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An diesen Symptomen erkennen Sie Eisenmangel!

Synonyme

Sideropenie
englisch: iron deficiency

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unseren Themen:

Typische Symptome eines Eisenmangels

Während der latente Eisenmangel oft nur im Blut anhand einer erniedrigten Ferritinkonzentration zu erkennen ist und oft asymptomatisch verläuft, finden sich beim manifesten Eisenmangel unterschiedlichste Symptome:

  • Haut und Schleimhaut
  • Nervensystem
  • Allgemeine Blutarmutsymptome
    • ​​​​​​​Blasse Haut und Schleimhäute
    • erschwerte Atmung unter Belastung (Belastungsdyspnoe)
    • erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie)
    • Schwindel

Lesen Sie mehr zum Thema: Schwindel durch Eisenmangel

Bei einem latenten Eisenmangel treten die klinischen Symptome vor dem Auftreten einer Blutarmut (Anämie) auf. Diese Erkrankung wird dann als Sideropenie bezeichnet. Die Symptome betreffen sowohl Haut und Schleimhäute, als auch psychische und neurologische Symptome. Im Einzelnen sind die verschiedenen Hautanhangsgebilde betroffen: Finger- und Fußnägel bilden Rillen oder werden als Hohlnägel (Koilonychie) bezeichnet. Zudem nimmt die Brüchigkeit der Nägel deutlich zu. Auch die Haare der Kopfhaut können vermehrt ausfallen und die Mundschleimhaut reißt ein. So entstehen Aphthen im Mund oder auch Mundwinkelrhagaden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Trockene Mundwinkel

Das Plummer- Vinson- Syndrom beschreibt eine definierte Symptomkombination bei einem Eisenmangel. Hierzu gehört eine Schleimhautatrophie der Zunge, des oberen Rachens (Oropharynx) und der Speiseröhre (Ösophagus). Hierdurch entsteht ein schmerzhaftes Brennen der Zunge sowie Schmerzen im Bereich von Mund und Speiseröhre während des Schluckvorganges.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Brennen im Mund

Neben diesen Haut- und Schleimhautsymptomen können zudem unspezifische psychische und neurologische Symptome auftreten. Dies können Kopfschmerzen, leichte Erregbarkeit, Konzentrationsstörungen und das Symptom des Pikazismus sein. Dies bezeichnet einen ungewöhnlichen Hunger auf beispielsweise Kalk oder Erde. All diese Symptome können sowohl im Rahmen eines Eisenmangels, aber auch gemeinsam mit den Symptomen einer Eisenmangelanämie auftreten. Hierzu gehören eine Blässe der Haut und Schleimhäute durch die zu geringe Zahl der roten Blutkörperchen. Eine blasse Haut ist jedoch bei vielen Menschen physiologisch und kann deswegen nicht als einziges diagnostisches Kriterium verwendet werden. Eventuell kann durch die zu geringe Anzahl roter Blutkörperchen und damit zu wenigen Sauerstoffträgern im Blut eine Form der Atemnot auftreten. Besonders im Rahmen einer körperlichen Belastungssituation können betroffene Patienten sehr schnell „außer Atem“ sein. In der körperlichen Untersuchung kann dem Arzt bei der Auskultation des Herzens ein Strömungsgeräusch auffallen. Dieses entsteht durch die geringere Dichte des Blutes und damit verbundene Strömungsturbulenzen. Um den Sauerstoffmangel auszugleichen leiden zudem viele Patienten unter einer erhöhten Herzfrequenz (Tachykardie). So möchte der Körper das geringe Sauerstoffangebot durch eine schnelle Pumpfrequenz kompensieren.

Lesen Sie dazu auch unsere Seite Folgen von Eisenmangel.

Symptome beim Mann

Bei Männern kommt es generell seltener zu einem Eisenmangel als bei Frauen, er ist aber dennoch möglich. Wenn der Körper über einen längeren Zeitraum zu wenig Eisen zur Verfügung hat, kommt es zu einer Verminderung der sauerstofftragenden roten Blutzellen (Erythrozyten). Die dadurch entstandene Blutarmut (Anämie) führt zu einer Sauerstoffunterversorgung der verschiedenen Körpergewebe und erzeugt typische Symptome.

Besteht lediglich ein leichter Eisenmangel, schafft der Körper es meist diesen auszugleichen, da er zunächst noch die Eisenreserve aus den Eisenspeichern (Ferritin) verwenden kann. In diesem Fall bleibt der Mangel häufig symptomlos oder erzeugt lediglich ein kleines Leistungstief mit Müdigkeit und Infektanfälligkeit.

Bei einem schweren, über einen längeren Zeitraum anhaltenden Eisenmangel treten für eine Blutarmut typische Symptome auf. Hierzu gehören lang andauernde Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche, Blässe, übermäßiges Kältegefühl, Schwindel, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, aber auch brüchige Haare und Nägel, trockene Haut und Schleimhaut sowie rissige Mundwinkel (Rhagaden).

Symptome bei der Frau

Bei Frauen stellt der Eisenmangel ein häufig auftretendes Problem dar. Aufgrund des monatlichen Blutverlustes durch die Periode liegt der Eisenbedarf einer Frau mit 15 Milligramm pro Tag etwa 50% höher als der eines Mannes (10Milligramm pro Tag). Wenn eine Frau aufgrund ihrer Menstruation einen gewissen Anteil ihres Blutes verliert, muss zum Ausgleich neues Blut gebildet werden. Hierfür sind eine ausreichende Eisenkonzentration im Blut sowie aufgefüllte Eisenspeicher von Bedeutung, denn Eisen wird in das Hämoglobin eingebaut, welches den wichtigsten Bestandteil der roten Blutkörperchen darstellt und für den Sauerstofftransport zuständig ist.

Die Symptome des Eisenmangels einer Frau unterscheiden sich grundsätzlich kaum von denen eines Mannes. Zu Beginn äußern sie sich in Form von Alltagsbeschwerden wie andauernde Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Leistungsschwäche und Erkältungsanfälligkeit. Dauert der Eisenmangel längere Zeit an, können ebenfalls:

  • Blässe,
  • Schluckbeschwerden,
  • Schwindel,
  • Kopfschmerzen,
  • Herzrasen,
  • Brüchigkeit von Haaren und Nägeln
  • und trockene Schleimhäute im Mund

auftreten.

Symptome beim Eisenmangel beim Kind

Nicht selten tritt ein Eisenmangel auch bei Kindern auf. Insbesondere in der Wachstumsphase, wenn Blutmenge und Muskelmasse zunehmen, haben Kinder einen erhöhten Eisenbedarf, welcher durch eine ausgewogene Nahrung (besonders reich an Eisen sind Fleisch, Bohnen, Erbsen, Spinat, Aprikosen usw.) gedeckt werden muss.

In den meisten Fällen unterscheiden sich die Symptome eines Kindes kaum von denen eines Erwachsenen. Besonders häufig zeigen Kinder mit Eisenmangel eine erhöhte Infektanfälligkeit sowie eine vermehrte Müdigkeit und Blässe.

Auch während der Mahlzeiten macht sich ein Eisenmangel bei Kindern bemerkbar: Viele Kinder leiden an einer Appetitlosigkeit, bei der selbst die Lieblingsgerichte nicht mehr gut schmecken. In der Schule fällt oftmals eine Lern- und Konzentrationsschwäche auf. Genau wie bei Erwachsenen können auch Kinder mit ausgeprägtem Eisenmangel rissige Mundwinkel und brüchige Haare und Nägel aufweisen.

In besonders starken Eisenmangelsituationen kann es sogar zu geistigen und körperlichen Wachstums- und Entwicklungsstörungen mit einer starken Einschränkung der Leistungsfähigkeit kommen.

Weiterführende Informationen zum Thema "Symptome eines Eisenmangels"

Weitere allgemeine Informationen:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 25.12.2018
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