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Zahnseide

Einleitung

Eine regelmäßige, adäquat durchgeführte Mundhygiene bildet die Basis der Zahn- und Mundgesundheit. Ablagerungen in Form von Plaque (weiche Beläge) oder Zahnstein (harte Beläge) können über kurz oder lang einen enorm schlechten Einfluss auf die Zahnsubstanz, das Zahnfleisch und den Kieferknochen ausüben.

Lesen Sie mehr zum Thema: Mundhygiene

Plaque stellt im Allgemeinen einen zähen Bio-Film, der einerseits aus Abfallprodukten des bakteriellen Stoffwechsels und andererseits aus Speiseresten besteht. 
Dieser weiche Belag bleibt auf feinsten Rillen der Zahnoberfläche haften und dringt in vielen Fällen sogar bis unter den Zahnfleischrand. Dort setzt er sich an und um die Zahnwurzell und verursacht mitunter tiefe Zahnfleischtaschen. Werden diese weichen Ablagerungen über einen längeren Zeitraum nicht oder nur unzureichend entfernt, so härten diese aus und werden zu Zahnstein. 

Beim Zahnstein handelt es sich um feste Auflagerungen auf der Zahnoberfläche. Diese können weder durch die Anwendung von Spüllösungen noch durch das Putzen der Zähne entfernen kann. Diese festen Beläge entstehen durch Einlagerung von speziellen anorganischen Inhaltsstoffen des Speichels, die sich der weichen Plaque beimengen. Besonders im Bereich der Ausführungsgänge der Speicheldrüsen (Unterzungen und Ohrspeicheldrüse) entsteht gehäuft Zahnstein.

In der Zahnmedizin spricht man von sogenannten Prädilektionsstellen. Zu diesen Stellen gehört die Innenseite der Unterkieferfrontzähne (Schneidezähne) und die Außenseite der Oberkiefer - Backenzähne (Molaren). Da vor allem das Absinken fester Beläge unter den Zahnfleischrand zur Entstehung entzündlicher Prozesse führen und sowohl das Zahnfleisch (Folge: Zahnfleischentzündung, Zahnfleischrückgang), als auch den Kieferknochen (Folge: Knochenabbau) nachhaltige schädigen kann, ist eine umfangreiche Mundhygiene essenziell.

Die Verwendung einer Zahnbürste alleine reicht im Allgemeinen jedoch nicht aus, um alle Beläge von der Zahnoberfläche zu entfernen.

Diese Tatsache ist darin zu begründen, dass die Borsten der Zahnbürste manche Stellen kaum oder gar nicht erreichen können. Ausgeprägte Zahnfehlstellungen und/ oder Kronen und Brücken verstärken diese Problematik. Aus diesem Grund sollte neben der „gewöhnlichen“ Mundhygiene mindestens einmal täglich (am besten Abends) zur Zahnzwischenraumbürste (Interdentalraumbürste) oder zur Zahnseide gegriffen werden.

Durch die Anwendung dieser Hilfsmittel können schwer zugängliche Engstellen, Verschachtellungen und Kronen- beziehungsweise Brückenränder Adäquat gereinigt werden.

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Zahnseide – Arten

Zur Herstellung von Zahnseide werden im Allgemeinen zwei unterschiedliche Materialeien genutzt:

Zum Einen verwenden die Hersteller Nylon zur Produktion ein oder mehrfädiger Zahnseide, zum Anderen finden sogenannte PTFE- Fäden oftmals Anwendung.
Nylon- haltige Produkte werden sowohl in gewachster, als auch in ungewachster Form hergestellt. Außerdem wird Nylon- Zahnseide in mehreren Geschmacksrichtungen produziert. Der Nachteil mehrfädiger Zahnseide ist die Tatsache, dass diese während der Zwischenraumreinigung leicht ausfransen und/ oder zerreißen kann. Dieses Problem gilt vor allem für sehr enge Interdentalräume. Dahingegen bieten die einfädigen PTFE- Seiden den Vorteil, dass sie besonders leicht zwischen den Zähnen gleiten und auch in sehr engen Interdentalräumen (Zahnzwischenräumen) praktisch reißfest sind.
Grundlegend für die Bewertung einer Zahnseide ist immer die richtige Handhabung durch den Anwender. Unter dieser Annahme ist sowohl die Nylon- haltige, als such die PTFE- Zahnseide hervorragend dazu geeignet weiche Beläge in Form von Plaque von der Zahnoberfläche zu entfernen. Bei Patienten mit sehr weiten Interdentalräumen empfiehlt sich die Verwendung sogenannter Superfloss- Zahnseide, da diese einen größeren Raum zwischen den zu reinigenden Zähnen einnehmen kann.

Vorteile der gewachsten Zahnseide

Gewachste Zahnseide ist mit einer dünnen Schicht aus PTFE beschichtet, welche entweder aus Teflon oder aus Gore- Tex besteht. Diese Beschichtung sorgt dafür, dass sich die Zahnseide generell weicher anfühlt und bei Anwendung einfacher in den Zahnzwischenraum eingeführt werden kann. Empfehlenswert ist diese Art von Zahnseide besonders bei empfindlichem Zahnfleisch, welches zu Blutungen und Irritationen neigt, da die Seide im Interdentalraum sanft an den Zahnwänden entlanggleitet ohne das Zahnfleisch zu reizen oder gar verletzen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die gewachste Variante der Zahnseide beständiger ist als die ungewachste, somit nicht so schnell reißt und in die einzelnen Fasern aufgespalten wird. Daher kann sich die Zahnseide nicht so schnell in einem Zahnzwischenraum verfangen und gleitet immer gut aus dem Interdentalraum heraus. Weiterhin ist die gewachste Zahnseide nachweislich bezüglich der Reinigungskraft genauso gut und zielführend wie die ungewachste. Welche Zahnseide dem jeweiligen Anwender besser liegt ist reine Geschmackssache.

Vorteile der ungewachsten Zahnseide

Ungewachste Zahnseide ist eine der wohl beliebtesten Varianten um Zahnzwischenräume zu reinigen. Dadurch, dass die Zahnseide nicht beschichtet ist, ist sie fester und gleitet nicht so leicht aus den Fingern. Sie lässt sich besser führen und schnell in den Interdentalraum einbringen. Durch die faserige Beschaffenheit entfernt sie potent selbst Speisereste, die sich stark verkeilt haben, ohne dass der Anwender viel Kraft anwenden muss.

Gut geeignet ist die ungewachste Zahnseide für relativ große Interdentalräume um dort gründlich zu reinigen. Bei sehr kleinen Zwischenräumen besteht die Gefahr, dass die Zahnseide in ihre Fasern geteilt wird oder gar reißt. Generell reinigt die ungewachste Zahnseide genauso gut und gründlich wie die gewachste, was in wissenschaftlichen Studien bewiesen worden ist. Somit ist die Nutzung reine Geschmackssache und Anwender sollten ausprobieren welche Zahnseide am leichtesten und angenehmsten in der Handhabung erscheint.

Zahnseide ohne Fluorid

Das Fluorid an der Zahnseide ist nicht entscheidend für die Reinigung und hat bei der kurzen Kontaktzeit der Seide mit dem Zahnzwischenraum keinerlei Chance sich positiv auf den Schmelz auszuwirken. Daher ist eine Zahnseide ohne Fluorid als genauso effektiv und gut anzusehen wie eine fluoridierte. 

Gibt es Zahnseide für Kinder?

Es gibt Zahnseide und Zahnseidesticks für Kinder mit bunten Motiven, deren Nutzung für den Einstieg durchaus sinnvoll ist. Als Eltern kann man den Kindern helfen, indem man Schlaufen in die Zahnseide knüpft, in die die Kinder ihre Finger einbringen können, umso selbst die Zahnseide zu halten. Dabei können die Kinder zusammen mit den Eltern die Zahnseide in die jeweiligen Zahnzwischenräume führen.

Ist die Anwendung von Zahnseide bei Kindern sinnvoll?

Sobald alle Milchzähne vorhanden sind und sich zwischen den Zähnen Speisereste verfangen können, ist die Anwendung von Zahnseide bei Kindern empfehlenswert. Das vollständige Milchgebiss ist mit 2,5 Jahren vorhanden. Am Anfang müssen die Eltern den Kindern bei der Anwendung noch helfen. Spätestens bei Durchbruch der ersten bleibenden Zähne mit 6 Jahren, ist der Gebrauch von Zahnseide täglich ein Muss, um die Kariesentstehung zwischen den Zähnen zu verhindern und den Erhalt der bleibenden Zähne so lange wie möglich zu gewährleisten.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Milchgebiss

Zahnseide anwenden

Im Grunde genommen ist die Anwendung von Zahnseide kinderleicht. Um jedoch die Effektivität der Zahnreinigung mittel Zahnseide zu optimieren und einer Verletzung des Zahnfleischs vorzubeugen, helfen kleine Tipps.

Zu Beginn sollten etwa 45 bis 60 cm Zahnseide aus der Vorratsbox entnommen werden. Einige Hersteller bieten sogar Zahnseide an die von vorne herein in der geeignete Länge verkauft wird.
Im Anschluss sollte ein Ende der Zahnseide zwei bis drei mal um den Mittel- oder Zeigefinger gewickelt werden. Das andere Ende wird so lange um den Mittel- oder Zeigefinger der entgegengesetzten Hand gewickelt, bis sich die ausgestreckten Daumen beider Hände berühren.
Zur Anwendung sollte die Zahnseide möglichst straff gezogen werde.
Die Hinzunahme des Daumens kann die Herstellung der richtigen Spannung erleichtern.

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Im Anschluss wird die Zahnseide locker in die Zahnzwischenräume unter sanftem Druck eingebracht. Dies gelingt in den meisten Fällen ganz einfach vom oberen Ende der Zahnkrone aus, bei Patienten, deren Zähne mit einem Retainer versorgt sind, kann die Zahnseide am unteren Rand zwischen die Zähne gefädelt werden (generell empfiehlt sich bei diesen Patienten jedoch, auf Grund der einfacheren Anwendung, der Umstieg auf Zahnzwischenraumbürsten). 
Darauf hin erfolgt die Reinigung der Zwischenräume (Interdentalräume) indem die Zahnseide über etwa 2,5 bis 5 cm behutsam hin und her bewegt wird. Währenddessen muss darauf geachtet werden, dass die Zahnseide zum Einen dicht an der Zahnoberfläsche entlang geführt wird und auch unter den Gingiva- Saum gelangt. Dieser Vorgang sollte sowohl am rechten, als auch am linken Zahn durchgeführt werden.

Es ist dringend zu beachten, dass auf keinen Fall Gewalt oder zu hoher Druck aufgewendet werden darf, da dies sonst zu Schnitten innerhalb des Zahnfleischs oder zu kleinen Blutergüssen führen kann. Sobald der Faden der Seide zwischen den Fingern sichtbare Verschmutzungen zeigt, muss der verwendete Abschnitt auf dem Finger aufgerollt und durch ein neues etwas 2,5 bis 5 cm langes Stück ersetzt werden. Die Entfernung der Zahnseide erfolgt ebenfalls über leichtes Hin- und Her- Bewegen des Fadens ins Richtung Zahnkrone. Bei Patienten mit Retainer muss die Zahnseide vorsichtig nach Vorne aus dem Zwischenraum gezogen werden.

Wie lange darf man Zahnseide anwenden?

Zahnseide sollte sofort nach der einmaligen Anwendung in der gesamten Mundhöhle entfernt werden, da sich die Bakterien auf der Zahnseide anhaften. Würde die bereits benutzte Zahnseide erneut verwendet werden, würden die Bakterien erneut in die Mundhöhle und speziell in die Zahnzwischenräume eingebracht werden. Des Weiteren bestünde die Gefahr, dass die Zahnseide eher reißt, da sie schon zuvor belastet wurde und daher nicht mehr so beständig ist.

Wie wendet man Zahnseide bei einer Zahnspange an?

Bei Zahnspangen ist es ratsam, eine gewachste Zahnseide oder eine Zahnseide speziell für Brückenglieder mit einem straffen Ende zu verwenden. Damit kann die Zahnseide unterhalb des Drahtes eingeführt werden und mit sanften Bewegungen nach oben und unten die Zwischenräume reinigt. Die Anwendung ist reine Übungssache, die am Anfang recht schwer erscheint. Sollte der Anwender jedoch nicht gut mit der Zahnseide und dem Draht zurechtkommen, können auch feine Interdentalbürsten verwendet werden, um unterhalb des Drahtes die Zahnzwischenräume zu säubern.

Besonders geeignet ist die Anwendung einer Floss-Zahnseide: Sie besitzt ein verstärktes Ende zum Einfädeln unterhalb des Drahtes und einen dicken, flauschigen Mittelteil, der effektiv die Beläge entfernen kann.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Reinigung der Zahnspange

Zahnseide vor oder nach dem Zähneputzen anwenden?

Die Zahnseide kann vor oder nach dem Zähneputzen benutzt werden. Trotzdem hat die Anwendung vor dem Putzen den Vorteil, dass die durch die Zahnseide gelösten Partikel schlussendlich mit der Zahnbürste restlos entfernt werden. Wird die Zahnseide nach dem Putzen benutzt, werden Bakterien innerhalb der Speisereste gelöst an die die Zahnbürste nicht herankam. Diese Bakterien befinden sich wieder in der Mundhöhle, obwohl schon alles gesäubert wurde. In diesem Fall wäre es ratsam noch eine Mundspülung zu nutzen.

Sollte die Zahnseide morgens oder abends angewandt werden?

Die Empfehlung ist eine tägliche Anwendung der Zahnseide, allerdings wäre es am besten sie morgens und abends zu verwenden. Da der Speichelfluss nachts unterbrochen wird, hat der Mensch physiologisch morgens oftmals Mundgeruch, weshalb die morgendliche Anwendung von Zahnseide sinnvoll ist, um die unangenehm riechenden Reste aus den Interdentalräumen abzulösen. Darüber hinaus ist es wichtig die Zähne abends von allen Speiseresten zu entfernen, da nachts die Phase ist, in der sich der Zahnschmelz remineralisiert und regeneriert. Werden nachts Speisereste in den Zahnzwischenräumen von Bakterien verstoffwechselt, haben die dabei entstehenden Säuren leichten Spielraum um den Zahnschmelz anzugreifen und so Karies entstehen zu lassen.

Wie oft sollte Zahnseide angewandt werden?

Am effektivsten ist es Zahnseide nach jeder Mahlzeit zu verwenden, um die Zahnzwischenräume von Speiseresten zu befreien und die Säurebelastung im Mund möglichst minimal zu halten. Da es im Alltag eine große Aufgabe ist nach jedem Snack unterwegs Zahnseide zu verwenden, ist die Empfehlung jeweils morgens sowie abends vor dem zu Bett gehen Zahnseide zu verwenden. Diese Frequenz ist vollkommen ausreichend um eine gesunde Mundhöhle und eine intensive Mundhygiene zu gewährleisten.

Wie verhindert man Zahnfleischbluten?

Viele Nutzer mit empfindlichem Zahnfleisch sind durch Zahnfleischbluten und Schmerzen von der Anwendung von Zahnseide abgeschreckt. Aber das muss nicht sein. Ratsam ist es eine weiche oder bandförmige Zahnseide zu verwenden, anstatt die herkömmliche straffe, fadenförmige. Diese erlaubt ein einfacheres und sanfteres Einbringen in die Zahnzwischenräume ohne diese zu verletzen oder sie zu reizen. Das Zahnfleisch wird so lediglich gereinigt und erlaubt eine schmerzfreie Anwendung. Weiterhin ist auch die richtige Technik entscheidend. Die Zahnseide sollte durch langsames Vor- und Zurückbewegen in den Zwischenraum ohne viel Druck eingebracht werden und dieser sollte dann sanft ausgestrichen werden um das Zahnfleisch nicht zu irritieren.

Lesen Sie mehr zum Thema: Therapie bei Zahnfleischbluten

Zahnseide riecht/stinkt nach Anwendung - was bedeutet das?

Nicht selten verfallen Anwender in Panik und sorgen sich sobald sie den strengen Geruch von Zahnseide nach der Anwendung wahrnehmen. Doch das ist meist ein normaler, physiologischer Zustand. Vor allem nach der morgendlichen Anwendung, wo jeder Mensch zu Mundgeruch neigt, da in der Nacht weniger Speichel gebildet wird, übernimmt auch die Zahnseide die unangenehm riechenden Reste aus den Zahnzwischenräumen. Diese teilweise schon durch Bakterien verstoffwechselten Speisereste riechen unangenehm, doch sind nicht krankhaft.

Riecht die Zahnseide nach Anwendung allerdings immer sehr streng und ist generell ein negativer Mundgeruch feststellbar, sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden, da es sich um eine Parodontitis handeln kann. Die Parodontitis ist die generalisierte Entzündung des gesamten Zahnhalteapparates, bei der bestimmte Bakterienarten zu einer stark unangenehm riechenden Halitosis führen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Parodontitis

Dieser Mundgeruch wird auch von Außenstehenden als stark unangenehm wahrgenommen, daher ist es ratsam den Partner oder Familienmitglieder zu fragen ob der Mundgeruch bereits aufgefallen ist. Ebenfalls Gründe für Mundgeruch und damit verbunden auch unangenehm riechende Zahnseide kann Karies, ein entzündeter Wurzelkanal, oder Hals- und Rachenentzündungen sein. Auf der sicheren Seite ist der Betroffen wenn er die Ursache bei einem Zahnarzt abklären lässt, um eine Erkrankung jeglicher Art festzustellen und zu behandeln. 

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Zahnseide Test

Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung ist Zahnseide nicht gleich Zahnseide. Sowohl in der Qualität, als auch in der Effektivität der Zahnreinigung unterscheiden sich die von den verschiedenen Herstellern angebotenen Produkte enorm.
Auch im Aufbau unterscheiden sich verschiedene Zahnseiden voneinander. Die meist verwendetest Zahnseide besteht aus vielen, aneinanderhaftenden dünnen Fäden.

In umfangeichen Tests wurden sowohl die Reinigungswirkung und die Handhabung, als auch die Deklaration und die Gebrauchshinweise bewertet. Diese Tests machten deutlich, dass die Güte einer guten Zahnseide in absolut keinem Zusammenhang zum Preis des Produktes steht. Es ist demnach gar nicht notwendig immer zur teuersten Zahnseide zu greifen, günstige Produkte schneiden mitunter sogar wesentlich besser ab.

Mit einer Durchschnittsnote von Gut (1,6) gehören die „Sensitiv Floss von Dontodent®“ erhältlich bei dm (Preis ungefähr 1,50 Euro), die „Sensitive Zahnseide von Perlodent®“ angeboten von Rossmann (Preis ungefähr 1,40 Euro), die „Easy Flossers Icy Mint® gewachst von Sunstar GUM“ zu den als am besten bewerteten Zahnseiden.

Im Bereich Reinigungswirkung erhielten alle drei Produkte die Note „sehr gut“ (1,2). Die Handhabung wurde mit der Durchschnittsnote „gut“ (2,0) und die Deklaration und Gebrauchshinweise mit der Note „gut“ (2,0) bewertet.
Neben der „gewöhnlichen“ Zahnseide gibt es auch sogenannte Superfloss- Zahnseide, die im mittleren Bereich eine verdickte, weichere Struktur aufweisen. Im Allgemeinen verfügt die Superfloss- Zahnseide über drei unterschiedliche Bereiche:

  1. einen Einfädelbereich, der das Einführen des Produktes enorm erleichtert
  2. einen Flauschfaden und
  3. einen Bereich mit klassischer Zahnseide.

Gerade an Stellen, an denen starke Zahnfehlstellungen oder Verschachtelungen vorliegen erleichtert der Einfädelbereich die Anwendung enorm. Im Bereich der Backenzähne sind die Zahnzwischenräume im Allgemeinen etwas weiter, die „gewöhnliche“ Zahnseide kann dort unter umständen keinen ausreichenden Reinigungseffet entfalten. Das weitere Stück der Superfloss- Zahnseide kann die Zahnoberfläche an diesen Stellen effektiver säubern.

Zahnseide- Sticks

Zur Reinigung der Zahnzwischenräume (Interdentalräume) kann neben der gewöhnlichen Zahnseide auch ein Reinigungs- Stick angewendet werden. Diese Sticks bestehen aus einem Griff mit einem bereits eingespannten etwa zwei bis 5 cm langen Zahnseide- Stück. Diese Zwischenraum- Reinigungshilfen bieten den Vorteil, dass sie von vielen Patienten wegen ihrer leichteren Handhabung bevorzugt werden.

Der Nachteil der Zahnseide- Sticks besteht darin, dass sie vom Anschaffungspreis her wesentlich teurer sind als normale Zahnseide. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass die Herstellung des Griffs aufwendig und auch kostspielig ist. Zudem kann man einen Zahnseide- Stick bloß einmal anwenden, sobald der Seidenfaden verschmutzt ist muss sofort ein neuer Stick verwendet werden.
Die gewöhnliche Zahnseide kann an wesentlich mehr Zahnzwischenräumen (Interdentalräumen) genutzt werden, da ein beschmutztes Teilstück durch verschieben direkt ausgetauscht werden kann. Ob die Anwendung der Zahnseide- Sticks oder die der normalen Zahnseide für die Interdentalraum- Pflege effektiver und gründlicher ist, lässt sich nicht direkt beantworten. Die Meinungen der Zahnmediziner gehen, was diese Frage betrifft, weit auseinander.
Im Endeffekt sollte demnach die Vorliebe des Anwenders darüber entscheiden welches Hilfsmittel genutzt wird. Für Patienten mit Retainern ist die Anwendung der Zahnseide- Sticks jedoch nicht möglich, da diese nicht an dem Stabilisations- Draht vorbei in den Interdentalraum eingeführt werden kann. Für diese Patientengruppe stellen sogenannte Zahnzwischenraumbürsten (Interdentalraumbürsten) eine ideale Alternative zur Zahnseide dar.
Diese Bürsten werden in mehreren Formen (gerade, Tannenbaum...) hergestellt und freuen sich immer größerer Beliebtheit. Diese Tatsache ist darin zu begründen, dass die Handhabung im Vergleich zur Zahnseide wesentlich einfacher ist. Darüber hinaus eignen sich die Interdentalraumbürsten, wegen der Vielzahl der angebotenen Durchmesser der Bürstenköpfe, sowohl für sehr schmale, als auch für sehr weite Zahnzwischenräume. Gerade Patienten, deren Gebiss mit Kronen und/oder Brücken versehen ist, sollten ernsthaft über einen Umstieg zur Zahnzwischenraumbürste nachdenken.

Was sind die Alternativen zur Zahnseide?

Für Patienten, die mit Zahnseide nicht zurechtkommen, gibt es andere Produkte, deren Handhabung einfacher ist. Primär sind Zahnseidesticks zu nennen, bei denen Zahnseide an einem Plastikschaft befestigt sind. An diesem Schaft kann das Zahnseidestück besser zwischen die Zähne geführt werden. Die Zahnseidesticks sind Einmalprodukte und nach der Anwendung in der Mundhöhle wie Zahnseide wegzuwerfen.

Des Weiteren gibt es Zahnzwischenraumbürsten, welche in verschiedenen Größen für die jeweilige Breite des Zahnzwischenraums erhältlich sind. Die Bürsten werden von außen in die Interdentalbereiche eingeführt und entfernen so verbliebene Speisereste. Sie sind mehrmals anwendbar, da sie auch spülmaschinenfest sind.

Als weitere Alternative gibt es die elektrische Munddusche, bei der die Druckkräfte von einzelnen Wasserstrahlen die Zahnzwischenräume reinigen. Als alleinige Reinigungsform kann die Munddusche die Anwendung von Zahnseide oder Zwischenraumbürsten nicht ersetzen, sondern diese nur zusätzlich unterstützen, da sie nicht so effizient die Zwischenräume reinigt. Anwender müssen herausfinden mit welchem Hilfsmittel sie am besten zurechtkommen und welche Anwendungsform für sie geeignet und am einfachsten erscheint.

Von Zahnhölzern oder Zahnstochern ist generell eher abzuraten, da sie meist zu groß für die Interdentalräume sind und damit leicht Speisereiste noch tiefer in die Tasche gepresst werden können. Des Weiteren ist die Verletzungsgefahr mit diesem Hilfsmittel durch die angespitzten Enden relativ hoch.

Zahnseide steckt fest - was tun?

Sofern die Zahnseide sich in dem Interdentalraum verfangen hat, muss versucht werden diese zu entfernen. Betroffene können es mit einem zweiten Stück Zahnseide oder einer Interdentalbürste versuchen. Sollte der Versuch die Zahnseide aus dem Zwischenraum zu entfernen nicht gelingen, muss der Zahnarzt aufgesucht werden. Dieser schafft es mit dentalen Instrumenten in jedem Fall das Zahnseidestück aus dem Interdentalraum abzulösen. Wird dieses Stück so belassen, kann sich der Interdentalraum stark entzünden und schmerzen, da das Immunsystem auf den Fremdkörper reagiert. 

Ist ein Verschlucken von Zahnseide gefährlich?

Generell ist das Verschlucken von Zahnseide nicht gefährlich. Zahnseide besteht aus Kunststoffen und Seiden und ist somit unverdaulich. Sie wird mit dem Stuhlgang genauso ausgeschieden wie sie aufgenommen wurde und die Bestandteile erreichen die Blutbahn nicht. Nach spätestens 48 Stunden ist die Zahnseide ausgeschieden. Somit besteht keinerlei gesundheitliche Gefahr bei versehentlichem Verschlucken.

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Weiterführende Informationen

  • Zahnpasta
  • Zahnbürste
  • Mundwasser
  • Munddusche

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