Karies

Synonyme im weiteren Sinne

Carie, Zahnfäule

Englisch: Decay

Einleitung

Karies ist die weltweit am meisten verbreitete Krankheit.
Besonders in Ländern, in denen Zuckerrohr angebaut wird, wie Südamerika, Kuba oder Mauritius, tritt sie besonders häufig auf, weil die Bevölkerung wegen der Süße gern das Zuckerrohr kaut.

Was ist Karies?

Die Karies, auch Zahnfäule genannt, ist ein chemisch- parasitärer Prozess. Dabei wirken organische, durch Bakterien erzeugte Säuren und Bakterien direkt zusammen und führen zur Zerstörung der Zahnhartsubstanz. Die Karies zerstört den Zahnschmelzund das Zahnbein, Dentin genannt (siehe auchAnatomie Zahn), fortschreitend, ohne die Möglichkeit der körpereigenen Regeneration, da eine Blutversorgung in diesem Gebiet nicht vorhanden ist. Die für die Entstehung von Säuren verantwortlichen Bakterien sind solche, die Zucker aufnehmen und durch ihren Stoffwechsel Säure erzeugen. Der Hauptkeim ist Streptococcus mutans, der allerdings nicht von der Geburt an in der Mundhöhle vorhanden ist, sondern erst durch den innigen Kontakt mit der Mutter, zum Beispiel durch Küssen, übertragen wird. Die Karies ist also eine Infektionskrankheit.

Abbildung Karies

Karies (Zahnfäule)
chemischparasitärer Prozess

  1. Zahnschmelz -
    Enamelum
  2. Zahnbein (=Dentin) -
    Dentinum
  3. Zahnmark in der Zahnhöhle -
    Pulpa dentis in Cavitas dentis
  4. Zahnfleisch -
    Gingiva
  5. Zement -
    Cementum
  6. Alveolarknochen (zahntragender Teil
    der Kieferknochen) -
    Pars alveolaris
    (Processus alveolaris)
  7. Nervenfasern und Blutgefäße
    Stadium der Erkrankung:
    Entkalkungsvorgang (A + B + C)
    Mineralien lösen sich aus dem Zahnschmelz - (keine Zahnschmerzen)
    Fortschreitender Karies (D)
    Karies erreicht das Zahnbein - (zeitweise pochender Schmerz)
    Sehr tiefe Kariesdefekte (E + F)
    die das Zahnmark erreichen - (starke, stechende Zahnschmerzen)
    die zunehmende Zerstörung von Nervenfasern kann zu einer Blutvergiftung führen

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Wie entsteht Karies?

Durch die Aufnahme von Nahrungsmitteln (siehe auch Ernährung), die in den meisten Fällen auch Zucker enthalten, wenn auch vielfach versteckt, werden die Bakterien ständig angeregt, Säure zu erzeugen. Dabei wird aber nicht immer gleich Karies entstehen, da der Speichel mit seinem Gehalt an Calcium in der Lage ist, die ersten Anfänge der Entkalkung zu reparieren. Erst wenn der Säureangriff stärker als die Remineralisation ist, kommt es zur Ausbildung von Karies.
Dabei wird zunächst der Schmelz entkalkt, was sich durch eine weiße Verfärbung bemerkbar macht. In diesem Stadium, bei dem die oberste Schmelzschicht noch intakt ist, können Fluoridgaben den Prozess noch aufhalten. Ist die oberste Schicht jedoch bereits durchbrochen, ist das Fortschreiten der Zerstörung nicht mehr aufzuhalten.
Mehr zu den Stadien der Kariesentwicklung unter: Wie entsteht Karies?

Die kariöse Auflösung des Zahnschmelzes setzt sich fort und erreicht das Dentin, also das im Vergleich zum Schmelz weichere Zahnbein. Dieser Prozess benötigt einige Zeit. Da das Dentin nicht so widerstandsfähig wie der Zahnschmelz ist, verläuft die Karies im Dentin schneller aber unaufhaltsam weiter und unterminiert dabei den Schmelz. Dies zeigt sich in einer dunklen Verfärbung.

Der unterminierte Schmelz wird so dünn, dass er einbricht. Spätestens jetzt wird das Ausmaß der Zerstörung erkennbar. Röntgenaufnahmen können den Befund bestätigen. Als Karies profunda wird die noch tiefer gehende Karies bezeichnet. Durch das Dentin laufen feine Kanäle, in denen sich Nervenfasern befinden, die bis ins Zahnmark reichen. Das ist der Grund, weshalb jetzt Schmerzen auftreten, besonders auf süß, da die Bakterien Säure erzeugen, aber auch auf Temperaturreize.

Wird nichts unternommen geht die Zerstörung des Zahnes weiter fort und erreicht die Pulpa, das Zahnmark mit seiner Blut- und Nervenversorgung. Nach heftigen Schmerzen geht die Pulpa zugrunde und letztendlich kann der Zahn verloren sein.
Bei jüngeren Menschen ist die Karies der häufigste Grund für den Verlust von Zähnen, bei den Älteren die Erkrankungen des Zahnhalteapparates.

Die verschiedenen Stadien der Kariesentstehung

Eine Karies lässt sich in vier verschiedene Stadien einteilen.

  • Das erste Stadium beschreibt die Initialläsion oder die Caries initialis. In dieser Entstehungsphase ist lediglich der Schmelz entkalkt oder demineralisiert und noch kein Einbruch der Oberfläche tastbar. Daher ist dieses Stadium durch eine gezielte Fluoridierung noch umkehrbar und kontrollierbar. Alle anderen Stadien sind irreversibel und müssen durch Maßnahmen wie eine Füllungstherapie versorgt werden.
     
  • In der zweiten Phase ist ein Schmelzeinbruch vorhanden, der allerdings nur die oberste Schicht der Zahnhartsubstanzen betrifft.
     
  • Verbreitet sich die Karies weiter, so erreicht sie das Dentin und ist im dritten Kariesstadium. Dieses Stadium wird als Schmelz – Dentinläsion oder als Caries profunda bezeichnet. Sobald das Dentin durch die Karies erreicht worden ist, schreitet sie wesentlich schneller voran, da das Dentin weniger Härte aufweist und leichter durchdrungen werden kann.
     
  • Das letzte Stadium stellt das Erreichen der Pulpa dar. Die Karies ist nun komplett durch Schmelz und Dentin gedrungen und befällt das Zahnmark. Die Nerv- und Blutgefäße werden durch die Bakterien verstoffwechselt und sterben dadurch ab.
    In diesem Stadium kann eine reine Füllungstherapie den Zahn nicht retten. Der Zahn muss vorab mit einer Wurzelkanalbehandlung versorgt werden, um das Zahnmark vollständig von Bakterien zu befreien und die Wurzelkanäle mit einer Wurzelfüllung wieder abzuschließen. Anschließend kann der Zahn mit einer Füllungstherapie und bestenfalls mit einer Krone versorgt werden, um seine vollständige Stabilität wiederherzustellen.

Wie entstehen die Löcher durch Karies?

Die Bakterien verstoffwechseln niedermolekulare Zucker zu Säuren, die als Abfallprodukt der Mikroorganismen die Zahnsubstanz schädigen. Die Säuren demineralisieren den Schmelz und zersetzen die Zahnhartsubstanz, sodass ein Einbruch in der Oberfläche entsteht. Dieses beginnende Loch ist die Eintrittspforte für weitere Bakterien und deren Säure, die sich immer weiter in die Tiefe ausweiten.

Dadurch ist für den Zahnarzt das typische Mittel zur Kariesdiagnostik das vorsichtige Abtasten der Zahnflächen mit der Sonde. Bei einer Karies ist ein Einbruch in der Oberfläche mit der Sonde tastbar und der Sonde bleibt dort stecken. Durch die Ausbreitungstendenz in die Tiefe entstehen dabei die im Volksmund bekannten typischen Löcher der Karies.

Kariesbakterien

In der gesunden Mundflora der Mundhöhle existieren weit über dreihundert unterschiedliche Bakterienarten, von denen allerdings nur zwei Arten zu den Kariesbakterien gehören. Diese Bakterien können den als Substrat aufgenommenen Zucker der Nahrung zu Säuren verstoffwechseln (vor allem Milchsäure) und den Zahn nachhaltig schädigen. Zu diesen Bakterien zählt primär Streptococcus mutans und Lactobazillen.
Als Hauptkariesbakterium zählt Streptococcus mutans, welches sich in der Plaque ansiedelt. Aus der mit der Nahrung aufgenommenen Saccharose bildet Streptococcus mutans Glukanmoleküle, mit denen es sich auch an glatten Oberflächen wie beispielsweise dem Zahnschmelz anhaften kann.

Kariesbakterien sind von Mensch zu Mensch durch Speichel übertragbar. Die Bakterien können durch mikrobielle Speicheltests nachgewiesen werden. Dabei können sowohl Art als auch Anzahl der Bakterien bestimmt werden. Eine hohe Anzahl an Streptococcus mutans und Lactobazillen sprechen dabei für ein hohes Kariesrisiko, eine niedrige Anzahl für ein geringes.
Aber nur wenn die Bakterien Speisereste verwerten können, entsteht auch Karies, das heißt, dass eine Infektion mit Streptococcus mutans bei hervorragender Mundhygiene nicht zur Karies wird. 

Karies erkennen

Das Problem bei einer Karies liegt zumeist darin, dass diese anfangs kaum zu erkennen ist. Betroffene Patienten suchen in der Regel erst dann einen Zahnarzt auf, wenn bereits Zahnschmerzenvorhanden sind. In diesen Fällen ist die Karies jedoch schon sehr weit fortgeschritten und bedarf einer umfangreicheren Therapie. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, zweimal im Jahr zur sogenannten Vorsorgeuntersuchung zu gehen.

Lesen Sie mehr unter: Wie erkennt man Karies?

Die zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung ist eine Kassenleistung und sämtliche Kosten werden sowohl von den privaten, als auch von den gesetzlichen Versicherungen vollständig getragen. Darüber hinaus können bei regelmäßiger Teilnahme an einem zahnärztlichen Vorsorgeprogramm Bonuspunkte gesammelt werden. Durch diese Bonuspunkte kann der Eigenanteil der von Patienten, die mit einem Zahnersatz (beispielsweise einer Krone oder Brücke) versorgt werden müssen, deutlich gesenkt werden.

Zudem ist es für den Zahnarzt recht einfach, eine möglicherweise vorliegende Karies frühzeitig zu erkennen und auf einfache Weise zu behandeln. Besteht der Verdacht auf Karies, schließt sich an die Kontrolle üblicherweise eine Röntgenuntersuchung an. Das Röntgenbild hilft dabei zu erkennen, wie tief der kariöse Defekt bereits in die Zahnsubstanz eingedrungen ist. Darüber hinaus empfiehlt es sich auch bei bereits bestehenden Zahnfüllungen in regelmäßigen Abständen eine röntgenologische Kontrolle durchzuführen. Dies hilft dabei frühzeitig zu erkennen, ob sich unter dem Füllungsmaterial eine neue Karies gebildet hat oder ob entzündliche Prozesse im Bereich der Zahnwurzelspitze vorliegen.

Des Weiteren werden in der zahnärztlichen Praxis häufig sogenannte Kariesdetektoren verwendet. Es handelt sich dabei um Substanzen, die auf den Zahn aufgebracht werden können und im Falle des Vorliegens einer Karies ihre Farbe ändern. Personen, die selbst in regelmäßigen Abständen den Zustand ihrer Zähne kontrollieren möchten, können auf folgende Merkmale einer Karies achten. Um eine Karies frühzeitig zu erkennen, sollte darauf geachtet werden, ob die Zähne:

  • weißliche Verfärbungen aufweisen

  • braune Stellen aufweisen

  • klebrige Stellen aufweisen

Wie kann man selbst Karies erkennen?

Für den Laien ist Karies meist erst in den späteren Stadien erkennbar, wenn die Läsion schon einen großen Teil des Zahnes betrifft. Karies kann sich in verschiedenen Farben darstellen. Eine anfängliche Demineralisierung des Zahnschmelzes ist als weiße Verfärbung zu erkennen, die einer Entkalkung entspricht. Diese Demineralisierung ist die Vorstufe der Karies in der die Oberfläche noch intakt ist und durch gezielte Fluoridierungsmaßnahmen die Entstehung einer Karies noch gestoppt werden kann.

Ist eine initiale Karies mit Oberflächeneinbruch vorhanden, kann diese eine gelbliche bis bräunliche Farbe annehmen. Sie ist meist sehr klein und für den Betroffenen im Spiegel kaum sichtbar. Da diese kariöse Läsion in die Tiefe wächst wird das Loch oft nicht größer, sondern es bleibt eine punktförmige verfärbte Öffnungspforte die sich erst in der Tiefe wie ein Ballon ausbreitet. Patienten bemerken oft schwarze punktförmige Verfärbungen vor allem an schwer zu putzenden Stellen wie den Fissuren. Diese so genannten „black spots“ sind in der Regel inaktive Kariesstellen, die keinerlei Ausbreitungstendenzen aufweisen sofern sie regelmäßig gezielt fluoridiert werden. Diese black spots haben etwa 80 % der Bevölkerung.

Der Zahnarzt bemerkt beim Tasten mit der Sonde an den inaktiven Karies kein Hängenbleiben, die black spots sind sondierhart. Trotzdem sollten diese Stellen regelmäßig kontrolliert werden, damit aus die inaktive kariöse Form nicht in eine aktive Form umschlägt und sich weiter in die Tiefe ausbreitet.

Weiterhin sind Kariesläsionen im Zahnzwischenraum sowohl für den Betroffenen selbst als auch für den Zahnarzt durch alleinige Inspektion unsichtbar. In diesem Fall kann der Zahnarzt nur durch Röntgendiagnostik die Karies erkennen. Generell ist es für den Betroffenen recht schwer Karies zu erkennen, da die Erkrankung so viele verschiedene Ausprägungen annehmen kann und ohne spezielle Diagnostik nur schwer zu erkennen ist. Daher sollte auf eine halbjährliche Kontrolle beim Zahnarzt nicht verzichtet werden.

Erfahren Sie mehr unter: Wie kann man Karies erkennen?

Auftreten

Die Häufigkeit des Auftretens von Karies kann von Mensch zu Mensch verschieden sein. Es gibt Personen, die selten oder nie Karies bekommen und andere, bei denen kariöse Defekte gehäuft auftreten. Warum das so ist, ist nicht ganz geklärt, man nimmt an , dass es sich um genetische Einflüsse handelt, die für diese Unterschiede verantwortlich sind. Besonders gehäuft tritt Karies auf, wenn der Speichelfluss zu gering ist. Dies ist zum Beispiel nach Röntgenbestrahlung im Kopfbereich der Fall. Bestimmte Areale der Zähne sind besonders anfällig für den Beginn eines kariösen Geschehens. Dies sind die Zahnzwischenräume, die Zahnoberflächen und die Zahnhälse. Hier kann sich Zahnbelag besonders gut ansammeln und ist schwieriger zu entfernen. Besonders in den Zahnzwischenräumen kann die Erkennung einer Karies erschwert sein, da die ersten Anzeichen durch Zahnfleisch verdeckt sein können. Auch Zahnfehlstellungen (Gebissanomalien) begünstigen das Auftreten von Karies.

Karies im Zahnzwischenraum

Der Zahnzwischenraum stellt eine Schmutznische dar, was bedeutet, dass hier gehäuft Karies auftritt, da die Stelle für den Patienten nur schwer zugänglich ist. Die Zahnbürste erreicht mit ihren Borsten die Engstellen zwischen den Zähnen nicht und daher müssen diese Spalträume mit zusätzlichen Hilfsmitteln wie Zahnseide oder Interdentalbürsten gereinigt werden.

Da diese Reinigungsmethode zu den unbeliebtesten zählt und von einem großen Teil der Bevölkerung keine Anwendung findet, können sich die Speisereste über einen längeren Zeitraum in diesem Zwischenraum verbleiben. Die Mikroorganismen haben dann freie Bahn diese Nahrungsreste als Substrat zu verwenden und sich zu vermehren – als Abbauprodukt entsteht durch die Säureproduktion Karies.

In den meisten Fällen sind dabei gleich beide benachbarten Zähne von der Karies betroffen. Weiterhin kann sich diese Karies meist unbeachtet und ungehindert ausbreiten, da sie klinisch für den Zahnarzt unsichtbar ist. Die Karies im Zahnzwischenraum kann lediglich durch Röntgendiagnostik detektiert werden und bleibt ohne diese im Verborgenen. Daher ist es wichtig, verbliebende Speisereste in den Zahnzwischenräumen möglichst frühzeitig zu entfernen um den Bakterien keinerlei Chance zu gewähren um Karies in diesen Spalträumen zu bilden.
Auch regelmäßiges Fluoridieren in den Interdentalräumen kann nachhaltig vor Kariesentstehung schützen.

Karies an Milchzähnen

Milchzähne sind von der Beschaffenheit wesentlich poröser als die bleibenden Zähne und sind daher vor Karies schlechter geschützt.. Das liegt daran, dass der Mineralstoffgehalt des Zahnschmelzes der Milchzähne wesentlich geringer ist, weshalb sich auch eine Kariesläsion mit einer größeren Geschwindigkeit ausbreitet. Weiterhin sind auch die Relationen der Schichtdicken der Milchzähne anders. Die Schmelzschicht ist wesentlich dünner, ist die Dentinschicht dicker als in einem bleibenden Zahn. Auch das Zahnmark, die Pulpa, ist wesentlich größer und wird dadurch schneller und eher erreicht als bei einem bleibenden Zahn.

Daher ist auch die Gefahr größer, dass der Zahnarzt bei der Kariesentfernung auf die Pulpa stößt, als bei bleibenden Zähnen. In diesem Fall wird eine Wurzelkanalbehandlung des Milchzahnes erforderlich um die Platzhalterfunktion des Zahnes so lange wie möglich zu gewährleisten. Ein weiteres Problem ist die schlechte Mundhygiene vieler Kinder. Durch eingeschränkte motorische und geistige Fähigkeiten (besonders bei Kleinkindern) putzen sie die Zähne wesentlich schlechter und Zahnbeläge können so leichter die Zähne befallen.
Weiterhin lässt auch eine schlechte Ernährung durch viele gesüßte Getränke und Speisen das Kariesrisiko steigen.

Karies unter einer Füllung

Ist ein Zahn von Karies betroffen, wird dieser mit einer Füllungstherapie versorgt. Füllungsmaterialien sind dabei variabel. Nach dieser Füllungstherapie ist das zerstörte kariöse Gewebe entfernt und durch Füllungsmaterialien ersetzt.

Es kann durchaus passieren, dass sich unter der Füllung an den Füllungsrändern in der Zahnhartsubstanz erneut Karies auftritt. Diese Karies wird als Sekundärkaries bezeichnet. Diese Sekundärkaries tritt unter Kunststofffüllungen wesentlich öfter auf als bei Amalgamfüllungen. Das liegt daran, dass Amalgam eine bakterizide Wirkung hat, die die Füllungsränder vor Karies schützt. Kunststoff hat keinerlei bakterienbekämpfende Wirkung, welche die Häufigkeit von Sekundärkaries in die Höhe treibt.

Es ist besonders wichtig Zähne, die mit einer Füllung versorgt worden sind, besonders gründlich zu reinigen, vor allem auch die Zahnzwischeneräume. Sofern sich Bakterien an den Füllungsrand anhaften können, ist es für sie oft ein leichtes den intakten Zahn unter der Füllung zu erreichen und zu Sekundärkaries zu führen. Fortschreitende Sekundärkaries kann ein Grund sein, warum eine Füllung herausbricht oder verloren geht. Die Karies weicht die unter der Füllung befindliche Zahnhartsubstanz auf und löst so den Verbund zwischen Füllung und Schmelz oder Dentin, sodass die Füllung sich lösen kann.

Gründe für auftretende Sekundärkaries kann eine verminderte Mundhygiene sein, aber auch eine nicht vollständige Kariesentfernung kann Bakterien hinterlassen, die Karies unter der Füllung entstehen lassen können. Eine sehr alte Kunststofffüllung kann ebenfalls undicht geworden sein, da die Füllungsränder sich nach einer gewissen Zeit verfärben und nicht so langlebig sind wie beispielsweise Amalgam. Daher sind vor allem die Ränder von Kunststofffüllungen regelmäßig zu kontrollieren und nach einigen Jahren auszutauschen.

Karies unter der Krone

Eine Krone dient dem Zahn als Schutz vor weiterem Zahnhartsubstanzverlust, vor allem wenn der Zahn schon durch kariöse Läsionen geschwächt ist. Wie bei Sekundärkaries unter einer Füllung, kann sich ebenfalls Karies unter einer Krone bilden. Die Gründe für die Entstehung von Sekundärkaries sind dabei ähnlich. Nach einiger Zeit kann sich der Zement, mit der eine Krone befestigt ist , auswaschen und einen Spalt eröffnen.
Wird dieser Spalt nicht wahrgenommenund dementsprechend sorgfältig gereingt, können ungehindert Bakterien in diese Rille unter die Krone gelangen und die gesunde Zahnhartsubstanz durch Karies schwächen. Kommt eine schlechte Mundhygiene noch hinzu, können die Bakterien die Nahrungsreste als Substrat verwenden und diese verstoffwechseln.

Da durch das Präparieren für die Krone die Schmelzschicht nahezu komplett abgetragen wurde, ist der Zahn kaum geschützt, sofern die Mikroorganismen unter die Krone gelangen. Die Karies schreitet dann meist schnell voran und kann so rasch die Pulpa und die Nerven infizieren.
Weiterhin kann ebenfalls ein Behandlungsfehler oder ein Fehler des Zahntechnikers Grund für eine undichte Krone sein. Wenn der Randschluss der Krone nur minimal zu groß ist, stellt dieser eine Eintrittspforte für Karies dar die zeitnah für Sekundärkaries sorgen wird. Das tückische daran ist, dass die Karies röntgenologisch unsichtbar bleibt, da die Krone die Röntgenstrahlen komplett absorbiert und keine Einsicht in das Innere gewährleistet. Daher merkt selbst der Zahnarzt meist recht spät beispielsweise an einem undichten Rand, dass sich Sekundärkaries unter der Krone gebildet hat.

Der Zahnhalskaries

Zahnhalskaries befindet sich nun nicht wie die meiste Karies auf der okklusalen Fläche, sondern, wie der Name schon vermuten lässt, im Bereich des Zahnhalses. Dieser kann, wie physiologisch vorgesehen, eng vom Zahnfleisch bedeckt sein, oder aufgrund von äußeren Einflüssen, wie zu starkes Zähneputzen oder einer Zahnfleischerkrankung, freiliegen. Liegt dieser frei, kommen besonders leicht Bakterien an ihn heran.

Der Zahnhals stellt den Übergang von der Zahnkrone zur Zahnwurzel dar. Die Zahnkrone ist mit Zahnschmelz bedeckt und geht am Zahnhals in Zahnzement über, was im Bereich der Wurzel das Dentin bedeckt. Der Zahnschmelz ist sehr hart und der eigentliche Schutz vor Karies. Im Bereich des Zahnhalses ist dieser jedoch nicht mehr vorhanden, sodass das Dentin ungehindert von Bakterien befallen werden kann. Diese haben es in diesem Bereich sehr leicht, da sie direkt am weicheren Dentin ansetzen und relativ schnell die Zahnpulpa erreichen können, von dort aus ist es nur noch ein kleiner Sprung zum Wurzelkanal.

Die Hauptursache für das Aufkommen einer Karies im Zahnhalsbereich sind freiliegende Zahnhälse. Die Ursachen für freiliegende Zahnhälse sind unterschiedlich. Hauptgrund ist meist eine Parodontitis.
Aber auch der Konsum von Nikotin kann dazu beitragen.
Freiliegende Zahnhälse können auch Menschen erwischen, die regelmäßig ihre Zähne putzen, dabei jedoch zu großen Druck mit der Zahnbürste, die möglicherweise zu hart ist, ausüben und zusätzlich noch Zahnpasta mit starken Abrasionskörpern verwenden. Dadurch ist das Zahnfleisch einer großen Belastung ausgesetzt, sodass die kleinen Gewebsfasern reisen und sich das Zahnfleisch zurückzieht.
Der Weg für Bakterien am Zahnhals ist frei.

Die beste Vorsorge gegen Zahnhalskaries ist es, den Bakterien überhaupt nicht die Möglichkeit zu bieten, eine Kariesauszulösen.
Da die Hauptursache freiliegende Zahnhälse sind, sollte man eineParodontitis oder Gingivitis verhindern.
Das wichtigste ist beim allem eine gute und ausreichende Mundhygiene. Mindestens 2 mal am Tag die Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta putzen, mit einer nicht zu harten Zahnbürste und wenig Anpressdruck. Die Bewegungen kreisend vom Zahnfleisch weg zur Zahnkrone hin in einem Winkel von 45° ausführen.
Elektrische Zahnbürsten entfernen Plaque noch zuverlässiger und einfacher. Zungenschaber, Mundspülungen und Zahnseide, für die schwer zu erreichenden Zahnzwischenräume, sind ergänzend einzusetzen. Auch sehr wichtig ist die Einhaltung der Kontrolltermine, mindestens zweimal im Jahr, beim Zahnarzt.
Eine professionelle Zahnreinigung kann bei einem solchen Besuch auch durchgeführt werden.

Lesen Sie viele weitere Informationen zu diesem Thema unter: Zahnhalskaries

Therapie

Eine effektive Kariestherapie kann nur dann gewährleistet werden, wenn der behandelnde Zahnarzt eine richtige Einschätzung bezüglich der Kariestiefe und des Zustandes des betroffenen Zahnes trifft. Zu diesem Zwecke stehen dem Zahnarzt verschiedene diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung. In einigen Fällen können spezielle Lösungen, sogenannte Kariesdetektoren, dabei helfen kariöse Defekte am Zahn darzustellen. Diese Lösungen färben den Defekt, nachdem sie auf den trockenen Zahn aufgetragen wurden.

Darüber hinaus kann noch vor dem Beginn der Karies-Therapie ein geeignetes bildgebendes Verfahren durchgeführt werden. In der Zahnmedizin werden dazu in der Regel zwei verschiedene Verfahren genutzt. Sollten mehrere Zähne in unterschiedlichen Quadranten kariöse Stellen aufweisen, so kann eine Röntgenübersichtsaufnahme (Orthopantomogramm; OPG) angefertigt werden. Liegt lediglich an einem Zahn Karies vor, so sollte ein sogenannter Zahnfilm aufgenommen werden. Dieser ermöglicht eine exakte Einschätzung der Kariestiefe. Da es bei der Anfertigung von Röntgenaufnahmen stets zu einer Strahlenbelastung des Patienten kommt, sollten bildgebende Verfahren jedoch nur in besonderen Fällen durchgeführt werden. Die Therapie von kleinen kariösen Defekten kann zumeist auch ohne Bildgebung problemlos durchgeführt werden.

Sobald eine Karies als solche identifiziert und das Ausmaß des Defektes ermittelt wurde, kann mit der eigentlichen Behandlung begonnen werden. Die Therapie bei Vorliegen einer Karies richtet sich vor allem nach der exakten Lokalisation und dem jeweiligen Kariesstadium. In diesem Zusammenhang müssen verschiedene Ausprägungen der Karies unterschieden werden.

Die sogenannte Initialkaries gilt als Vorstufe einer echten Karies. Es handelt sich dabei um Entkalkungsvorgänge im Bereich des Zahnschmelzes, die sich als kleine weiße Flecken auf der Zahnoberfläche zeigen. Die Therapie dieser Form der Karies erfolgt in der Regel durch das Auftragen einer Fluorid-haltigen Substanz. Auf diese Weise kann der angegriffene Zahnschmelzremineralisiert und gehärtet werden. Darüber hinaus können fluoridhaltige Zahncremes dabei helfen, den betroffenen Zahn vor weiteren Schäden zu schützen.
Bei der Anwendung von fluoridhaltigen Zahncremes müssen jedoch unbedingt die Anweisungen des behandelnden Zahnarztes befolgt werden. Eine Überdosierung kann nämlich innerhalb kürzester Zeit zu unschönen Fluoridablagerungen auf der Zahnoberfläche führen. Bei einer Karies, die nicht bloß auf den Zahnschmelz beschränkt ist, sondern auch das tiefere Zahnbein (Dentin) befällt, bedarf in der

Regel einer wesentlich umfangreicheren Therapie. Eine Fluoridierung der Zahnoberfläche kann die Ausbreitung der kariösen Defekte bei Vorliegen einer solchen Dentinkaries nicht länger aufhalten. Bei der Therapie dieser Form der Karies muss der behandelnde Zahnarzt die kariöse Zahnsubstanz mitsamt eines minimalen Anteils gesunden Zahnes entfernen. Nur auf diese Weise kann einer möglichen Kariesneubildung unter dem Füllungsmaterial (sogenannte Sekundärkaries) vorgebeugt werden. Im Anschluss muss der Zahn vollständig trockengelegt und mit einem Füllungsmaterial versehen werden. Die Wahl des am besten geeignetsten Füllungsmateriales richtet sich sowohl nach dem Zustand des Zahnes, als auch nach dem Wunsch des Patienten.

Bei der Therapie einer Karies unterscheidet man starre, von plastischen Füllungsmaterialien. Starre Füllungsmaterialien werden in der Regel nur bei umfangreicheren kariösen Defekten verwendet. Sie müssen außerhalb der Mundhöhle, in einem zahntechnischen Labor angefertigt und im Anschluss in den Zahn eingebracht werden. Aus diesem Grund sind die starren Füllungsmaterialien deutlich teurer als die Plastischen. Im Bezug auf die Stabilität liegt der Vorteil jedoch deutlich auf Seiten der starren Füllungsmaterialien. Zur Gruppe der plastischen Füllungsmaterialien zählen vor allem Komposite (Kunststoffe) und Amalgam. Diese Substanzen können nach Präparation und Trockenlegung des Zahnes direkt in die Kavität eingebracht, dort geformt und ausgehärtet werden. Im Gegensatz zu den starren Materialien eignen sie sich vor allem zur Versorgung kleiner Karies.

Mittlerweile finden hauptsächlich Kunststoffe in der Therapie der Karies Anwendung. Grund dafür ist die Tatsache, dass Amalgamfüllungen gesundheitsgefährdende Eigenschaften nachgesagt werden. Eine Zahnfüllung aus Amalgam scheint jedoch wesentlich langlebiger zu sein als eine Kunststofffüllung. Die Therapie einer Karies wird grundsätzlich sowohl von den gesetzlichen, als auch von den privaten Versicherungen getragen. Sowohl die Anfertigung einer Kunststofffüllung, als auch die Therapie mit einem starren Füllungsmaterial bedürfen jedoch einer Zuzahlung des Patienten. Einzige Ausnahmen bilden hier Frontzahnfüllungen und Zahnfüllungen bei Patienten, die nicht mit Amalgam versorgt werden dürfen (beispielsweise bei Unverträglichkeiten, Allergienoder Nierenfunktionsstörungen). In diesen Fällen werden zumindest die Kosten für eine Kunststofffüllung vollständig von den Krankenkassen getragen. Patienten mit einer sogenannten caries profunda (tiefe Karies), bei der mehr als 2/3 des Zahnbeins betroffen sind, bedürfen einer wesentlich umfangreicheren Therapie.

Bei den betroffenen Patienten gilt es neben dem Setzen der Füllung, auch den Zahnnerv(Pulpa) zu schützen. Aus diesem Grund muss der gewöhnlichen Zahnfüllung immer eine sogenannte Unterfüllung voraus gehen. Dabei wird ein calciumhydroxidhaltiges Medikament, welches die Zahnbein-Neubildung anregen soll, in die Tiefe der Kavität eingebracht. Eine sogenannte durchdringende Karies (caries penetrans) hingegen reicht bereits durch das Zahnbein bis in die Zahnmarkhöhle (Pulpa).

Kommt es bei dem betroffenen Zahn zur Ausbildung von entzündlichen Prozessen, muss das Zahnmark mitsamt der darin befindlichen Nervenfasern entfernt werden. Bei dieser umfangreichen Karies-Therapie werden die Wurzeln des Zahnes mit kleinen Handbohrern (siehe auch:Zahnschmerzen nach dem Bohren) bearbeitet und anschließend gründlich desinfiziert (Wurzelkanalaufbereitung). Zudem muss in den meisten Fällen ein antibakterielles Medikament in den Zahn eingebracht und dort für einige Tage belassen werden. Im Anschluss kann diese Form der Karies-Therapie durch das Auffüllen der Wurzelkanäle abgeschlossen werden (Wurzelkanalfüllung). Je nach Ausprägung der entzündlichen Prozesse kann die Prognose deutlich variieren. Man kann davon ausgehen, dass die Vielzahl der behandelten Zähne nach einiger Zeit einer weiteren Therapie bedarf. Treten bei dem Patienten nach Abschluss der Wurzelkanalbehandlung erneut Schmerzen auf, muss in der Regel eine sogenannte Wurzelspitzenresektiondurchgeführt werden. Bleibt auch dieser Therapie-Versuch erfolglos, muss der betroffene Zahn aus dem Kiefer entfernt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Karies entfernen und Kariesbehandlung

Kann man Karies heilen?

Keine Krankheit ist weltweit so weit verbreitet wie die Karies oder zu Deutsch Zahnfäule. Nahezu jeder Mensch der Bevölkerung hat oder hatte bereits eine kariöse Läsion, die mit einer schmerzhaften Füllungstherapie behandelt werden musste. Doch kann Karies auch anders geheilt werden?

Hat eine Karies in dem Anfangsstadium die Oberfläche noch nicht durchbrochen und beschädigt, kann die anfängliche Demineralisierung durch eine Fluoridierung rückgängig gemacht werden. In diesem Fall ist keine Füllungstherapie notwendig. Sobald eine Schädigung der Oberfläche (also ein Loch) durch Karies entstanden ist, reicht eine Fluoridierung nicht mehr aus und das durch Karies zerstörte Gewebe muss mechanisch entfernt werden.

Durch neuartige Laser wie den E – YAG- Laser wollen viele dem unbeliebten Bohrer entgehen, was allerdings in besonders tiefen Fällen nicht möglich ist, da der Laser hier nicht die komplette Karies entfernen kann. Daher bringt in der Mehrzahl der Fälle nur die konventionelle Füllungstherapie den gewünschten Erfolg.

Kann man Karies lasern?

Das Lasern von Karies ist eine neuartige Methode um Karies gezielt zu entfernen. Verwendet wird dabei der so genannte Erbium- Yag- Laser, der Licht einer Wellenlänge aussendet, das von der Feuchtigkeit des Zahnes aufgenommen wird. Das Wasser dehnt sich dabei so aus, dass Mikroexplosionen entstehen, die das weiche Kariesgewebe durch die Energieerzeugung entfernen.
Bei der Behandlung trägt der Patient einen Gehörschutz, da die Anwendung relativ laute Schläge erzeugt.

Allerdings können die E- Yag- Laser heutzutage den Bohrer noch nicht ersetzen, da sie bei tiefer Karies nicht effizient genug arbeiten. Die Kosten für eine derartige Behandlung betragen etwa fünfzig bis zweihundertfünfzigEuro pro kariösem Zahn. Außerdem gibt es keinerlei wissenschaftliche Evidenz für die Kariesentfernung mit Laser, weshalb der Laser den mechanischen Bohrer bislang noch nicht verdrängen konnte.

Hausmittel gegen Karies

Generell können Hausmittel die Schmerzsymptomatik einer Karies lindern, allerdings können sie die Karies nicht stoppen oder gar rückgängig machen.
Das Kauen auf Nelke und Kurkuma hat sich dabei bewährt um die Beschwerden durchaus zu lindern. Nelkenextrakt ist bereits seit tausenden von Jahren ein bewährter Wirkstoff in der Zahnmedizin, dessen beruhigende Wirkung bekannt ist.
Außerdem soll normales Haushaltssalz die Kariesaktivität eindämmen, was allerdings aufgrund fehlender wissenschaftlicher Evidenz stark anzuzweifeln ist.

Ist eine irreversible Schädigung der Zahnhartsubstanz durch Karies vorhanden (d.h. ein tiefes Loch, das bis ins Dentin reicht)  kann kein Hausmittel die Behandlung durch eine Füllungstherapie ersetzen. Generell sollte die häusliche Anwendung von Mitteln mit dem behandelnden Zahnarzt abgesprochen werden um die Therapiemaßnahmen gegen die Karies nicht zu beeinträchtigen.

Ist Karies ansteckend?

Es ist zwar allgemein bekannt, dass Erkrankungen, die durch virale oder bakterielle Erreger hervorgerufen werden, ansteckend sind. Das dies auch für Karies zutrifft ist den meisten Menschen jedoch nicht bewusst. Bei Karies handelt es sich um eine Zahnerkrankung, die durch bakterielle Erreger hervorgerufen wird. Laut Weltgesundheitsorganisation (kurz: WHO) handelt es sich bei Karies sogar um die weitest verbreitete Infektionskrankheit überhaupt. Man geht davon aus, dass ungefähr 95 Prozent der Weltbevölkerung davon betroffen sind. Alle Menschen kommen zunächst ohne die karies-verursachenden Bakterien auf die Welt. Da diese Erkrankung jedoch ansteckend ist, müssen die bakteriellen Erreger zunächst in die Mundhöhle gelangen. In der Regel findet die Übertragung der relevanten Erreger bereits in der frühen Kindheit statt. Vor allem die gemeinsame Nutzung von Besteck

oder das Säubern eines Schnullers mit Speichel der Mutter, gehört zu den häufigsten Übertragungswegen. Nach der Übertragung siedeln sich die karies-auslösenden Bakterien innerhalb der Mundhöhledes Kindes an, vermehren sich und persistieren dort über Jahre. Es kann davon ausgegangen werden, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Kariesrate und Alter bei Ansteckung besteht. Je früher die ansteckenden Bakterien übertragen werden, desto höher kann die spätere Kariesrate sein. Studien zufolge bekamen von den Kindern, die in den frühen Lebensjahren infiziert wurden, ungefähr 89 Prozent noch vor dem fünften Lebensjahr Karies. Bei Karies handelt es sich demnach um eine weit verbreitete Infektionskrankheit, die hoch ansteckend ist.

Symptome

Die Symptome für eine Karies lassen sich nicht eindeutig einem Muster zuordnen, sondern sind aufgrund ihrer langen Wirkdauer, je nach Stadium abhängig.
Zu Beginn weiß der Patient noch nicht einmal, dass er darunter leidet, denn Schmerzen treten erst mal keine auf. Der Nahrungsaufnahme kann ganz gewohnt nachgegangen werden, ohne, dass man bei sehr kalten oder auch heißen Getränken etwas spürt. Sichtbar ist es hingegen schon, nämlich in Form von kleinen weißen Pünktchen. Sollten diese zufällig, zum Beispiel bei der regelmäßigen Kontrolle von einem Zahnarzt entdeckt werden, hat man sehr gute Chancen, sie ohne weiteren Aufwand und sehr substanzschonend behandeln zu lassen, sodass der Eintritt ins nächste Stadium verhindert werden kann.

Mit der Zeit werden diese weißlichen Verfärbungen immer mehr sichtbar und auch der Patient verspürt die ersten Symptome. Schmerzen treten periodisch auf, verschwinden also für einen gewissen Zeitraum, kehren jedoch auch wieder. Die Phasen des Nichtauftretens werden seltener, bis der Schmerz dauerhaft zu Tage kommt.

Essen und Trinken gestaltet sich von Mal zu Mal als unangenehmer. Besonders heiße oder kalte Getränke, süße und klebrige Speisen oder auch säurehaltiges Obst treiben einem beim Verzehr den Schmerz ins Gesicht und von Genuss kann keine Rede mehr sein. Man greift sich mit der Hand an die Stelle von außen mit der Hand und ist froh, wenn nichts mehr diese Stelle berührt. Die Karies kann sich auf das umgebene Gewebe ausbreiten, sodass der Schmerz noch stärker wird.
Ein weiteres Symptom ist ein fauler Geruch aus dem Mund. 

Schmerzen durch Karies

Tückisch an dem Verlauf einer Kariesentwicklung ist, dass Schmerzen erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium entstehen. Zuvor ist der Zahn nahezu symptomlos, was den Betroffenen die kariöse Läsion gar nicht bemerken lässt.

Die erste Phase, in der die Karies noch reversibel ist, wird von den Patienten gar nicht wahrgenommen und sind eher als Zufallsbefund bei der zahnärztlichen Kontrolle feststellbar. Meist werden Schmerzen erst spürbar, wenn die Karies durch den Schmelz das Dentin erreicht. Im Dentin sind kleine Kanäle zu finden, die mit dem Zahnmark in Verbindung stehen, durch die die Bakterien die Pulpa schnell erreichen können. Die Nerven innerhalb der Pulpa reagieren auf den durch die Bakterien entstehenden Reiz und der Patient verspürt Schmerzen.
Diese Schmerzen werden durch besonders zuckerhaltige Speisen kurzfristig verstärkt, auch besonders kalte Getränke und Speisen können zu der Symptomatik führen. Die Schmerzen haben dabei ziehenden stechenden Charakter, aber nur von kurzer Dauer und bei besonderen Anlässen wie der Nahrungsaufnahme.

Kann man Karies im Röntgenbild sehen?

Röntgenbilder sind für den Zahnarzt ein diagnostisches Hilfsmittel um Karies zu erkennen. Vor allem bei den Stellen, die von außen nicht sichtbar sind, wie z. B.  an den Zahnflächen zwischen den Zähnen, kann der Zahnarzt mit Hilfe von Bissflügelaufnahmen Karies detektieren.
Im Röntgenbild ist Karies als dunkle Stelle in der Zahnkrone oder an der Wurzel zu erkennen, die sich vom restlichen Zahn abhebt. Allerdings lässt sich eine anfängliche entstehende Karies kaum in einem Röntgenbild erkennen, erst bei einem Einbruch der Schmelzoberfläche lässt sich dies auch in der Strahlendiagnostik erkennen.
Deshalb sind regelmäßige Röntgenaufnahmen auf der Basis der allgemeinen Untersuchung etwa alle zwei Jahre durchaus sinnvoll, um Kariesentstehung frühzeitig zu erkennen und gezielt zu therapieren, denn selbst der Zahnarzt kann nicht immer alle Zahnflächen optimal begutachten und einschätzen.

Prophylaxe

Die für die Entstehung von Karies verantwortlichen Bakteriensammeln sich im Zahnbelag, der sich zwischen Zahn und Zahnfleischrand bildet, an. Deshalb ist es für die Prophylaxe wichtig, diesen Zahnbelag mittels Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnseide zu entfernen. Denn es gilt der Spruch: Ein sauberer Zahn wird nicht krank."

Da aber Fluoride die Widerstandskraft des Zahnschmelzes gegen Säureangriffe stärken, sollten in jedem Fall fluoridhaltige Zahnpasten oder Spüllösungen Verwendung finden. Fluoride verstärken auch den remineralisierenden Effekt des Speichels.

Ein anderer Weg wäre der gänzliche Verzicht auf Zucker, aber dies ist sicherlich auch nicht möglich. Eine vielversprechende Maßnahme ist die besonders in Skandinavien geübte Verwendung von Xylit anstelle von Zucker. Xylit kann vom Streptococcus mutans nicht aufgenommen und verarbeitet werden, und es kommt letztendlich zum „Verhungern „ dieses für die Karies verantwortlichen Keimes. Xylit ist aber teuer und deshalb nicht in allen Nahrungsmitteln zu verwenden. Zur Zeit ist es hauptsächlich ein Bestandteil von Kaugummis.

Bei Jugendlichen, deren Seitenzähne noch nicht von Karies befallen sind, bietet sich eine Versiegelung der besonders gefährdeten Zahnoberflächen an. Dabei werden die Grübchen mit Kunststoff aufgefüllt und so gegen Säureangriffe geschützt. Diese prophylaktische Maßnahme hat sich bestens bewährt und unter dem Namen Fissurenversiegelung bekannt. 

Was ist ein Kariesdetektor?

Ein Kariesdetektor ist eine Lösung, die der Zahnarzt verwendet um zu überprüfen, ob er die vorhandene kariöse Läsion komplett beseitigt hat und die Ränder der Kavität kariesfrei sind. Der Detektor ist eine Flüssigkeit, die aus einem Lösungsmittel und einem Farbstoff besteht. Das Lösungsmittel kann in abgestorbenes und von Bakterien befallenes Zahnbein eindringen und der Farbstoff verfärbt diese Bereiche sichtbar. In gesunde oder demineralisierte Zahnhartsubstanz kann der Kariesdetektor nichteindringen, sodass nur die kariösen Bereiche eingefärbt werden.

Der Behandler kann sich nun selbst kontrollieren, ob die kariösen Bereiche vollständig entfernt worden sind und in wieweit er noch Karies nachentfernen muss. Dadurch lässt sich durch den Kariesdetektor nekrotisches Gewebe von gesundem unterscheiden, was nicht nur während der Behandlung als Kontrolle dienen kann, sondern auch durchaus als diagnostisches Hilfsmittel verwendet wird.

In den meisten Fällen besteht der Kariesdetektor aus dem Lösungsmittel Propylenglykol und dem Farbstoff Erythrosin.

Zusammenfassung

Die Karies ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit. Organische Säuren und Bakterien sind die auslösende Ursache für die Zerstörung der Zahnhartsubstanz. Die im Zahnbelag befindlichen Bakterien verarbeiten den Zucker zu aggressiven organischen Säuren. Die Therapie besteht in der totalen Entfernung des infizierten Gewebes und anschließender Füllung mit geeigneten Materialien. Die Prophylaxe umfasst die Entfernung der Zahnbeläge durch sorgfältig durchgeführter Mundhygiene, für die das notwendige Instrumentarium zur Verfügung steht.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Wolfgang Weinert      |     Letzte Änderung: 14.10.2017
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