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Ultraschallzahnbürste

Einleitung

Ultraschallzahnbürsten und Schallzahnbürsten werden oft als Synonym verwendet, doch haben grund unterschiedliche Funktionsweisen. Während Schallzahnbürsten durch mechanische Reibung ihre Wirkung entfalten, benötigt die Anwendung der Ultraschallzahnbürste eine spezielle Zahnpasta, deren Teilchen durch die Schwingungen in Bewegung versetzt werden. Doch was macht eine Ultraschallzahnbürste besser als eine reine Rotationszahnbürste und für wen ist diese Form der Zahnreinigung geeignet?

Was macht der Ultraschall?

Ultraschallwellen entstehen durch Schwingungen eines Kristalls. Von Ultraschall spricht man in einem Schwingungsbereich von 20kHz bis 40kHz. Das entspricht etwa 1,6 Millionen Schwingungen pro Minute. Die Schwingungen sind so schnell, dass dadurch Teilchen bewegt werden. Bei der Ultraschallzahnbürste ist eine spezielle Zahnpasta notwendig, die durch die Schallwellen in Bewegung versetzt werden. Durch die Schwingungen werden in der Zahnpasta Mikroblasen gebildet, die auf der Zahnoberfläche platzen und dadurch eine Reinigungswirkung erzielen. Ablagerungen wie Plaque und Beläge und die darin befindlichen Bakterien werden so von den Zahnhartsubstanzen gelöst. Selbst harte Beläge und leichte Zahnsteinablagerungen können durch die Ultraschallzahnbürste abgesprengt werden. Somit verbleiben die Verunreinigungen in der Zahnpasta und werden ausgespült.

Die spezielle Zahnpasta, die verwendet wird, enthält keine Abrasionspartikel, die in handelsüblichen Zahncremes vorhanden sind und abtragende Wirkung haben. Würde eine normale Zahncreme in Kombination mit einer Ultraschallzahnbürste verwendet werden, hätte das auf Dauer schädigenden Effekt, da die Zahnhartsubstanzen nach und nach abgerieben werden. Im Handel sind nur wenige Modelle erhältlich, die Ultraschall verwenden, während es unzählige Rotations- und Schallzahnbürsten gibt. Durch die Wirkungsweise der Ultraschallzahnbürste, ohne jegliche mechanische Reinigungsfähigkeit muss die Zahnbürste nur von Zahn zu Zahn gehalten werden, ohne dabei kreisende oder gar schrubbende Bewegungen auszuführen. Dadurch werden die Zahnhartsubstanzen und die Weichgewebe wie das Zahnfleisch gesäubert, aber trotzdem geschützt und Beschwerden wie Zahnfleischbluten oder Entzündungen können nachhaltig gelindert werden.

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Für wen ist eine Ultraschallzahnbürste sinnvoll?

Sinnvoll ist die Ultraschallzahnbürste für Patienten mit sehr empfindlichen und dünnem Zahnfleisch, die profitieren, dass es keinerlei mechanische Reibung durch das Zähneputzen mehr gibt und das Zahnfleisch so nicht mehr irritiert wird. Dies trifft bei der Mehrheit der Patienten zu, die in kieferorthopädischer Behandlung waren und deren Zähne dabei verschoben worden sind. Durch Verschiebungen der Zähne entstehen häufig Bereiche mit sehr dünnen Zahnfleischpartien, besonders in der Unterkieferfront. Diese werden bei mechanischer Reibung irritiert, sodass Rezessionen und Blutungen entstehen können. Die Ultraschallzahnbürste schont das Zahnfleisch und reinigt es trotzdem gründlich, sodass Beschwerden gelindert werden können.

Auch bei Trägern einer festen Zahnspange kann eine Ultraschallzahnbürste die Anwendung vereinfachen und schwer zugängliche Stellen erreichen. Durch die Bewegung der Zahncreme werden auch die Bereiche unter dem Draht oder an den Brackets gesäubert, die mit einer Rotationszahnbürste nahezu nicht gereinigt werden können. Weiterhin ist die Ultraschallzahnbürste bestens für Zahnersatzträger geeignet, um alle Bereiche der Kronen, Brücken oder Teleskope gründlich zu säubern. Für Patienten, die zu Zahnfleischbluten neigen und bereits Rezessionen und empfindliche Zahnhälse aufweisen, ist die Ultraschallzahnbürste die schonendste Variante um effizient zu reinigen und gleichzeitig das Zahnfleisch zu schützen. So kann sich nachhaltig das Zahnfleisch regenerieren und Zahnfleischblutungen verschwinden. Weiterhin ist die Ultraschallzahnbürste für Anwender mit eingeschränkter Compliance geeignet, die durch Erkrankungen oder beeinträchtigte Fertigkeiten sich nur unzureichend manuell die Zähne putzen könnten. Durch die Technologie mit Ultraschall werden Bereiche in der Mundhöhle gesäubert, die bei Putzen mit Handzahnbürste oder elektrischen Zahnbürste nicht erreicht werden können.

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Kann eine Ultraschallzahnbürste auch schädlich sein?

Bei Produkten, die mit Ultraschall arbeiten, stellt sich für Herzschrittmacher immer die Frage, ob es Interaktionen zwischen den Schallwellen und den gesendeten Impulsen des Herzschrittmachers gibt. Daher wird in der Zahnarztpraxis auf technische Geräte mit Ultraschall verzichtet, da Hersteller der Geräte von einer Anwendung abraten. Dennoch gibt es zum Thema Ultraschallzahnbürsten Entwarnung. Laut wissenschaftlichen Studien gibt es keinerlei Beeinflussung einer Ultraschallzahnbürste mit einem Herzschrittmacher, weshalb Patienten mit Defibrillator oder Herzschrittmacher bedenkenlos eine Ultraschallzahnbürste verwenden können. Generell gibt es keinerlei Kontraindikationen die Zahnbürste zu verwenden, da durch die Ultraschallschwingungen keine Schädigungen oder negative Auswirkungen entstehen können.

 

Ultraschallzahnbürste bei Kindern

Elektrische Zahnbürsten sind für Kinder ab einem Alter von 3 Jahren nutzbar, Schallzahnbürsten etwa ab dem Alter von 4-5 Jahren. Es gibt keine Ultraschallzahnbürsten speziell für Kinder, sondern müssten Kinder die Modelle benutzen, die auch für Erwachsene sind. Generell kann eine Ultraschallzahnbürste von Kindern benutzt werden, wenn ein selbstständiges Zähneputzen durch ausreichende Fähigkeiten und Fertigkeiten gegeben ist. Das ist ab einem Alter von 8 Jahren erreicht. Vorher sollte die Ultraschallzahnbürste nicht verwendet werden, da das Handstück und die Bürstenköpfe für die kindliche Statur und Mundhöhle zu groß sind und daher nicht zur Nutzung geeignet. Mit dem zu großen Bürstenkopf sind nicht alle Bereiche der Mundhöhle erreichbar und die Reinigung wäre unzureichend, weil das Kind nicht mehr der Zahnbürste umgehen kann.

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Ultraschallzahnbürste in der Schwangerschaft

Ultraschallzahnbürsten können bedenkenlos während der Schwangerschaft genutzt werden und richten keinerlei Schaden bei Mutter oder Kind an. Da Schwangere eher zu Zahnfleischblutungen und Entzündungen neigen, empfehlen viele Zahnärzte ausdrücklich eine Ultraschallzahnbürste, die gründlich und besonders schonend reinigt. Durch das hormonell bedingte Anschwellen und Erweichen der Gewebe können durch leichte mechanische Reibungen starke Blutungen entstehen. Durch die Funktionsweise der Ultraschallzahnbürste würden die Weichgewebe geschont werden und zusätzlich von Bakterien befreit, sodass das Entzündungsrisiko auf Dauer sinkt.

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Füllungen und Implantate

Auch bei Patienten mit Füllungen ist eine Ultraschallzahnbürste bedenkenlos verwendbar. Die platzenden Mikroblasen entfernen jegliche Ablagerungen in den kleinen Spalten, weshalb alle Bereiche der Zähne optimal gereinigt werden. Eine Gefahr, dass Füllungen durch die Ultraschallanwendung herausfallen könnten besteht ebenfalls nicht.

Ultraschallzahnbürsten sind für die tägliche Reinigung von Implantaten und implantatgetragenen Zahnersatz geeignet. Dabei ist die Reinigung gründlicher als mit einer Handzahnbürste und durch das einfache an die Oberfläche der Implantate Halten der Zahnbürste schonender zu den Weichgeweben, anstelle von einer mechanischen Reibung wie beispielsweise bei Rotationsbürsten. Das Zahnfleisch wird drucklos und beschwerdefrei gereinigt und von Bakterien befreit, ohne dass jegliche Irritationen entstehen. Auch bei der Reinigung von Implantaten sollte die spezielle Zahncreme genutzt werden, die für Ultraschallzahnbürsten geeignet ist. Für Interdentalräume oder das Säubern von Brückengliedern müssen allerdings Zahnseide oder Interdentalbürsten verwendet werden, diese können durch Ultraschalltechnik nicht ersetzt werden.

Kosten

Ultraschallzahnbürsten sind preislich deutlich höher anzusiedeln als Schall- oder Rotationszahnbürsten. Sie liegen bei einem Anschaffungspreis zwischen hundertfünfzig und hundertsiebzig Euro. Die Aufsteckköpfe, die alle zwei bis drei Monate gewechselt werden müssen, sind zwischen fünf und zehn Euro erhältlich. Weiterhin sollte berücksichtigt werden, dass die spezielle Zahncreme ebenfalls geringfügig teurer ist und zwischen vier und sechs Euro kostet.

 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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