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Alles rund um die Zahnbürste

Einleitung

Eine gute Mundhygiene bildet die wesentliche Voraussetzung für die Vorbeugung von Karies und Zahnbetterkrankungen. Für die Durchführung der Zahnreinigung sind verschiedene Hilfsmittel vorhanden. Alle haben das Ziel, die bakteriellen Zahnbeläge zu entfernen. Dabei ist die Zahnbürste neben der Zahnpasta das wichtigste Instrument. Hier erhalten Sie einen Einblick über alles, was Sie wissen müssen.

Aufbau einer Zahnbürste

Man kann die Zahnbürste in 3 wichtige Unterscheidungsmerkmale einteilen:

  1. Den Stiel
  2. Den Bürstenkopf und
  3. Die Borsten

1. Stiel

Auf den ersten Blick mag einem der Bürstenstiel nicht so wichtig erscheinen. Ein Vergleich unterschiedlicher Zahnbürsten lässt aber erkennen, dass es deutliche Unterschiede zwischen den Zahnbürstenstielen gibt. Ein Zahnbürstenstiel sollte vor allem fest in der Hand liegen. Er sollte deshalb ergonomisch geformt sein, das bedeutet, er muss ein ermüdungsfreies Putzen ermöglichen. Dabei sollte die Zahnbürste gut geführt werden können und, wenn möglich, sollte für den Daumen eine Auflage vorhanden sein. Um diese Voraussetzungen zu erfüllen, muss der Stiel lang genug sein und nicht zu schmal, damit er fest in der Hand liegt. Eine Gummieinlage verhindert ein Drehen. Zahnbürsten mit geknickten Stiel sollen ein zahnärztliches Instrument nachahmen und dadurch auch schlecht erreichbare Stellen besser erfassen.

2. Bürstenkopf

Der Bürstenkopf ist Träger der Borsten. Ein zu langer Bürstenkopf bringt keine bessere Putzleistung, im Gegenteil, mit einem kurzen Bürstenkopf lassen sich die Zähne viel besser erreichen, da die Zähne nicht gerade, sondern bogenförmig angeordnet sind. Mit einem kurzen Bürstenkopf werden auch die Innenseiten der Zähne besser erreicht. Mit einem langen Kopf ist dies nicht möglich. Für die besonders engen Kieferverhältnisse der Kinder gibt es besondere Kinderzahnbürsten mit extra kleinen Bürstenköpfen. Der Bürstenkopf ist mit Vertiefungen versehen, in denen die Borsten befestigt werden. Das Bürstenkopfende sollte abgerundet sein, um Verletzungen zu vermeiden.

3. Borsten

Früher wurden bei Zahnbürsten in erster Linie Naturborsten eingesetzt. Heute ist man davon vollkommen abgekommen und setzt nur noch Kunststoffborsten ein. Naturborsten haben etliche Nachteile, sie können nicht abgerundet werden, sie haben einem Markkanal, in den sich Bakterien festsetzen können, und sie haben keine glatte Oberfläche, sondern sind schuppig aufgebaut, was den Ansatz von Bakterien begünstigt. Kunststoffborsten haben alle diese Nachteile nicht. Sie können abgerundet werden, was Zahnfleischverletzungen vermeidet, sie haben keinen Markkanal und ihre Oberfläche ist glatt. Am Bürstenkopf werden sie entweder mit Hilfe eines kleinen Drahtes oder durch Einschweißen befestigt. Letzteres verhindert Schlupfwinkel für Bakterien. Außerdem sind Kunststoffborsten sehr flexibel, sie passen sich der Zahnform an und besitzen ein hohes Rückstellvermögen. Kunststoffborsten lassen sich in verschiedenen Härtegraden herstellen. Es gibt sie in den Härtegraden hart, mittel und weich. Je nach den individuellen Notwendigkeiten kann man so die passende Zahnbürste auswählen.

Borstenfeld

Das Borstenfeld der Zahnbürste kann sehr unterschiedlich sein. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten das Borstenfeld zu gestalten. Ist die Oberfläche des Borstenfeldes eben, so spricht man von einer Multituft- Zahnbürste. Hierbei stehen die einzelnen Borstenbüschel senkrecht und parallel zueinander. Die Borsten können in dieser Anordnung sehr gut abgerundet werden. Stehen die Borsten schräg gegeneinander handelt es sich um eine V-Zahnbürste. Sie soll besonders gut in die Zahnzwischenräume eindringen können. Durch ihre hohe Flexibilität können dies Mulituft-Bürsten aber auch. Bei den Multituft-Zahnbürsten gibt es noch weitere Variationen. So können die äußeren Borsten höher stehen als die inneren. Zusätzlich sind die inneren Borsten härter und die Äußeren weicher. Diese Konfiguration soll bewirken, dass die härteren Borsten die Zahnbeläge entfernen und die weicheren das Zahnfleisch massieren.

Normung

Der Deutsche Normenausschuss hat auch eine Normung für Zahnbürsten aufgestellt. Mit aufwendigen Prüfverfahren wurden so die Härte und Flexibilität der Borsten gemessen und genormt. Auch Bürstenkopf und Stiele wurden einer Normung unterzogen. Bürsten, die dieser Norm entsprechen, können sich mit dem DIN-Zeichen schmücken. Allerdings ist diese Vorschrift nicht bindend, sondern jedem Hersteller von Zahnbürsten bleibt es überlassen, wie er sich entscheidet.

Welche Härte ist die richtige für mich?

Es gibt Zahnbürsten in den Härtegraden hart, mittel und weich. Menschen mit unempfindlichem Zahnfleisch und unempfindlichen Zähnen können harte Zahnbürsten verwenden. Sie haben die höchste Reinigungkraft. Allerdings können sie, wenn sie mit zu hohem Druck verwendet werden, Zahnfleischbluten provozieren und zum Beispiel an freiliegenden Zahnhälsen Putzdefekte begünstigen. Meist wird die Zahnbürste mit mittleren Borsten empfohlen. Sie ist weniger unangenehm im Gebrauch, reizt das Zahnfleisch weniger als die harte und verfügt um eine genügende Putzkraft. Die weiche Zahnbürste ist nur bei stark empfindlichem Zahnfleisch und freiliegenden Zahnhälsen zu empfehlen. Mit ihr ist es möglich, auch über stark gereiztes Zahnfleisch zu putzen. Bei Zahnfleischentzündungen ist es besonders wichtig, Plaque zu entfernen, da diese die Entzündung provoziert. Allerdings läuft man bei weichen Borsten in Gefahr, zu viel Druck auf Zähne und Zahnfleisch auszuüben.

Zahnbürste mit Naturborsten - sinnvoll?

Zahnbürsten mit Naturborsten scheinen in letzter Zeit, in der das ökologische Bewusstsein langsam steigt, eine gute Alternative zur herkömmlichen Zahnbürste aus Plastik.

Aus zahnmedizinischer Sicht hat man von einer Zahnbürste mit Naturborsten allerdings keinerlei Vorteil. Es werden in der Regel abgerundete Nylonfilamente verwendet und auch empfohlen. Bei Naturborsten handelt es sich im Normalfall um Tierhaare. Diese lassen sich an ihrer Spitze nicht so gut abrunden wie die synthetischen Nylonborsten. Außerdem bieten sie mit ihrer rauen Oberfläche Nischen, in denen sich Bakterien und Pilze festsetzen können.

Das heißt, dass die herkömmliche Zahnbürste hygienischer ist und sich mit ihren synthetischen Borsten auch individueller gestalten lässt. Wenn es dem Verbraucher um den Plastkmüll geht, sind Zahnbürsten mit Griffen aus Naturmaterialien wie zum Beispiel Bambus mit Nylonborsten sicherlich ein guter Kompromiss.

Handzahnbürste vs. elektrische Zahnbürste

Man kann zwischen Handzahnbürsten und elektrischen Zahnbürsten wählen. Im Grunde genommen kann man mit beiden eine sehr gute Mundhygiene betreiben. Gerade bei der Handzahnbürste kommt es allerdings speziell auf die richtige Anwendung an, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Deshalb werden manuell weniger geschicklichen Personen wie z.B Kindern sowie in ihrer Bewegung eingeschränkten Personen, was bei älteren Menschen oft der Fall ist, elektrische Zahnbürsten empfohlen. Oft ist es allerdings auch eine Geschmacks-, sowie Gewohnheitssache.

Lesen Sie auch: Die elektrische Zahnbürste für Kinder

Entscheidet man sich für eine Handzahnbürste, so sollte man in der Regel zu einer mittelharten Zahnbürste mit planem Borstenfeld und einem dichten Besatz aus parallelen Nylonfilamenten greifen. Werden diese im richtigen Winkel am Zahn angesetzt, werden die Flächen gut von Belägen befreit.

Bis in tiefe Einziehungen und Zahnzwischenräume dringen die Borsten oft nicht vor. Hier sind, egal ob bei der Hand- oder elektrischen Zahnbürste, zusätzliche Hilfmittel wie Zahnseide zu empfehlen. Bei elektrischen Bürsten hat man die Wahl zwischen verschiedenen Bewegungsmustern. Auch hier sollte man auf einen kleinen Bürstenkopf achten, der sich oszillierend-rotierend bewegt. Wichtig ist es hierbei, nicht nur einfach über die Zähne zu fahren, sondern auch die Verweildauer am Zahn zu beachten und keine Fläche auszulassen. Elektrische Zahnbürsten haben oft hilfreiche Funktionen wie einen Timer, oder ein Signal, das einen davor warnt, mit zu viel Druck zu putzen.

Hier erfahren Sie mehr zur elektrischen Zahnbürste

Zahnbürsten mit Ultraschall

Zahnbürsten mit Ultraschall sind noch nicht weit so verbreitet. Die Zahnpasta wird auf der Zahnfläche verteilt und durch die Ultrschallzahnbürste in Schwingungen versetzt. Diese Schwingungen können eine Frequenz von bis zu 16kHZ haben, was dem Ultraschall entspricht. Durch diese Schwingungen bilden sich kleine Bläschen an der Zahnoberfläche, die dort zerplatzen und dabei die Beläge vom Zahn lösen.

Da man bei der Ultraschallzahnbürste keinen mechanischen Druck auf Zähne und Zahnfleisch ausüben muss, ist diese Zahnbürste besonders für Menschen mit empfindlichen Zähnen bzw empfindlichem Zahnfleisch geeignet. Außerdem lassen sich so auch schwer zugängliche Oberflächen erreichen, wie sie zum Beispiel bei Zahnspangenträgern vorkommen. Nicht zu verwechseln sind Ultraschallbürsten mit elektrischen Schallbürsten, die Schwingungen im niedrigeren Frequenzbereich nur zusätzlich zur mechanischen Reinigung nutzen.

Zum Hauptartikel geht es hier entlang: Die Ultraschallzahnbürste

 

Zahnbürste für die Zwischenräume

Auch wenn man sehr gut mit seiner Zahnbürste umgehen kann und optimal putzt, sind spezielle Hilfsmittel für die Reinigung der Zahnzwischenräume unabdingbar. Hier kann man auf Zahnseide, Zahnhölzer und auf Interdentalraumbürsten (=Zahnzwischenraumbürsten) zurückgreifen. Interdentalraumbürsten sind kleine Bürstchen mit Halter, die meist aus spiralförmig angeordneten Kunststoffborsten bestehen. Mit ihnen lassen sich vor allem größere Zahnzwischenräume, Brücken und auch Zahnspangen reinigen.

Erfahren Sie hier mehr zu: Zahnbürste für die Zwischenräume

Oft befinden sich in den Zwischenräumen auf Zahnfleischhöhe Einsenkungen der Wurzeln bzw der Zahnoberläche. Hier sind die Interdentalbürsten speziell zu empfehlen, da sie im Vergleich zur Zahnseide eine größere Kontaktfläche zum Zahn erreichen und ihn somit besser mechanisch reinigen. Man kann sie in verschiedenen Größen und Materialen kaufen. Meist sind die durch einen Metalldraht verdrillt. Es gibt mittlerweile auch welche, die komplett aus Kunststoff gefertigt sind. Neben den Interdentalbürsten ist Zahnseide die beste Möglichkeit, um Zahnzwischenräume zu reinigen. Anders als die Bürsten kommt diese auch an die Zahnoberfläche bei engen Zahnzwischenräumen, oder auch direkt an Zahnkontakte.

Lesen Sie auch: Interdentalbürsten - Wie gut sind sie wirklich?

Zahnbürsten für Zahnspangen

Feste Zahnspangen erschwerden die gründliche Reinigun der Zähne stark. Durch die Apparatur sind viele Bereiche nur sehr schwer zugänglich. Das alleinige Putzen mit einer Handzahnbürste bzw. mit einer elektrischen Zahnbürste reicht hier nicht aus. Ultraschallzahnbürsten liefern hier schon einen erheblichen Vorteil gegenüber der mechanischen Reinigung mit den anderen Zahnbürsten, da sich die Schwingung auch um den Draht und die Brackets ausbreiten kann. Aber nicht jeder besitzt eine Ultraschallzahnbürste und generell sind hier zusätzliche Hilfsmittel dringend empfohlen. Denn schafft man es während einer kieferorthopädischen Behandlung nicht, die Zähne frei von Plaque zu halten, bilden sich nicht selten um die Brackets herum irreversible Demineralisierungen, sog. „white spots“. Das sind also sozusagen helle Abdrücke bzw. Flecken auf den Zähnen, die meist erst richtig zum Vorschein kommen, wenn die Spange entfernt wird. Um dies zu verhindern, ist der Gebrauch von Interdentalbürstchen empfehlenswert, sowie Zahnseide, wie „Superfloss“. Diese hat ein verstärktes Ende, das man durch die Zahnzwischenräume und den Draht fädeln kann und dann durch kleine Bewegungen den Belag entfernen kann. Auch Mundspüllösungen können zusätzlich verwendet werden. Eine wöchentliche Fluoridierung der Zähne wird ebenfalls empfohlen.

Erfahren Sie mehr zu: Fluoridierung der Zähne

Wie oft sollte man die Zahnbürste wechseln?

Es wird empfohlen, seine Zahnbürste alle 6 bis 8 Wochen zu wechseln. Sollte sie schon vorher besonders abgenutzt aussehen, sollte man sie selbstverständlich schon vorher wechseln. Die Borsten müssen immer parallel zusammenstehen, damit die optimale Reinigung gewährleisten ist. Außerdem kommt hinzu, dass sich an der Zahnbürste die Bakterien und Keime sammeln und mit der Zeit vermehren. Um sich also nicht beim Zähneputzen zusätzlich mit Bakterien zu kontaminieren, ist es notwendig sie regelmäßig zu wechseln. Die gilt zum Beispiel auch nach einer Infektion in der Mundhöhle oder einer Erkältung.

Zahnbürstenpflege

Einer speziellen Pflege oder gar Desinfektion bedürfen Zahnbürsten nicht. Obwohl die Bürsten in der Mundhöhle mit den dort vorhandenen Mikroorganismen besiedelt werden, genügt eine trockene Aufbewahrung vollkommen, da die Bakterien ein warmes und feuchtes Milieu brauchen und Trockenheit sie absterben lässt. Nach dem Zähneputzen sollte die Zahnbürste jedoch von Zahnpastenresten gesäubert werden. Nach 6 bis 8 Wochen sollte die Zahnbürste allerdings gewechselt werden, da verbrauchte Zahnbürsten mit abgebogenen Borsten das Zahnfleisch verletzen können. Außerdem geht mit der Zeit die Abrundung verloren.

Zusammenfassung

Das wichtigste Hilfsmittel für die Mundhygiene ist die Zahnbürste. Sie besteht aus dem Stiel, dem Bürstenkopf und den Borsten, die aus Kunststoff sein sollen. Es gibt die Griffe, Köpfe und Borstenkonfigurationen in verschiedenen Ausführungen. Eine unverbindliche Norm soll die Auswahl erleichtern. Zahnbürsten bedürfen keiner speziellen Pflege.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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