Floradix®

Einleitung

Floradix® ist ein Arzneimittel, welches freiverkäuflich in den meisten Apotheken zu erhalten ist.
Seine Funktion besteht im Auffüllen der Eisenspeicher und dem Ausgleich von Eisenmangelzuständen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Kräuterblut

Eisenmangel ist einer der häufigsten Mangelzustände weltweit. Bis zu 25 % der in Deutschland lebenden Personen hat schon einmal unter Eisenmangel gelitten oder leidet momentan unter den Mangelerscheinungen.

Mit der Einnahme von Floradix® kann dem entgegengewirkt werden. Da es sich bei Eisenmangel um einen ernstzunehmenden Zustand handelt, sollte mit einer speziellen Ernährung oder mit verschiedenen Mitteln der Eisenvorrat aufgefüllt werden.

Floradix® kann, laut Hersteller, bei einem erhöhten Eisenbedarf oder Mangelerscheinungen eingesetzt werden. Es handelt sich um ein hauptsächlich pflanzliches Mittel und wird vom Hersteller besonders Frauen während der Schwangerschaft und der Stillzeit empfohlen.


Eisenmangel

Ein Eisenmangel ist, wie es der Name bereits sagt, ein Mangelzustand des Körpers, welcher das Spurenelement Eisen betrifft.
Anfangs kann ein Eisenmangel vollkommen symptomlos verlaufen, wobei er allerdings ab einem bestimmten Punkt gefährlich werden kann.

Die Idealwerte liegen dabei bei Männern im Bereich von 80–180 µg/dl und bei Frauen im Bereich von 60–160 µg/dl.
Kinder (2 bis 12 Jahre) müssen getrennt von den Erwachsenen betrachtet werden, wobei das Geschlecht eine untergeordnete Rolle spielt: 22 – 135 µg/dl Eisen sollten je nach Alter im kindlichem Blut enthalten sein.

Die Hauptaufgabe von Eisen besteht in seiner Funktion als Bestandteil vieler Enzyme. Eisen spielt eine zentrale Rolle in Myoglobin und Hämoglobin.
Hämoglobin ist in den roten Blutkörperchen, den Erythrozyten, enthalten und für die Aufnahme von Sauerstoff aus der Lunge zuständig. Eisen ist also ein lebenswichtiges Spurenelement.

Normalerweise entsteht ein Eisenmangel durch eine Mangelernährung, das heißt, dass in den Lebensmitteln ist nicht genug Eisen enthalten ist. Aber auch eine Blutung kann für einen Eisenmangel verantwortlich sein.

Bei Blutungen gehen die roten Blutkörperchen verloren, welche das eisenhaltige Hämoglobin enthalten. Es stehen dabei kontinuierliche Blutungen wie Menstruationsblutungen im Vordergrund, weniger Verletzungsblutungen.
Auch Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes können zu stetigem Blutabgang führen.

Schwangere benötigen durch den erhöhten Verbrauch durch das heranwachsende Baby ebenfalls mehr Eisen als andere Menschen.

Die Symptome bei Eisenmangel können vielschichtig sein.
Es kann zu Defekten der Haut und Schleimhaut kommen. Dies zeigt sich in eingerissenen Mundwinkeln, Zungenbrennen und Schluckbeschwerden, aber auch in brüchigen Nägeln und Haarausfall.
Es können ebenfalls neurologische Probleme wie Kopfschmerzen, psychische Symptome oder Konzentrationsschwäche auftreten.

Durch eine Eisenmangelanämie, die bei schweren Mangelzuständen entstehen kann, kommen die Symptome einer Änamie, also Blutarmut, hinzu – Abgeschlagenheit, Herzrasen, Schwindel und eventuell Luftnot.

Wann sich eine Änamie klinisch zeigt, ist von Patient zu Patient unterschiedlich und hängt mit dem allgemeinen Gesundheitszustand und Körperbau des Betroffenen zusammen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Symptome bei Eisenmangel

Eisenmangel während der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft verbraucht die Frau etwa 800 bis 1200 mg mehr Eisen als sonst. Dieser Unterschied wird noch gravierender, wenn man in Betracht zieht, dass die monatlichen Menstruationsblutungen, durch die jedes Mal circa 20 bis 40 mg Eisen verloren gehen, ausbleiben.

Das Eisen wird benötigt, um kindliches und mütterliches Wachstum zu gewährleisten und die Versorgung beider zu sichern. Die größten Veränderungen bestehen in der vermehrten Produktion von Hämoglobin, dem eisenhaltigen Sauerstofftransporter in roten Blutkörperchen, in der Bildung der Plazenta und im Wachstum des Babys an sich.

Bei der Geburt geht individuell mehr oder weniger Blut verloren, was allerdings immer mit einem Eisenverlust verbunden ist. Die Frau verliert so bei der Geburt bis zu 250 mg Eisen.

Der Körper einer schwangeren Frau stellt sich so gut es geht auf die Veränderungen ein und versucht, mehr Eisen zu mobilisieren: es wird mehr Eisen im Darm aufgenommen, bestehendes Eisen mittels Transferrin transportfähig gemacht und der Eisenspeicher, das sogenannte Ferritin, angezapft.
Da die Anforderungen an den mütterlichen Eisenhaushalt enorm hoch sind, kann es passieren, dass die Reserven der Mutter nicht vollständig ausreichen.

Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung mit eisenhaltiger Kost. Da auch eine ausgewogene Ernährung oftmals nicht effektiv genug den Eisenmangel ausgleicht, kursiert das Leiden der Eisenmangelanämie relativ häufig unter werdenden Müttern.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Lebensmittel mit Eisen

Spätestens dann sollte unter Absprache des behandelnden Arztes (Hausarzt oder schwangerschaftsbegleitender Frauenarzt) ein Eisen-Ergänzungsmittel zum Einsatz kommen.
Hierbei liegt die Wahl bei der Patientin und der Empfehlung des Arztes.

Floradix® ist eines der möglichen Ergänzungsmittel und wird aufgrund seiner guten Verträglichkeit häufig bei Eisenmangel während der Schwangerschaft eingesetzt.

Eisenmangel bei Kindern

Für Kinder gelten die gleichen Symptome eines Eisenmangels, wie bei Erwachsenen. Allerdings kann eine Anämie eine größere Gefahr für die Entwicklung des Kindes darstellen, als es bei ausgewachsenen Menschen der Fall ist.

Es entsteht ein Sauerstoffmangel im Blut, da nicht genug Hämoglobin zur Sauerstoffaufnahme in der Lunge gebildet werden kann. Wie bekannt ist, treten im kindlichen Wachstumsstadium häufiger Schäden durch Sauerstoffmangel auf, als bei Erwachsenen.
Es drohen geistige Unterentwicklung, motorische Störungen, psychische Probleme und Verhaltensstörungen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Eisenmangel beim Kind

Aber nicht nur Kleinkindern und Kindern kann ein Eisenmangel schaden. Wenn die Mutter eines heranwachsenden Babys unter Eisenmangel leidet, kann dies schwere Folgen für das Kind haben.
Einerseits ist die Gefahr erhöht, dass das Kind bereits vor seiner Geburt im Mutterleib verstirbt, andererseits kann es zu Wachstumsstörungen oder einer Unterversorgung über die Plazenta kommen.

Inhaltsstoffe von Floradix®

Damit Floradix® als Eisenspender wirken kann, muss in der Flüssigkeit Eisen enthalten sein. Hierbei liegt es als sogenanntes Eisen-Salz vor, als Eisen(II)-gluconat.
Durch die Aufnahme und Verdauung der Flüssigkeit werden dabei die Eisen-Ionen freigesetzt und können über den Darm aufgenommen und mittels der Blutbahn verteilt werden.

Neben dem primären Wirkstoff Eisen sind noch andere Stoffe in Floradix® enthalten, wie zum Beispiel Ascorbinsäure, also Vitamin C.
Ein Extrakt aus einer Mischung diverser Kräuter, Obstssorten und Wurzeln fügen der Flüssigkeit weitere Nährstoffe hinzu.

Da viele Saftkonzentrate und Fructose-Sirup enthalten sind, sollten Menschen mit einer Fruktose-Intoleranz auf die Einnahme verzichten.

In jedem Fall sollte die Einnahme von Floradix® mit dem behandelnden Arzt (in der Regel Hausarzt) abgesprochen werden!
Auch Diabetiker sollten den Zuckergehalt des Arzneimittels beachten: 15 ml entsprechen 0,3 BE.

Gegenanzeigen

Die Einnahme von Floradix® sollte unterlassen werden, wenn bereits genügend Eisen im Körper vorhanden ist oder sich eine Eisenkumulation, eine Anhäufung des Stoffes, gebildet hat.

Falls eine Eisenverwertungsstörung vorliegt, ist die Einnahme von Floradix® kein Mittel zur Therapie vorliegender Eisenmangelzustände.
Ebenfalls sollte die Liste aller Inhaltsstoffe auf eventuelle Unverträglichkeiten und Allergiestoffe durchsucht werden.

Obwohl Floradix® freiverkäuflich ist, muss besonders während der Schwangerschaft und der Stillzeit vorher ein Arzt konsultiert werden.
Auch wenn diese Umstände nicht zutreffen, ist trotzdem die Rücksprache mit dem Hausarzt zu empfehlen.

Bei zu starken Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, sollte die Einnahme von Floradix® gestoppt werden, ebenso bei einer Überdosierung mit Vergiftungserscheinungen.

Nebenwirkungen

Es kann bei der Einnahme von Floradix® zu Nebenwirkungen kommen. Wie stark die Nebenwirkungen ausfallen und wie sich die Wirkung im Endeffekt gestaltet, kann sich individuell unterscheiden.
Zumeist dominieren Magen-Darm-Beschwerden, in Form von Völlegefühl, Verstopfung und Magendruck.

Außerdem kann es gegebenenfalls zu einer Dunkel- bis Schwarzfärbung des Stuhls kommen. Dies ist hierbei, wie sonst in der Medizin, kein alarmierendes Zeichen, sondern durch die Aufnahme großer Mengen an Eisen begründet.
Sollten zu dem dunklen Stuhlgang (im Falle von Blutbeimengungen im Stuhl auch „Teerstuhl“ genannt) andere untypische Symptome kommen, sollte dennoch ein Arzt aufgesucht werden.
Eine eventuell bestehende Blutung im Magen-Darm-Trakt kann mit Hilfe eines Stuhltests ausgeschlossen werden.

Durch das Trinken der Flüssigkeit kann es zu leichten Verfärbungen der Zähne kommen, die jedoch durch regelmäßige Zahnpflege zu vermeiden sind.

Neben den allgemeinen Nebenwirkungen kann es auch zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen.

Durch die Aufnahme der Eisensalze, welche in Floradix® enthalten sind, kommt es oftmals zu einer verringerten Resorption (Aufnahme im Darm) anderer Medikamente.
Hierzu zählen verschiedene Antibiotika (Tetrazykline, Penicillamine, Chinolon-Antibiotika), Parkinson-Medikamente (Levodopa und Methyldopa) und Schilddrüsenmedikamente bei bestehender Unterfunktion (Thyroxin).

Durch die zusätzliche Nahrungsergänzung mit Kalzium- oder Magnesium-haltigen Präparaten, kann die Eisenaufnahme im Darm verringert werden.
Auch Milchprodukte, schwarzer und grüner Tee sowie Kaffee können eine ähnliche Verminderung bewirken.

Der Patient sollte deswegen die Substanzen getrennt von anderen Nahrungsmitteln zu sich nehmen.

Wird zusätzlich zur Einnahme von Floradix® mit bestimmten Schmerzmitteln (nicht-steroidale Antirheumatika) therapiert, kann sich die negative Wirkung auf die Magen-Darm-Schleimhaut erhöhen.

Die vermehrte Reizung kann dabei durch gängige Medikamente wie ASS (Aspirin®), Ibuprofen oder Diclofenac ausgelöst werden.

Dosierung und Vergiftung

Die Dosierung gestaltet sich bei Heranwachsenden ab 10 Jahren und Erwachsenen gleich.
Es werden drei Mal am Tag, bestenfalls eine halbe Stunde vor jeder Hauptmahlzeit, 15 ml Floradix® eingenommen. Das entspricht einer Menge von 36,8 mg verwertbarem Eisen.
Bei Kindern im Alter von 6 bis 10 Jahren gilt eine etwas schwächere Dosierung – hier wird nur zwei Mal am Tag 15 ml eingenommen, was einer Eisenmenge von 24,5 mg entspricht.

Für Erwachsene sind die Mengen an Floradix®, die man für eine Überdosierung zu sich nehmen müsste, irreal. Mehrere Liter der Flüssigkeit müssten, abhängig vom Körpergewicht, zugeführt werden.

Im Allgemeinen sind Intoxikationen (Vergiftungen) im Rahmen von Überdosierungen eher ein Problem der Kinderheilkunde, da giftige Mengen schneller erreicht werden.

Eine Vergiftung tritt bei Kindern schon bei 20 mg Eisen pro Kilogramm Körpergewicht auf. Wiegt das Kind beispielsweise 10 Kilogramm, reichen 250 ml Floradix® für eine Vergiftung.
Eine Flasche mit 700 ml Inhalt, wie Floradix® unter anderem erhältlich ist, enthält eine für kleine Kinder potentiell tödliche Menge an Eisen.

Vergiftungserscheinungen

Die ersten Symptome einer Vergiftung, die durch Überdosierung verursacht wurde, bestehen hauptsächlich aus Problemen des Magen-Darm-Trakts.
Dabei treten Bauchschmerzen, blutiger Durchfall (umgangssprachlich Teerstuhl), Übelkeit und Erbrechen auf.
Auch im Erbrochenen kann Blut enthalten sein, was sich in Kaffeesatz-artigem Aussehen wiederspiegelt.

Das Bewusstsein kann eingetrübt sein und es kann Fieber auftreten. Im Rahmen eines Schocks sinkt der Blutdruck ab und das Herz beginnt zu rasen – das Leben des Kindes ist schwer bedroht.

Eine schwere Vergiftung stellt einen lebensbedrohlichen Zustand dar, der binnen kürzester Zeit (12-24 Stunden) zum Tod führen kann.
Notfalltherapeutisch müssen die akuten Symptome gelindert und der Magen ausgespült werden. Auch die Gabe eines eisenbindenden Medikaments (Deferoxamin) kann notwendig sein.

Kosten

Floradix® kann in verschiedenen Mengen gekauft werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird mit zunehmender Flaschengröße besser. Es sind drei verschiedene Füllmengen gebräuchlich: 250 ml sind je nach Anbieter für ungefähr 9 Euro, 500 ml für circa 13 Euro und 700 ml für im Schnitt 17 Euro erhältlich.

Alternativen

Wer Floradix® nicht einnehmen möchte, kann entweder auf andere eisenhaltige Präparate zurückgreifen oder aber auf eine spezielle Ernährung achten, bei der auf einen erhöhten Eisengehalt Wert gelegt wird.
Fleisch und Wurst sind gute Eisenspender. Besonders Leber enthält sehr viel Eisen.
Neben diesen tierischen Produkten enthalten auch folgende pflanzliche Lebensmittel vermehrt Eisen: Kohlgemüse, Vollkorngetreide, Nüsse, Himbeeren und Bohnen, aber auch Gewürze und Kräuter wie Petersilie, Thymian, schwarzer Pfeffer, Koriander, Minze und Zimt.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Lebensmittel mit Eisen

Weitere Informationen zum Thema Floradix®

Eine Übersicht aller Themen aus dem Bereich der Medikamente finden Sie unter: Medikamente A-Z

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 10.02.2017
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