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Trainingsprinzipien

Definition

Trainingsprinzipien werden definiert als Gesetze des sportlichen Trainings mit höchstmöglicher allgemeinen Gültigkeit. Oftmals werden Trainingsprinzipien auch als Maxime und Grundsätze des Trainings beschrieben.

Trainingsprinzipien sind somit übergeordnete Handlungsanweisung im praktischen Trainingsvollzug, aber nicht gleichzusetzen mit konkreten Trainingsrichtlinien.

Die wichtigsten Trainingsprinzipien:

Beachte!

Trainingsprinzipien basieren auf Grundlagen der Trainingslehre und besitzen keine wissenschaftlich fundierte Basis.

Einteilung der Trainingsprinzipien

Verschiedene Autoren der Trainingswissenschaft verwenden unterschiedliche Einteilungen der Trainingsprinzipien.
Meist erfolgt die Einteilung in:

  • Pädagogisch- didaktische Prinzipien
  • Trainingsprinzipien aus der Theorie und Praxis der motorischen Leistungsentwicklung.

Eine weitere gängige Aufteilung aus der Literatur unterteilt die Trainingsprinzipien in:

  1. Trainingsprinzipien der Belastung und Auslösung von Anpassungserscheinungen
    • Trainingsprinzip des wirksamen Belastungsreizes
    • Trainingsprinzip der progressiven Belastungssteigerung
    • Trainingsprinzip der Variation der Trainingsbelastung

  2. Trainingsprinzipien der Zyklisierung zur Sicherung der Anpassung
    • Trainingsprinzip der optimalen Gestaltung von Belastung und Erholung
    • Trainingsprinzip der Wiederholung und Kontinuität
    • Trainingsprinzip der Periodisierung und Zyklisierung

  3. Trainingsprinzipien der Spezialisierung zur Spezifizierung des Trainings
    • Trainingsprinzip der Individualität und Altersgemäßheit
    • Trainingsprinzip der zunehmenden Spezialisierung
    • Trainingsprinzip der regulierenden Wechselwirkung einzelner Trainingselemente

Besonderen Stellenwert für die Trainingsplanerstellungen in der Trainingspraxis haben das Prinzip des wirksamen Belastungsreizes, das Prinzip der progressiven Belastung, das Prinzip der optimalen Gestaltung von Belastung und Erholung und das Prinzip der Periodisierung und Zyklisierung.

Die einzelnen Trainingsprinzipien kurz erläutert

1. Das Prinzip des wirksamen Belastungsreizes

Dieses Trainingsprinzip basiert auf der durch sportliches Training ausgelöste Anpassungserscheinungen. Nur ein ausreichend starker Trainingsreiz (überschwellig- starker Reiz) führt zur gewünschten Adaptation des Organismus.
kurz: Nur wer ausreichend intensiv trainiert, verbessert seine Leistungsfähigkeit.
Mehr zum Thema Prinzip des wirksamen Belastungsreizes

2. Prinzip der progressiven Belastung

Unter progressiver Belastung wird der kontinuierliche, adaptationsbedingte Anstieg der Trainingsbelastung verstanden.
kurz: Wer viel trainiert, verbesserte seine Leistungsfähigkeit, eine verbesserte Leistungsfähigkeit erfordert höhere Trainingsreize.
Mehr zum Thema Prinzip der progressiven Belastung.

3. Prinzip der Variation der Trainingsbelastung

Neue/ unterschiedliche Reize lösen neue Anpassungserscheinungen aus. Im Training sollten daher möglichst variable Reize gesetzt werden. Dies gilt nicht nur für Trainingsinhalte sondern auch für Trainingsmethoden.
kurz: Nicht nur Maximalkraft trainieren, sondern vereinzelt auch Reize zur Hypertrophie oder Kraftausdauer.
Nicht nur Laufen, sondern auch Radfahren, Schwimmen...
Variation belebt das Geschäft

4. Das Prinzip der optimalen Gestaltung von Belastung und Erholung

Anpassungsprozesse verlaufen in der Regenerationsphase. Die Phasen zwischen den einzelnen Trainingseinheiten spielen somit eine bedeutende Rolle in der Trainingspraxis. Nur eine ausreichende Regeneration führt zum erhöhten Funktionszustand.
Mehr zum Thema Prinzip der optimalen Gestaltung zwischen Belastung und Erholung

5. Prinzip der Wiederholung und Kontinuität

Sportliche Erfolge kommen erst mit der Zeit. Dieses Prinzip beinhaltet das nachhaltige, langfristige und systematische Training
kurz: nur wer langfristig trainiert, kann erhoffte Erfolge erzielen und beibehalten.

6. Prinzip der Periodisierung und Zyklisierung

Das Prinzip der Periodisierung und Zyklisierung organisiert das Training in einem bestimmten Zeitabschnitt in mehrere Perioden. Ziel ist das Herausbilden der optimalen sportlichen Form zu einem bestimmten Zeitraum.
kurz: Die Marathonvorbereitung zielt darauf, die optimale Trainingsform zum Zeitpunkt des Marathons zu erreichen.
Mehr zum Thema Prinzip der Periodisierung und Zyklisierung

7. Prinzip der Individualität und Altersgemäßheit

Individuelle Voraussetzungen erfordern individuelle Trainingspläne. Das altersgemäße Planen und Umsetzen des Trainings ist Grundlage für langfristigen gesundheitsorientierten Sport.
kurz: Ältere Menschen sollten in erster Linie Sportarten bevorzugen, die keine schnellkräftigen und reaktivkräftigen Elemente beinhalten.

8. Prinzip der zunehmenden Spezialisierung

Sportliches Training sollte im Bezug auf Wettkampfvorbereitung sollte nach dem Prinzip der zunehmenden Spezialisierung vom allgemeinen zum speziellen stattfinden. Sowohl im konditionelle, koordinativen und kognitiven wird dabei eine zunehmen sportartbezogene Ausrichtung verstanden.

9. Prinzip der regulierenden Wechselwirkung einzelner Trainingselemente

Gemeint ist hierbei der optimale Wechsel zwischen den einzelnen Trainingseinheiten konditioneller und technischer Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Besonders wichtig ist diese Wechselwirkung in der Sportpraxis im Hinblick auf negative Beeinflussung einzelnen Trainingselemente.
Kurz: So kann ein aerobes Ausdauertraining negative Auswirkung auf die Sprintfähigkeit haben

Qualitätssicherung durch: Tobias Kasprak      |     Letzte Änderung: 24.04.2018
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