Die richtige Zahnpflege

Nur durch die richtige Zahnpflege ist eine langfristige Prophylaxe vor Zahnerkrankungen möglich.

Einleitung

Die beste Prophylaxe von Karies und Zahnbetterkrankungen ist die richtige Zahnpflege. Sie entfernt die bakteriellen Zahnbeläge und sorgt dafür, dass die für die Zahnerkrankungen verantwortlichen Bakterien entfernt werden. Das entsprechende Instrumentarium für die Zahnpflege wird von der Industrie zur Verfügung gestellt. Lesen Sie auch unser Thema professionelle Zahnreinigung.

Zahnbürsten

Das wichtigste Hilfsmittel für die Reinigung der Zähne ist die Zahnbürste. Bei der Zahnbürste gibt es 3 wichtige Unterscheidungsmerkmale. Es sind dies:

  • Bürstenstiel
  • Bürstenkopf
  • Bürstenborsten

Der Stiel sollte so geformt sein, dass er gut und fest in der Hand liegt. Die Industrie bietet viele unterschiedliche Formen an, die jede ihre Berechtigung haben, aber jeder sollte die Bürste benutzen, mit der er das beste Gefühl hat. Vor allem sollte der Griff sich nicht in der Handfläche beim Putzen bewegen. Gut ist auch eine Auflagefläche für den Daumen.

Der Bürstenkopf sollte kurz sein. Mit einem kurzen Kopf kommt man besser an jeden einzelnen Zahn, vor allem können auch die Innenseiten der Zähne besser erreicht werden. Ein langer Bürstenkopf berücksichtigt nicht, dass die Zähne im Bogen stehen, dies ist besonders im Eckzahnbereich der Fall. Auch die Innenseiten der Zähne können nicht optimal erreicht werden.

Von entscheidender Bedeutung sind die Bürstenborsten. Früher wurden oft Naturborsten angeboten. Wir wissen heute, dass Naturborsten nicht geeignet sind. Sie können nicht abgerundet werden und sie haben einen Markkanal in dem sich Bakterien äußerst wohl fühlen und vermehren. Deshalb benutzt man heute nur Kunststoffborsten, die keine Spitzen haben, da sie abgerundet werden können und auch keine Schlupfwinkel für Bakterien aufweisen. Die Borsten sind in Büscheln auf dem Bürstenkopf befestigt. Sie sind flexibel, richten sich aber sofort wieder auf. Je nach Borstenanordnung lassen sich 2 Gruppen unterscheiden:

  1. V- Zahnbürsten
  2. Multituft- Zahnbürsten.

Bei der V-Bürste stehen die Büschel in umgekehrter V-Stellung gegeneinander. Bei der Multituft- Bürste stehen die Borstenbüschel senkrecht und haben somit eine plane Oberfläche. Diese Zahnbürsten werden in unterschiedlichen Konfigurationen angeboten. Neben einer planen, ebenen Oberfläche gibt es solche, bei denen die Borsten verschieden lang sind, oder die am Rand weichere und in der Mitte härtere Borsten haben. Das Ziel dieser Modifikationen ist in allen Fällen, auch die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume besser zu reinigen und das Zahnfleisch zu schonen. Auch die Härte der Borsten spielt eine Rolle. Es gibt weiche, mittlere und harte Borsten. Die Zahnbürsten mit weichen Borsten sind für sehr empfindliches Zahnfleisch geeignet, was selten der Fall ist, oder aber nach operativen Eingriffen bis die Wundheilung abgeschlossen ist. Die harten Borsten sollten nur bei den Personen verwendet werden, deren Zahnfleisch besonders widerstandsfähig ist, was ebenfalls nur sehr selten der Fall sein dürfte. In der Hauptsache sind die Borsten mittlerer Stärke zu empfehlen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnbürste

Elektrische Zahnbürste

Die elektrische Zahnbürste vereinfacht die Zahnpflege

Die Reinigung der Zähne kann mit der Zahnbürste genau so effektiv sein wie mit der elektrischen Zahnbürste. Der Vorteil letzterer liegt in der vielfachen Anzahl der richtigen Putzbewegungen in der Zeiteinheit und damit einer gewissen Zeitersparnis und sie kommt dem technisch Interessierten entgegen. Die richtigen Putzbewegungen werden automatisch ausgeführt. Bei Kindern bietet sie eine gute Motivation zur Zahnpflege. Die Aufsteckbürsten können entweder ein rundes oder einen planes Borstenfeld haben. Wie die Handzahnbürsten sollten auch die Aufsteckbürsten regelmäßig erneuert werden.

Zusammenfassend kann man sagen, bezüglich der Zahnbürste liegt man mit einer Multituft Bürste mittleren Härtegrads, mit einem kurzen Bürstenkopf und einem fest in der Hand liegenden Bürstenstiel immer richtig. Eine Desinfektion der Zahnbürste ist nicht notwendig, wenn sie trocken aufbewahrt wird. Allerdings sollte sie alle 6 bis 8 Wochen erneuert werde.

Zahnpasta

Theoretisch könnte man mit der Zahnbürste allein ohne eine Zahnpasta die Zahnbeläge entfernen, aber man würde die doppelte Zeit benötigen. Die Zahnpasta hat aber noch andere Eigenschaften, die sie zum unverzichtbaren Bestandteil der Mundhygiene machen. Sie soll:

  • Die Reinigung der Zähne unterstützen
  • Wirkstoffe in die Mundhöhle bringen
  • Das Zähneputzen angenehmer machen

Man unterscheidet bei der Zahnpasta 2 verschiedene Inhaltsgruppen, die

  1. Wirkstoffe
  2. Hilfsstoffe

Die Formulierung einer Zahnpasta ist aufwendig, denn die Inhaltsstoffe müssen untereinander verträglich und stabil sein. Bei den Wirkstoffen steht Fluorid ganz oben, und ist unverzichtbarer Bestandteil einer Zahnpasta. Fluoride schützen den Zahnschmelz durch Härtung vor den Säureangriffen und helfen bei der Remineralisation kleiner Schmelzschäden. Die Putzkörper unterstützen die Reinigung der Zähne. Es ist heute unter anderem vorwiegend Silica d. h. Kieselsäure, die es in verschiedenen Härtegraden gibt. Schaum bildende Stoffe, wie Tenside, lösen die Zahnbeläge und machen durch ihre schäumende Wirkung das Putzen angenehmer. Allerdings sollte sie nicht zu hoch dosiert sein, da dies zu Schädigungen des Zahnfleisches führen kann. Medizinische Zahnpasten enthalten außerdem Bestandteile, die nicht nur der Vorbeugung von Karies dienen, sondern auch der von Zahnfleischerkrankungen. Bakterien hemmende Substanzen beugen Entzündungen vor oder unterstützen die Wundheilung. Die Hilfsstoffe sorgen dafür, dass die Pasta nicht eintrocknet, stabil bleibt und die Inhaltsstoffe keine chemische Reaktion eingehen. Dazu kommen Geschmackskorrigenzien wie Menthol, die ebenfalls das Zähneputzen angenehmer machen.

Für Kinder gibt es spezielle Zahnpasten, da sie ein anderes Geschmacksempfinden haben. Die Zahnpasten für Erwachsene erscheinen den Kindern zu scharf und werden deshalb von ihnen abgelehnt. Man hat deshalb Fruchtaroma beigefügt und die Paste süß gemacht, natürlich nicht mit Zucker, sondern mit Zuckerersatzstoffen. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass die Kinder in vielen Fällen Fluoridtabletten bekommen, deshalb ist die Fluorid-Konzentration bei Kinderzahnpasten geringer. Auch weil sie viel mehr der Zahnpasta verschlucken als Erwachsene.

Zahnseide

Die Reinigung der Zahnzwischenräume ist mit der Zahnbürste schwierig. Hierfür wurde die Zahnseide entwickelt. Mit ihr können die Interdentalräume gut von Belägen gereinigt werden. Die Zahnseide gibt es gewachst oder ungewachst, auch gibt es Zahnseide mit Fluorid. Welche man nimmt, bleibt jedem selbst überlassen, alle erfüllen ihren Zweck. Im Handel werden unterschiedliche Zahnseidenhalter angeboten. Damit soll die Anwendung besonders in den hinteren Regionen der Mundhöhle erleichtert werden. Jeder dieser Halter hat seine Vor- und Nachteile, eine optimale Lösung gibt es leider nicht.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnseide

Zahnhölzer

Die von der Industrie angebotenen Zahnhölzer/ Zahnstocher bestehen heute meist aus Kunststoff. Sie dienen ebenfalls der Reinigung der Zahnzwischenräume und der Entfernung von Speiseresten. Wichtig ist vor allem, dass sie nicht spitz sind, sondern an der Spitze abgerundet, um Verletzungen des Zahnfleisches zu vermeiden. Aus diesem Grund sind die in manchen Lokalen angebotenen hölzernen Zahnstocher zu verwerfen, da sie durch ihre spitzen Enden zu Verletzungen führen können.

Zahnzwischenraumbürsten

Diese Bürsten enthalten nur ein einziges Borstenbüschel. Sie sollen ebenfalls wie Zahnseide und Zahnhölzer zur Reinigung der Zahnzwischenräume dienen. Sie sind besonders bei Brückenkonstruktionen hilfreich, da sie auch die mit der Zahnbürste schwer erreichbaren Zonen säubern können. Dies trifft auch auf Implantat gestützte festsitzende Prothesen zu.

Plaque Färbetabletten

Mit den Färbetabletten kann man die sonst schwer sichtbaren Zahnbeläge anfärben und damit sichtbar machen. Dies ist besonders eindrucksvoll, wenn dies nach dem Putzen geschieht. Die Anwendung ist besonders bei Kindern beliebt.

Mundduschen

Die Munddusche ist kein Ersatz für das Zähneputzen. Sie kann also die Zahnbürste nicht ersetzen. Sie ist aber geeignet, um Speisereste aus den Zahnzwischenräumen zu entfernen. Auch können der Munddusche Desinfizientien oder Antiseptika wie Chlorhexidindigluconat beigefügt werden. Zahnbeläge sind mit der Munddusche nicht zu entfernen. Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter Munddusche

Mundwasser

Mundwasser soll vor allem ein Frischegefühl in der Mundhöhle erzeugen. Sind ihm medikamentös wirksame Stoffe beigefügt, können sie auch zur Behandlung entzündlicher Zahnfleischerkrankungen dienen, keinesfalls können sie Zahnbeläge entfernen.

Kaugummi

Plaque können Kaugummis nicht entfernen. Durch das Kauen wird allerdings die Speichelsekretion angeregt, was durch dessen Calciumgehalt einen gewissen Effekt auf die Remineralisation hat. Wenn man Kaugummi benutzt, so sollte man darauf achten, dass es keinen Zucker, sondern Xylit enthält.

Lesen Sie mehr zum Thema: Kaugummi

Zusammenfassung

Für die tägliche Zahnpflege gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Hilfsmittel. Sicher wird nicht jeder alle benutzen, sondern diejenigen auswählen, die ihm am meisten zusagen. Unerlässlich ist jedoch die Zahnbürste und die Zahnpasta sowie geeignetes Instrumentarium zur Reinigung der Zahnzwischenräume. Die Zahnpasta muss Fluorid enthalten, der wichtigsten Vorbeugung vor Karies.

Autor: Dr. Wolfgang Weinert      |     Letzte Änderung: 25.04.2016
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