Aphten - schmerzhafte, entzündungsbedingte Bläschen im Mund

Auf der Mundschleimhaut können sich verschiedene Erkrankungen manifestieren. Neben Verletzungen zum Beispiel mit zu harten Zahnbürstenborsten sind es vor allem bakteriell bedingte Infektionen auf der Schleimhautoberfläche, die zu krankhaften Veränderungen führen.
Eine davon stellen die gennanten Aphten im Mund dar.

Lesen Sie ausführliche Informationen zum Thema: Bläschen im Mund

Was sind Aphten?

Aphten sind kleine rundliche Schleimhauterosionen (Schleimhautverletzungen) bevorzugt auf der Wangenschleimhaut, sie können aber auch auf dem Zahnfleisch oder der Zunge auftreten.
Die wie Geschwüre aussehenden Defekte zeigen eine weißliche oder gelbliche Oberfläche, versehen mit einem hochroten Rand. Durch diese typische Erscheinungsform ist die Diagnose leicht.
Aphten im Mund sind äußerst schmerzhaft, besonders bei der Anwesenhaut von Säuren. Sie treten entweder vereinzelt oder auch in Gruppen auf, dann spricht man von einer Stomatitis aphtosa.
Leider können sie immer wieder erscheinen. Es besteht eine lebenslange Veranlagung zur Bildung von Aphten. Eine Vererbung zur Aphtenbildung ist nicht ausgeschlossen. An und für sich sind Aphten im Mund harmlos und verschwinden nach 1 bis 2 Wochen wieder von allein ohne eine Narbe zu hinterlassen Unangenehm sind aber die starken Schmerzen, die besonders bei den Mahlzeiten stören.

Einteilung

Grundsätzlich werden zwei Arten der Aphten unterschieden, die sogenannte

  • Major und
  • Minor- Form

Bei Aphten der Minor- Form handelt es sich um kleine Schleimhautbläschen, die einen Durchmesser von einem Zentimeter nicht überschreiten. Große Aphten (Major- Form) hingegen können Ausmaße von mehreren Zentimetern Durchmesser annehmen.

Im Allgemeinen benötigen große Aphten eine Abheilungszeit von mehreren Wochen bis Monaten, bis sich der Schleimhautschaden vollständig zurückgebildet hat. Kleine Aphten heilen im Gegensatz dazu bereits innerhalb einer Woche ohne Folgeschäden aus.

Die Schmerzintensität einer solchen Schleimhautblase korreliert jedoch nicht zwangsläufig mit der Größe, denn nicht der Durchmesser sondern vielmehr die exakte Lokalisation der Aphte ist maßgeblich für deren Beeinträchtigung des Patienten.

An mechanisch stark beanspruchten Regionen der Mundhöhle (beispielsweise die Innenseite der Lippe oder der Zunge) werden Aphten von den Patienten als besonders schmerzhaft und störend empfunden.

Betroffene berichten außerdem des Öfteren davon, dass sie während des

  • Sprechens
  • Nahrungsaufnahme starke Schmerzen
  • Schlucken von Speichel oder Wasser

entsprechende Schmerzen haben.

Abbildung von Aphten

Die häufigsten Bereiche
(blaue Kreise)

  1. Herpes -
    Herpes simplex
  2. Mundschleimhaut -
    Tunica mucosa oris
  3. Zunge -
    Lingua
  4. Zahnfleisch -
    Gingiva
  5. Gaumen -
    Palatum
  6. Gaumenmandel -
    Tonsilla palatina
  7. Lippe -
    Labium oris

    Beispiele einer großen und kleinen Aphte - (grüne Kreise)
  8. Große Aphte - Major Form
  9. Kleine Aphte - Minor Form

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Vorkommen von Aphten

Die meisten Aphten zeigen sich in folgenden Bereichen:

  • Mundschleimhaut
  • Zahnfleischs
  • Zunge
  • Gaumen
  • Mandeln
  • und sogar im Genitalbereich sind Aphten keine Seltenheit.

Die genauen Ursachen von Aphten der Zunge konnten bislang noch nicht aufgedeckt werden, vielmehr gehen Experten davon aus, dass sich eine Vielzahl von Einflussfaktoren positiv auf die Bildung von Aphten auswirken.

In den meisten Fachbüchern wird eine Kombination aus genetischen Faktoren und bestimmten ungünstigen Angewohnheiten des einzelnen Betroffenen als Hauptursache genannt.
In vielen Fällen gehen Aphten der Zunge spezifische Verletzungen voraus, die durch das Auslösen von entzündlichen Prozessen zur Bildung einer Ablagerung von Fibrin- Belägen führt.

Weitere Ursachen sollenverschiedene Nahrungsmittel oder Mangelzustände sein. Vor allem ein Mangel an Vitamin B12 (Cobalamin), Eisen und/ oder Folsäure (Vitamin B9 oder Vitamin B11) soll die Entstehung von Aphten an der Zunge fördern.

Welche Nahrungsmittel oder Nahrungsbestandteile genau die Entstehung von Aphten an der Zunge begünstigt scheint bei jedem Menschen unterschiedlich zu sein. Meist scheinen jedoch gerade säurehaltige Lebensmittel wie:

  • Obst
  • Limonade
  • und Cola eine entscheidende Rolle zu spielen.

Auch Nüssen, verschiedenen Süßigkeiten (zum Beispiel Schokolade) und rohen Tomaten wird ein gewisser Zusammenhang mit dem Auftreten von Aphten der Zunge zugesprochen.

Eine weitere Ursache scheint lang anhaltender Stress und/ oder Schlafmangel zu sein. Es handelt sich dabei wohl eher um eine unspezifische Ursache, denn Stress wirkt sich durch den ansteigenden Cortisol- Spiegel allgemein hemmend auf das Immunsystem aus und begünstigt somit nicht nur die Bildung von Aphten, sondern die generelle Anfälligkeit für Infektionen.

Aphten auf der Zunge

Aphten können im Grunde an jeder beliebigen Schleimhautoberfläche des Körpers entstehen. Es handelt sich dabei um äußerst schmerzhafte Schleimhautschäden, die von einem entzündlichen Randsaum umgeben sind und mit bloßem Auge als kleine weißlich- gelbe Schleimhautbläschen zu erkennen sind. Besonders häufig leiden Patienten unter Aphten im Bereich des Zahnfleischs, der Lippen und an der Zunge. Auch das Auftreten solcher Bläschen an den Genitalien ist keine Seltenheit.

Die Lokalisation der entzündlichen Schleimhautschäden innerhalb der Mundhöhle kann für den einzelnen Patienten weit greifende Konsequenzen haben, die über die Beeinträchtigung der Mundgesundheit hinaus gehen. Gerade bei Aphten, die auf und/oder unter der Zunge entstehen, fühlen sich die betroffenen Patienten auf Grund der Schmerzen zum Teil stark in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.

Eine Bildung von Aphten in dieser Form wird im Regelfall im Rahmen einer Herpes Simplex- Infektion ausgelöst (sogenannte Mundfäule, (lat. Stomatitis aphthosa) und ist durch ein nach einmaligem Abklingen häufiges Wiederauftreten gekennzeichnet. Vor allem Stresssituationen, innere Unruhe oder Ekelgefühl können das erneute Erscheinen von Aphten im Bereich der Zunge provozieren. Aphten der Zunge werden in den meisten Fällen zur sogenannten „Minor-Form“ (kleine Aphten), deren Größe einen Durchmesser von ungefähr einem Zentimeter nicht überschreitet, gezählt. Kleine Aphten heilen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen ab.

In seltenen Fällen kann die Größe von Aphten im Bereich der Zunge, des Gaumens oder der Lippen jedoch auch einen Durchmesser von einem Zentimeter überschreiten, in solchen Fällen spricht man in der medizinischen Fachsprache von einer „Major- Form“ (Große Aphten). Die Abheilzeit von großen Aphten umfasst im Regelfall einen Zeitraum von mehreren Wochen bis Monaten. Da diese Art der Schleimhautverletzung im Regelfall extrem schmerzhaft verläuft, wird die Nahrungsaufnahme durch die Erkrankung deutlich beeinflusst.

Vor allem Kleinkinder und Säuglinge stellen die Nahrungsaufnahme und das Trinken beim Vorliegen von Aphten auf oder unter der Zunge weitestgehend ein.
Neben dem Essen ist auch das

  • Sprechen
  • Berühren der Schleimhautregion
  • Schlucken von Wasser und Speichel extrem schmerzhaft.

Die vom jeweiligen Patienten empfundenen Schmerzen sind jedoch keinesfalls abhängig von der Größe der Aphten, vielmehr spielt die Lokalisation der Schleimhautverletzung eine entscheidende Rolle bei der Beeinflussung des betroffenen Patienten. Aus diesem Grund kann eine einzelne kleine Aphte, die einen Durchmesser von lediglich einem halben Zentimeter aufweist, im Bereich der Zungenspitze als wesentlich schmerzhafter empfunden werden als eine große Aphte (Durchmesser größer als ein Zentimeter), die auf der Wangenschleimhaut auftritt. Dieser Tatsache lässt sich entnehmen, dass vor allem jene Aphten, die im Bereich von mechanisch beanspruchten Schleimhäuten liegt, besonders häufig Schmerzen auslösen. Darüber hinaus können säurehaltige Nahrungsmittel und/ oder Getränke die entzündeten Bläschen zusätzlich reizen und starke Schmerzen verursachen.

Aphten an der Lippe

Auch an der Lippe kann das Auftreten von entzündlichen Schleimhautverletzungen in Form von Aphten von den betroffenen Patienten als besonders störend empfunden werden. Ähnlich wie Aphten auf und unter der Zunge können Aphten der Lippe durch das Herpes simplex Virus ausgelöst werden.

Treten diese Schleimhautverletzungen auf der Außenseite der Lippe auf, so empfinden die Betroffenen in der Regel nur leichte bis mäßige Schmerzen. Da Aphten an der Außenseite der Lippe in vielen Fällen sehr groß werden können, stören sich die Patienten vor allem im Bezug auf die Ästhetik an ihnen.

Besonders schmerzhafte Aphten der Lippe befinden sich zumeist an der mechanisch stark beanspruchten Innenseite. Zur Behandlung dieser Bläschen zu Hause können Teebaumöl- Lösungen angewendet werden. Darüber hinaus empfinden viele Betroffene das Auftragen von entzündungshemmendem Melissenextrakt und Spülungen mit Kamillen- oder Salbeitee als enorm lindernd.

Aphten am Zahnfleisch

Der Schmerzgrad bei Aphten am Zahnfleisch kann zusätzlich während der täglichen Mundhygiene verstärkt werden. Durch die Berührung der betroffenen Schleimhautstellen mit der Zahnbürste, der Zahnseide und/ oder Interdentalraumbürsten kann es zum „Aufplatzen“ der Bläschen kommen. Dieses Aufplatzen hat für den Patienten in der Regel schwerwiegende Folgen:

  • Ausbreitung der Erreger die sich daraufhin in der Mundhöhle verteilen sowie
  • Bildung weiterer Aphten
  • Eröffnete Bläschen für den betroffenen Patienten sind besonders schmerzhaft und störend dar

Aphten können grundsätzlich an allen Schleimhäuten, also auch im Bereich des Zahnfleischs auftreten. In den meisten Fällen zeigen sie sich gerade am Zahnfleisch als kleine Bläschen oder rundliche Erhebungen mit weißem oder gelbem Saum. Aphten des Zahnfleischs können besonders schmerzhaft sein und bei dem betroffenen Patienten ein starkes brennen auslösen. Darüber hinaus lösen die entzündlichen Prozesse im Bereich der Aphte häufig eine Empfindlichkeit bei der Nahrungsaufnahme oder dem Sprechen aus. Um eine Aphte am Zahnfleisch zu behandeln, empfiehlt es sich vorerst auf den Verzehr säurehaltiger Lebensmittel zu verzichten. Des Weiteren können dem Patienten spezielle Medikamente, die das Zahnfleisch betäuben, Linderung verschaffen.

Auch das Gurgeln mit desinfizierenden Mundspüllösungen, beispielsweise Chlorhexidin, eignet sich als Maßnahme zur Behandlung von Aphten am Zahnfleisch. Viele Betroffene schwören auf die Behandlung mit Cystus, einem Citrusgewächs, das gerade bei Aphten des Zahnfleischs eine gute Wirkung entfalten soll. Nachteil dieser Methode ist jedoch der stark bittere und scharfe Geschmack des Naturheilmittels. In besonders ausgeprägten Fällen kann es sinnvoll sein über die Anwendung Cortison-haltiger Salben nachzudenken. Diese hemmen die entzündlichen Prozesse im Bereich des gereizten Zahnfleischs und lassen die Aphten zügig verschwinden. Ohne eine gezielte Behandlung der Aphten am Zahnfleisch heilen diese in der Regel innerhalb von zwei Wochen selbstständig ab.

Ein Zusammenhang zwischen dem häufigen Auftreten von Aphten des Zahnfleischs und einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) ist nicht klar nachgewiesen. Dies ist darin zu begründen, dass eine Zahnfleischentzündung in aller Regel durch eine mangelnde Mundhygiene und Speisereste die sich im Bereich der Zahnfleischgrenze festsetzen ausgelöst wird. Die Ursachen einer Aphte des Zahnfleischs hingegen sind multifaktoriell. Man geht mittlerweile davon aus, dass lokale Zahnfleischverletzungen (zum Beispiel durch mechanische Reize wie dem zu festen Zähne putzen) provoziert werden können. Außerdem scheinen Menschen, die starke Nahrungsdefizite beziehungsweise Mängel an Vitamin B12, Eisen oder Folsäure aufweisen, deutlich öfter Aphten am Zahnfleisch entwickeln. Des Weiteren hat man festgestellt, dass Raucher in aller Regel seltener an Aphten des Zahnfleischs leiden als Nichtraucher. Bei Menschen, die regelmäßig Rauchen kommt es vor allem in Phasen der Nikotinkarrenz zu Aphten am Zahnfleisch.

Im Allgemeinen kann nicht davon ausgegangen werden, dass das Zahnfleisch durch eine Aphte besonders gefährdet ist. In den meisten Fällen heilen auch Bläschen im Bereich der Gingiva von selbst vollständig ab, ohne dass es zu einem Übertritt der entzündlichen Prozesse auf das benachbarte Zahnfleisch oder den Kieferknochen kommt. Während eine Aphte am Zahnfleisch vorliegt, sollte der betroffene Patient bei der täglichen Mundhygiene besonders schonend vorgehen und möglichst wenig Druck auf das Schleimhautbläschen ausüben. Ein eröffnetes Schleimhautbläschen ist im Regelfall wesentlich empfindlicher gegenüber bestimmten Reizen und verursacht deutlich stärkere Schmerzen.

Aphten im Rachen

Aphten können neben dem Mundraum und der Zunge, auch im Bereich des Rachens und der Tonsilla palatina („Mandeln“) vorkommen. Dort treten sie jedoch etwas seltener auf. Es sind kleine (0,5mm) ovale Entzündungen, die meist dort auftreten, wo die Mundschleimhaut nicht direkt mit dem darunter liegenden Knochen verbunden ist.

Aphten können einmalig, bei den meisten Menschen aber immer wiederkehrend auftreten und unangenehme Schmerzen verursachen. Meist tut es eher weh, wenn die betroffene Stelle häufiger mechanisch in Anspruch genommen wird. So ist es auf der Zunge unangenehmer als an der Wange.
Aphten im Rachen gehören zu dieser Kategorie, da sie aufgrund ihrer Lage bei jedem Schluckvorgang, beim Trinken und Essen mit Nahrung oder Speichel in Kontakt kommen und somit vermehrt Schmerzen verursachen. Ein noch so lecker zubereitetes Essen kann damit zur Qual werden. Der Schmerz ist meist brennend und strahlt über ein größeres Gebiet aus, als die Größe der Aphten ist.

Die Ursache für die Entstehung von Aphten im Rachenraum ist, wie bei deren anderen möglichen Entstehungsorten im Mundraum, auf viele Ursachen zurückzuführen und auch noch nicht komplett geklärt. So können sie genetisch veranlagt sein, durch eine vorangegangen Verletzung entstehen oder durch einen Mangel an Vitamin B12, Eisen und/oder Folsäure begünstigt werden. Stress oder die Nahrungsaufnahme von sehr säurehaltigen Lebensmitteln (Obst) können auch zu Aphten im Rachenbereich führen. Der Entstehungsprozess von Aphten bleibt den Betroffenen meist verborgen, bis die ersten Schmerzen beim Schlucken oder sogar beim Sprechen auftreten.

Ab dann wird es bis zur Abheilung unangenehm, die bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen kann. In der Anfangsphase ist der Schmerz am schlimmsten, lässt aber mit der Zeit schon langsam nach. Bei den Aphten im Rachenbereich tritt neben den Problemen beim Schlucken, ein weiteres Problem bei der Behandlung, unter anderem mit Hausmitteln, auf. Sie liegen sehr weit hinten und sind so nur schwer zu erreichen und ausfindig zu machen. Des Weiteren ist die Berührung sehr unangenehm, da der Würgereflex sofort ausgelöst wird. So gestaltet es sich als schwierig, ein Gel, eine Salbe oder ein mit Kamillentee getränktes Wattestäbchen an die betroffene Stelle zu bringen. Es erfordert viel Geduld, Vorsicht und Ruhe.

Lesen Sie mehr zum Thema: Aphten im Rachen

Symptome der Aphten

Aphten äußern sich in erster Hinsicht durch ihr bläschenhaftes Aussehen. Zu Beginn sind es eher kleine gelbliche Punkte, die einen etwas geröteten Rand haben. Mit der Zeit entsteht jedoch ein deutlich zu erkennendes Bläschen, das weißlich oder gelb erscheint. Das umgebene Gewebe ist jedoch normal und nicht betroffen, sodass es sich auf die eine Stelle konzentriert. Die betroffene Person leidet unter starken Schmerzen, die besonders dann auftreten, wenn die Aphte mit etwas in Berührung kommt, wie es zum Beispiel bei der Nahrungsaufnahme oder auch nur beim normalen Sprechen, bei dem das Bläschen an einen Zahn kommen kann oder eine andere Stelle im Mundbereich berührt, auftritt. Der Schmerz ist sehr stechend oder brennend. Er ist auch häufig viel größer, als sie Stelle im Mund vermuten lässt, sodass nicht nur das betroffene Gewebe zu schmerzen scheint, sondern ein weitaus größerer Bereich. Treten sie auf der Zunge oder auch im Rachen auf, also an Stellen, die größerer mechanischer Beanspruchung unterliegen, gestaltet sich die Erkrankung noch mehr als unangenehm, da sie beim Schlucken, beim Kontakt mit Speichel oder beim Sprechen permanent Schmerzen vermitteln. In den ersten Tagen ist das Schmerzempfinden am stärksten. Auf der Zunge fühlt es sich wie Stiche an oder als würde man sich die Zunge verbrannt haben. Äußerlich fallen sie meist nie auf, es sei denn, sie treten an der Lippenaußenseite auf, wo sie als ästhetisch unangenehm empfunden werden können.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Brennen im Mund

Ursache der Aphten

Die Ursachen von Aphten sind bislang noch weitestgehend ungeklärt, klar ist jedoch welche Faktoren die Bildung eines solchen krankhaften Prozesses innerhalb der Mundhöhle fördern.

Am wahrscheinlichsten ist die Vermutung, dass es sich um eine Infektion mit Viren handelt. Zusätzliche auslösende Ursachen können Verdauungsbeschwerden oder auch eine Verringerung der Widerstandskraft durch Allgemeinerkrankungen sein. Frauen sind bevorzugt, ebenso ältere Menschen. Aber auch jüngere Jahrgänge können Aphten bekommen. Besonders in der Zeit des Zahnwechsels.
Man geht schon seit längerer Zeit davon aus, dass Aphten durch eine Kombination von genetischen, also erblich bedingten, Faktoren und fehlerhaftem Verhalten begünstigt werden.

In vielen Fällen gehen Aphten spezifische Mundschleimhautverletzungen voraus, die durch das Auslösen von entzündlichen Prozessen zur Bildung einer Ablagerung von Fibrin- Belägen führt.
Weitere Ursachen können verschiedene Nahrungsmittel und/ oder Mangelzustände sein. Vor allem ein Mangel an Vitamin B12 (Cobalamin), Eisen und/ oder Folsäure (Vitamin B9 oder Vitamin B11) soll die Entstehung von Aphten fördern.
Vitamin B12 wird vom Organismus benötigt um eine reibungslose Zellteilung, eine zügige Blutgerinnung und Wundheilung zu gewährleisten.

Welche speziellen Nahrungsmittel oder Nahrungsbestandteile die Entstehung von Aphten begünstigt scheint bei jedem Menschen individuell verschieden zu sein.
In vielen Fällen scheinen säurehaltige Lebensmittel wie Obst, Limonade und Cola eine Rolle zu spielen. Auch Nüssen, verschiedenen Süßigkeiten und rohen Tomaten wird ein gewisser Zusammenhang mit dem Auftreten von Aphten zugesprochen. Darüber hinaus kann ein unausgeglichener Hormonstatus fördernd auf die Bildung von Aphten wirken.

Eine weitere Ursache scheint über einen längeren Zeitraum anhaltender Stress und Schlafmangel zu sein. Es handelt sich dabei aber eher um eine unspezifische Ursache, da Stress durch den ansteigenden Cortisol- Spiegel allgemein hemmend auf das Immunsystem wirkt und somit nicht nur die Bildung von Aphten, sondern die generelle Anfälligkeit auf Infektionen steigert.

Auch Erkältungskrankheiten scheinen sich begünstigend auf das Auftreten von Aphten auszuwirken. Auch diese Tatsache kann mit einer allgemeinen Immunschwäche erklärt werden.

Aphten und Schmerzen

Die meisten Betroffenen bezeichnen Aphten in der Mundhöhle als eine Qual, die starke Schmerzen und Einschränkungen im Alltag mit sich bringen.

Anfänglich äußert sich eine Aphte lediglich durch Rötungen und Schwellungen im Mund bzw. der Mundschleimhaut. Relativ schnell beginnen die betroffenen Schleimhautareale zu prickeln und zu brennen. Innerhalb kürzester Zeit (meist schon einige Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome) entwickeln sich enorm starke Schmerzen, die beim Sprechen und der Nahrungsaufnahme sogar noch schlimmer werden.

Therapie

Die Therapie beschränkt sich auf die Gabe von Mitteln, die Schmerzen verringern oder beseitigen. Eine kausale, d.h. ursächliche Behandlung, gibt es nicht. Das Repertoire für lokale Anwendungen ist groß. Es umfasst antiseptische Lösungen, kortisonhaltige Pasten, Antibiotika oder Spülungen mit Wasserstoffperoxid.
Diese Vielfalt von Empfehlungen zeigt schon, dass es kein wirklich effektives Mittel gibt. Antibiotika können natürlich nicht helfen, wenn es sich um eine Virusinfektion handelt. Am wirksamsten für die Behandlung / Therapie sind Salben, die ein Oberflächenanästhetikum enthalten, da sie die Schmerzen lindern oder günstigstenfalls ausschalten. Eine schnellere Heilung wird aber dadurch nicht erreicht.

Lesen sie hierzu: Dynexan® Mundgel, Solcoseryl® akut

Aphten mit Hausmitteln behandeln

Es gibt eine Menge verschiedene Hausmittel, welche die Schmerzen im Mund lindern können. Gurgellösungen aus Kamille gibt es bereits verbrauchsfähig in der Apotheke zu kaufen, man kann sie aber auch selbst herstellen. Dafür einfach einen sehr starken Kamillentee kochen. Die Lösung desinfiziert und lindert Schmerzen.

Eine ähnliche Wirkung hat Teebaumöl; es wird nach Trocknen der Aphte einfach aufgeträufelt. Es sollte aber vorsichtig damit umgegangen werden, da es bei zu großflächiger Verwendung zu Verätzungen führen kann und manche Menschen dagegen allergisch sind. Auch ein Zinkmangel kann zu Aphten führen. Es sollten daher täglich mindestens 7-10mg davon eingenommen werden, um Problemen vorzubeugen.

Aloe-Vera Gel kann die Heilung unterstützen, indem man es mehrmals täglich auf die wunde Stelle tupft. Auch Rhabarber besitzt entzündungshemmende Eigenschaften, es ist dadurch in der Lage die Apthe-Bläschen auszutrocknen.

Andere Haumittel sind: hochprozentiger Alkohol, Myrrhen-, Melisse- oder Calendulatinktur. Zu guter Letzt hilft natürlich auch eine gute Mundhygiene bei der schnellen Abheilung.

Aphten mit Homöopathie behandeln

Die Behandlung von Aphten mit homöopathischen Mittel beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip. So sollen die Krankheiten durch Mittel geheilt werden, die bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome hervorrufen, wie bei dem Erkrankten. Bei Aphten kann eine Reihe an homöopathischen Mitteln eingesetzt werden.
Dazu zählen:

  • Acidum hydrofluoricum (Flusssäure)
  • Acidum sulfricum (Schwefelsäure)
  • Ammonium chloratum (Mineralsalz)
  • Borax (Natriumborat)
  • Carbo animalis (Tierkohle)
  • Carbo vegitabilis (Holzkohle)
  • Hydrastis (Kanadische Gelbwurz)
    und
  • Mercurius corrosivus (Quecksilberchlorid).

Vor der Anwendung dieser Mittel ist aber eine Beratung bei einem Homöopathen zu empfehlen, da die Mittel abhängig vom Patienten unterschiedliche Wirkungen zeigen können. Die Wirksamkeit dieser Mittel ist jedoch nicht schulmedizinisch nachgewiesen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Homöopathie bei Apthen

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Aphten heilen in den meisten Fällen innerhalb von zwei Wochen von alleine aus, sodass eine Medikamenteneinnahme nicht zwingend erforderlich ist. Ein direktes Mittel gegen das Auftreten von Aphten gibt es nicht, jedoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Heilung zu unterstützen. In der Apotheke lassen sich rezeptfreie oder rezeptpflichtige Mittel erwerben. Die Mittel können als Spray, Salbe, Flüssigkeit oder Gel verkauft werden. Meist enthalten diese Lidocain, ein Lokalanästhetika, wodurch die entzündete Stelle für eine kurze Zeit betäubt wird. Mit dem Arzt in Rücksprache kann eine Lösung aus Wasserstoffperoxid angewandt werden. Diese bewirkt, dass der komplette Mundraum desinfiziert wird und alle vorhandenen Keime abgetötet werden. Dies sollte aber nicht zu lange angewandt werden, da es auf die Mundschleimhaut bei längerem Gebrauch eine reizende Wirkung hat. Aloe Vera lässt sich in Gelform besonders gut auf die Aphten auftragen. Weitere Mittel die eingesetzt werden können, sind Rhababerwurzeln, Silbernitratlösungen oder eine Myrrhentinktur.

Einige Mediziner raten zu der Verwendung von Minocyclin oder Tetracyclin, was eine bakterielle Infektion als Ursache vom Auftreten der Aphten annehmen lässt. Diese Medikamente werden vom Arzt in Tablettenform verschrieben und sind meist in Wasser aufzulösen, womit anschließend der Mundraum gespült und die Flüssigkeit dann wieder ausgespuckt wird. Um die Schmerzen und die Entzündung zu lindern, gibt es eine Salbe mit Triamcinolon, die mehrmals am Tag auf die betroffene Stelle aufgetragen werden kann. Die Aphte wird nun wie ein Schutzmantel bedeckt, sodass sie nicht mehr direkt in Berührung mit anderen Substanzen kommt und somit kein Schmerz entsteht.

Unterstützen kann die Heilung die Einnahme von Vitamin B oder C oder auch von Zink, sodass der Heilungsprozess beschleunigt wird und damit auch die Schmerzen schneller verschwinden. Natürlich gibt es auch eine Reihe an Hausmitteln, die die Heilung fördern und in den meisten Fällen völlig ausreichend sind. Kamille oder auch Salbei können dafür gut eingesetzt werden. Damit einfach einen starken Tee kochen und den Mund mehrmals am Tag spülen. Es wirkt beruhigend, entzündungshemmend und Salbei wird vor allem eine antibakterielle Wirkung zu gesprochen. Man kann auch ein Wattestäbchen direkt in den Tee tunken und damit anschließend die betroffene Stelle betupfen. Zur Linderung der Schmerzen kann man auch Honig mit etwas Kurkuma vermischen und auf die Stelle auftragen.

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Dauer

Anfangs bilden sich kleine gelbliche Bläschen auf der Mundschleimhaut aus, die einen roten Saum besitzen und meist mit Flüssigkeit gefüllt sind. Sie entstehen innerhalb weniger Tage. Manche dieser Bläschen heilen wieder spontan ab, während andere aufplatzen und dann längere Zeit benötigen bis sie komplett abheilen. Man kann pauschal nicht genau sagen, wie lange der Abheilungsprozess dauert. Es wird hier in kleinere Minor- und größere Major-Aphten unterschieden.

Die kleineren mit einem Durchmesser von wenigen mm brauchen ca. 10-14 Tage bis sie ohne Hilfe von außen wieder weg sind. Sie heilen ohne Narbenbildung aus. Die größeren besitzen einen Durchmesser von 1-3 cm. Sie können ulzerieren und dann auch in die Tiefe der Schleimhaut vordringen. Die Heilung benötigt mehrere Wochen und oft bleibt eine unschöne Narbe zurück.

Die Sonderform der herpetiformen Bläschen, also Bläschen die den Herpesbläschen ähneln, treten über die komplette Mundhöhle verteilt auf. Sie verschwinden nach ca. zwei Wochen spontan wieder. Hausmittel und Medikamente können die Abheilungsdauer und Schmerzen verringern.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Dauer von Aphten

Prophylaxe

Eine direkte Methode um das Auftreten von Aphten zu verhindern gibt es nicht, da die Entstehung bis heute noch nicht komplett geklärt ist und viele Ursachen möglich sein können. Hilfreich kann es aber sein, um das Risiko etwas zu verringern, dass man auf eine ausgewogene Ernährung achtet und alle wichtigen Vitamine ausreichend zu sich nimmt. So sollte man keinen Vitamin B-, Eisen- oder Folsäuremangel aufweisen und auch bestimmte sehr säurehaltige Lebensmittel in Maßen konsumieren. Darunter fallen Zitrusfrüchte, Limonade oder auch Schokolade und Nüsse. Diese Lebensmittel können mit dem Auftreten in Verbindung stehen, müssen es aber nicht. Auch Rauchen kann die Entstehung von Aphten begünstigen. Das eigene Immunsystem sollte auch immer ausreichend gestärkt sein, da es bei einem schwachen Immunsystem leichter zu einer solchen Erkrankung kommen kann. Herpes-, HIV- oder Grippeviren werden auch in direktem Kontakt mit dem Aufkommen von Aphten gesehen, sodass man einen ausreichend Schutz, auch allgemeinmedizinisch gesehen, treffen sollte, um sich nicht mit diesen Viren zu infizieren. Der Stresspegel ist auch gering zu halten und bei der Mundhygiene ist darauf zu achten, dass man das Zahnfleisch nicht zu stark belastet, sei es durch zu feste Zahnborsten oder Zahnpasta mit starken Abrasionskörpern. Dies alles sind jedoch nur mögliche Vorkehrungen, die man zur Vorsicht einhalten kann, aber ein Nichtauftreten nicht garantieren können.

Zusammenfassung

Aphten im Mund sind Schleimhautdefekte von runder Form und weißlich gelber Oberfläche mit einem dunkelroten Rand. Sie treten entweder einzeln oder in Gruppen auf. Sie sind harmlos aber sehr schmerzhaft. Eine kausale Behandlung / Therapie gibt es nicht. Die beste Therapie sind Pasten mit einem Lokalanästhetikum, um die Schmerzen zu lindern. Sie haben eine hohe Selbstheiligungstendenz können aber immer wieder auftreten.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Thema Aphten:

Weitere allgemeine Informationen aus diesem Gebiet:

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 28.06.2017
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