Halluzinationen

Definition

Als Halluzinationen werden Wahrnehmungen bezeichnet, die auf keinen entsprechenden Sinnesreiz hin entstehen. Das bedeutet, dass der Betroffene etwas hört, sieht, schmeckt, riecht oder fühlt, ohne das es dafür einen von außen kommenden Reiz gibt. Eine qualifizierte Aussage über bestehende Halluzinationen kann nur gemacht werden, wenn sich ein gesunder Mitmensch in der gleichen Situation aufhält, aber nichts dergleichen empfindet. Bei funktionellen Halluzinationen handelt es sich um eine Sonderform, bei der Patienten die Halluzinationen nur während einer tatsächlichen Sinnesreizung wahrnehmen. Es werden zum Beispiel parallel zum Gezwitscher der Vögel Stimmen gehört.

Wie der Betroffene die Situation einschätzt, kann individuell unterschiedlich sein. Die Bewertung der Halluzinationen reichen von absoluter Glaubhaftigkeit – der Betroffene denkt, dass es sich um einen realen Reiz handelt – über eine zweifelhafte Einstellung, bis hin zu der Einsicht, dass es sich um Halluzinationen und nicht um existierende Sinnesreize handelt.

Ursachen

Die Ursachen von Halluzinationen können sehr vielseitig sein. Es muss nicht unbedingt ein krankhafter Prozess hinter diesem psychiatrischen Phänomen stecken. Auch verschiedene Substanzen können Halluzinationen auslösen. Dabei spielen legale und illegale Drogen eine sehr wichtige Rolle.

Alkohol ist in Deutschland die meistkonsumierte Droge. Deshalb sind die meisten Patienten mit Abhängigkeitsproblematik Alkoholiker. Beim Entzug können verschiedene gesundheitskritische Zustände entstehen. Sowohl Alkohol und Cannabis, als auch halluzinogene (Halluzinationen auslösend) Substanzen wie LSD können verschiedenartige Halluzinationen auslösen, die aber im Gegensatz zu dem Großteil krankheitsbedingter Erscheinungen nur von kurzer Dauer sind.

Die typischen Erkrankungen, welche Halluzinationen als Symptom beinhalten können, stammen aus den Fachbereichen der Psychiatrie und der Neurologie. Besonders an Schizophrenie erkrankte Personen erleben besonders häufig im Verlauf ihrer Krankheit Halluzinationen auf verschiedenen Sinnesebenen. Wichtige andere Krankheiten sind Epilepsie, organische Psychosen, Depressionen, unterschiedliche Läsionen im Gehirn und Tumore bestimmter Hirnareale.

Halluzinationen können psychisch kritische Situationen beim Betroffenen auslösen und diesen zu folgenschweren Handlungen verleiten. Da die Möglichkeit besteht, dass der Halluzinierende dabei stirbt, müssen alle Ursachen sorgfältig untersucht werden.

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Cannabis

Beim Konsum von Marihuana, umgangssprachlich auch Gras oder Weed genannt, kann es in seltenen Fällen zu Halluzinationen kommen. Sie treten entweder im Zusammenhang mit dem Konsum auf oder als Symptom einer schizophrenieartigen oder paranoid-halluzinatorischen Psychose in Folge des langfristigen Drogenmissbrauchs. Eine solche Psychose ist eine psychische Erkrankung in Folge des Drogenkonsums. Es konnte mit wissenschaftlichen Studien belegt werden, dass besonders in der Pubertät Marihuana-Konsum auch bei Personen zu Psychosen führen kann, die sonst durch keine weiteren Risikofaktoren belastet werden.

Von Halluzinationen betroffen sind häufig Konsumenten, die das erste Mal überhaupt oder das erste Mal größere Mengen an Marihuana konsumieren. Eine Überdosis in dem Sinne, wie es gefährlicher Weise bei anderen Drogen möglich ist, gibt es bei Gras zwar nicht, jedoch können die unerwünschten Nebenwirkungen den Konsumenten nervös bis hin zu ängstlich oder panisch machen. Auftretende Halluzinationen beeinflussen diese Nebenwirkungen, wie Herzrasen oder Luftnot, negativ und verschlimmern gegebenenfalls den Zustand des Konsumenten.

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Speed

Speed ist der Szenename von Amphetamin, welches zur Gruppe der stimulierenden Drogen gehört. Kokain, Crystal Meth und Ecstasy sind ebenfalls Vertreter dieser Gruppe von Stimulanzien. Der Konsum von Speed wirkt in geringen Dosen zunächst anregend. Der Konsument fühlt sich wach, konzentriert und enorm leistungsfähig. Steigt die Dosis jedoch über ein gewisses Maß, indem zum Beispiel von vornherein zu viel eingenommen oder nach kurzer Zeit nachgenommen wird, so können auch Amphetamine zu Halluzinationen führen. Als Schwellendosis reicht zum Teil schon die doppelte Menge an Speed, welche man normalerweise konsumieren würde.

Nach mehrtägigem Speed-Konsum kann es zu einer sogenannten Amphetamin-Psychose kommen. Diese drogeninduzierte Psychose ist unter anderem durch ihre starken halluzinatorischen Symptome gekennzeichnet, welche durch Verwirrtheitszustände, paranoide und ängstliche Gedanken sowie Phasen starker Erschöpfung begleitet werden. Die Halluzinationen sind umfassend. Die Betroffenen hören Stimmen und sehen Dinge, die andere Menschen nicht sehen – optische und akustische Halluzinationen treten auf. Teilweise wird außerdem von taktilen Halluzinationen (etwas fühlen was nicht real ist) berichtet. Der Betroffene empfindet ein Stechen oder Kribbeln auf der Haut, was in Kombination mit den wahnhaften Gedanken zum Beispiel als Aussetzen von Insekten auf der Haut interpretiert werden kann.

Alkohol

Auch Alkohol kann Halluzinationen hervorrufen. Eine solche Symptomatik ist jedoch immer mit einem chronischen, also langjährigen Alkoholmissbrauch verbunden. Es bestehen zwei mögliche Szenarien: die Halluzinationen treten während einer Entzugsphase auf, wenn der Patient aufgehört hat zu trinken oder die Störungen treten während des Rausches auf.

Beim kalten Alkoholentzug kann es zu einem Alkoholentzugssyndrom (Prädelir) oder schlimmeren Falls zu einem Alkoholdelir kommen. Beide Zustände sind potentiell gefährlich und werden durch verschiedenartige körperliche und psychiatrische Symptome begleitet. Das Prädelir dauert in der Regel 3 Tage bis eine Woche an und kann neben Krampfanfällen, depressiven und ängstlichen Verstimmungszuständen, Konzentrationsstörungen und Schlaflosigkeit auch Halluzinationen auslösen. Der erregte Zustand des Patienten macht ihn anfälliger für optische oder akustische Überreizung. Die Halluzinationen gestalten sich hierbei jedoch sehr flüchtig und treten immer nur kurzweilig, vor allem auf optischer Ebene auf.

Bei einem Alkoholdelir gestaltet sich die Situation gefährlicher. Bis zu einem Viertel aller betroffenen Patienten sterben bei einem einsetzenden Alkoholdelir, wenn keine ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird. Die Symptomatik des Prädelirs gestaltet sich beim fulminanten Delir verstärkt und wird durch starke Orientierungs- und Bewusstseinsstörungen begleitet. Auch die Halluzinationen gewinnen an Intensität. Es werden beispielsweise Tiere oder Gegenstände über längere Zeit optisch wahrgenommen. Dem Patienten ist dabei nicht klar, dass es sich um eine Halluzination handelt – er phantasiert viel in seine Umwelt hinein.
Anders als bei den beschriebenen Entzugserkrankungen, handelt es sich bei der Alkoholhalluzinose um einen krankhaften Zustand, der während des Alkoholrauschs auftritt. Man spricht im Gegensatz zu einer Halluzination von einer Halluzinose, wenn charakteristischer Weise immer nur eine Sinneswahrnehmung von der Fehlempfindung betroffen ist – in diesem Fall die akustische Wahrnehmung, das Hören. Die Patienten hören zum Beispiel Stimmen, wissen aber, dass es sich um eine Halluzination handelt. Dieser als Pseudohalluzination bezeichnete Umstand ist neben einem klaren Bewusstsein und einer ängstlichen Grundstimmung ein Merkmal der Alkoholhalluzinose. Durch eine Therapie mit Neuroleptika (antipsychotische Medikamente) und einen kontrollierten Alkoholentzug kann die Alkoholhalluzinose in der Regel wieder geheilt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Alkoholhalluzinose.

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Fieber

Besonders bei jungen oder alten Menschen besteht die Möglichkeit, dass sie während einer Episode mit hohem Fieber Halluzinationen entwickeln oder im Schlaf schwere Alpträume haben. Diese als „Fieberfantasien“ oder „Fieberwahn“ bezeichneten Zustände sind eine Reaktion des Gehirns auf die erhöhte Temperatur. Wenn die Körpertemperatur durch Fieber ansteigt, steigen auch die Stoffwechselaktivität und die Erregbarkeit der Hirnzellen an. Reize können leichter ausgelöst werden und führen in manchen Fällen zu entsprechenden Fehlempfindungen.

Meist träumen fiebernde Kinder schlecht und melden sich in der Nacht bei ihren Eltern. Die Träume werden durch die hohe Aktivität des Gehirns als sehr intensiv und real erlebt, was die Kinder verängstigt. Auch kurze Zeit nach dem Erwachen kann der Traumzustand erhalten bleiben. Die Kinder wirken dann zwar wach, sind aber tatsächlich noch nicht bei vollem Bewusstsein und erleben ihren Traum weiter. Diese intensiven Traumphasen können bei hohem Fieber auch tagsüber entstehen. Solche Tagträume müssen abermals von Halluzinationen abgegrenzt werden, die als noch realer Empfunden werden, jedoch auch bei hohem Fieber beobachtet werden können.

Solche Fieberfantasien mögen zwar für das Kind und die Eltern beängstigend sein, sind aber in der Regel ungefährlich. Wenn ein solcher Zustand jedoch in einen Fieberkrampf ausartet, muss sofort ein Arzt konsultiert werden. Fieberkrämpfe sind eine Reaktion des Gehirns auf die extreme Erregbarkeit und sind wahrscheinlich mit einer genetischen Belastung verbunden.

Symptome

Die Symptome von Halluzinationen hängen von der Art der Fehlempfindung ab. Je nachdem welche Sinneswahrnehmung getäuscht oder getrübt ist, kann es zu vollkommen unterschiedlichen Erlebnissen für den Patienten kommen. In der Regel spricht man nur von Halluzinationen, wenn der Patient tatsächlich daran glaubt, dass alles was er wahrnimmt, Realität ist. Erkennt der Betroffene die Halluzination, wird dies als Pseudohalluzination bezeichnet. Im Folgenden sind Beispiele für verschiedene Formen von Halluzinationen angebracht.

Akustische Halluzinationen (Hören): Der Patient hört Geräusche, Melodien oder Stimmen die nicht existieren. Die Form, in der die Stimmen mit dem Patienten kommunizieren, kann variieren. Ein Dialog zwischen den Stimmen und dem Patient ist möglich, eine begleitende oder kommentierende Stimme und eine befehlende Form. Bei letzterer fühlt sich der Patient oftmals gezwungen, dem „Willen“ der Stimmen nachzugeben.

Optische Halluzinationen (Sehen): Der Patient sieht Erscheinungen (z.B. Lichterscheinungen, die aber auch bei Erkrankungen des Auges auftreten können), Dinge (Lebewesen, Gegenstände) oder Szenen, die nicht wirklich existieren.

Olfaktorische/Gustatorische Halluzinationen (Riechen/Schmecken): Der Patient riecht oder schmeckt etwas, das er eigentlich nicht wahrnehmen kann. Beispielsweise nimmt ein stark depressiver Patient einen von sich ausgehenden, fauligen Geruch wahr.

Taktile Halluzinationen (Fühlen): Der Patient hat Fehlempfindungen auf der Haut, in Form von Kribbeln, Stechen, Druck oder Streicheln. Eine besondere Form hierbei ist der sogenannte Dermatozoenwahn (wörtlich übersetzt „Haut-Tiere-Wahn“), bei dem der Patient denkt, Käfer oder Würmer würden unter seiner Haut leben und sich bewegen.

Leibhalluzinationen: Der Patient hat ein, seinen gesamten Körper betreffendes, komplexes Fehlempfinden. Er fühlt sich beispielsweise schwerelos oder bewegt, innerlich ausgehöhlt oder mit Steinen befüllt, angezündet, vertrocknet oder verfault. Entsprechende Halluzinationen treten selten auf und geben Hinweis auf ein komplexes psychiatrisches Krankheitsbild.

Schlafen / Aufwachen

Halluzinationen, die im Übergang vom Schlaf zum Aufwachen oder beim Aufwachen auftreten, werden als hypnopompe Halluzinationen bezeichnet und sind mit Erkrankungen wie Narkolepsie, Schlafapnoe, Migräne und Angststörungen vergesellschaftet.

Es handelt sich dabei um das weit verbreitete Phänomen der erlebten Schlafparalyse. Dabei ist der Patient zwar seinem Empfinden nach wach, hat aber keine Kontrolle über seinen Körper. Dieser unterliegt zum entsprechenden Zeitpunkt noch der Hemmung der REM- oder Traumschlafphase. Der Nutzen dieser Hemmung der willkürlichen Bewegung besteht darin, dass im Traum erlebte Handlungen und Bewegungen nicht wirklich ausgeführt werden. Normalerweise endet die Schlafparalyse mit dem Aufwachen. Kommt es zu einer Verzögerung, befindet sich der Betroffene in einem Zwischenzustand zwischen Schlaf und Wachheit. In diesem Zeitraum kann es zu Halluzinationen kommen. Besonders optische Halluzinationen werden von Betroffenen als „wahr werdende Alpträume“ bezeichnet. Oftmals sind die Halluzinationen angstbehaftet und versetzen den Betroffenen in eine schreckliche Situation, da sich dieser aufgrund des paralytischen Zustands hilflos ausgesetzt fühlt. Es muss nicht zwangsläufig zu einer optischen Fehlwahrnehmung kommen – es können auch alle anderen Sinne oder eine Kombination mehrerer betroffen sein.

Schizophrenie

Schizophrenie ist eine Gruppe von psychiatrischen Erkrankungen, die sich in ihrer Symptomatik ähneln und oftmals eine schwere Beeinträchtigung für den Patienten darstellen. Schizophrene Patienten haben vielzählige Defizite im Bereich des Denkens, des Willens, der Wahrnehmung, der Emotionalität, des Antriebs und der psychomotorischen Leistungsfähigkeit (Psychomotorik = Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Bewegung).

Halluzinationen sind ein wichtiges Symptom einer schizophrenen Erkrankung und zeigen sich am häufigsten als akustische Fehlwahrnehmungen. Das Hören von Stimmen spielt hierbei die wichtigste Rolle und kann in verschiedenen Formen wahrgenommen werden. Die Stimmen unterhalten sich mit dem Patienten (dialogisch), begleiten seine Handlungen in kommentierender Weise oder befehlen dem Patienten, was dieser tun soll (imperativ). In vielen Fällen sind die akustischen Halluzinationen mit Wahnerlebnissen verbunden. Der Patient denkt beispielsweise, dass das Fernseh- oder Radioprogramm auf ihn bezogen ist und nimmt akustische Halluzinationen in Form veränderter, an ihn gerichteter Texte wahr. Eine solche Störung nennt man pranoide-halluzinatorische Schizophrenie. Eine weitere Form der Halluzinationen, die in Verbindung mit Schizophrenie gehäuft auftreten können, sind Leibeshalluzinationen. Der Patient fühlt sich elektrisiert, bestrahlt oder anderweitig von außen beeinflusst oder gelenkt.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Schizophrenie.

nach Narkosen

Nach einer Operation mit Vollnarkose kann es zu einem sogenannten postoperativen kognitiven Defizit kommen. Besonders stark betroffen sind alte und sehr kranke Menschen. Wahrscheinlich spielen Entzündungswerte eine Rolle, die Reaktionen im Gehirn verursachen und dieses in seiner Funktion beeinträchtigen. Ist der Patient bereits vor der Operation kognitiv (vom Denken her) eingeschränkt, weil er zum Beispiel an Demenz leidet, so ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es zu einem postoperativen kognitiven Defizit kommt.

Die Patienten leiden nach dem Erwachen aus der Narkose an einer Beeinträchtigung des Denkens und an Verwirrtheitszuständen. Diese können von kurzweiliger Orientierungslosigkeit bis hin zu tage- oder wochenlangen Denkstörungen reichen. Besonders gefährlich ist im Gegensatz zum klassischen Delir, bei dem die Patienten stark benommen und inaktiv sind, das hyperaktive Delir. Die Betroffenen sind zwar vollkommen orientierungslos aber sehr aktiv, entwickeln Wahnvorstellungen und können ebenfalls Halluzinationen haben. Im Rahmen dieser postoperativen Verwirrtheit schaden sie sich oft selber, indem sie sich zu viel bewegen, Katheter oder Zugänge entfernen und eine aggressive Grundstimmung haben.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Nachwirkungen einer Vollnarkose.

Schlafmangel

Beim Schlafen erholen sich der Körper und der Geist jedes Menschen. Ohne genügend Schlaf fühlt man sich erschöpft, kann sich nicht konzentrieren und steht neben sich. Bei extremem Schlafentzug kann es jedoch auch zu Halluzinationen kommen.

Wenn das Gehirn nicht ruhen kann, kommt es zur Anhäufung verschiedener körpereigener Substanzen. Diese bewirken normalerweise, dass man müde wird und einschläft. Wiedersetzt man sich dem Drang zu schlafen, häufen sich die Stoffe weiter im Hirn an, ohne während der erholsamen Schlafphase abgebaut zu werden. Ab einer gewissen Menge können diese Substanzen Halluzinationen hervorrufen, ohne dass eine psychiatrische Erkrankung vorliegt oder Drogen konsumiert wurden. Die Halluzinationen können dabei vielseitig sein, konzentrieren sich aber hauptsächlich auf akustische und optische Fehlwahrnehmungen.

Hält der Schlafmangel zu lange an, kann es zu ernsthaften Folgeschäden kommen. So kann beispielsweise ein epileptischer Anfall provoziert werden, es kann zu Hirnblutungen oder einem Schlaganfall kommen. Von längerem Schlafmangel ist daher aus medizinischer Sicht unbedingt abzuraten.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schlafstörungen.

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Therapie

Die Therapie von Halluzinationen muss sich an den individuellen Ursachen orientieren.

Spielt Alkohol in der Krankengeschichte des Patienten mit Halluzinationen eine Rolle, muss ein kontrollierter Entzug und eine Suchttherapie angestrebt, bei fieberinduzierten Halluzinationen die Temperatur rasch gesenkt werden. Andere Ursachen von Halluzinationen wie Schlafmangel, Narkosenachwirkung oder Schlafparalyse müssen eigentlich nie therapiert werden.

Werden die Halluzinationen durch Drogen ausgelöst, reicht es in der Regel schon, wenn der Konsum eingestellt und abgewartet wird. Der Patient sollte genügend Wasser zu sich nehmen, da viele Drogen eine dehydrierende Wirkung haben. Kleine vitaminreiche Snacks regen den Stoffwechsel an und können das Abklingen der Wirkung beschleunigen.
Bei einer Überdosis der konsumierten Droge kann der Einsatz eines Gegenwirkstoffes oder, bei oraler Einnahme, eine Magenspülung nötig sein.
Hat sich durch massiven oder chronischen Drogenmissbrauch eine Psychose beim Konsumenten entwickelt, reicht einfaches Abwarten oft nicht mehr. Die Patienten müssen sich in professionelle Behandlung begeben, bei der einerseits ihr Suchtproblem angegangen wird und andererseits eine medikamentöse Einstellung erfolgt. Bei letzterer treffen sich die Therapielinien Drogenabhängiger und psychisch Kranker.

Auch Patienten ohne Drogenvorgeschichte, die eine psychische Krankheit haben, die durch Halluzinationen begleitet wird, müssen normalerweise medikamentös eingestellt werden. Außerdem kann eine sprachtherapeutische Herangehensweise von Nutzen sein. Welche Medikamente eingesetzt werden, kann von dem Zustand des Patienten und dessen psychiatrischer Erkrankung abhängig gemacht werden.

Die Medikamente erster Wahl bei Schizophrenie oder Psychosen sind Neuroleptika (Antipsychotika). Sie blockieren die Andockstellen verschiedener Stoffe im Gehirn und verhindern so beispielsweise die Entstehung von Halluzinationen. Beispiele für verwendete Neuroleptika sind Chlorpromazin, Haloperidol, Clozapin und Risperidon. Neuroleptika sind aufgrund ihrer starken Wirkungen und Nebenwirkungen verschreibungspflichtige Medikamente und dürfen nicht verantwortungslos eingenommen werden.

Ist eine schwere Depression für die Halluzinationen verantwortlich, müssen nicht zwangsläufig antipsychotische Arzneimittel verordnet werden. Die richtige Einstellung mit Antidepressiva kann ebenso erfolgreich sein wie eine intensive Gesprächstherapie.

Weitere Informationen

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