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Eisenmangel und Depression - welchen Zusammenhang gibt es?

Eisenmangel und Depression- Einleitung:

Eisenmangel kann sich auf das Gemüt auswirken. Neben einer Konzentrationsschwäche kann es im Rahmen einer Eisenmangelanämie auch zu einer depressiven Symptomatik kommen. Durch den Ausgleich des fehlenden Eisens im Rahmen einer medikamentösen Therapie kann sich die depressive Symptomatik rückläufig zeigen und die Stimmung wieder aufhellen.

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Welchen Zusammenhang gibt es ?

Das Eisen ist an der Herstellung verschiedener Botenstoffe im Gehirn beteiligt, die unter anderem auch die Stimmungslage beeinflussen.

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Ein besonders wichtiges Hormon in diesem Zusammenhang ist das Serotonin- auch Glückshormon genannt. Serotonin ist wie die anderen Hormone auch auf Eisen angewiesen, um regelrecht vom Organismus gebildet werden zu können. Fehlt dem Körper Eisen beziehungsweise ist der Eisenspeicher zu gering kann es zu depressiven Verstimmungen kommen. Dazu können Erschöpfung, Antriebslosigkeit oder Traurigkeit zählen.  

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Beim Vorliegen eines depressiven Beschwerdebilds sollten sich Betroffene um die Anfertigung eines Blutbilds bemühen- also eine Blutkontrolle beim Arzt vornehmen lassen, die den Eisengehalt des Körpers in Werten darlegt. Anhand der Blutwerte kann der Arzt bestimmen ob ein Eisenmangel vorliegt. Bei einem zu niedrigen Eisengehalt im Körper kann dieser dann mit speziellen Eisenpräparaten behandelt werden. Sollte die depressive Symptomatik mit dem Eisenmangel verbunden sein kann sich die Symptomatik durch eine Therapie im Laufe der Zeit rückläufig zeigen.
 

Diagnose

Die Diagnose einer Eisenmangelanämie ist vergleichsweise simple. Den Betroffenen wird Blut abgenommen und es werden die Werte der roten Blutkörperchen und dem gespeicherten Eisen bestimmt. Die roten Blutkörperchen auch Erythrozyten genannt sind bei einem Eisenmangel kleiner und das Hämoglobin, der rote Farbstoff kommt in geringerer Konzentration vor. Der Mediziner spricht in diesem Zusammenhang von einer mikrozytären-hypochromen Anämie. Die Gesamtzahl der roten Blutkörperchen ist zudem reduziert. Um den Eisengehalt zu bestimmen wird vor allem nach dem Eisenspeicherprotein Ferritin geschaut. Dieser ist sensitiver als der Eisenwert und wird daher als Maßstab für den Eisengehalt ran gezogen. Ferritin ist bei einer Eisenmangelanämie typischerweise verringert. Anhand der Blutwerte mit den oben genannten Veränderungen kann eine Eisenmangelanämie vom Arzt diagnostiziert werden.

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Weitere begleitende Symptome

Eine Eisenmangelanämie kann eine Vielzahl an Beschwerden verursachen. Zu diesen gehören neben einer möglichen depressiven Verstimmung, unter anderem eine auch Konzentrations- und Lernschwäche. Häufig zeigt sich zudem eine starke Müdigkeit und Erschöpfung bei einer Eisenmangelanämie.

Weiterhin kann es zu Schlafstörungen und ggf zu einem Restleg-Leg-Syndrom kommen, dabei handelt es sich um einen Bewegungsdrang in den Beinen, der vor allem in der Nacht oder in Ruhephasen auftritt. Die Betroffenen können im Rahmen einer Anämie sehr blass wirken und die Haare und Nägel können spröde und brüchig erscheinen. An den Mundwinkel kann die Haut einreißen, diese Erscheinung wird als Mundwinkelrhagaden bezeichnet. Die Zunge kann wie die Haut auch blass wirken. Zudem kann es zu einem Gewebeschwund der Zunge, einer sogenannten Atrophie kommen.  

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Weiterhin können die Betroffenen unter einer Kurzatmigkeit, die besonders unter körperlicher Belastung auftritt, leiden. Bei sehr starker Eisenmangelanämie kann es im schlimmsten Fall auch zu einer Atemnot kommen. Die Herzfrequenz kann im Rahmen einer Eisenmangelanämie erhöht sein- das heißt das Herz schlägt schneller als gewöhnlich. Dies bezeichnet man in der Medizin als Tachykardie.
 

Behandlung/ Therapie

Zum Auffüllen des Eisenspeichers können Betroffene Nahrungsmittel mit einem besonders hohen Anteil an Eisen zu sich nehmen. Zu diesen zählen unter anderem Kalbsleber, Blutwurst und Rindfleisch. Zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die besonders hoch in ihrem Gehalt an Eisen sind zählen Weizenkleie, Vollkornbrot und Bohnen sowie Linsen.

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Ist der Eisenmangel schon weiter voran geschritten kann eine medikamentöse Behandlung notwendig sein. Die Behandlung erfolgt dann mit der Gabe von Eisenpräparaten. Diese gibt es als Tabletten, Kapseln oder Tropfen in der Apotheke zu kaufen. Die Medikation mit Eisentabletten sollte dabei nur erfolgen, wenn beim Arzt durch eine Blutkontrolle tatsächlich eine Eisenmangelanämie festgestellt wurde. Eine unnötige Einnahme von Eisen kann nämlich zu unerwünschten Nebenwirkungen führen und sollte daher unterlassen werden.

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Bei einer Eisenmangelanämie sollte die Einnahme am besten einige Zeit vor der Nahrungsaufnahme erfolgen, da das Eisen so besser vom Körper aufgenommen werden kann. Bei einer Unverträglichkeit der Eisentabletten oder einer Resorptionsstörung des Körpers kann Eisen auch intravenös verabreicht werden - das heißt es wird durch einen Zugang in die Vene gegeben. Die intravenöse Gabe des Eisens hat ein höheres Risiko starke Nebenwirkungen zu verursachen - daher wird es nur angewandt, wenn eine medikamentöse Gabe aus dem oben genannten Gründen nicht möglich ist.
 

Dauer/Prognose

Die Dauer einer Eisenmangelanämie mit einhergehenden Depressionen hängt in der Regel vom Therapiebeginn ab. Durch Eisenpräparate kann in der Regel der Eisengehalt im Körper wieder aufgefüllt werden. Bei einer Eisenmangelanämie die medikamentös behandelt werden kann, wird eine Behandlung von ca. 3-6 Monaten empfohlen. In der Regel werden Blutkontrollen durchgeführt um zu überprüfen ob die Eisenwerte ansteigen und die roten Blutkörperchen wieder regelrecht nachgebildet werden können.

Im Laufe der Therapie sollten sich der Eisenmangel und die depressive Verstimmung dann rückläufig zeigen. Natürlich hängt die Dauer der Eisenmangelanämie auch von der Ursache ab. Damit die Eisenmangelanämie behoben werden kann muss demnach auch die Ursache mit therapiert werden. Die Prognose ist oftmals aber gut- nach einer regelrechten Eisentherapie sind die Betroffenen zu einem großen Teil in ihrer Stimmungslage gebessert.

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Krankheitsverlauf

Ein Eisenmangel, der zu einer Depression führt und unbehandelt bleibt kann zu einer Verschlechterung der Stimmung führen. Die Stimmung der Betroffenen kann sich also weiter verschlechtern. Zudem kann es durch den Eisenmangel zu weiteren Symptomen kommen, die ohne Therapie ebenfalls zunehmen. So kann es bei einer starken Eisenmangelanämie z.B zur Luftnot oder auch zu Haarausfall kommen. Die körperlichen Symptome tragen meist dazu bei, dass die Betroffenen sich noch “schlechter” fühlen.

Bei einer regelrechten Therapie mit Eisenpräparaten hellt die Stimmung im besten Fall wieder auf. Dies kann einige Wochen bis Monate in Anspruch nehmen, da sich die Eisenspeicher wieder füllen müssen.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nikolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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