch Training nicht nur die Leistungsfähigkeit steigert, sondern auch die Regenerationsfähigkeit. Spitzensportler absolvieren täglich mehrere Trainingseinheiten. Somit sind die Grenzen der Belastbarkeit mit zunehmender Leistungssteigerung immer schwerer auszumachen. Um die Trainingserfolge zu optimieren, beauftragen immer mehr Freizeitsportler ein peronal Trainer zur optimalen Trainingsbetreuung im Freizeitsport.

Prinzipien des Gesundheitssports

  • Um die gesundheitsfördernden Aspekte des Sports zu erzielen müssen die Belastungsreize optimal gesetzt werden. In Anlehnung an das Trainingsprinzip des optimalen Belastungsreizes (Trainingsprinzipien) ist im Bezug auf Gesundheit darauf zu achten, dass die Belastungen nicht zu hoch gewählt werden. Zusätzlich sollte dem Körper ausreichend Zeit zur Regeneration gelassen werden. (Superkompensation)
  • Das Training immer der individuellen Voraussetzung (Alter, Kondition) anpassen.
  • Manchmal ist weniger mehr. Im Krankheitsfall das Training ausfallen lassen. Verletzungen immer auskurieren.
  • Immer den Umfang vor der Intensität erhöhen. Lieber länger, statt schneller laufen.
  • Im höheren Alter immer vorerst den Rat eines Sportarztes mit einbeziehen.
  • Auf die richtige Ausrüstung achten. Vor allem beim Laufsport ist richtiges Schuhwerk besonders wichtig.
  • Sport ist dann gesund, wenn er regelmäßig betrieben wird. Infolgedessen sollte man sich gesundheitsfördernde Sportarten suchen, die einem Spaß machen, zumindest nicht widerstreben. Gegebenfalls die Sportarten öfters wechseln.
  • Zeit lassen. Anpassungserscheinungen des Organismus erfolgen nicht von Heute auf Morgen. Im Mittelpunkt vom Gesundheitssport steht die aerobe Ausdauer, die sowohl im Training als auch in Vor- und Nachbereitung viel Zeit in Anspruch nimmt.

Warum Sport treiben?

In Anbetracht der Tatsache, dass durch regelmäßigen Sport nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit und das körperliches Wohlbefinden gesteigert, sondern die Lebenserwartung erhöht und das Immunsystem gestärkt wird, ist die Frage der häufig auftretenden Sportabstinents nur sehr schwer zu verstehen. Ein Medikament, das gleiche Wirkungen erfüllt wie regelmäßiges Ausdauertraining wäre unbezahlbar. Doch trotz geringen Aufwand und niedriger Kosten ist es nur eine geringe Anzahl von Menschen die ihre Gesundheit gezielt durch Sport fördern. Doch woran liegt dieses Phänomen? In einem Zeitalter wachsender Langeweile ist trivialer Weise immer weniger Zeit für regelmäßigen Sport geblieben. Der Wahre Grund für die wachsende sportliche Enthaltung ist die Lebenseinstellung die sich in den Köpfen vieler Menschen festgesetzt hat. Mit möglichst wenig Aufwand und Anstrengung, möglichst viel und schnell erreichen. Dieser Grundgedanke ist konträr zu jedem Sportmodell. Erst wer lernt, für seinen Erfolg hart zu arbeiten, wird auch langfristiges Training in Kauf nehmen um seine Ziele zu erreichen. Ohne Anstrengung ist auch ein Gesundheitsorientierter Sport, zumindest anfangs, nicht vorstellbar. Dieses „sich anstrengen“ muss erst wieder neu erlernt werden. Wer sich dies bewusst macht, ist seiner Gesundheit einen Schritt näher.

Sport als Werkzeug

Gesundheit wird durch unzählige Wissenschaftler in unzählige Definitionen gepackt. Die Frage nach dem was ist überhaupt Sport ist ebenfalls eine schwer zu klärende Frage. Gesund ist jemand der nicht krank ist und Sport ist Bewegung. Somit ist der Patient der täglich vom Arzt als gesund entlassend wird und dies nie wahr haben will gesund, und der Turner, der im Kreuzhang hängt, kein Sportler. In den Augen der Menschen muss der Sport immer einen Zweck erfüllen. Um Sporttreiben zu rechtfertigen wird er immer instrumentalisiert. Kein Mensch betreibt den Sport des Sportes wegen. Der Grundgedanke der mit Sport einhergeht, höher, schneller, besser, weiter ist nicht unbedingt falsch, jedoch ungesund. Ein zentrales Motiv des Sports ist der Leistungsvergleich und das Konkurrenzdenken. Der Sieg steht im Vordergrund. Doch Sieg und Niederlage definieren sich gegenseitig. Nicht selten nehmen Sportler mit Verletzungen an Wettkämpfen teil oder lassen sich fit spritzen. Um gesunden Sport zu treiben, muss von diesem Gedanken abgesehen werden.

Der Sport an sich ist nicht gesund, kann jedoch für eine Gesundheit instrumentalisiert werden.

Ausdauertraining und Gesundheit

Der Wandel der Volkskrankheiten hin zu Herz- Kreislauf- Erkrankungen , Adipositas und Co, ist auf die Lebenseinstellungen zurückzuführen. Falsche Ernährung, Stress und Bewegungsmangel sind in der modernen Konsumtechnologie keine Seltenheit mehr. Umso wichtiger ist ein gezieltes Training im Bereich der Ausdauer, um diesen oben genannten Faktoren entgegenzuwirken.

Die Auswirkung eines aeroben Ausdauersports auf den Organismus lassen sich problemlos operationalisieren. So kommt es bei regelmäßigem Ausdauersport zur Ökonomisierung des Herz- Kreislauf- Systems. Der Ruhepuls wird gesenkt und, das Schlagvolumen steigt und die Sauerstoffverwertung im Organismus wird verbessert. Das Herz muss folglich weniger Arbeit leisten. Ausdauersport ist zudem die beste Möglich Fett zu Verbrennen. Siehe Fettverbrennung.

Weitere Informationen

Alle Themen, die zum Bereich Sportmedizin veröffentlicht wurden, finden Sie unter: Sportmedizin A-Z

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Autor: Tobias Kasprak      |     Letzte Änderung: 08.08.2016
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