Die richtige Zahnpflege

Einleitung

Die beste Prophylaxe von Karies und Zahnbetterkrankungen ist die richtige Zahnpflege. Sie entfernt die bakteriellen Zahnbeläge und sorgt dafür, dass die für die Zahnerkrankungen verantwortlichen Bakterien entfernt werden. Das entsprechende Instrumentarium für die Zahnpflege wird von der Industrie zur Verfügung gestellt. Lesen Sie auch unser Thema professionelle Zahnreinigung.

Welche Zahnpflegeprodukte gibt es?

Durch das heutige Verständnis von Mundgesundheit ist eine nachhaltige und gründliche Mundhygiene unabdingbar. Jeder sollte versuchen, die eigenen Zähne durch gute Pflege so lange wie möglich zu erhalten. Dabei stehen immer die Zahnbürste und die Zahncreme im Fokus, welche durch nichts ersetzbar sind.
Zu unterscheiden sind manuelle Zahnbürsten, elektrische Bürsten, Schall- und Ultraschallbürsten. Auch die Auswahl an Zahncremes ist äußerst umfangreich. Hier ist im Generellen darauf zu achten, dass der Fluoridgehalt 1450 ppm beträgt und der RDA-Wert niedrig ist. Dieser Wert beschreibt die Partikelgröße innerhalb der Zahnpasta und damit die abtragende Wirkung. Whitening Zahncremes haben immer einen sehr hohen RDA Wert, weshalb davon abzuraten ist. Ein RDA-Wert zwischen 35 und 60 ist optimal für den täglichen Gebrauch, alles darüber hinaus ist auf Dauer schädigend.

Doch Zahncreme und Zahnbürste alleine reichen nicht aus, um die Zahnzwischenräume zu säubern. Hierfür gibt es Zahnseide und Interdentalbürsten; für Zahnersatzträger existiert spezielle Superfloss-Zahnseide, um Brückenglieder optimal zu reinigen. Die Zahnzwischenräume können auch mit einer Munddusche gereinigt werden. Weiterhin gibt es Zungenreiniger, um die Zungenbeläge zu lösen und Bakterien zu entfernen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zungenbelag entfernen.

Um die Weichgewebe und speziell das Zahnfleisch zu reinigen, gibt es Mundspüllösungen und Mundwasser. Mundwasser sind dabei nicht geeignet, um die Bakterienmenge zu vermindern, sie überdecken meist nur unangenehme Gerüche. Bei Mundspüllösungen ist der Wirkstoff Chlorhexidindigluconat wichtig, dieser senkt das Kariesrisiko. Die Konzentration des Wirkstoffs für den täglichen Gebrauch sollte dabei 0,05% betragen. Konzentrationen, die diesen Wert übersteigen, sind lediglich für eine temporäre Anwendung, maximal 2 Wochen, geeignet. Um die Zahnhartsubstanz zusätzlich zu schützen, gibt es stärker konzentrierte Fluoridpräparate, meist in Gelform, die einmal die Woche auf die Zähne aufgetragen werden.

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Zahnbürsten

Das wichtigste Hilfsmittel für die Reinigung der Zähne ist die Zahnbürste. Bei der Zahnbürste gibt es 3 wichtige Unterscheidungsmerkmale. Es sind dies:

  • Bürstenstiel
  • Bürstenkopf
  • Bürstenborsten

Der Stiel sollte so geformt sein, dass er gut und fest in der Hand liegt. Die Industrie bietet viele unterschiedliche Formen an, die jede ihre Berechtigung haben, aber jeder sollte die Bürste benutzen, mit der er das beste Gefühl hat. Vor allem sollte der Griff sich nicht in der Handfläche beim Putzen bewegen. Gut ist auch eine Auflagefläche für den Daumen.

Der Bürstenkopf sollte kurz sein. Mit einem kurzen Kopf kommt man besser an jeden einzelnen Zahn, vor allem können auch die Innenseiten der Zähne besser erreicht werden. Ein langer Bürstenkopf berücksichtigt nicht, dass die Zähne im Bogen stehen, dies ist besonders im Eckzahnbereich der Fall. Auch die Innenseiten der Zähne können nicht optimal erreicht werden.

Von entscheidender Bedeutung sind die Bürstenborsten. Früher wurden oft Naturborsten angeboten. Wir wissen heute, dass Naturborsten nicht geeignet sind. Sie können nicht abgerundet werden und sie haben einen Markkanal in dem sich Bakterien äußerst wohl fühlen und vermehren. Deshalb benutzt man heute nur Kunststoffborsten, die keine Spitzen haben, da sie abgerundet werden können und auch keine Schlupfwinkel für Bakterien aufweisen. Die Borsten sind in Büscheln auf dem Bürstenkopf befestigt. Sie sind flexibel, richten sich aber sofort wieder auf. Je nach Borstenanordnung lassen sich 2 Gruppen unterscheiden:

  1. V- Zahnbürsten
  2. Multituft- Zahnbürsten.

Bei der V-Bürste stehen die Büschel in umgekehrter V-Stellung gegeneinander. Bei der Multituft- Bürste stehen die Borstenbüschel senkrecht und haben somit eine plane Oberfläche. Diese Zahnbürsten werden in unterschiedlichen Konfigurationen angeboten. Neben einer planen, ebenen Oberfläche gibt es solche, bei denen die Borsten verschieden lang sind, oder die am Rand weichere und in der Mitte härtere Borsten haben. Das Ziel dieser Modifikationen ist in allen Fällen, auch die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume besser zu reinigen und das Zahnfleisch zu schonen. Auch die Härte der Borsten spielt eine Rolle. Es gibt weiche, mittlere und harte Borsten. Die Zahnbürsten mit weichen Borsten sind für sehr empfindliches Zahnfleisch geeignet, was selten der Fall ist, oder aber nach operativen Eingriffen bis die Wundheilung abgeschlossen ist. Die harten Borsten sollten nur bei den Personen verwendet werden, deren Zahnfleisch besonders widerstandsfähig ist, was ebenfalls nur sehr selten der Fall sein dürfte. In der Hauptsache sind die Borsten mittlerer Stärke zu empfehlen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnbürste

Elektrische Zahnbürste

Die Reinigung der Zähne kann mit der Zahnbürste genau so effektiv sein wie mit der elektrischen Zahnbürste. Der Vorteil letzterer liegt in der vielfachen Anzahl der richtigen Putzbewegungen in der Zeiteinheit und damit einer gewissen Zeitersparnis und sie kommt dem technisch Interessierten entgegen. Die richtigen Putzbewegungen werden automatisch ausgeführt. Bei Kindern bietet sie eine gute Motivation zur Zahnpflege. Die Aufsteckbürsten können entweder ein rundes oder einen planes Borstenfeld haben. Wie die Handzahnbürsten sollten auch die Aufsteckbürsten regelmäßig erneuert werden.

Zusammenfassend kann man sagen, bezüglich der Zahnbürste liegt man mit einer Multituft Bürste mittleren Härtegrads, mit einem kurzen Bürstenkopf und einem fest in der Hand liegenden Bürstenstiel immer richtig. Eine Desinfektion der Zahnbürste ist nicht notwendig, wenn sie trocken aufbewahrt wird. Allerdings sollte sie alle 6 bis 8 Wochen erneuert werde.

Ultraschallzahnbürste

Ultraschallzahnbürsten unterscheiden sich in ihrer Wirkweise von anderen Zahnbürsten. Die Ultraschallzahnbürste arbeitet nicht mechanisch, sondern sie wirkt indirekt in Kombination mit einer speziellen Zahnpasta. Die Ultraschallwellen der Zahnbürste bringen die Mikropartikel in der Zahnpasta an der Zahnoberfläche zum Platzen und können dadurch Plaqueablagerungen ablösen. Daher muss die Ultraschallzahnbürste keine Rotations- oder Schrubbbewegungen ausführen, um zu reinigen, sie muss lediglich in Kontakt mit der Zahnpasta kommen. Die Partikel gelangen durch die Schwingungen in jeden Winkel der Mundhöhle und reinigen auch schwer zugängliche Bereiche.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ultraschallzahnbürsten.

Ultraschallzahnbürsten sind für alle Patientengruppen geeignet und können auch zur Zahnpflege von Kindern benutzt werden, sofern sie selbstständig putzen können. Dies ist etwa ab einem Alter von 8 Jahren der Fall. Durch ihren Wirkmechanismus ist eine Ultraschallzahnbürste besonders für Patienten mit empfindlichem Zahnfleisch geeignet, da die Säuberung besonders schonend und gründlich erfolgt. Da die Zahnbürste keinen Druck und keine Reibung ausübt, entstehen weniger Blutungen; Zahnfleischentzündungen gehen schneller zurück. Eine weitere Patientengruppe, für die die Ultraschallzahnbürste besonders geeignet ist, sind Zahnspangenträger. Patienten in kieferorthopädischer Behandlung können mit der Ultraschallzahnbürste leichter Stellen an den Drähten oder Brackets der Zahnspange erreichen und effizienter säubern.

Vegane Zahnbürsten

Die meisten Handzahnbürsten sind nicht vegan, da im Kunststoff tierische Fette enthalten sind. Mittlerweile sind jedoch auch in Drogeriemärkten einige vegane Zahnbürsten erhältlich. Diese sind jedoch alle manuell. Elektrische Bürstenköpfe sind bislang nicht vegan. Die veganen Handzahnbürsten sind speziell deklariert, sodass sie gut erkenntlich sind. Sie sind aus Plastik, Bambus oder Holz hergestellt und im Preis minimal teurer als die nicht veganen Zahnbürsten.

Zahnbürsten ohne Plastik

Zahnbürsten ohne Plastik sind alle manuell, in elektrischen Bürstenköpfen ist bislang immer Plastik beinhaltet. Die meisten veganen Handzahnbürsten werben damit, frei von Plastik zu sein, sodass sie zu 100% recyclebar sind. Der Griff der Zahnbürste ist dabei aus Holz oder Bambus gefertigt, die Borsten aus Nylon. Im Unterschied zu den nicht veganen Zahnbürsten ist der Nylon ohne Weichmacher hergestellt. Mittlerweile sind auch Kindermodelle verfügbar.

Zahnpasta

Theoretisch könnte man mit der Zahnbürste allein ohne eine Zahnpasta die Zahnbeläge entfernen, aber man würde die doppelte Zeit benötigen. Die Zahnpasta hat aber noch andere Eigenschaften, die sie zum unverzichtbaren Bestandteil der Mundhygiene machen. Sie soll:

  • Die Reinigung der Zähne unterstützen
  • Wirkstoffe in die Mundhöhle bringen
  • Das Zähneputzen angenehmer machen

Man unterscheidet bei der Zahnpasta 2 verschiedene Inhaltsgruppen, die

  1. Wirkstoffe
  2. Hilfsstoffe

Die Formulierung einer Zahnpasta ist aufwendig, denn die Inhaltsstoffe müssen untereinander verträglich und stabil sein. Bei den Wirkstoffen steht Fluorid ganz oben, und ist unverzichtbarer Bestandteil einer Zahnpasta. Fluoride schützen den Zahnschmelz durch Härtung vor den Säureangriffen und helfen bei der Remineralisation kleiner Schmelzschäden. Die Putzkörper unterstützen die Reinigung der Zähne. Es ist heute unter anderem vorwiegend Silica d. h. Kieselsäure, die es in verschiedenen Härtegraden gibt. Schaum bildende Stoffe, wie Tenside, lösen die Zahnbeläge und machen durch ihre schäumende Wirkung das Putzen angenehmer. Allerdings sollte sie nicht zu hoch dosiert sein, da dies zu Schädigungen des Zahnfleisches führen kann. Medizinische Zahnpasten enthalten außerdem Bestandteile, die nicht nur der Vorbeugung von Karies dienen, sondern auch der von Zahnfleischerkrankungen. Bakterien hemmende Substanzen beugen Entzündungen vor oder unterstützen die Wundheilung. Die Hilfsstoffe sorgen dafür, dass die Pasta nicht eintrocknet, stabil bleibt und die Inhaltsstoffe keine chemische Reaktion eingehen. Dazu kommen Geschmackskorrigenzien wie Menthol, die ebenfalls das Zähneputzen angenehmer machen.

Für Kinder gibt es spezielle Zahnpasten, da sie ein anderes Geschmacksempfinden haben. Die Zahnpasten für Erwachsene erscheinen den Kindern zu scharf und werden deshalb von ihnen abgelehnt. Man hat deshalb Fruchtaroma beigefügt und die Paste süß gemacht, natürlich nicht mit Zucker, sondern mit Zuckerersatzstoffen. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass die Kinder in vielen Fällen Fluoridtabletten bekommen, deshalb ist die Fluorid-Konzentration bei Kinderzahnpasten geringer. Auch weil sie viel mehr der Zahnpasta verschlucken als Erwachsene.

Informieren Sie sich zum Thema: Fluoridierung der Zähne.

Zahnseide

Die Reinigung der Zahnzwischenräume ist mit der Zahnbürste schwierig. Hierfür wurde die Zahnseide entwickelt. Mit ihr können die Interdentalräume gut von Belägen gereinigt werden. Die Zahnseide gibt es gewachst oder ungewachst, auch gibt es Zahnseide mit Fluorid. Welche man nimmt, bleibt jedem selbst überlassen, alle erfüllen ihren Zweck. Im Handel werden unterschiedliche Zahnseidenhalter angeboten. Damit soll die Anwendung besonders in den hinteren Regionen der Mundhöhle erleichtert werden. Jeder dieser Halter hat seine Vor- und Nachteile, eine optimale Lösung gibt es leider nicht.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnseide.

Zahnhölzer

Die von der Industrie angebotenen Zahnhölzer/ Zahnstocher bestehen heute meist aus Kunststoff. Sie dienen ebenfalls der Reinigung der Zahnzwischenräume und der Entfernung von Speiseresten. Wichtig ist vor allem, dass sie nicht spitz sind, sondern an der Spitze abgerundet, um Verletzungen des Zahnfleisches zu vermeiden. Aus diesem Grund sind die in manchen Lokalen angebotenen hölzernen Zahnstocher zu verwerfen, da sie durch ihre spitzen Enden zu Verletzungen führen können.

Zahnzwischenraumbürsten

Diese Bürsten enthalten nur ein einziges Borstenbüschel. Sie sollen ebenfalls wie Zahnseide und Zahnhölzer zur Reinigung der Zahnzwischenräume dienen. Sie sind besonders bei Brückenkonstruktionen hilfreich, da sie auch die mit der Zahnbürste schwer erreichbaren Zonen säubern können. Dies trifft auch auf Implantat gestützte festsitzende Prothesen zu.

Plaque Färbetabletten

Mit den Färbetabletten kann man die sonst schwer sichtbaren Zahnbeläge anfärben und damit sichtbar machen. Dies ist besonders eindrucksvoll, wenn dies nach dem Putzen geschieht. Die Anwendung ist besonders bei Kindern beliebt.

Mundduschen

Die Munddusche ist kein Ersatz für das Zähneputzen. Sie kann also die Zahnbürste nicht ersetzen. Sie ist aber geeignet, um Speisereste aus den Zahnzwischenräumen zu entfernen. Auch können der Munddusche Desinfizientien oder Antiseptika wie Chlorhexidindigluconat beigefügt werden. Zahnbeläge sind mit der Munddusche nicht zu entfernen. Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter Munddusche

Mundwasser

Mundwasser soll vor allem ein Frischegefühl in der Mundhöhle erzeugen. Sind ihm medikamentös wirksame Stoffe beigefügt, können sie auch zur Behandlung entzündlicher Zahnfleischerkrankungen dienen, keinesfalls können sie Zahnbeläge entfernen.

Zahngel

Ein weiteres Produkt, das Zahn und Zahnfleisch unterstützen kann, sind die sogenannten Zahngels. Sie haben unterschiedliche Anwendungsbereiche und dienen beispielsweise zur Schmerzlinderung bei freiliegenden Zahnhälsen oder der Vorbeugung von Karies. Auch bei Beschwerden während des Zahnes können Zahngels helfen.

Erfahren Sie mehr zu diesem Thema unter: Zahngel

Orozyme Zahnpflegegel

Orozyme Zahnpflegegel ist ein speziell für die Maulhygiene von Hund und Katze hergestelltes Produkt, welches die Mikroflora des Gebisses im Gleichgewicht hält und das Tier vor Zahn- und Weichgewebserkrankungen schützt. Die Peroxidase, ein Enzym, das im Orozyme Zahngel enthalten ist, kann Plaques lösen und Zahnstein vorbeugen. Weiterhin wird durch gröbere Partikel im Gel ein abtragender, glättender Effekt auf die Zähne bewirkt. Das Gel sollte täglich am besten nach der letzten Mahlzeit am Abend in die Mundhöhle des Hundes oder der Katze appliziert werden, dabei bestimmt das Gewicht des Tieres die Menge, die aufgetragen werden darf. Das Auftragen alleine reicht aus, eine mechanische Einarbeitung beispielsweise mit einer Zahnbürste ist nicht notwendig. Ein Inhaltsstoff sorgt dafür, dass das Gel nicht sofort in den Verdauungstrakt gelangt und für längere Zeit in der Mundhöhle verbleibt, um so optimal zu wirken. Tierärzte empfehlen Orozyme Zahngel vorwiegend als Zahnpflegeprodukt für Hund oder Katze. Eine Anwendung beim Menschen ist nicht angezeigt und würde der Mundflora schaden. Die natürlichen Bakterien in der Mundhöhle von Katze und Hund unterscheiden sich zu denen des Menschen, weshalb die Inhaltsstoffe, die speziell auf die tierische Mundflora abgestimmt sind, bei der Anwendung beim Menschen zu Schäden führen können.

Kaugummi

Plaque können Kaugummis nicht entfernen. Durch das Kauen wird allerdings die Speichelsekretion angeregt, was durch dessen Calciumgehalt einen gewissen Effekt auf die Remineralisation hat. Wenn man Kaugummi benutzt, so sollte man darauf achten, dass es keinen Zucker, sondern Xylit enthält.

Lesen Sie mehr zum Thema: Kaugummi

Muss die Zahnbürste desinfiziert werden?

Nach dem Zähneputzen genügt ein Abspülen der Zahnbürste mit Wasser, um diese ausreichend zu säubern. Da sich die meisten Bakterien im trockenen Milieu nicht vermehren, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass sich Keime nach dem Trocknen der Zahnbürste dort absetzen. Daher ist ein Desinfizieren der Zahnbürste nicht notwendig. Weiterhin wäre der Kontakt von der Schleimhaut mit Desinfektionsmittel schädigend, da die hohe Alkoholkonzentration die Schleimhaut austrocknen und den pH – Wert verändern würde. Sinnvoller ist es, die Zahnbürste je nach Gebrauchszustand alle zwei bis drei Monate auszutauschen, um eine optimale Mundhygiene zu gewährleisten.

Wie oft sollte die Zahnbürste gewechselt werden?

Der regelmäßige Austausch der Zahnbürste oder des Aufsteckkopfes bei elektrischen Bürsten ist wichtig, um die Reinigungsfähigkeit zu erhalten und gleichbleibend gute Putzergebnisse zu erzielen. Dabei sollte man sich an der Faustregel orientieren, die Zahnbürste etwa alle zwei bis drei Monate auszutauschen, da sie nach dieser Zeitspanne abgenutzt ist. Die Zeitabstände können bei manchen Patienten auch kürzer sein, wenn diese beispielsweise mehr Druck beim Putzen ausüben und die Zahnbürste daher schneller abnutzt. Die Borsten sind dann ausgefranzt, was beim Putzen das Zahnfleisch irritieren kann. Studien belegen, dass im abgenutzten Zustand die Reinigungsfunktion nicht mehr optimal gegeben ist und dadurch Bakterien nach dem Zähneputzen auf Zähnen und Zahnfleisch verbleiben. Diese können Karies und Zahnfleischentzündungen verursachen. Weiterhin gibt es Modelle, sowohl Handzahnbürsten als auch elektrische Zahnbürsten, bei denen sich die Farbe des Bürstenkopfes verändert und somit signalisiert wird, dass ein Austausch notwendig ist.

Zahnfleischschmerzen bei der Pflege - Ursachen und Behandlung

Ein Grund für Schmerzen beim Zähneputzen kann ein zu druckvolles Putzverhalten sein. Bei zu starkem Kraftaufwand wird das Zahnfleisch ständig irritiert. Es entstehen kleine mechanische Verletzungen, die beim Zähneputzen schmerzen. Um diesem Problem vorzubeugen, eignet sich eine elektrische Zahnbürste mit Drucksensor, eine Ultraschallzahnbürste oder eine weiche Handzahnbürste. Weiterhin löst eine Zahnfleischentzündung ebenfalls unangenehme Beschwerden beim Zähneputzen aus. Dies ist wahrscheinlich, wenn das Zahnfleisch gerötet, geschwollen und druckempfindlich ist. Nach Abklingen der Entzündung sollten die Beschwerden beim Zähneputzen verschwinden. Schmerzen beim Zähneputzen entstehen ebenso bei verbrannten oder mechanisch verletzten Schleimhäuten, beispielsweise durch sehr heiße oder scharfe Speisen. Nach Abheilen der Defekte klingen die Schmerzen ab. Weiterhin können kariöse Zähne bei der täglichen Mundhygiene Beschwerden bereiten, die nur durch eine Füllungstherapie zu lindern sind. Auch eine Zahnwurzelentzündung kann beim Zähneputzen Druckschmerzen auslösen, die ebenfalls nur durch eine zahnärztliche Therapie, in diesem Fall eine Wurzelkanalbehandlung, eliminiert werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schmerzen am Zahnfleisch.

Zahnpflege bei Zahnfleischentzündung

Da eine Zahnfleischentzündung in der Mehrheit der Fälle eine bakterielle Ursache hat, ist eine gründliche Reinigung und gute Mundhygiene essenziell für eine Besserung. Zwei- bis dreimaliges Zähneputzen täglich ist notwendig, um die bakteriellen Beläge von den Zähnen zu entfernen. Das Zahnfleisch und die Zähne müssen dabei gründlich gereinigt werden, auch wenn die Berührung mit der Zahnbürste schmerzhaft ist. Das alleinige Zähneputzen reicht allerdings nicht aus, da durch das geschwollene Zahnfleisch „Schlupflöcher“ entstehen, welche die Zahnbürste nicht erreichen kann. Für diese so genannten Pseudotaschen müssen Zahnseide oder Interdentalbürsten verwendet werden, damit alle Nahrungsreste zwischen den Zähnen und unter dem geschwollenen Zahnfleisch entfernt werden und diese somit keinen Nährboden für Bakterien darstellen.

Lesen Sie mehr zu den Themen: Ursachen einer Zahnfleischentzündung und Schmerzen bei einer Zahnfleischentzündung.

Zusätzlich verordnet der Zahnarzt bei einer Zahnfleischentzündung in der Regel eine zweiwöchige Therapie mit einer Mundspüllösung, die 0,2% Chlorhexidindigluconat beinhaltet. Das Spülen hiermit morgens und abends über zwei Wochen bewirkt das Abtöten der Bakterien und den Rückgang von Zahnbelägen. Das Chlorhexidindigluconat fördert die Keimzahlminderung in der gesamten Mundhöhle. Der unterstützende Einsatz der Mundspüllösung zum Zähneputzen führt zu einer Rückbildung der Zahnfleischentzündung. Ist die Entzündung nur an einer oder wenigen Stellen lokalisiert, kann die Applikation von Gel- oder Fluidprodukten mit dem gleichen Wirkstoff ebenfalls eine Heilung erzielen. Für die passende Therapie sollte bei einer Zahnfleischentzündung stets ein Zahnarzt konsultiert werden, ebenso falls die Beschwerden zwei Wochen nach Therapiebeginn weiter anhalten.

Lesen Sie mehr zu den Themen: Was hilft bei einer Zahnfleischentzündung? sowie Hausmittel bei einer Zahnfleischentzündung.

Geschwollenes Zahnfleisch - was tun?

Geschwollenes Zahnfleisch kann multiple Ursachen haben. Eine Schwellung des gesamten Zahnfleisches ist in der Regel durch eine Gingivitis, eine Zahnfleischentzündung, bedingt. Diese kann bakteriell verursacht worden sein, sodass eine gründliche Mundhygiene und eine unterstützende zweiwöchige Anwendung einer antiseptischen Mundspüllösung zu empfehlen ist. Eine Parodontitis, eine generalisierte Entzündung des Zahnhalteapparates, kann ebenfalls ein geschwollenes Zahnfleisch verursachen. In diesem Fall hilft nur eine gezielte Therapie durch den Zahnarzt, der alle Zahnfleischtaschen reinigt und gegebenenfalls mit einer Antibiotikatherapie die Bakterien zusätzlich bekämpft. Eine Zahnfleischschwellung (sog. Gingivahyperplasie) kann auch eine Nebenwirkung bestimmter Medikamentengruppen darstellen. Lokalisierte Schwellungen können durch Zahnwurzelentzündungen oder Zysten am Zahnfleisch bedingt sein. Therapeutisch kann eine Zyste durch einen Zahnarzt oder Oralchirurg chirurgisch eröffnet werden, damit das Entzündungssekret ablaufen kann, oder die gesamte Zyste entfernt werden. Generell ist es für Patienten mit geschwollenem Zahnfleisch ratsam, mit Chlorhexidin-haltigen Spülungen zu gurgeln, damit sich keine Bakterien innerhalb der Mundhöhle festsetzen können. Klingt die Schwellung nach zwei bis drei Tagen nicht ab, muss der Zahnarzt aufgesucht werden.

Zahnfleisch verbrannt - Was tun?

Als Sofortmaßnahme nach einer Verbrennung des Gaumens oder der Wange gilt das Kühlen. Es ist am besten, direkt mit kaltem Wasser zu spülen oder - sofern vorhanden - Eiswürfel zu lutschen. Weiterhin sind Milchprodukte zu empfehlen, die auch bei besonders scharfen Speisen neutralisieren. Letztere verursachen kleine Mikroverbrennungen und sind mit einer lokalisierten Verbrennung zu vergleichen. Deshalb gilt in den ersten Tagen nach der Verbrennung, auf scharfe Speisen zu verzichten, da diese die Beschwerden noch verstärken würden. Heiße Getränke oder Speisen sollten ebenso wie säurehaltige Lebensmittel in der ersten Zeit der Heilung gemieden werden, um keine nachträgliche Irritation der bereits verwundeten Stelle zu provozieren. Der Betroffene sollte nur lauwarme Speisen zu sich nehmen und kann auf Hausmittel zurückgreifen, um eine Wundheilung zu begünstigen.
Dazu zählt das regelmäßige Spülen mit verdünntem Kamillenextrakt oder Salbei, um die betroffene Stelle zu beruhigen. Regelmäßiges Spülen ist dabei wichtig, damit sich Bakterien nicht an die verwundete Stelle anheften und diese infizieren. Daher eignen sich antibakterielle Mundspüllösungen, um die Heilung zu begünstigen und vor Wundheilungsstörung wegen einer Infektion zu schützen. Starke Verbrennungen mit massiver Blasenbildung, starken Schmerzen und Schwellung sollten durch einen Zahnarzt begutachtet und behandelt werden. Dabei gilt als Richtwert, dass leichte Verbrennungen durch die gute Regenerationsfähigkeit der Mundschleimhaut innerhalb einer Woche wieder zuheilen. Tiefere Verbrennungen können einen längeren Heilungszeitraum beanspruchen. Bei Verletzungen der Zunge und der Geschmacksknospen oder von Nerven sind fehlende Gefühlsempfindungen und fehlende Geschmacksempfindung möglich. Dabei ist die Regeneration nur bedingt möglich, je nach Ausmaß der Schädigung.

Pflege von Zahnfleischtaschen

Vorhandene Zahnfleischtaschen sind für den Betroffenen je nach Tiefe nur erschwert oder gar nicht selbst zu reinigen. Durch bakterielle Entzündungen entstehen lokalisierte oder generalisierte Taschen. Das Zahnfleisch ist dabei nicht fest an der Zahnwurzel anhaftend, sondern locker, sodass ein Spaltraum entsteht, indem sich die Bakterien anlagern. Die Zahnfleischtaschen sind dabei nicht nur ein Schlupfloch für Bakterien, sondern auch für Nahrungsreste, die bei Verbleib einen Nährboden für weiteres Bakterienwachstum darstellen. Minimale Entzündungen und Zahnfleischtaschen sind selbstständig mit Zahnseide und Interdentalbürsten reinigbar. Dabei kann es anfangs zu vermehrten Blutungen kommen, allerdings tritt schnell eine Besserung auf. Zusätzlich ist eine unterstützende Anwendung von Mundspüllösungen mit Chlorhexidindigluconat ratsam, die den Rückgang der Zahnfleischentzündung beschleunigen kann. Tiefe Zahnfleischtaschen erreicht nur der Zahnarzt. Er kann sie mit Wasserstoffperoxid oder Kochsalzlösung in der Tiefe säubern und desinfizieren, damit die Bakterien eliminiert werden. Um die Entzündung zu lindern, wird zudem noch eine kortisonhaltige Salbe in die Tasche appliziert, welche die Immunantwort des Körpers hemmt und somit die Entzündungssymptome lindert.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnfleischtaschen.

Was kann ich bei Zahnfleischrückgang tun?

Zahnfleischrückgang, medizinisch als Rezession bezeichnet, ist häufig durch fehlerhafte Zahnpflege eigenverschuldet. Der häufigste Grund für Rezessionen ist ein zu druckvolles Zähneputzen. Durch eine falsche Schrubbbewegung und zu viel Kraftaufwand wird das Zahnfleisch irritiert und zieht sich zurück. Dieses Phänomen tritt primär in der Zahnhalsregion auf, wo das Zahnfleisch sehr dünn ist. Betroffen sind insbesondere Patienten nach einer kieferorthopädischen Behandlung, denn durch die Positionsänderung der Zähne ist das Zahnfleisch dieser Patienten dünn und sensibel.

Als Gegenmaßnahmen helfen eine weiche Zahnbürste und das Angewöhnen einer schonenden Zahnputztechnik, bei der überwiegend von „rot nach weiß“ geputzt wird, damit das Zahnfleisch nicht zu stark druckbelastet wird. Weiterhin kann eine elektrische Zahnbürste mit Drucksensor dabei helfen, zu lernen, mit weniger Druck zu putzen. Die Zahnbürste stoppt sofort oder leuchtet auf, wenn zu viel Kraft verwendet wird. Diese Maßnahmen dienen allerdings nur dazu, das Fortschreiten der Rezession zu verhindern. Es gibt kein Mittel, um den Zahnfleischrückgang umzukehren. 

Die einzige Therapie, die den Defekt decken kann, ist eine chirurgische Kronenverlängerung. Hierbei wird der Zahnfleischrückgang durch ein Bindegewebstransplantat aus dem Gaumen des Patienten gedeckt. Nach einer Abheilzeit von ein bis zwei Wochen ist das Zahnfleisch wieder rekonstruiert, allerdings sollte danach auf ein schonendes Zähneputzen geachtet werden, damit das Transplantat gut einheilt und sich nicht ebenfalls zurückzieht. Sofern eine Rezession durch eine Zahnverschiebung aufgetreten ist, hilft nur eine kieferorthopädische Bewegung in die Ursprungsposition. Dabei kann durch die Bewegung des Zahnes das Zahnfleisch angeregt werden, neue Zellen zu bilden und sich geringfügig wieder zu vermehren. In der Mehrzahl der Fälle wird dabei aber ein zusätzliches Bindegewebstransplantat notwendig, um ein ästhetisch ansprechendes und hochwertiges Ergebnis zu erzielen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnhals liegt frei - Was tun?

Hausmittel bei Zahnfleischrückgang

Bei Zahnfleischrückgang oder sogenannten Rezessionen treten Symptome von überempfindlichen Bereichen bei thermischen Reizen auf, die das Essen von kalten Speisen unerträglich machen. Es gibt keine Hausmittel, die das zurückgezogene Zahnfleisch wieder an die ursprüngliche Stelle zurückbringen können. Dies ist in der Zahnarztpraxis nur durch chirurgische Bindegewebstransplantate möglich. Um die Symptome zu lindern, können Hausmittel aber Abhilfe schaffen. Nelkenöl, Salbei und Kamille als verdünnte Spülung oder Tinktur können Beschwerden zeitweilig mindern, allerdings hilft kein Hausmittel langfristig. Die Ursache für die Schmerzen sind offene Dentinkanäle (Zahnbeinkanäle), die normalerweise durch das Zahnfleisch überdeckt werden. Durch dessen Rückgang liegen sie frei und können nur durch eine Blockade weniger empfindlicher werden. Das kann nur beim Zahnarzt durch Versiegelungspräparate erreicht werden, der die Dentinkanäle verschließt, sodass Reize schlechter weitergeleitet werden. Langfristig nutzt sich diese Schutzschicht allerdings ebenfalls ab, sodass als permanente Lösung nur ein chirurgischer Eingriff zu Beschwerdefreiheit führt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnhals liegt frei - Was tun?

Zahnpflege beim Baby

Ab dem Durchbruch des ersten Milchzahnes mit einem Alter von ca. 6 Monaten ist es notwendig, die Zähne Ihres Kindes täglich zweimal zu reinigen. Dazu gibt es spezielle Zahnpflegesets für Babys, die das Zähneputzen langsam anlernen. Darin enthalten sind spezielle Zahnbürsten mit weichen Noppen, auf denen die Babys kauen können, wenn das Zahnfleisch beim Zahnen schmerzhaft ist. Die Anfangszahnbürsten führen die Babys langsam an das Zähneputzen heran und das Baby kann spielerisch das Ritual des Zähneputzens erlernen. Die Anfangszahnbürsten sind so weich, dass das Baby sich nicht damit verletzen kann. Weiterhin sollte eine neutral schmeckende Zahnpasta speziell für Babys benutzt werden, damit ein unangenehmer Geschmack das Kind nicht negativ beeinflussen kann. Ein gründliches Nachputzen durch die Eltern ist bei der Zahnpflege von Babys unerlässlich, um Mundgeruch beim Baby und bakterieller Plaquebildung vorzubeugen.

Lesen SIe mehr zum Thema unter: Zahnpflege beim Baby und Zähneputzen beim Baby.

Zahnpflege beim Kind

Mit einem Alter von zweieinhalb Jahren ist das vollständige Milchgebiss bei Kleinkindern vorhanden. Bereits ab dem ersten Milchzahn ist das zweimal tägliche Zähneputzen ein Muss. Zu Beginn müssen die Eltern nachputzen, da das Kleinkind die gründliche Zahnreinigung erst nach und nach erlernt. Je älter das Kind, desto selbstständiger wird es. Erst ab einem Alter von etwa 8 Jahren ist das Kind zu eigenständiger Zahnpflege in der Lage. Davor ist es ratsam, dass die Eltern nachkontrollieren oder gegebenenfalls nachputzen.
Es kann sowohl eine normale Kinderzahnbürste als auch eine elektrische Zahnbürste für Kinder verwendert werden. Für das Milchgebiss gibt es spezielle Zahnpasten mit niedrigerer Fluoridkonzentration. Ab dem Durchbruch der bleibenden Zähne zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr darf eine herkömmliche Zahncreme mit einem Fluoridgehalt von 1450 ppm verwendet werden. Weiterhin gilt es, einmal in der Woche ein höher konzentriertes Fluoridgel einzusetzen, um die Zahnhartsubstanz zu schützen und Karies vorzubeugen. Auch der Gebrauch von Zahnseide ist ab dem Durchbruch der bleibenden Zähne ratsam, um die Zahnzwischenräume optimal zu reinigen. Sofern die Anwendung mit Zahnseide zu schwierig ist, kann auf Interdentalbürsten zurückgegriffen werden. Zusätzlich zur täglichen Mundhygiene sollte das Kind zweimal jährlich die zahnärztliche Kontrolle in Anspruch nehmen, um das richtige Zähneputzen mithilfer professioneller Unterstützung zu verinnerlichen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnpflege bei Kindern.

Zahnpflege mit fester Zahnspange

Bei einer festen Zahnspange ist die Mundhygiene durch die kieferorthopädische Apparatur eingeschränkt und erschwert. Um alle Bereiche innerhalb der Mundhöhle optimal zu reinigen, sind daher besondere Hilfsmittel erforderlich. Die Grundlage der Zahnpflege bildet dennoch die mechanische Reinigung mit einer Zahnbürste. Vereinfacht wird die Reinigung durch elektrische Zahnbürsten und vor allem durch Ultraschallzahnbürsten sowie speziell dafür geeignete Zahncremes. Deren Partikel werden durch die Schwingungen der Zahnbürste in kleinste Winkel befördert, die mit einer herkömmlichen Zahnbürste unerreichbar sind. Die alleinige Reinigung mit einer Zahnbürste reicht bei Vorhandensein einer festen Zahnspange nicht aus. Bereiche unter dem Draht oder den Brackets müssen mithilfe von Zahnseide und Interdentalbürsten gereinigt werden. Dabei müssen keine speziellen Interdentalbürsten für Zahnspangenträger gekauft werden, die herkömmlichen in einer kleinen Größe reichen vollkommen aus. Neben diesen täglichen Reinigungsmethoden ist eine wöchentliche Fluoridierung mit einem Gelprodukt ratsam, um die Zähne durch Remineralisation vor Karies zu schützen. Die Fluoride und Salze können in den Zahnschmelz aufgenommen werden und stärken die Zahnhartsubstanz. Neben der Fluoridierung kann zudem regelmäßig eine Mundspüllösung verwendet werden, um die Mundflora im Gleichgewicht zu halten und die Mundhygiene zu fördern. Dabei sollte auf eine niedrige Konzentration (0,05 %) des Wirkstoffes Chlorhexidindigluconat geachtet werden, der nachhaltig die Mundgesundheit fördert und auch vor Karies und Parodontalerkrankungen schützt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnspange reinigen.

Pflege bei einer Zahnfleischzyste

Eine Zahnfleischzyste muss durch einen chirurgischen Eingriff eröffnet werden, damit das enthaltene Sekret entfernt wird. Im Vorfeld sollte der Betroffene darauf achten, weiche Kost auf der nicht betroffenen Seite zu kauen, damit wenig Essensreste die Chance haben, sich in der Region festzusetzen. Nach dem Entlastungsschnitt folgt entweder eine sogenannten Zystostomie, bei der das Sekret abgelassen wird, oder einer Zystektomie, bei der die komplette Zyste herausoperiert wird. Danach sollte der Patient das Areal von außen kühlen, damit die Entzündung schneller abklingt und sich keine starke Schwellung entwickelt. Mundspüllösungen mit Chlorhexidindigluconat können ebenfalls helfen, die Bakterien in der Mundhöhle zu entfernen und eine gesunde Mundflora wiederherzustellen. Trotz des Eingriffes müssen die Zähne geputzt werden, in der betroffenen Region allerdings nur sehr vorsichtig. Das Gebiet, das vernäht worden ist, sollte allerdings nicht mit der Zahnbürste irritiert werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Kieferzyste.

Welche Zahnpflegesets sind zu empfehlen?

Zahnpflegesets sind insbesondere als spezielle Lernsets für Babys empfehlenswert, um das Kind langsam an eine richtige Mundhygiene heranzuführen. Dabei erlernen die Babys nach und nach den Umgang mit Zahnbürste und Zahnpasta, was eine gute Mundhygiene von Anfang an entwickelt und fördert. Zahnpflegesets für Erwachsene sollten eine professionelle Zahnreinigung für zu Hause ermöglichen. Die Grundausstattung basiert auf einer Ultraschallzahnbürste mit verschiedenen Programmen und Aufsätzen für Zunge, Zwischenräume und einer Munddusche. Diese Zahnpflegesets beinhalten alles, was für eine gründliche Mundhygiene benötigt wird und sind daher empfehlenswert, aber kein Muss. Weiterhin kann das Set eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt nicht ersetzen, da den eigenen Fähigkeiten im Vergleich zu den Möglichkeiten einer Fachkraft Grenzen gesetzt sind.

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Weißes Zahnfleisch - was tun?

Weiß verfärbtes Zahnfleisch kann multifaktoriell bedingt sein. Punktuelle weißliche Stellen am Zahnfleisch können auf eine Minderversorgung hindeuten. Das entsprechende Areal wird beispielsweise durch Rauchen oder Druck (z.B. durch eine zu lange Krone) schlecht durchblutet und kann schlimmstenfalls absterben, da es nicht mit Nährstoffen versorgt wird. Großflächigere weiße, nicht abwischbare Verfärbungen können für eine Leukoplakie oder eine Systemerkrankung sprechen. Eine Leukoplakie stellt eine Verhornungsstörung der Mundschleimhaut dar. Verschiedene Systemerkrankungen können weißliche Veränderungen der Mundschleimhaut verursachen.

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Weiterhin können auch Medikamente weißliche Veränderungen des Zahnfleisches bedingen. Darüber hinaus können bösartige Veränderungen der weißlichen Verfärbung zugrunde liegen. Ist der weiße Belag abwischbar, ist er höchstwahrscheinlich durch eine Pilzinfektion bedingt. Dieser sogenannte Mundsoor muss mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden. Generell ist bei einer weißlichen Schleimhautveränderung die Konsultation eines Arztes dringend zu empfehlen. Sofern die Veränderung nach ein bis zwei Wochen nicht von selbst verschwindet, muss die Ursache abgeklärt werden. Zur sicheren Diagnosestellung wird häufig eine Probeentnahme der betroffenen Stelle durchgeführt und mikroskopisch untersucht. 

Zahnfleisch eitert - was tun?

Wenn Eiter aus dem Zahnfleisch tritt, ist unverzüglich ein Zahnarzt aufzusuchen. Eiterbildung spricht meist für eine länger bestehende Entzündung oder einen Abszess am Zahn (eine abgekapselte Eiteransammlung), die zahnärztlich versorgt werden müssen. Eiter besteht aus abgestorbenen weißen Blutkörperchen, die normalerweise für die Abwehrreaktion entscheidend sind und die Entzündung bekämpfen. Um die Symptome wie Schmerzen und Spannungsgefühl zu lindern, muss der Eiter abgelassen werden. Neben eines Entlastungsschnittes und antibakteriellen Spülungen (z.B. Chlorhexamed® forte) setzt der Zahnarzt oder Oralchirurg gegebenenfalls unterstützend ein Antibiotikum ein, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern und die Bakterien schneller abzutöten. Generell ist schnelles Handeln im Falle von Eiterbildung angezeigt. Bei zu langem Abwarten besteht das Risiko, dass sich die Bakterien von der Entzündung im Mundraum in den Blutkreislauf gelangen und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.

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Zusammenfassung

Für die tägliche Zahnpflege gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Hilfsmittel. Sicher wird nicht jeder alle benutzen, sondern diejenigen auswählen, die ihm am meisten zusagen. Unerlässlich ist jedoch die Zahnbürste und die Zahnpasta sowie geeignetes Instrumentarium zur Reinigung der Zahnzwischenräume. Die Zahnpasta muss Fluorid enthalten, der wichtigsten Vorbeugung vor Karies.

Qualitätssicherung durch: Dr. Wolfgang Weinert      |     Letzte Änderung: 22.11.2017
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