Anatomie Zahn

Synonyme

Zähne, Zahnkrone, Zahnwurzel, Zahnschmelz, Zahnfleisch

Medizinisch: Dens

Englisch: tooth

Einleitung

Die Anatomie ist die Wissenschaft, die sich mit der Form und dem Bau des Körpers und seiner Teile beschäftigt. Was für den ganzen menschlichen Körper gilt, ist auch für seine einzelnen Teile anwendbar, also auch für den Zahn. Hier gelangen Sie zur Zahnmedizin.

Abbildung Zahn

a - Zahnkrone - Corona dentis
b - Zahnhals - Cervix dentis
c - Zahnwurzel - Radix dentis

  1. Zahnschmelz -
    Enamelum
  2. Zahnbein (=Dentin) -
    Dentinum
  3. Zahnmark in der Zahnhöhle -
    Pulpa dentis in Cavitas dentis
  4. Zahnfleisch -
    Gingiva
  5. Wurzelkanal
  6. Zement -
    Cementum
  7. Wurzelhaut - Periodontium
  8. Öffnung der Zahnwurzelspitze -
    Foramen apicale dentis
  9. Nervenfasern
  10. Alveolarknochen (zahntragender Teil der Kieferknochen) -
    Pars alveolaris (Processus alveolaris)
  11. Blutgefäße
  12. Zahnwurzelspitze - Apex denitis
  13. Aufteilungsstelle der Zahnwurzeln (Gabel) - Bifurkation
  14. Zahnfurche

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Die Zahnkrone

Beim Zahn unterscheidet man zwischen den sichtbaren und den nicht sichtbaren Anteilen. Der sichtbare Teil, der über dem Zahnfleisch steht und in die Mundhöhle ragt, wird als Zahnkrone bezeichnet. Die äußerste Schicht, sozusagen der Überzug der Krone, ist der Zahnschmelz, er besteht aus Hydroxylapatit, einem anorganischen Material, das nur 1-2% organische Substanz enthält. Das Hyddroxylapatit hat eine prismatische Struktur, wodurch es eine gewisse Transparenz erhält.
Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz des Körpers. Unter dem Schmelz befindet sich eine zweite wesentlich weichere Schicht, die Dentin genannt wird. Das Dentin oder auch Zahnbein ist wesentlich weicher als der Schmelz, aber härter als Knochen und mit feinen Dentinkanälchen durchzogen, in denen sich Ausläufer der Knochen bildenden Zellfortsätze befinden. Beide Schichten sind nicht mit Blut versorgt. Sie können also nicht bei Beschädigungen vom Körper wiederhergestellt werden.
Ganz im Innern des Zahnes befindet sich das Zahnmark, Pulpa genannt. Die Pulpa enthält Bindegewebe, Blutgefäße und Nerven und ist mit dem gesamten Organismus verbunden. Die Form der Pulpa ähnelt in etwa der des Dentins. Im Laufe des Alters verkleinert sich die Pulpa durch Anbau von Sekundärdentin.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnkrone

Der Zahnhals

Der zwischen Krone und Wurzel befindliche Teil des Zahnes wird Zahnhals genannt. Es handelt sich um den normalerweise vom Zahnfleisch ringsum bedeckten Teil des Zahnes, am Übergang von der Zahnkrone zur Zahnwurzel. An dieser Stelle befindet sich auch die Zahnfleischfurche (Sulcus), an der sich zuerst die bakteriellen Beläge ansiedeln und die daher für Karies besonders anfällig ist.
Lesen Sie auch Schmerzen am Zahnhals

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Zahnhals

Kronenform und Wurzelanzahl

Die einzelnen Zähne haben verschiedene Aufgaben bei der Aufbereitung der Nahrungsmittel (siehe auch: Ernährung). Die Bezeichnungen sind im Ober- und Unterkiefer identisch, so haben wir für jede Kieferhälfte jeweils 4 keilförmige Schneidezähne (Incisivi), je 2 Eckzähne (Canini) je 4 kleine Mahlzähne (Prämolaren) 4 Mahlzähne (Molaren). Dazu kommen noch 2 sogenannte Weisheitszähne. Insgesamt umfasst das bleibende Gebiss des Erwachsenen 32 Zähne. Die Anzahl der Wurzeln ist jedoch zum Teil im Ober- und Unterkiefer unterschiedlich. Alle Schneide- und Eckzähne haben in beiden Kieferhälften nur eine Wurzel. Dagegen hat im Oberkiefer der erste Prämolar zwei und der zweite eine Wurzel. Die Molaren haben drei Wurzeln. Im Unterkiefer besitzen die Molaren nur zwei Wurzeln. Die Anzahl der Wurzeln bei den Weisheitszähnen kann zwischen einer und vier Wurzeln differieren. Die Oberflächen der Prämolaren und der Molaren sind mit Höckern und Rinnen ausgestattet. Durch diese Oberflächengestaltung wird die Zerkleinerung der Nahrung begünstigt. Siehe auch Kieferorthopädie.

Die Zahnwurzel

Der nicht sichtbare Anteil vom Zahn ist die Zahnwurzel, die sich in der Alveole befindet. Sie besteht aus Dentin mit einer dünnen äußeren Beschichtung, dem Zahnzement. Bindegewebige Fasern, die Wurzelhaut (Parodontium) verbinden den Zement mit dem Knochen und befestigen ihn so in der Alveole. Das Parodontium ist also der Befestigungs- und Aufhängeapparat, der den gewaltigen Kaudruck auszuhalten hat. Im Innern der Zahnwurzel verläuft ein sogenannter Wurzelkanal, in dem die Blutgefäße und Nervenfasern aus der Pulpa bis ans Ende der Wurzel, dem Apex, verlaufen, dort austreten und so die Verbindung mit dem Gesamtorganismus herstellen. Bei einwurzeligem Zahn ist diese gerade, während bei mehrwurzeligem Zahn die Wurzeln mehr oder minder leicht gebogen sein können.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnwurzel

Das Milchgebiss

Der Zahn des Milchgebisses entsprecht in seinem Aufbau und Form denen des bleibenden Gebisses. Mit der Ausnahme, dass die Prämolaren fehlen, an deren Stelle stehen die Milchmolaren. Auch gibt es keine Weisheitszähne. Durch das Fehlen einiger Zähne besteht das Milchgebiss lediglich aus 20 Zähnen. Natürlich sind die Milchzähne viel kleiner und die einzelnen Schichten von Schmelz und Dentin wesentlich dünner, was sie auch stärker anfällig gegen Karies macht. Die Wurzeln der Milchzähne werden nach und nach resorbiert bis nur noch die Krone übrig bleibt und der Zahn ausfällt, um dem bleibenden Zahn Platz zu machen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Milchgebiss

I - Oberkiefer rechts -
1. Quadrant (11-18)
II - Oberkiefer links -
2. Quadrant (21-28)
III - Unterkiefer links -
3. Quadrant (31-38)
IV - Unterkiefer rechts -
4. Quadrant (41-48)

  1. 1.Schneidezahn -
    Dens incisivus I
  2. 2.Schneidezahn -
    Dens incisivus II
  3. Eckzahn -
    Dens caninus
  4. 1.vorderer Backenzahn
    Vormahlzahn (Prämolar) -
    Dens premoralis I
  5. 2.vorderer Backenzahn
    Vormahlzahn (Prämolar) -
    Dens premoralis II
  6. 1. Mahlzahn (Molar) - Dens molaris I
  7. 2. Mahlzahn (Molar) - Dens molaris II
  8. Weisheitszahn (=3. Mahlzahn) - Dens molaris tertius (Dens serotinus)

    1. - 3. sind Frontzähne (3 je Quadrant) 4. - 8. sind Backenzähne (5 je Quadrant)

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Der Eckzahn

Der Eckzahn (lat. Dens caninus, „Hundezahn“) ist ein kegelförmiger Zahn im Gebiss hinter den Schneidezähnen und vor den Vorbackenzähnen (Prämolaren).
Dabei bezieht sich die Benennung als Eckzahn auf den deutlichen Knick des Zahnbogens an dieser Stelle. Im Oberkiefer ist der Eckzahn der vorderste Zahn im Oberkieferknochen (Maxilla). Der Mensch hat je einen Eckzahn pro Kieferhälfte im Ober- und Unterkiefer, also insgesamt 4 Eckzähne.
Er steht jeweils an dritter Position und ist der größte Zahn im Frontzahnbereich. Die Eckzähne bilden jeweils den Übergang der Frontzähne (Schneidezähne) zu den Seitenzähnen (Backenzähne). Der Eckzahn wird bereits im Milchgebiss angelegt, der erste Zahdurchbruch erfolgt ungefähr mit 1,5 Jahren.

Der Durchbruch der bleibenden Eckzähnen findet ungefähr im 11. Lebensjahr statt. Jeder Eckzahn hat eine Zahnwurzel, welche einen Kanal enthält. Diese Wurzeln sind zum Teil etwas abgeflacht. Die oberen Eckzähne haben zudem ein deutliches Wurzelmerkmal mit einer Krümmung an ihrer Wurzelspitze.
Beide Merkmale fehlen bei den unteren Eckzähnen. Die Wurzeln der unteren Eckzähne sind kürzer, sodass hier die Zahnkronen etwas länger als die Wurzeln sind. Die Zahnkrone der Eckzähne besitzt statt einer Kaufläche nur eine Höckerspitze (Eckzahnspitze) mit zwei kurzen Schneidekanten.

Die Kauflächen der Eckzähne sind, anders als bei den Schneidezähnen, zweigeteilt in eine mesiale (vordere) und eine distale (hintere) Hälfte. Diese Hälften bilden einen Winkel von ca. 20° zueinander. Zudem hat der Eckzahn wie fast alle Zähne eine leichte Krümmung von der Schneidekante zum Zahnhals.
Die Schneidekante der Eckzähne ist weniger Spitz als die der Schneidezähne und liegt nicht genau mittig auf der Schneidkante, sondern ist etwas nach vorne verschoben. Zudem besteht ein kleiner Unterschied zwischen den oberen und unteren Eckzähnen. So sind die unteren Eckzähne in der Regel etwas kleiner als die oberen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Eckzahn

Der Schneidezahn

Die Schneidezähne (lat. Dentes incisivi) dienen zum Abbeißen der Nahrung. Sie liegen im vorderen Bereich des Kiefers und der Mensch hat oben und unten jeweils 4 Schneidezähne.
Das bedeutet zwei mittlere und zwei seitliche Schneidezähne oben und unten. Die mittleren Schneidezähne werden in der Zahnformel mit den Zahlen 11, 21, 31 und 41 bezeichnet, die seitlichen Schneidezähne oben und unten mit den Ziffern 12, 22, 32 und 42.

An die Schneidezähne grenzen die Eckzähne, welche ebenfalls zu den „Frontzähnen“ gehören. Die Unterscheidung der einzelnen bleibenden Zähne im Gebiss erfolgt nach deren Stellung im Gebiss und ihrer Funktion. Die Schneidezähne bestehen wie jeder andere Zahn im menschlichen Gebiss aus einer Zahnkrone, dem Zahnhals und der Zahnwurzel.
Dabei ist die Zahnkrone entsprechend ihrer Aufgabe, dem Abbeißen der Nahrung, eher flach und scharfkantig, was ein leichtes Abbeißen ermöglicht. Zudem ist jeder Zahn aus verschiedenen Schichten aufgebaut, welche durch den Zahnschmelz von außen bedeckt sind.
Innen liegt das Dentin (Zahnbein) welches wiederum das Zahnmark (Pulpa) umschließt. Die Zahnwurzel wird bis zum Übergang in den Zahnhals von Zahnzement umschlossen.

Zusammenfassung

Die 32 Zähne des Erwachsenen unterscheiden sich je nach ihren Aufgaben bei der Nahrungsaufnahme und Zerkleinerung sowohl in der Form der Zahnkronen als auch der Anzahl der Zahnwurzeln. Der Zahnaufbau besteht aus drei Bestandteilen, dem Zahnschmelz, dem Zahnbein und dem Zahnmark. Das Milchgebiss umfasst 20 Zähne, die in ihrer Anatomie den bleibenden Zähnen identisch sind, nur in kleinerer Ausgabe.

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Qualitätssicherung durch: Dr.Wolfgang Weinert      |     Letzte Änderung: 16.11.2017
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