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Was hilft bei einer Zahnfleischentzündung?

Einleitung

Eine Zahnfleischentzündung (lat. Gingivitis) ist eine in Mitteleuropa häufig Auftretende Erkrankung, die sich durch die Entstehung von entzündlichen Prozessen im Bereich des Zahnfleischs und durch das Auftreten von Zahnfleischblutungen bemerkbar macht.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Entzündung des Zahnfleischs - Erkennen und behandeln

 

Je nach Schweregrad der Zahnfleischentzündung kann diese mit einer verbesserten Mundhygiene und Zahnpflege wieder in den Griff bekommen werden. 

Therapie

Verbesserte Mundhygiene und Zahnpflege

Der wichtigste Punkt in der Behandlung einer Zahnfleischentzündung ist die Durchführung einer regelmäßigen und vor allem ordentlichen Mundhygiene. Die Zähne sollten mindestens zwei-, wenn nicht sogar dreimal täglich gründlich gereinigt werden.

Im Idealfall sollte das Zähneputzen 30 Minuten nach jeder Mahlzeit erfolgen. Dies reduziert die bakterielle Besiedlung innerhalb der Mundhöhle enorm und führt im Zuge dessen zu einer Milderung der entzündlichen Prozesse des Zahnfleisch- Gewebes. Neben der Reinigung der Zahnoberflächen ist vor allem die Pflege der Zahnzwischenräume (Interdentalräume) nicht zu vernachlässigen. Mindestens einmal am Tag müssen diese mit Hilfe von sogenannten Interdentalraumbürsten oder Zahnseide von Belägen befreit werden.

Im Bezug auf die Mundpflege ist zu beachten, dass es keine Zahnputztechnik gibt, die ausnahmslos für jeden Patienten geeignet ist. Schiefstellungen der Zähne, große Zahnzwischenräume oder ein enormer Zahnfleischrückgang machen eine besondere Putztechnik erforderlich.
Verschiedene Hausmittel können zusätzlich zur Zahnpflege vorbeugend wirken.

Im Zuge  Behandlung weißt der Zahnarzt den betroffenen Patienten im Regelfall in eine für ihn geeignete Zahnputztechnik ein. Des Weiteren müssen beim Vorliegen einer Zahnfleischentzündung weitere Behandlungs- Maßnahmen in der zahnärztlichen Praxis erfolgen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Zahnpflege

Professionelle Zahnreinigung

 

Die Professionelle Zahnreinigung (kurz: PCR) gehört schon seit langem zum Standard in der Behandlung einer Zahnfleischentzündung. Von den gesetzlichen Krankenkassen wird diese Behandlung in der Regel nicht übernommen. Die Kosten, die sich in erster Linie nach der Anzahl der sich im Kiefer befindlichen Zähne und der Dauer der Behandlung richtet, müssen demzufolge vom Patienten getragen werden. Es gibt jedoch auch Krankenkassen, die für die Therapie- Kosten zumindest teilweise aufkommen.

Bei Notwendigkeit einer Professionellen Zahnreinigung lohnt es also immer sich mit der zuständigen Krankenkasse in Verbindung zu setzten. Der Preis einer Professionellen Zahnreinigung schwankt von Praxis zu Praxis extrem stark. Im Durchschnitt liegen die Kosten zwischen 70 und 150 Euro.
Der Ablauf dieser Maßnahme in der Behandlung einer Zahnfleischentzündung ist im Allgemeinen immer recht ähnlich. Der behandelnde Zahnarzt führt eine Säuberung der Zahnoberfläche, der Zahnfleischrandes und der oberen Anteile möglicher Zahnfleischtaschen durch.

Im Zuge dessen wird jeder einzelne Zahn von allen Seiten mit speziellen Instrumenten (Kürettage) abgefahren. Durch einen individuellen, an die Zahnform angepassten Schliff, der von Kürette zu Kürette unterschiedlich ist, vermögen es die Instrumente sowohl weiche (Plaque), als auch harte (Zahnstein) Beläge von der Zahnoberfläche abzutragen. Die Behandlung einer Zahnfleischentzündung ist in der Regel nicht schmerzhaft. Sollten während der Therapie jedoch Schmerzäußerungen von Seiten des Patienten erfolgen, so kann eine umfangreichere Zahnreinigung unter lokaler Betäubung durchgeführt werden. Zur Linderung der Schmerzen kann dem Patient / der Patientin eine betäubende Salbe (Dynexan® Mundgel) verschrieben werden.

In vielen zahnärztlichen Praxen wird das Säubern der Zähne durch Anwendung eines sogenannten Air- Flow- Gerätes durchgeführt. Aus fachlicher Sicht ist diese Methode jedoch mehr als bedenklich. Kleine Reinigungspartikel des Air- Flow- Gerätes können die Zahnoberfläche aufrauen, zu Mikrorissen führen und dadurch neue Schmutznischen schaffen.

Im Anschluss können sich bakterielle Erreger besonders einfach an den geschädigten Stellen festsetzen. Viele Patienten nehmen eine Zahnfleischentzündung bis heute nicht ernst und suchen beim Auftreten von Zahnfleischblutungen keinen Zahnarzt auf.

In Anbetracht der Tatsache, dass eine unbehandelte Zahnfleischentzündung jedoch über einen längere Zeitraum zur Entstehung einer Parodontitis und zur Schädigungen des Kieferknochens führt, sollte eine gezielte Behandlung frühzeitig eingeleitet werden. Im schlimmste Fall können die betroffenen Patienten bei Unterlassung einer geeigneten Behandlung mit dem Auftreten eines schnell fortschreitenden Knochenrückgangs und dem Verlust ansonsten vollkommen gesunder Zähne rechnen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Professionelle Zahnreinigung

Zusammenfassung

Unter dem Begriff „Zahnfleischentzündung“ (Gingivitis) versteht man eine durch die schädlichen Einflüsse von Bakterien verursachte Entzündung des Zahnfleischs ohne Beeinträchtigung des Zahnhalteapparates. Zu den Hauptursachen der Zahnfleischentzündung gehören eine mangelhafte Mundhygiene und das unregelmäßige Wahrnehmen der Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt.

Zu den Symptomen einer solchen Erkrankung gehören das Auftreten von Zahnfleischblutungen, Rötungen, Schwellungen und leichte Schmerzen beim Zähneputzen.

Viele Patienten fragen sich, was bei einer vorliegenden Zahnfleischentzündung zu tun ist. In erster Linie sollte dringend ein Zahnarzt aufgesucht werden, denn eine über lange Zeit unbehandelte Gingivitis kann im schlimmsten Fall auf den Kiefer übergehen und zum Knochenrückgang und Zahnverlusten führen. Es entsteht eine sogenannte Parodontitis, die wesentlich umfangreicher behandelt werden muss.

Neben der Durchführung einer professionellen Zahnreinigung wird der behandelnde Zahnarzt den betroffenen Patienten darauf hinweisen was weiterhin zu tun ist.

Der Patient selbst kann den Verlauf der Erkrankung durch eine gewissenhaft durchgeführte Mundhygiene positiv beeinflussen.

 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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